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review 2017-09-11 17:56
Rezension | Walter Moers: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr: Roman - Lydia Rode,Walter Moers
Diese Rezension ist lang. Und nicht positiv. (Ja, nur ein Stern.) Sie enthält Hinweise auf die Handlung. Wer das Buch völlig blind lesen will, sollte nach der Lektüre diese Rezension lesen. 
 
Das Buch las ich in einem Rutsch durch, allerdings nicht, weil es so toll war, sondern weil ich wusste: Wenn ich jetzt aufhöre, dann lese ich es niemals fertig. 
 
Schauen wir uns die Katastrophe Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr mal genau an:
 
Wenn man dieses Buch und diese Rezension verstehen möchte, ist es wichtig, den Hintergrund zu kennen:
 
Walter Moers kam in Kontakt mit einer jungen Frau aus Berlin namens Lydia Rhode. Sie leidet an der Krankheit CES (Chronische Erschöpfungssyndrom) oder Chronisches Müdigkeitssyndrom (englisch: chronic fatigue Syndrome (CFS)), auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME). (Danke Wikipedia!) Ich werde nicht zu viel dazu erklären, doch es lohnt sich, danach zu googeln. Dies ist eine Krankheit, die man nicht einmal seinem schlimmsten Feind wünscht. Symptome sind unter anderem: Ständige völlige Erschöpfung, Schmerzen, Übelkeit und Schlaflosigkeit. Moers entschied mit Lydia Rhode zusammen zu arbeiten. Er verfasst den Text, sie würde die Illustrationen übernehmen. Das Ganze war ursprünglich als Kurzgeschichte geplant und hier liegt das größte Problem:
 
Als Kurzgeschichte in Form einer Zusammenarbeit zwischen Walter Moers und Lydia Rhode hätte die Geschichte wunderbar funktioniert. Moers Art mit Worten zu spielen, seine Ideen und Vorstellungskraft sind bestens dazu geeignet sich einem Thema wie CES zu nähern. Lydia Rhode, die an dieser Krankheit leidet, kann durch ihn andere Menschen an ihrem Schicksal teilhaben lassen und sich selbst durch ihre Illustrationen Gehör verschaffen. Als Kurzgeschichte, die auf CES Aufmerksam machen will, wäre diese Idee genial gewesen.
 
Also was läuft falsch?
 
Für mich gibt es zwei große Punkte, an denen alles hängt. 
 
 
1. Die Handlung trägt keinen Roman.
 
 
Das Problem zeigt sich bereits in den ersten Kapiteln. Wir lernen Dylia kennen, die an etwas leidet, dass alle nur „die Krankheit“ nennen. Dazu gehört eine extreme Form von Schlaflosigkeit, die Dylia dazu bringt Nacht für Nacht durch ihr Schloss zu tapern und sich irgendwie zu beschäftigen. Unter anderem rezitiert sie die Namen ihrer liebsten Mondkrater in alphabetischer Reihenfolge. (Das nimmt fast eine ganze Seite in Anspruch.) Ein weiterer Zeitvertreib ist das Sammeln von „Pfauenwörter.“ Dies sind ungewöhnliche Wörter aus allen möglichen Sprachen, die schwer in alltägliche Sätze einzufügen sind, weswegen sich Dylia jeden Tag eine Liste mit solchen Wörtern erstellt mit der Aufgabe bis zum Ende des Tages jedes Wort mindestens einmal zu benutzen. Es folgen ein paar Gedanken zu ihrem Zustand und, in fiktiver Form, zu ihrer Krankheit, welche, wie der Leser weiß, CFS ist.
 
Manche der Ideen sind clever und liebenswert. Die Pfauenwörter sind interessant und die späteren Versuche sie einzubauen sind amüsant. Ungefähr die ersten zwei Male. (Es gibt 12 davon, und manche werden mehrfach genutzt...) Dylia stellt sich ihre Symptome, wie zum Beispiel Übelkeit und Schmerzen als Besuche von ungeliebten Verwandten vor, die man gerne loswerden möchte, aber man muss sie eben erdulden. Immerhin ist es die Verwandtschaft und man mag nicht unhöflich sein. Es ist ein warmherziger Humor, aber auch eine große Stärke in diesem Bild; es zeigt die Geduld, mit der jemand, der eine solch lähmende Krankheit hat, mit seinen Symptomen umgeht. Moers Ideen funktionieren an dieser Stelle perfekt, so, wie man es von ihm gewohnt ist. Aber das ist leider nur ein kleiner Teil der ersten Seiten.
 
