logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Gehört
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-10-16 18:53
Grablichter - Pia Korittki (4) | Eva Almstädt
171014 PiaKorittki4
Autorin: Eva AlmstädtTitel: GrablichterReihe: Pia Korittki (4)Genre: Norddeutscher KrimiVerlag: Audible Studios, [29.01.2015]Spieldauer: 468 Minuten, [ungekürzt]Sprecherin: Anne Mollauch im eBook- und TB-Format erhältlichWhispersync for Voice verfügbar und aktiviert gehört über die Audible-Appklick zu Amazon.deklick zu Audible.de

Inhaltsangabe (Audible):

Bei Probebohrungen für die geplante Umgehungsstraße stößt man auf ein Skelett ohne Kopf. Im Dorf scheint niemand den Toten zu kennen, der mehr als ein Vierteljahrhundert in seinem flachen Erdgrab ruhte. Dann stellt sich der tödliche Reitunfall einer Journalistin im nahe gelegenen Wald als heimtückisch geplanter Mord heraus. Kommissarin Pia Korittki und ihr Team ermitteln mal wieder auf dem Land...

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

©2008 Bastei Lübbe AG (P)2015 Audible GmbH

Meine Meinung:

 

Es ist nicht alles so, wie es scheint.

 

Beim Blick aufs Cover sehen wir einen Bauernhof – wir befinden uns also auf dem Land. Mehr ist nicht zu erkennen, aber auch nicht nötig, denn die Covergestaltung ist passend zu den vorhergehenden Hörbüchern gehalten. Dieses Hörbuch habe ich allerdings erst gekauft, nachdem ich das eBook in einer Angebots-Aktion für lau erhalten habe (08.04.2012 bei Amazon) und für die Whispersync for Voice-Variante nur 3,95 € für das Hörbuch zahlen musste. Es lohnt sich also durchaus, wenn man Bücher im Angebot ersteht, auch, wenn man sie gerade nicht lesen kann/mag und dann später noch einmal ein Angebot abgreifen kann ;) Und da ich Anne Moll als Sprecherin hier wirklich gut leiden kann und am Wochenende viele Stunden unterwegs war, bot sich an, beim Hörbuch zu bleiben. Ich habe also trotz allem nicht von der Whispersync for Voice-Möglichkeit Gebrauch gemacht. Dieses Mal.

 

In diesem Buch kommt Pias Freund eigentlich nur am Rande vor, wenn es um die Urlaubsplanung oder das Kochen nach Feierabend geht. Pia und Hinnerk haben es also geschafft, eine Beziehung aufzubauen, trotzdem sie in vielen Dingen unterschiedlicher Ansicht sind und es Pia schwer fällt, außer ihrer Arbeit noch ein Privatleben gelten zu lassen. Sie ist ein Workaholic und trotz vieler Überstunden die geborene Kriminalistin. Wenn alle Polizisten so arbeiten und sich in ihre Fälle verbeißen, gibt es bald keine ungeklärten Fälle mehr. Hoffe ich zumindest.

 

An der Story selbst habe ich diesmal ein bisschen Meckerfutter gefunden, denn so naiv, wie die Ermittler hier dargestellt werden, können sie doch gar nicht sein, wenn selbst ich sofort anhand der Spuren auf die richtige Fährte gekommen bin, und das um einiges schneller. Auch einige Wendungen habe ich eher als unglaubwürdig empfunden. Und, weil ich gerade beim Meckern bin, gibt’s noch eine dritte Kritik: beim Hörbuch wurden die Dopplungen leider nicht herausgeschnitten, das hat manchmal ein bisschen gestört. Das hätte nicht zu sein brauchen.

 

Sonst aber war dies wieder ein interessanter Kriminalfall, den Anne Moll bravourös eingelesen und mit ihrer Stimmenvielfalt viel Farbe in die Story gebracht hat.

 

Ich gebe daher 08/10 Punkte und kann das Hörbuch trotz allem empfehlen.

 

08-10

 

Bücher der Reihe:

 

1. Kalter Grund – beendet 16.07.2017 – 09/10 Punkte
2. Engelsgrube – beendet 07.08.2017 – 09/10 Punkte
3. Blaues Gift – beendet 22.09.2017 – 08/10 Punkte
4. Grablichter – beendet 14.10.2017 – 08/10 Punkte
5. Tödliche Mitgift
6. Ostseeblut
7. Düsterbruch
8. Ostseefluch
9. Ostseesühne
10. Ostseefeuer
11. Ostseetod
12. Ostseejagd

 

Grablichter (Pia Korittki 4) - Audible Studios,Eva Almstädt,Anne Moll 

 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/10/gehort-grablichter-eva-almstadt.html
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-10-11 19:49
QualityLand - Dunkle Edition | Marc-Uwe Kling
171011 Qualityland
Autor: Marc-Uwe KlingTitel: QualityLand (Dunkle Edition)Genre: Humor, DystopieVerlag: HörbucHHamburg HHV GmbH, [22.09.2017]Spieldauer: [506 Minuten], ungekürztSprecher: Marc-Uwe Kling, live!auch in folgenden Formaten erhältlich: eBook, HC sowie in der hellen EditionWhispersync for Voice verfügbargehört über die Audible-Appklick zu Amazon.deklick zu Audible.de

