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review 2019-03-19 09:28
Die Krux mit der Ich-Perspektive
The Sacred Lies of Minnow Bly - Stephanie Oakes

Stephanie Oakes‘ Debütroman „The Sacred Lies of Minnow Bly“ nahm einige Umwege, bis er veröffentlicht wurde. Während ihres Studiums sollte sie Gedichte zu einem Thema ihrer Wahl schreiben. Sie entschied sich für Märchen und stieß bei ihren Recherchen auf „Das Mädchen ohne Hände“. Die grausame Erzählung inspirierte sie, eine Märchenadaption zu schreiben. Zuerst konzipierte sie eine dystopische Version, die von Agent_innen und Verlagen allerdings abgelehnt wurde. Sie musste einsehen, dass ihre Geschichte nicht funktionierte. Die Rahmenbedingungen stimmten nicht: „The Sacred Lies of Minnow Bly“ verlangte nach einem realistischen Setting. Sie schrieb das gesamte Manuskript neu. Ihre Protagonistin Minnow, die Maid ohne Hände, wurde das Opfer einer Sekte im modernen Montana und das Buch endlich akzeptiert. Bei mir landete der Roman, weil mich die psychologischen Aspekte von Sekten interessieren.

 

Das Gefängnis macht der 17-jährigen Minnow Bly keine Angst. Angst machen ihr nur die dunklen Visionen ihrer Vergangenheit, besonders diejenigen dieser letzten Nacht. Der Nacht, in der ihr Heim niederbrannte.
Minnow lebte 12 Jahre in einer Sekte. Die Community war ihr Zuhause und alles, was sie kannte. Sie glaubte an die Worte des Propheten Kevin, an seine Erklärungen, an seine Weisheit und an seine strengen Regeln. Bis sie zu zweifeln begann und ihm nicht mehr glaubte. Als sie sich verliebte, erfuhr sie am eigenen Leib, wozu Kevin fähig war – und wozu sie selbst fähig ist. Minnow möchte am liebsten vergessen. Das Feuer. Die Toten. Doch sie muss sich ihren Erinnerungen stellen. Denn um eines Tages in Freiheit leben zu können, muss sie zuerst ihren Geist befreien.

 

Ich bin etwas zwiegespalten. „The Sacred Lies of Minnow Bly” ist ein spannender, eindringlicher Young Adult – Thriller, der mich fesselte und einige tiefgründige Themen anspricht, wie Identität, Glaube und freier Wille. Ich fand ihn gut. Aber ich glaube, er hätte noch besser sein können, hätte Stephanie Oakes auf Minnows Ich-Perspektive verzichtet.
Eingangs ist diese Wahl nicht hinderlich. Im Gegenteil. Durch Minnows Augen begreifen die Leser_innen schnell, dass sie sich in einer prekären Lage befindet. Sie hat etwas Schlimmes getan und ist vor etwas noch Schlimmerem davongelaufen. Außerdem offenbart sich bereits auf der ersten Seite Minnows auffälligstes äußerliches Merkmal: ihr wurden beide Hände amputiert. Sie landet in einer Vollzugsanstalt für jugendliche Straftäterinnen. Dort, im Gefängnis, beginnt ihre eigentliche Geschichte, die sie Stück für Stück in Rückblenden aufdröselt. Dadurch entsteht graduell ein bestürzendes Bild des subtilen Horrors der Community. Das Leben der Sektenmitglieder wurde allein vom selbsternannten Propheten Kevin bestimmt; sein Wort war Gesetz. Er befahl ein striktes Patriarchat, Polygamie und einschneidende Regeln, deren Übertretung heftige physische Strafen nach sich zog. Wie in Sekten üblich herrschte Kevin mit Zuckerbrot und Peitsche. Ich hätte jedoch gern erfahren, wie er seine Anhänger_innen ursprünglich von seinen Visionen überzeugen konnte und wie sich die Anfänge der Community gestalteten, denn Minnow erwähnt, dass sadistische Maßregelungen erst später Normalität wurden. Ich hatte mir eine fundierte psychologische Schilderung der komplexen emotionalen Vorgänge in einer Sekte erhofft – doch aus Minnows Ich-Perspektive war das nicht möglich, weil ihr diese nicht bewusst sind. Ich denke darüber hinaus, dass Stephanie Oakes Minnow übertrieben unabhängig charakterisierte, um ihren Leser_innen die Bindung zu erleichtern. Minnows frühe, intuitive Ablehnung der Glaubensgrundsätze der Community erschien mir unwahrscheinlich. Schwer vorstellbar, dass sie sich nach einer Indoktrinierung seit frühester Kindheit als einzige gegen Kevins Gehirnwäsche wehren konnte. Ein realistisches psychologisches Profil hätte allerdings Denk- und Verhaltensmuster involviert, die für die junge Zielgruppe des Romans kaum nachzuvollziehen gewesen wären. Deshalb entschied Oakes vermutlich auch, Minnows persönliche Entwicklung im Gefängnis im Zeitraffer zu zeigen. „The Sacred Lies of Minnow Bly“ umspannt etwa ein Jahr – ihr Aufarbeitungsprozess ist demzufolge verkürzt und klammert frustrierende Rückschläge weitgehend aus. Trotz der Vorteile des Settings, das Minnow mit begrenzten, kontrollierten Reizen konfrontiert, und kleinerer Rebellionen fügt sie sich zu nahtlos in ihr Schicksal. Meiner Meinung nach konnte Stephanie Oakes aus Minnows Innenperspektive das Potential ihrer Geschichte nicht völlig ausschöpfen, weil eine realitätsnahe Darstellung ihres emotionalen und psychologischen Zustandes das Mitgefühl ihrer Leser_innen behindert hätte. Minnow sollte eine Heldin sein, kein seelisches Wrack voller hässlicher Abgründe. Hätte Oakes hingegen eine auktoriale Erzählsituation gewählt, hätte sie Minnows Empfindungen durch äußere Faktoren relativieren können. Das hätte selbstverständlich mehr schriftstellerischen Aufwand bedeutet, doch ich bin überzeugt, dass sich dieser gelohnt hätte. Aus einem guten Buch hätte ein großartiges Buch werden können.