Denn Dylia ist in ihrer Schlaflosigkeit und in ihrer Krankheit entweder gelangweilt oder von den Symptomen zu gelähmt, um etwas zu tun. Was passiert, wenn man einer Figur folgt, der permanent langweilig ist? Es ist langweilig! Jemandem dabei zuzusehen wie er sich langweilt ist langweilig. Bis derjenige sich interessante und witzige Dinge einfallen lässt, damit ihm nicht mehr langweilig ist. Aber das passiert hier nicht: Ja, Dylia lässt sich Dinge einfallen, aber eben Dinge wie die Auflistung von Mondkratern oder das Erfinden von irgendwelchen Dingen und Farben. Man merkt trotzdem eines: Dylia langweilt sich zu Tode, ergo sehe ich jemanden, der sich langweilt. 
 
Ich könnte hier schreiben, dass ich, wenn ich mich langweile, anfangen mir Hunderassen vorzustellen und mir für jede Rasse zu überlegen, welche Namen solche Hunde haben könnten. Das könnte eine nette Idee sein, heißt aber nicht, dass ich in allen Details jede einzelne existierende Hunderasse hier auflisten muss, zu jedem den Namen schreiben und dann noch die Erklärung dazu, warum es diesen Namen gibt. Spätestens nach zwanzig Hunden ist die nette Grundidee verpufft und man blättert weiter, um diese Liste nicht komplett lesen zu müssen.
 
Auch hat jemand, der durch schwere Krankheit ans Bett gefesselt ist, ohne Frage einen schweren Kampf auszufechten. Trotzdem ist es nicht sehr spannend jemanden stundenlang dabei zu beobachten, wie er im Bett liegt. Wenn man in einem Krankenhaus eine Kamera installiert, sieht man, dass der Mensch krank ist, sieht ihn vielleicht leiden, weiß, dass er eine Schlacht schlägt … aber trotzdem schaut sich niemand zwei Stunden lang eine Kameraaufzeichnung an, in der jemand einfach nur (krank) im Bett liegt und ab und zu Wörter oder Farben auflistet. 
 
Und das geht so für fast 60 Seiten. 60 Seiten, auf denen man im Prinzip eben nur jemandem dabei zusieht, wie er sich langweilt oder krank im Bett liegt. Da sind ein paar gute Einfälle, ja, aber die tragen keine 60 Seiten. 
 
Dann erscheint endlich der titelgebende Nachtmahr: Havarius Opal. 
 
Jetzt fängt die Geschichte an! Richtig? Richtig …? (Bitte! Bittebittebittebitte!) 
 
 
Ich wünschte ... 
 
 
Also: Havarius Opal, der Nachtmahr, stellt sich vor und erklärt Dylia, dass er nun ihr persönlicher Nachtmahr ist und sie nie mehr verlassen wird, bis sie sich umbringt. Was eine ziemlich düstere Ausgangssituation ist, die eigentlich eine Menge verspricht. (Ja, vergesst das. Das Potential erstickt schneller als die Würmer in 'Evolution'.) 
 
Dylia ist fest entschlossen ihrem Schicksal zu entgehen. Der Nachtmahr nimmt sie mit auf eine Reise zum dunklen Herz der Nacht, eine Reise, in ihr eigenes Gehirn. 
 
Warum suchen sie das dunkle Herz der Nacht? Ich habe keine Ahnung. Es muss irgend einen wichtigen Grund geben, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. 
 
Opal und Dylia machen sich auf den Weg durch Dylias Gehirn. Diese Idee ist bei Walter Moers nichts Neues; er nutzte sie bereits in anderen seiner Geschichten. Dort sind es kurze Kapitel oder kurze Teile der Geschichte, da die Idee zwar interessant ist und etwas aus sich machen lässt, aber sie hat ihre Grenzen. Grenzen, die man hier nur all zu deutlich spürt. 
 