Inhaltsangabe (Audible):

Willkommen in QualityLand! In der Zukunft ist alles durch Algorithmen optimiert: QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt. Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen - denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: o.k.
Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit dem System etwas nicht stimmt. Warum gibt es Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?
Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet. Visionär, hintergründig - und so komisch wie die Känguru-Trilogie.
Die dunkle und helle Ausgabe unterscheiden sich durch Empfehlungen/Nachrichten/Werbung, die zwischen den Kapiteln eingefügt sind und jeweils ein anderes Weltbild zeichnen:
Hörer der dunklen Edition finden hier den Newsfeed der hellen Edition: qualityland.de/hell.
Hörer der hellen Edition finden hier den Newsfeed der dunklen Edition: qualityland.de/dunkel
Bitte beachten Sie, dass die Newsfeeds erst nach Veröffentlichung der beiden Editionen verfügbar sind.

©2017 Marc-Uwe Kling, Potsdam / Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg (P)2017 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg

Meine Meinung:

 

Humorvolle Gesellschaftssatire

 

Über das Cover brauchen wir, glaube ich nicht zu spekulieren, denn es ist schlicht einfach dunkel – bei der dunklen Edition – oder hell bei der hellen gehalten. Und darauf findet sich nicht viel mehr Aussagekräftiges als der Autor und der Titel. Die Idee der personalisierten Lektüre ist interessant und hat mich direkt angesprochen, und da Marc-Uwe sein Buch wieder selbst liest, war absolut klar, dass ich das Hörbuch haben musste.

 

Warum ich mich schlussendlich für die dunkle Edition entschieden habe, liegt daran, dass ich mich zuvor informiert habe und gern die Werbeeinblendungen der hellen Edition hören wollte. Die Story ist in beiden Büchern gleich. Zur dunklen Seite der Macht fühle ich mich allerdings nicht hingezogen. Inzwischen habe ich mir auch die beiden Seiten www.qualityland.de/hell und www.qualityland.de/dunkel zu Gemüte geführt und auch in den FAQs gestöbert auf www.marcuwekling.de/faq/. Frage Nr. 4 hat mich direkt wieder zum Lachen gebracht:

Frage: “Kommt das Känguru in dem Buch vor?” 
Antwort: “Ein Teil dieser Antwort würde die Bevölkerung verunsichern.”

Marc-Uwe ist hier wieder ein geniales Konzept gelungen. Humor, “das Netz”, eine Art Endzeit-Story und Gesellschaftskritik miteinander zu verbinden und zu einem witzig-düsteren Buch zu verarbeiten, verdient meinen uneingeschränkten Respekt. Ich, als Liebhaberin der Känguru-Chroniken (ich besitze alle Bücher in Hörbuch- und Printausgabe) habe mehrmals beim Fahren laut lachen müssen. Die Querverweise waren einfach zu köstlich.

 

Der Autor ist nicht nur “Kleinkünstler”, er beherrscht auch die Kunst der einfachen Worte und Fremdworte, Fachbegriffe und die Aneinanderreihung verschiedenster Adjektive. Auch dem Genitiv ist er gewogen. Kurz: Es ist ein Genuss, ihn selbst sein Buch lesen zu hören. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Und somit gebe ich die volle Punktzahl!

 

10-10

 

Bücher der Känguru-Trilogie:

 

  1. Die Känguru-Chroniken – rezensiert 16.01.2015 – 08/10 Punkte
  2. Das Känguru-Manifest – beendet 13.02.2015 – 09/10 Punkte
  3. Die Känguru-Offenbarung – beendet 25.02.2015 – 10/10 Punkte

 

- Qualityland. Hier: Dunkle Edition – gehört 11.10.2017 – 10/10 Punkte

 

QualityLand (Dunkle Edition) - HörbucHHamburg HHV GmbH,Marc-Uwe Kling,Marc-Uwe Kling 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/10/gehort-qualityland-marc-uwe-kling.html
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-10-05 19:22
Das Morden muss aufhören
Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch: Essays - Cem Özdemir,Aslı Erdoğan

Wie gut kennt ihr euch mit der aktuellen politischen Situation in der Türkei aus? Versteht ihr, was dort zurzeit passiert? Begreift ihr, warum der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf hervorragende Zustimmungswerte in der Bevölkerung blickt, obwohl ihm von westlichen Ländern der Status eines Diktators und menschenrechtsverletzende Politik vorgeworfen wird?
Ich habe die Nachrichten aus der Türkei stets aufmerksam verfolgt, habe versucht, zu erfassen, was in diesem Land am Bosporus geschieht. Ich habe die Bilder der Putschnacht vom 15. zum 16. Juli 2016 gesehen und den Prozess gegen Jan Böhmermann beobachtet. Ich erlebte, wie die Meinungsfreiheit mehr und mehr eingeschränkt wurde. Immer öfter trudeln Meldungen von verhafteten Deutschen ein, denen vorgeworfen wird, eine terroristische Vereinigung zu unterstützen. Sie sitzen heute in den gleichen Gefängnissen ein, in denen türkische Akademiker_innen, Journalist_innen und unbequeme Staatsangestellte inhaftiert sind. Ich setzte mich mit diesen Nachrichten auseinander – doch völlig verstanden habe ich sie nicht. Keine der Mitteilungen vermochte es, mir zu erklären, wieso sich die Türkei plötzlich in einen rückständigen Staat verwandelt und Niemand. Etwas. Dagegen. Unternimmt.

 

Dieser Eindruck täuscht. Es gibt sehr wohl zahllose Menschen, die sich gegen die Regierung Erdoğans auflehnen – wir kriegen das hier in Deutschland nur nicht ausreichend mit. Die Verhaftungen erscheinen uns willkürlich, dabei sind sie für den türkischen Präsidenten ein praktikables Mittel, seine politischen Kritiker_innen mundtot zu machen. Eine von ihnen ist die Schriftstellerin Aslı Erdoğan, die bis August 2016 für die kurdisch-türkische Zeitung Özgür Gündem arbeitete. Sie wurde verhaftet, weil ihr „Propaganda für eine illegale Organisation“, „Mitgliedschaft bei einer illegalen Organisation“ und „Volksverhetzung“ vorgeworfen wurde. Ihre Kolumnen und Essays sind hochpolitisch; sie spricht sich seit Jahren aktiv für die kurdische Minderheit in der Türkei aus und verarbeitet ihre Empfindungen literarisch. Ihr Schaffen ist preisgekrönt, doch da sie regierungskritisch ist, kann sie ihre Texte seit ihrer Verhaftung nicht mehr in der Türkei veröffentlichen. Stattdessen nahm sich der deutsche Verlag Knaus ihren Werken an. Im März 2017 erschien dort eine Sammlung ihrer Essays unter dem Titel „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“, angedickt mit einem Vorwort des türkischstämmigen Bundesvorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen Cem Özdemir.

 

Ich stolperte auf der Arbeit über dieses Buch. Einige von euch wissen mittlerweile, dass ich bei der größten deutschen überregionalen Tageszeitung mit den vier Buchstaben angestellt bin. Ja, genau die. In den Tiefen unseres Systems entdeckte ich einen Artikel, der die bald anstehende Veröffentlichung der Essay-Sammlung thematisierte und das Vorwort von Cem Özdemir abbildete. Ich las es und hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass mir dort jemand wirklich begreiflich machen konnte, warum sich die politische Situation in der Türkei in einer schwer aufzuhaltenden Abwärtsspirale befindet und wieso Präsident Erdoğan von der Mehrheit seines Volkes glühend verehrt wird, obwohl er aus deutscher Sicht ein Despot ist. Ich sah eine Möglichkeit, endlich Antworten auf all meine Fragen zu erhalten, den historischen Zusammenhang zu verstehen und darüber hinaus der Stimme einer Systemgegnerin zu lauschen. Der Knaus Verlag gehört zur Random House Gruppe, also bat ich um ein Rezensionsexemplar von „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ beim Bloggerportal von Random House. Meine Anfrage wurde angenommen.

 

Ihr könnt euch sicher denken, dass diese Rezension angesichts des Buches, das sie bespricht, meinen gewöhnlichen Richtlinien nicht folgen kann. Dieser Text wird keine Charakteranalysen enthalten, ich werde kein Wort über Worldbuilding oder Spannungsbögen verlieren. Tatsächlich weigere ich mich sogar, für diese Essay-Sammlung Sterne zu vergeben, weil das meiner Meinung nach nicht angemessen wäre. In dieser Rezension geht es um Politik und vermutlich wird es die schwierigste Besprechung, die ich jemals geschrieben habe. Ich werde nicht vollkommen objektiv bleiben können. Ich muss Stellung beziehen. Das hier wird unangenehm, schmerzhaft und bedrückend realitätsnah. Wer darauf keine Lust hat, sollte genau jetzt aufhören zu lesen. Wer hingegen einen ersten Schritt hin zu einem umfassenderen Verständnis der politischen Situation in der Türkei wagen möchte, sollte meinen Worten über Aslı Erdoğans Essays Aufmerksamkeit schenken.

 

Wie bereits erwähnt, beginnt „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ mit einem Vorwort von Cem Özdemir. Für mich war dieses Vorwort die Voraussetzung, das Buch überhaupt lesen und begreifen zu können. Özdemir rollt darin die politische Geschichte der Türkei auf und erklärt, in welchem Klima Aslı Erdoğan schreibt. Er beschreibt, wie Recep Tayyip Erdoğan 2003 erst Ministerpräsident und 2014 Präsident wurde, wie sich seine Politik über die Jahre veränderte, welche Rolle die Kurdenfrage für die Türkei spielt und wann sich der endgültige gesellschaftliche Bruch vollzog, dessen Folgen wir bis heute in den Nachrichten verfolgen können. Özdemir fasst sich kurz, er beschränkt sich auf Fakten und vermeidet Spekulationen, was ihn in meiner Achtung deutlich steigen ließ. Niemals verliert er Aslı Erdoğans Position innerhalb der türkischen Konflikte aus den Augen und stellt stets den Bezug zu ihren Texten her. Sein Vorwort ist eine perfekte Vorbereitung auf die Lektüre ihrer Essays.