Es funktioniert nicht als Idee für einen ganzen Roman . Erstens weil die Idee für Moers Leser schon zu bekannt ist, zweitens, weil man dem Text deutlich anmerkt, dass die Ideen und Vergleiche an sich nicht genug hergeben.
 
Ich muss etwas korrigieren: Die Idee würde funktionieren, wenn es mehr Handlung gäbe. Die Handlung hier ist aber: Wir laufen durch. Jawohl. Das ist es. Wir laufen durchs Gehirn. Und Moers macht den größten Fehler, den er in meinen Augen machen konnte: Er fängt an seine Ideen und Bilder zu erklären. 
 
Solche Bilder funktionieren,  weil sie ein Bild durch ein anderes ersetzen. Man redet von etwas und meint eigentlich etwas anderes. Das Bild muss clever sein, damit jeder versteht, was eigentlich gemeint ist. Und wenn ein guter Autor, wie Moers eigentlich einer ist, damit arbeitet, dann schafft er es Bilder zu erfinden, die der Leser begreift. Doch weil dies nun einmal keine Kurzgeschichte ist, sondern ein Roman mit über 300 großformatigen Seiten, lässt er seine Bilder nicht für sich alleine sprechen: Er erklärt sie. Er erklärt jedes kleinste Detail. 
 
Die Figuren stoßen auf einen cleveren Einfall: Lieber Leser, lass mich dir genau erklären, was du hier siehst, wie mein Bild funktioniert und dann lass die Figuren noch ein paar Seiten lang darüber reden. 
 
Oh, die Protagonisten geraten in Gefahr? Nun, lass uns erst mal erklären, was hier nun genau passiert und dann lass die Figuren darüber reden. Wir bannen dann mal kurz die Gefahr, damit wir erklären können, wie genau die Gefahr gebannt wurde und damit die Figuren darüber reden können.
 
Diese Reise durch Dylias Gehirn ist so spannend wie eine Bedienungsanleitung. 
 
Das sind ein paar gute Ideen, wie zum Beispiel die Seitenhiebe auf Bürokratie und Beamten, aber es fühlt sich an, als läge man in einem wachkomaartigen Halbschlaf, und dann und wann piekst einer dich mit einer Nadel, was dich kurz aufschrecken lässt, nur um dich zurück in die Lethargie fallen zu lassen. 
 
Jeder Punkt in der Handlung, der auch nur einen Hauch von Spannung verspricht, wird komplett ruiniert durch die endlosen Erklärungen und das endlose Gelaber der Figuren. Jede Idee, jedes Wortspiel wird durchgekaut wie Kaugummi, lang gezogen, von allen Seiten betrachtet und noch mal durchgekaut. 
 
Zum Ende dieses Buches war ich nah dran einzuschlafen. Ich wollte dieses Buch so gerne zuschlagen und an die Wand pfeffern. Es war geradezu hypnotisierend einschläfernd. Ich war nicht mal mehr daran interessiert, wie die Geschichte ausgeht. Alles was ich wollte war, dass das Elend ein Ende hat! 
 
Das Ende übrigens, - abgesehen davon, dass sie das dunkle Herz der Nacht nur kurz ansehen und dann wieder gehen …. (*bitte frustrierten Schrei hier einsetzen*) - soll einen Twist beinhalten und wohl auch berührend sein. Glaube ich. Denn ich wollte nur noch, dass die Figuren endlich die Klappe halten. Es hat mich nicht mehr im Mindesten interessiert was mit den Figuren passiert. (Und die angebliche Liebesgeschichte, wie sie auf dem Umschlag angekündigt wird, erschließt sich mir nicht. Aber vermutlich war ich nach dem Lesen einfach vor Langeweile zu benebelt, um das zu kapieren. ) 
 
So viel zum Inhalt und zur Handlung. 
 
Aber das Schlimmste, das absolut Schlimmste an diesem ganzen Buch und der Hauptgrund Nummer 2 warum ich nach der Lektüre wirklich angepisst war. Nicht verärgert, sondern richtig sickig? 
 