 

Nichtsdestotrotz sollten sich Einsteiger_innen in die Thematik – so wie ich es war – darauf einstellen, dass zusätzlicher Rechercheaufwand notwendig ist. Cem Özdemir bezieht sich auf Ereignisse der jüngeren Vergangenheit, die mehr oder weniger an mir vorbeigegangen sind. Seine Erläuterungen zu den Protesten im Gezi-Park 2013 waren mir beispielsweise zu knapp, sodass ich Google und Wikipedia zu Rate zog. Dadurch erkannte ich schnell, dass die Geschichte der Türkei seit dem Zerfall des Osmanischen Reiches kompliziert und komplex ist. Ich war verblüfft, wie viele Querverweise so ein unschuldig daherkommender Wikipedia-Artikel enthalten kann. Ich begann zu ahnen, dass ich im Verlauf der Lektüre einiges würde nachschlagen müssen. Ich entschied, trotzdem mit den Essays von Aslı Erdoğan anzufangen, weil ich nicht auf blauen Dunst hin, sondern gezielt recherchieren wollte.

 

„Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ enthält 29 Texte der verfolgten Autorin, die sich in Länge, Intensität und Metaphorik stark unterscheiden, thematisch jedoch stets um die reale Ungerechtigkeit der türkischen Politik kreisen. Einige Essays umfassen über 10 Seiten, andere wiederum nur zwei bis drei Seiten. Einige sind leicht zu deuten, andere bieten gewaltigen Interpretationsspielraum. Sie alle vermitteln brutal ehrliche Emotionen, die von Wut, Trauer, Schmerz, Zynismus und Resignation bis hin zu Hoffnung und eisernem Kampfeswillen rangieren. Ich bilde mir nicht ein, jeden Text gänzlich verstanden zu haben, doch Erdoğans unnachahmliche Fähigkeit, ihre Gefühle kristallklar, nachvollziehbar und eindringlich in Worte zu fassen, berührte mich zutiefst. Dieses Buch hat die Grundfesten meiner Seele erschüttert. Es beschäftigte mich bis in meine Träume. Es fällt mir schwer, zu beschreiben, was während der Lektüre mit mir geschehen ist, weil Aslı Erdoğan jegliche natürliche Distanz zwischen Schriftsteller_in und Leser_in niederreißt und mich uneingeschränkt empfinden ließ, was sie selbst empfindet. Poetische Metaphern und schonungslose Direktheit zeichnen gemeinsam das Bild einer Frau, die um ihr geliebtes Land trauert, die sich mutig Leid und Unrecht entgegenstellt und sich weigert, zu schweigen, obwohl ihre selbstverständliche Verpflichtung zur Wahrheit, zur Gerechtigkeit und zum Frieden ihr Leben bedroht. Aslı Erdoğan ist ein Vorbild, weil sie mit Leib und Seele für ihre Überzeugungen kämpft. Sie ist eine Inspiration, da sie aufsteht, sich Gehör verschafft und die Konfrontation sucht, obwohl auch sie strauchelt und den Glauben an die Hoffnung zu verlieren droht. Angesichts der schier übermächtigen Ungerechtigkeit in der Türkei ist das kein Wunder und nur allzu menschlich.

 

Ich hatte keine Ahnung, wie prekär die Lage in der Türkei seit Jahrzehnten ist und wie sehr Teile der Bevölkerung unter der repressiven Politik leiden. Das Land ist tief gespalten, es herrscht Chaos auf jeder Ebene und das Volk kommt einfach nicht zur Ruhe. Ich kann mir nicht vorstellen, in dieser permanenten Atmosphäre von Gewalt, Willkür und Unterdrückung zu leben. Rassismus, Nationalismus und Ignoranz prägen den Alltag. Erdoğan bemüht häufig den Vergleich zu Nazi-Deutschland, um die Situation zu beschreiben und erreichte mich somit auf einer Basis, die ich problemlos verstehen konnte. Die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Die systematische Drangsalierung der Kurden, das Leugnen des Völkermords an den Armeniern, all der Hass und die „Für uns oder gegen uns“ – Philosophie der Regierung wecken durchaus düstere Erinnerungen. Ich frage mich, ob Präsident Erdoğan deshalb immer wieder Nazi-Vergleiche im Zusammenhang mit seinen (deutschen) Kritikern nutzt. Handelt es sich um eine Überkompensation? Ist ihm auf irgendeiner Ebene bewusst, dass die Methoden seiner Regierung Hitlers Methoden gar nicht so unähnlich sind?

 

Warum die Kurden in der Türkei mit aller Gewalt unterdrückt werden, musste ich nachschlagen. Ich möchte nicht behaupten, dass ich die Gesamtheit des Konflikts nun überblicken kann, doch zumindest habe ich begriffen, dass dieser historisch im Wunsch der Kurden nach Autonomie bedingt ist. Die Angst vor einer Abspaltung des kurdischen Volkes führte zu grausamen, blutigen Auseinandersetzungen, für die es nur ein einziges passendes Wort gibt: Krieg. Die Gräuel, die ihnen angetan wurden, sind unbeschreiblich. Ich kann nachvollziehen, dass lebendig verbrannte Kinder, Massenmorde und skrupellose Überfalle auf wehrlose Siedlungen einige Kurden dazu motivierten, die PKK zu gründen, die selbst hier in Deutschland als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Ich verurteile ihren gewalttätigen Widerstand zutiefst, das möchte ich ganz klar betonen, doch ich verstehe, warum ihr Zorn alle Mittel zu rechtfertigen scheint.
Ich bin nicht sicher, inwieweit Aslı Erdoğan mit der PKK sympathisiert. Als Fürsprecherin der Kurden stimmt sie mit einem Teil ihrer Ziele vermutlich überein, aber ob sie auch ihre Methoden unterstützt, konnte ich aus ihren Essays nicht herauslesen. Meist wirkte es, als sei sie grundsätzlich pazifistisch eingestellt, als lehne sie den Teufelskreis der Gewalt ab und bevorzuge den unblutigen, friedlichen Widerstand, wie er beispielsweise von den Samstagsmüttern verkörpert wird, denen Erdoğan einen gesamten Text widmet. Nichtsdestotrotz hatte ich das Gefühl, dass sie, von Wut und Trauer überwältigt, hin und wieder mit dem Terrorismus der PKK kokettiert. Ich kann diesen Eindruck nicht konkret belegen, er ist eine rein intuitive Vermutung. Ich kann mir vorstellen, dass sie in der Tiefe der Nacht und ihrer Verzweiflung manchmal glaubt, dass Gewalt die einzige Sprache ist, die die türkische Regierung versteht. Doch graut der Morgen, wird sie erneut von Rationalität und Pazifismus gelenkt. Ich kann ihr diese seltenen Momente der zornigen Schwäche nicht übelnehmen, denn ich glaube nicht, dass sie sich jemals der PKK anschließen würde.

 

Der osmanische Genozid an den Armeniern ist ein weiteres Thema in Aslı Erdoğans Essays, das ich recherchieren musste. Vielleicht erinnert ihr euch, dass im Juni 2016 im Deutschen Bundestag die Armenien-Resolution verabschiedet wurde, woraufhin sich die Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei drastisch verschlechterte. Das liegt daran, dass Deutschland mit dieser Resolution das Leid, das dem armenischen Volk im Ersten Weltkrieg angetan wurde, erstmals als Völkermord im Sinne der UN-Konvention von 1948 anerkannte, während die Türkei ihre Schuld bis heute leugnet. Als ich den Wikipedia-Artikel zu dem Genozid las, war ich entsetzt, dass offenbar alle Länder darüber diskutieren müssen/mussten, ob es sich um einen Völkermord handelte oder nicht, obwohl dieser hervorragend dokumentiert ist. Ich weiß nicht, was es da zu diskutieren gibt. Für Aslı Erdoğan ist die Weigerung ihres Landes, die Verantwortlichkeit für das hunderttausendfache, wenn nicht gar millionenfache (die Zahlen variieren) Morden zu akzeptieren, eine Beleidigung der Opfer, eine Herabsetzung ihres Leids und ihrer Verluste. Sie ruft unmissverständlich dazu auf, das Leugnen zu beenden, sich der Vergangenheit zu stellen und die Wahrheit zu verbreiten. Sie erfasst die Emotionen der Opfer sensibel und beschreibt eingängig, wie schwierig und vielschichtig das aktuelle Verhältnis zwischen dem türkischen und dem armenischen Volk ist.

 

Wenig überraschend behandelt Aslı Erdoğan darüber hinaus eine Thematik, die sie ganz persönlich betrifft: die Rolle der Frau in der türkischen Gesellschaft. Es ist kein Geheimnis, dass Frauen in der türkischen Politik katastrophal unterrepräsentiert sind und Gewalt gegen Frauen durch zunehmend konservative Strömungen eine traurige Renaissance erlebt. Erdoğan reflektiert die lächerlich paradoxe Einstellung, die die Frau einerseits als „heiliges Gefäß des Lebens“ betrachtet und andererseits ihren Wert als Mensch, als Persönlichkeit aberkennt. Sie prangert die vollkommende Reduktion auf die „biologische Funktion“ an und kritisiert die pure Heuchelei von Solidaritätsbekundungen am internationalen Frauenkampftag. In ihren Metaphern spielen Frauen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Sie wird nicht müde, das Leid zahlloser Mütter zu betonen, die ihre Kinder in sinnlosen Akten der Gewalt verloren und oft nicht einmal wissen, was mit ihnen geschehen ist. Sie sieht Frauen schweigend protestieren, sieht Frauen, die sich mutig die Hände reichen und vereint gegen Grausamkeit und Unrecht kämpfen, Frauen wie die 28-jährige Studentin Kader Ortakaya, die 2014 für ihren Versuch, sich dem kurdischen Widerstand gegen den IS in Syrien anzuschließen, erschossen wurde. Sie schaut den Menschen – nicht nur Frauen – offenen Herzens ins Gesicht und sieht, wie wenig nötig ist, um sie zu verbinden. Ein Blick, ein Wort, eine Hand, die eine Brücke bildet – Frieden ist eine menschliche Fantasie und solange sie in unseren Köpfen existiert, kann sie Realität werden. Es liegt in unserer Macht. Es gibt Hoffnung. Ich könnte in Tränen ausbrechen, während ich diese Worte tippe.