 
2. Es ist kein Zamonien - Roman. 
 
 
Ich verstehe die grundlegende Idee und ich mag sie. Ehrlich. Walter Moers Einfallsreichtum, sein Gefühl für Bilder und Worte dazu zu nutzen um auf eine noch fast gänzlich unbekannte und bis dato unheilbare Krankheit aufmerksam zu machen ist eine großartige Sache. Jemand, der an etwas wie CES leidet eine Plattform zu bieten, Menschen wie Lydia Rhode eine Stimme zu geben; ihr einen Weg zu ermöglichen sich durch ihre Kunst zu zeigen und Gehör zu verschaffen, ist eine verdammt gute Sache. Am Geist dieser Idee gibt es nichts auszusetzen. 
 
Wäre die Geschichte als Kurzgeschichte veröffentlicht worden; als eigenständige Geschichte, indem Moers auf CES Aufmerksam macht, gäbe es daran nichts auszusetzen. 
 
Aber es wurde als neuer Zamonien-Roman beworben. 
 
Bis auf ein paar Erwähnungen von zamonischen Dingen am Rande hat das Buch nichts, aber auch gar nichts mit Zamonien zu tun. 
 
Ich hätte kein Problem damit gehabt eine von Walter Moers geschriebene Geschichte zu kaufen, in der er über CES schreibt. Ich hätte gern eine Geschichte gekauft, in der eine junge Frau, die an CES leidet, ihre Kunst und ihre Sicht auf die Welt mit mir teilt. 
 
Aber ich lasse mich nicht gerne hinters Licht führen. 
 
Schreibt drauf, was drin ist und versucht keine Bücher zu vermarkten, indem eine populäre Romanserie als Werbung genutzt wird, wenn das Buch im Endeffekt nichts mit dieser Serie zu tun hat. 
 
All die guten Hintergedanken, all die guten Vorsätze, all der löbliche Geist, der hinter der Idee steckt wird dadurch pervertiert. Diese Art von Verkaufsstrategie und Buchvermarktung regt mich auf. 
Ihr möchtet auf eine Krankheit Aufmerksam machen und einer jungen Frau eine Plattform geben? 
Okay, tut das. 
Aber versteckt das nicht hinter einem großen, werbewirksamen Namen. 
 
Kurz: Steht zu dem, was es ist und versucht nicht Leser unter Angaben falscher Tatsachen dazu zu tricksen das Buch zu kaufen.
 
 
 
 
 
 
Fazit:
 
 
Das ist Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr: Eine Kurzgeschichte, die schmerzvoll zum Roman aufgeblasen wurde. Figuren, die jede Spannungskurve zu Tode labern. Eine Handlung, dünn wie ein zu oft gekautes Kaugummi und ein Erzähltempo jenseits von Scheintod. KEIN Zamonienroman. 
 
 
Walter Moers ist bekannt dafür mit Worten zu spielen, dutzende Begriffe aneinander zu Reihen. Aber seine anderen Bücher haben eine Handlung. Sie sprühen nur so von Einfällen und Ideen, von Wendungen und cleveren Erfindungen, vor skurrilen Figuren, die, so kurz ihr Auftritt auch sein mag, alle liebenswerte oder interessante Charaktere sind. Hier gibt es nichts davon. Die selben Wortspiele, die selben Begriffe, der selbe Streit, der wohl als „Konflikt“ dienen soll, alles in einer endlosen Wiederholung, schlimmer als Fernsehen im Sommerloch. Bis auf zwei Figuren hat hier nichts einen nennenswerten Charakter, bis auf ein paar Ideen gibt es hier nichts, das zündet, nichts, dass fesselt. Es gibt keine Substanz, keinen Plot, der in der Lage ist das Buch zu tragen. Es gibt nichts außer ein Haufen aneinander gereihter Worte auf einem Fundament, dass so dünn und wacklig und löchrig ist, dass man nur einbrechen kann. Einbrechen und absaufen. 
 