 

Aslı Erdoğan ist eine herausragende Autorin. Sie ist eine Autorin ohne Furcht vor Emotionen, ohne Angst vor dem weißen, leeren Blatt und ohne Skrupel, genau das niederzuschreiben, was sie in ihrem Inneren bewegt. Ich bin ihr zutiefst dankbar, dass sie mich auf eine Reise in das Herz einer türkischen Seele einlud und in mir Verständnis und Erkenntnis erblühen ließ. Die Lektüre von „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ war sowohl intellektuell als auch emotional extrem anstrengend. Ich denke, ich habe das Buch eigentlich nicht gelesen, ich habe es durchgearbeitet. Ich habe mich bemüht, jedes Essay separat und im Kontext der Sammlung zu betrachten und so viel wie möglich aus ihnen mitzunehmen. Das Ergebnis war den Aufwand wert. Wer wirklich etwas über die türkische Realpolitik der Moderne lernen möchte, kann sich Aslı Erdoğan zweifellos anvertrauen, trotz des erheblichen Rechercheumfangs, den dieses Vorhaben bedeutet. Ich habe während der Lektüre ständig Fakten nachschlagen müssen, deren Kenntnis Erdoğan voraussetzt. Es hat mir nicht das Geringste ausgemacht. Politik besteht aus mehr als Zahlen und Daten. Politik hat, so schwer es zu glauben sein mag, immer eine menschliche Ebene, die wir normalerweise ausblenden, wegschieben und nicht an uns heranlassen (zumindest, wenn es um die Politik anderer Länder geht). Aslı Erdoğan zerrt diese menschliche, greifbare Ebene ins grelle Licht, weshalb ihre Essay-Sammlung äußerst schmerzhaft, unangenehm und aufwühlend ist. Ihren Worten kann sich meiner Meinung nach niemand verschließen. Niemand kann die Schultern zucken, wenn sie von Folter, Mord, Unrecht und Krieg schreibt und behaupten, das ginge ihn/sie nichts an.

 

Müsste ich ein Fazit zu „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ formulieren, so wäre es dieses: so geht es nicht weiter. Wir dürfen Präsident Recep Tayyip Erdoğan nicht gewähren lassen. Wir dürfen nicht stillschweigend hinnehmen, wie viel Elend seine Regierung anrichtet. Ich weiß, dass das türkische Volk stolz ist und ich vermute, dass sie ihren politischen Führer für das Gefühl der Stärke, welches er ihnen vermittelt, verehren. Aber nicht auf dem Rücken von tausenden Toten. Der Preis ist zu hoch. Das gilt selbstverständlich auch für die PKK und alle anderen Vereinigungen, die Gewalt als adäquates Mittel betrachten, um ihre Ziele durchzusetzen. Das Morden muss aufhören. Der Teufelskreis muss durchbrochen werden. Frieden kann nicht auf einem blutgetränkten Boden errichtet werden. Ich wünschte, die deutsche Regierung würde aufhören, die Lage zu beschönigen und zu verschleiern. Ich wünschte, wir würden uns nicht von Präsident Erdoğan mit der Androhung einer weiteren unkontrollierten Flüchtlingswelle erpressen lassen. Menschenrechtsverletzungen müssen publik gemacht und scharf verurteilt werden, vollkommen egal, wo auf der Welt sie stattfinden und wer dafür verantwortlich ist. Wir dürfen nicht schweigen, nur weil es uns politisch in den Kram passt. Aslı Erdoğan schweigt schließlich auch nicht. Sie sollte uns allen ein Vorbild sein.

 

Diese Rezension war harte Arbeit. Ich hoffe, ihr versteht, warum ich gern auf eine Sternevergabe verzichtet hätte. Falls euch meine Worte roh und ungeschliffen erscheinen, so ist das Absicht. Ich habe davon abgesehen, meinen Text Korrektur zu lesen. Es war mir wichtig, euch meine Emotionen ungefiltert, unpoliert zu vermitteln. Ich nehme mir ein Beispiel an Aslı Erdoğan.
Ich werde in der näheren Zukunft nicht in die Türkei reisen, obwohl ich überzeugt bin, dass es wunderschönes, faszinierendes Land ist. Nicht nur, weil ich es moralisch-politisch nicht vertreten kann, sondern auch, weil ich befürchte, damit meine Freiheit aufs Spiel zu setzen. Wer weiß schon, ob eine positive Rezension zu Aslı Erdoğans „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ heutzutage nicht bereits ausreicht, um in einem türkischen Gefängnis zu landen.