 
Wenn die Geschichte auch versucht mich mit dem Namen „Walter Moers“ und „Zamonien“ zu blenden, ich sehe sie als das, was sie für mich ist: Ein großes, langweiliges, fade Aneinanderreihung aus Belanglosigkeiten. Wie ein Spaziergang, durch das Gehirn von jemandem, der sich zu Tode langweilt, und so schlimm CES ist, so sehr Lydia Rhode und all die anderen Menschen, die an so einer Krankheit leiden meinen Respekt und meine Hochachtung genießen: 
 
 
Dieses Buch ist so "spannend" wie Gras beim Wachsen zuzusehen. Und die Vermarktung-Strategie ist ... eine Schande. 
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review 2016-07-04 15:28
Das war einfach absolut gar nichts.
Die Blutschule: Thriller - Max Rhode

Ich gebe nach 130 Seiten auf. Mit dem Buch werde ich nicht warm und die Geschichte ist mir zu wirr. Zum Glück ist "Max Rhode" nur ein fiktiver Autor und Sebastian Fitzek wird hoffentlich nicht noch mehr mit ihm / über ihn - ihr wisst schon, was ich meine xD - schreiben.

Ich bin froh, dass wenigstens das Joshua-Profil dagegen richtig, richtig toll war und man dadurch ja auch etwas von der Story der Blutschule mitbekommen hat.

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review 2016-06-19 16:33
für mich nicht überzeugend
Die Blutschule: Thriller - Max Rhode
Simon und sein Bruder Mark ziehen mit ihren Eltern von der großen Stadt aufs Land. Kaum im neuen Haus angekommen, ändert sich so einiges. Alles fängt damit an, dass Simon merkt, dass sich ihr Vater, der sich immer liebevoll um sie gekümmert hat, verändert. Als er zusammen mit Simon und Mark auf einen Ausflug aufbricht, stellen sich die Brüder eigentlich nichts schlimmes vor. Bis sie auf der einsamen Insel mitten im Storkower See ankommen und dort ein Klassenzimmer der besonderen Art vorfinden. Die Schulfächer lauten dort: Opfer bringen, Fallen stellen und Menschen töten.
 
Von Max Rhode hört man mit diesem Buch zum ersten Mal. Doch wenn man sich genauer damit beschäftigt, merkt man, wer eigentlich dahinter steckt. Sebastian Fitzek, bekannt durch seine undurchschaubaren Thriller und nervenzerreißenden Geschichten, hat sich diesmal etwas besonderes für seine Fans ausgedacht. Er schrieb unter dem Pseudonym Max Rhode eben das Buch, welches in seinem Roman "Das Joshua-Profil" mehrfach erwähnt wird. Dass es sich bei Max Rhode um eben die Hauptperson aus dem Joshua-Profil handelt, macht die ganze Sache noch etwas spannender.
 
In "Die Blutschule" geht es um die Brüder Mark und Simon, wobei die Geschichte aus Simons Perspektive in Ich-Form erzählt wird. Am Anfang denkt man noch, wie harmonisch die Familie miteinander umgeht. Der Vater der Brüder ist ein netter Kerl, der sich sehr viel Mühe gibt, um ein harmonisches Miteinander zu ermöglichen. Doch je mehr man liest, umso mehr kommen die Grauen an die Oberfläche. Der Auslöser dafür ist für mich jedoch nicht ganz nachvollziehbar. Denkt man eigentlich, dass man sich einem Horror-Thriller gewidmet hat, kommt nun plötzlich ein Fantasy-Einschlag mit dazu. Dies hat mich persönlich sehr überrascht und finde ich auch nicht sehr gelungen, denn wenn man weiß, wer hinter dem Buch steckt, dann weiß man auch, dass sich der Autor es nicht gerade leicht macht und jeden Schachzug sorgfältig überdenkt. Sich plötzlich mit Fantasy-Elementen zu helfen, passt so gar nicht zu ihm
 
Allerdings sollte man dann auch wieder bedenken, dass das Buch ja unter dem Pseudonym Max Rhode erschienen ist, und eben nicht unter Sebastian Fitzek. So ist es eben auch möglich, sich mal in ein anderes Genre zu wagen und diese übergreifend auch miteinander zu verbinden.
Mir ist es allerdings nicht gelungen, Max Rhode und Sebastian Fitzek als zwei eigenständigen Personen anzusehen. So hat mich zum Beispiel auch der Schreibstil gestört,  der so gar nicht an Fitzek erinnerte. Auch wenn ich mir immer vorgehalten habe, dass es ja kein "richtiger Fitzek" ist, den ich da lese, sondern ein "echter Rhode", war ich doch enttäuscht. Im Hinterkopf war eben immer der Gedanke, dass es von Sebastian Fitzek geschrieben wurde. Der Stil ist komplett anders.
Nach dem Lesen hatte  ich jedoch auch einen "geklärten" Blick auf das Ganze und bewundere den Autor dafür, dass er komplett die Stilrichtung ändern kann und etwas Neues erschafft.
 
Trotzdem packte mich der Roman nicht. Normalerweise bin ich fast immer sofort geflasht, wenn ich Fitzeks Romane lese. Dies liegt nicht nur am Schreibstil, sondern auch daran, dass der Autor mit seinen Geschichten auch etwas mitteilen will. Aber hier wartete ich vergebens auf die Aussage. Die Horror-Elemente überwiegen einfach.
 
Das "Die Blutschule" eine zentrale Rolle in Fitzeks Buch "Das Joshua-Profil" spielt, ist es fast unerlässlich, sich dem weiteren Buch zu widmen. Doch kann ich jetzt - nach dem Lesen von "Das Joshua-Profil" - noch immer nicht recht viel damit anfangen und frage mich nun auch ein bisschen, ob es nicht doch eher ein PR-Gag war und ich einfach darauf hereingefallen bin, eben zwei Bücher des Autors zu kaufen.
 
Ich habe wahrscheinlich den Fehler begangen, dass ich nicht zuerst "Das Joshua-Profil" gelesen, habe, in welchem ja immer wieder Bezug auf "Die Blutschule" genommen wurde. Doch auch nach Recherche im Internet konnten viele nicht genau sagen, mit welchem Buch man beginnen soll. Ich persönlich würde jedoch sagen, dass man zuerst das Joshua-Profil lesen sollte, um sich danach der Blutschule zu widmen. 
 
Fazit:
Alles in allem war die Blutschule für mich nicht überzeugend.
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review 2016-06-05 14:14
Horror ohne Handlung
Die Blutschule: Thriller - Max Rhode

Simon, die Hauptfigur des Buches, erzählt die grauenhaften Geschehnisse in Form eines Tagebuches. An einer Stelle denkt er darüber nach, was aus diesem Tagebuch wohl werden wird:

 

"Vielleicht wird es ja sogar irgendwann veröffentlicht, wenn ich längst tot bin. Dann dienen diese Zeilen womöglich der Unterhaltung irgendwelcher Menschen, die ich nicht kenne und die ich auch nie kennenlernen wollen würde, denn wieso sollte ich mich mit Leuten abgeben, die Zerstreuung in der Lektüre über Tod und Gewalt suchen? Das ist krank."

 

Und ganz ehrlich? Da kann ich Simon nur zustimmen, denn "Die Blutschule" ist kein Thriller, es ist fast schon "Torture Porn". Wem das kein Begriff ist: übersetzt heißt es "Folter-Porno" und bezeichnet ein Subgenre des Horror, in dem die Handlung meist eher dünn ist, während Folter, Verstümmelung und Erniedrigung im Mittelpunkt stehen.

 

Ich sage "fast schon", denn ich muss dem Autor zumindest zugute halten, dass die meisten Folterszenen eben nicht detailliert beschrieben werden, sondern "nur" das Ergebnis präsentiert wird. Das machte es für mich aber nur geringfügig besser, denn dafür werden fleißig alle Schocker abgearbeitet, wie zum Beispiel Folter niedlicher Tierbabys oder Gewalt zwischen Vater und Kind.

 

Und das fand ich noch nicht mal spannend. Anfangs dachte ich noch, "Die Blutschule" könne so etwas werden wie die Horror-Klassiker von Stephen King, aber leider kommt es nicht annähernd an Bücher wie "Friedhof der Kuscheltiere" heran. Es ist in meinen Augen viel platter, denn es verzichtet darauf, vorhandenes Potential auszuschöpfen. Interessante Themen werden nur am Rande angekratzt, und das Buch bietet absolut nichts Neues - die Handlung spult sich vorhersehbar ab, ohne originelle Ideen oder unerwartete Wendungen.