 

Vielen Dank an den Knaus Verlag und das Bloggerportal von Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/10/04/asli-erdogan-nicht-einmal-das-schweigen-gehoert-uns-noch
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-09-28 19:50
SOG - Huldar & Freyja (2) | Yrsa Sigurðardóttir
170928 SOG
Autorin: Yrsa SigurðardóttirTitel: SOGReiche: Huldar & Freyja (2)Genre: PsychothrillerVerlag: Der Hörverlag, [15.09.2017][724 Minuten] ungekürztSprecher: Dietmar Wunderauch als eBook und HC verfügbargehört über die Audible-Appklick zu Amazon.deklick zu Audible.de

Inhaltsangabe (Audible);

Hinter allem Bösen schreitet die Rache.
Kommissar Huldar hatte keinen guten Start bei seiner Zusammenarbeit mit der Kinderpsychologin Freyja. Dennoch zieht er sie bei den aktuellen Ermittlungen wieder zurate: In Reykjavik wird nach zehn Jahren eine in einen Grundstein eingemauerte Zeitkapsel mit Briefen von damaligen Schülern gehoben. Unter den Briefen findet sich auch eine Nachricht, die akribisch die Initialen zukünftiger Mordopfer auflistet. Als kurz darauf zwei Hände gefunden werden, die ihren Besitzern bei lebendigem Leib abgetrennt wurden, ist klar, dass diese Nachricht aus der Zeitkapsel tödlich ernst zu nehmen ist...
Gelesen von Dietmar Wunder, u. a. die Synchronstimme von James Bond-Darsteller Daniel Craig.

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

©2017 btb Verlag. Übersetzung von Tina Flecken (P)2017 der Hörverlag

Meine Meinung:

 

süchtig machend, unsagbar spannend, grausig

 

Das Cover hat was. So ganz genau kann ich gar nicht sagen, was man darauf sieht ;) - Ich würde meinen, es handelt sich um zerknittertes Papier mit einem Loch in der Mitte und dem Buchtitel in flammendem Rot in diesem. Was sonst könnte es darstellen? Scherben? Zersplitterndes Eis wohl kaum. – Das Cover war jedenfalls nicht der Auslöser für meinen Kauf, sondern weil dies das zweite Buch in der Reihe um Huldar und Freyja ist. Schon der erste Band hat mir unheimlich gut gefallen, und so war ich auf den Folgeband mehr als neugierig.

 

Wie in der Inhaltsangabe schon erwähnt, beginnt der Roman nach einem kurzen Blick in die Vergangenheit mit einer ausgebuddelten Zeitkapsel. Huldar nimmt die dort angedrohten Morde sehr ernst und versucht, den Autor des Briefes in Erfahrung zu bringen. Während die Ermittlungen laufen, werden nicht nur die oben erwähnten abgetrennten Hände, sondern auch weitere Tote gefunden. Die Situation spitzt sich zu, und noch immer ist völlig unklar, wer dahinter steckt. Mehrere Personen werden befragt, und doch drehen sich alle im Kreis.

 

Auch die Situation zwischen Huldar und Freyja spitzt sich zu. Ich bin wirklich gespannt, ob es Huldar in den folgenden Bänden gelingt, zu Freyja durchzudringen. Sie ist eine toughe Frau mit ehernen Prinzipien. Sein Fauxpas bei ihrem ersten Treffen scheint sie ihm nie zu verzeihen.

 

Mehrere Handlungsstränge gipfeln voller Spannung in einigen Morden und führen uns letztendlich zu dem Täter. Das Motiv ist mir jedoch noch immer nicht ganz klar. Wahrscheinlich ist dies auch sehr schwer zu begreifen, denn Psychopaten folgen anderen Regeln. Wie gerade dieser Täter so brutal sein kann und in Kauf nimmt, was er letzten Endes tut, bleibt mir unbegreiflich. Ich gebe zu, ich hatte auf jemand anderen getippt.

 

Dietmar Wunder ist natürlich ein super Sprecher und passt gut zu einem isländischen Psychothriller, zumal auch er die isländischen Namen richtig auszusprechen scheint, ohne sich die Zunge zu verknoten. Ich frage mich nur, warum nach dem ersten Band der Sprecher gewechselt wurde. Auch Mark Waschke, der Sprecher vom ersten Band, hat mir sehr gut gefallen.

 

Nun muss ich also wieder einige Zeit auf den Folgeband warten. Zum Glück gibt es noch weitere Reihen, die ich noch längst nicht bis zum Ende gehört habe und die mich weiterhin vor Spannung um den Schlaf bringen können ;)

 

Ich gebe 09/10 Punkte.