 

Die Charaktere lernt man kaum kennen, denn der Vater entwickelt sich schon am Anfang zum abgrundtief bösen Monster, die Mutter spielt nur eine kleine, nebensächliche Rolle, und Simon und Mark werden dermaßen vom blanken Terror beherrscht, dass man nur wenig Gefühl dafür gewinnt, was für Menschen die beiden sind, wenn sie gerade nicht in einer Extremsituation sind.

 

Der Schreibstil war für mich noch das Beste an diesem Buch, denn der ist durchaus kompetent, konnte das Ganze für mich aber auch nicht mehr retten.

 

Fazit:
"Die Blutschule" ist für mich kein Thriller, sondern viel zu bemüht schockierender Horror. Es gibt keinen Fall zu lösen, keinen wirklichen Spannungsbogen, keinen psychologischen Tiefgang, sondern nur sinnlose Gewalt - und das zum Teil gegen Kinder und Tiere.

 

Der einzige Grund, warum ich "Die Blutschule" überhaupt gelesen habe, ist die Tatsache, dass "Max Rhode" zum einen ein Pseudonym von Sebastian Fitzek ist, und zum anderen eine Figur in dessem Buch "Das Joshua-Profil". Ich finde die Idee immer noch klasse, einer literarischen Figur mehr Glaubwürdigkeit zu geben, indem man diese Figur selber ein Buch schreiben lässt - aber leider wird das hier meines Erachtens verschenkt.

Source: mikkaliest.blogspot.de/2016/06/die-blutschule-von-max-rhode.html
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review 2016-05-26 09:48
Miss Teen Dream Schönheitswettbewerb - Die Survival Edition
Beauty Queens - Libba Bray

Sehr verehrtes Publikum, herzlich Willkommen zum Miss Teen Dream Schönheitswettbewerb! 50 Teilnehmerinnen kämpfen allein zu Ihrer Unterhaltung um Ruhm, Ehre und die Krone!
Die Firma freut sich, Ihnen dieses Jahr eine ganz besondere Ausgabe von Miss Teen Dream präsentieren zu dürfen: die Survival Edition, der erste Schönheitswettbewerb auf einer einsamen Insel! Wer überlebt den Flugzeugabsturz und wird trotz Hunger, Durst und Angst die Choreografie einstudieren? Wer bewahrt sich auch im Angesicht größter Gefahr das Lächeln einer wahren Königin? Wird es Miss Texas? Miss Rhode Island? Oder doch Miss Illinois? Die Firma hat keine Kosten und Mühen gescheut, um für Sie die spannendste Competition aller Zeiten zu veranstalten! Schalten Sie ein!
Unterstützt durch Produktplatzierungen.

 