 

09-10

 

Bücher der Reihe Dóra Guðmundsdóttir:

 

  1. Das letzte Ritual – rezensiert am 26.12.2012 – 07/10 Punkte
  2. Das gefrorene Licht – beendet 28.11.2014 – 07/10 Punkte
  3. Das glühende Grab – beendet 11.08.2015 – 06/10 Punkte
  4. Die eisblaue Spur – beendet 07.06.2016 – 07/10 Punkte
  5. Feuernacht – beendet 11.05.2017 – 07/10 Punkte
  6. Todesschiff – beendet 21.08.2017 – 08/10 Punkte

 

Bücher der Reihe Huldar & Freyja:

 

  1. DNA – beendet 14.09.2017 – 10/10 Punkte
  2. SOG – beendet 28.09.2017 – 09/10 Punkte


- Geisterfjord – rezensiert 05.05.2012 – 09/10 Punkte

 

SOG (Huldar & Freyja 2) - Der Hörverlag,Yrsa Sigurdardóttir,Frank Bruder,Dietmar Wunder 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/09/gehort-sog-yrsa-sigurardottir.html
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-09-22 18:12
Blaues Gift - Pia Korittki (3) | Eva Almstädt
170922 Korittki3
Autorin: Eva AlmstädtTitel: Blaues GiftReihe: Pia Korittki (3)Genre: Norddeutscher KrimiVerlag: Audible GmbH, [09.10.2014]Spieldauer: [496 Minuten], ungekürztSprecherin: Anne Mollauch im eBook, HC und TB-Format erhältlichWhispersync for Voice verfügbar gehört: über die Audible-Appklick zu Amazon.deklick zu Audible.de

Inhaltsangabe (Audible):

Eine Leiche am Ostseestrand gibt der Lübecker Polizei Rätsel auf, denn die Todesursache ist Aconitin, ein seltenes Gift. Zur gleichen Zeit wirbelt das Verschwinden ihrer Schwägerin Kommissarin Pia Korittkis Privatleben durcheinander. Als ein weiterer Mordanschlag mit Aconitin verübt wird, führt die Spur zu einem lange verdrängten Familiengeheimnis - und zu einem alten, ungesühnten Verbrechen...

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

©2007 Bastei Lübbe AG (P)2014 Audible GmbH

Meine Meinung:

 

spannend, erschreckend, abrupt

 

Auf dem Cover sieht man einen einsamen Strandkorb am Ostseestrand, was dem Leser/Hörer offenbar eine Vorstellung vom Fundort der Leiche vermitteln soll. Der dunkle Himmel sorgt für eine düstere Stimmung. – Aber das Cover war nicht Grund für meinen Kauf, sondern der 3. Fall von Pia Korittki.

 

Zunächst wird ein Toter am Ostseestrand gefunden, mit einer eher seltenen Todesursache, nämlich dem Pflanzengift Aconitin, welches lt. Wikipedia eines der stärksten Pflanzengifte ist und sogar die Wirkung von Strychnin übertrifft. Und auf der anderen Seite verschwindet Pias Schwägerin einfach spurlos. Eigentlich hat die Kommissarin Urlaub und wollte ihre Wohnung renovieren, doch daraus wird nichts, denn sie übernimmt vorübergehend die Aufgabe, ihre Nichte vom Kindergarten abzuholen. Nebenbei lässt sie ihr Job natürlich nicht los, sie lernt einen Mann kennen, und als sich alles irgendwie zusammenfügt, muss sie das erste Mal im Dienst auf einen Menschen schießen.

 

Die einzelnen Handlungsstränge sind gut miteinander verwoben, der Spannungspegel ausbalanciert, die meisten Charaktere entsprechend ausgearbeitet. Lange Zeit ist nicht klar, wer der Täter ist, aber am Ende hatte ich das Gefühl, überhastet durch die Aufklärungen gehetzt zu werden, die ich persönlich so nicht wirklich ganz nachvollziehen konnte. Habe ich etwas überhört? Oder wo hatte der Täter das Pflanzengift her? Auch die Sache mit dem Fleck auf dem Kleid gibt mir weiterhin Rätsel auf. Die Reaktion war nicht normal.

 

Aber mir hat das Buch wirklich richtig gut gefallen, und ich bin schon auf den vierten Band gespannt, den ich mir wieder im Doppelpack für Whispersync for Voice gekauft habe.

 

Anne Moll ist eine hervorragende Sprecherin, die verschiedenste Stimmungen widergeben kann. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Sprecherwahl.

 

Ich gebe 08/10 Punkte.

 

08-10

 

Bücher der Reihe:

 

1. Kalter Grund – beendet 16.07.2017 – 09/10 Punkte
2. Engelsgrube – beendet 07.08.2017 – 09/10 Punkte
3. Blaues Gift – beendet 22.09.2017 – 08/10 Punkte
4. Grablichter
5. Tödliche Mitgift
6. Ostseeblut
7. Düsterbruch
8. Ostseefluch
9. Ostseesühne
10. Ostseefeuer
11. Ostseetod
12. Ostseejagd

 

Blaues Gift (Pia Korittki 3) - Audible GmbH,Eva Almstädt,Anne Moll 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/09/gehort-blaues-gift-eva-almstadt.html
More posts
Your Dashboard view:
Need help?