Hättet ihr hinter diesem Cover oder anhand dieser Inhaltsangabe vermutet, dass es sich bei „Beauty Queens“ um ein gesellschaftskritisches Buch handelt? Nein? Gut, ich nämlich auch nicht. Dieser Roman kommt unschuldig daher, verspricht eine lustige, banale Geschichte und Teenager-Drama in Hülle und Fülle. Zumindest hatte ich das angenommen. In Wahrheit ist „Beauty Queens“ bitterböse. Es ist zynisch, bissig und nutzt scharfe Ironie, um Kritik an Gesellschaftsmechanismen wie überbordendem Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und Diskriminierung zu üben. Libba Bray lässt Klischees für sich arbeiten, indem sie sie so überspitzt darstellt, dass ihre Leser_innen erkennen müssen, wie überholt diese sind. Sie macht sich darüber lustig, verdreht Stereotypen und arbeitet deren Absurdität glasklar heraus. Bray schert sich nicht um Konventionen und wagte es, die bekannte Struktur des Romans aufzubrechen, um Werbeunterbrechungen und Einschübe der Firma zu integrieren. Dadurch ähnelt „Beauty Queens“ tatsächlich einer TV-Show. Das macht dieses Buch in jeder Hinsicht außergewöhnlich und ich bin sehr froh, dass ich es entdeckt habe, obwohl die Handlung so abenteuerlich ist, dass sie hin und wieder etwas unrealistisch und comic-artig wirkt. Ich glaube allerdings, dass das Absicht war, weil sie nicht im Vordergrund steht. Sie dient als leichter, lockerer und witziger Rahmen für die Entwicklung der Figuren, ohne den die Geschichte vermutlich zu schwer gewirkt hätte. Es geht nicht primär darum, wer nun wann eine Hütte baut oder was die Mädels auf der Insel erleben, es geht darum, wie sie sich selbst erleben und neu entdecken. Anfangs ist die Verlockung groß, sie als dumme, austauschbare, oberflächliche Gänse abzustempeln, doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass sie einzigartige, individuelle Persönlichkeiten mit ganz verschiedenen Stärken, Schwächen und Biografien sind. Ich habe sie alle ins Herz geschlossen. Sie sind liebenswürdige junge Frauen, die den ganzen Quatsch rund um den Schönheitswettbewerb nicht nötig haben und eigentlich auch gar nicht wollen. Stück für Stück zeigt sich, dass ihre Gründe, an Miss Teen Dream teilzunehmen, nachvollziehbar und so unterschiedlich waren wie sie selbst, doch auf der Insel verlieren diese Gründe plötzlich ihre Bedeutung. Hier ist Verstellen obsolet. Sie lernen, zu wie viel sie fähig sind und dass sie mehr können, als nur hübsch auszusehen. Die Gesellschaft zwingt sie, ihr wahres Ich zu verbergen und zu unterdrücken, doch in der Einsamkeit der Insel bestimmen sie selbst die Regeln ihres Lebens. Sie erkennen, dass nichts daran auszusetzen ist, schön sein zu wollen, solange sie ihre eigene Definition von Schönheit formulieren und sich so akzeptieren, wie sie sind, statt das unrealistische Bild von Firmen zu übernehmen, die ihr Geld mit „Schönheit aus der Flasche“ verdienen und aus Profitgier Natürlichkeit mit Hässlichkeit gleichsetzen. Ohne die viel zitierte Stutenbissigkeit befreien sie sich gemeinsam und gegenseitig vom dem Irrglauben, dass sie nur dann liebenswert sind, wenn sie einem bestimmten Ideal entsprechen, das darüber hinaus meist völlig paradox ist. Man betrachte nur einmal die sexuelle Doppelmoral, der junge Frauen tagtäglich ausgesetzt sind: sie sollen sexuelles Verlangen auf zwei Beinen verkörpern, aber wehe, sie sind tatsächlich sexuell aktiv und aufgeschlossen, dann sind sie Flittchen, Schlampen und verdienen es, wie Dreck behandelt zu werden. Libba Bray illustriert, was dieser enorme gesellschaftliche Druck in jungen Geistern anrichten kann und wie skrupellos Firmen im Namen des Konsums vorgehen, um ihn aufrecht zu erhalten, weil sie faktisch nicht den Dienst am Kunden priorisieren, sondern nur daran interessiert sind, ihre Macht und ihren Einfluss auszubauen. Sie klagt mutig an, kritisiert Oberflächlichkeit und Objektifizierung von Männern und Frauen und bekennt sich klar zum Feminismus.

 

Ihr solltet „Beauty Queens“ lesen. Nicht nur, weil es ein wichtiges Buch ist, sondern auch, weil sich die Lektüre wirklich lohnt. Natürlich erhebt Libba Bray darin den moralischen Zeigefinger, doch sie tut es mit so viel schrägem Humor, dass ich mich weder bevormundet noch erschlagen fühlte. Ich bin mir sicher, dass es am Ende des Jahres zu meinen Highlights zählen wird.
Es braucht mehr Bücher wie dieses. Wir brauchen Bücher, die uns zeigen, dass es okay ist, wir selbst zu sein, ohne diese Botschaft durch fantastische oder dystopische Umstände ins Abstrakte zu rücken. Muss es denn immer die Rettung der Welt sein? Reicht es nicht, sich durch mentale Stärke selbst zu retten? Eine Heldin kann auch ein Mädchen sein, das aus dem Nichts heraus eine Hütte baut und ihre Selbstständigkeit stolz auslebt, ohne sich um Normen oder Erwartungen zu kümmern. Wir müssen endlich lernen, uns gegenüber allen taub zu stellen, die uns vorschreiben wollen, wie man als Mann oder Frau zu sein hat, was Schönheit bedeutet und wie wir uns selbst wahrzunehmen haben. Wir haben die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung – nutzen wir sie!

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