 

Ich kann jede Entscheidung, die Stephanie Oakes während des Schreibprozesses von „The Sacred Lies of Minnow Bly“ traf, nachvollziehen. Das Young Adult – Genre unterliegt nun einmal gewissen Beschränkungen, die die Autorin berücksichtigen musste. Sympathie für die Figuren ist obligatorisch. Ich verstehe, dass sie dieser keinesfalls im Weg stehen wollte. Ich zolle ihr Achtung dafür, dass sie das heikle Thema des Buches für ihre junge Leserschaft verdaulich gestaltete und sich an einer Märchenadaption in einem realistischen Rahmen versuchte. Daher bin ich von diesem Thriller nicht enttäuscht, obwohl meine Erwartungen nicht gänzlich erfüllt wurden. Ich hätte die Geschichte eben einfach anders aufgezogen. Aber ich bin ja auch nur die Leserin, nicht die Autorin.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2019/03/19/stephanie-oakes-the-sacred-lies-of-minnow-bly
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review 2016-05-07 18:25
The Sacred Lies of Minnow Bly Book Review
The Sacred Lies of Minnow Bly - Stephanie Oakes

Wow. I certainly haven't read anything quite like this. The blurb says fans of Speak by Laurie Halse Anderson will love The Sacred Lies of Willow Bly. But they really aren't alike, at all. Accept for in the sense that its a dark story. 

 

Minnow Bly grew up in the community under the Pastor. She has known nothing else all her life accept that they must do what the Pastor says because the Pastor works under the name of God. Then Willow meets Jude, a boy outside the community. And now, she's in a jail cell, the Pastor is dead and she's a witness or even a suspect. Only Minnow know's the truth of what really happened. 

 

We start off knowing very little of what Minnow's life was like in the community. Just that she has no hand's, something terrible happened and that she escaped. Little by little we learn more. I think that's what makes this one such a page turner. The author does a compelling job of keeping you want more. 

 

I was a bit disappointed with the ending, that would be my only negative thoughts on this one. But as a whole, the story is very powerful. It certainly isn't a book for everyone but man, is it one to remember. 

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review 2016-02-06 00:00
The Sacred Lies of Minnow Bly
The Sacred Lies of Minnow Bly - Stephanie Oakes This book was good, but it wasn't as satisfying for me as I had hoped. I wanted to know more about the cult and less about Minnow's time in prison; and that makes me feel like I was reading this novel with the wrong impression or for the wrong reasons. It's not a bad book, but it wasn't what I was thinking it would be or what I was hoping for.
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review 2015-09-16 03:16
The Sacred Lies of Minnow Bly
The Sacred Lies of Minnow Bly - Stephanie Oakes

Seventeen-year-old Minnow is in juvenile detention and suspected of murdering the leader of the cult where she grew up. As Minnow’s backstory unravels, the truth about what really happened to the prophet becomes crazier and crazier. This story is a retelling of The Handless Maiden.

 

This is one of those books where you say, “I’ll just read a few chapters before bed.” Then, it’s suddenly morning, and you’ve read the whole thing. That’s what happened to me. I didn’t want to stop reading. I needed to solve the mystery of what happened to the prophet.

 

The plot is fast-paced and intense. Most of the book takes place in a prison, but there are short flashbacks to Minnow’s childhood in the cult. There is a mystery element to the story, and I spent the whole book wondering how Minnow is involved in the prophet’s death. The terrifying truth is something that you’ll never see coming.

 

The beginning of the book is bizarre and atmospheric. It’ll hook you right away. Minnow is an easy character to like. She’s naïve because she has lived most of her life in an isolated community, but she’s very curious about the world and not afraid to ask questions. I love that she questions her religion and the religions of the people around her. One of the reasons that religious abuse happens in real life is because people are afraid to ask questions and explore options when it comes to religion. After Minnow leaves the cult, she starts searching for a belief system that works for her. It’s awesome. I wish more people in real life would have that type of courage.

 

All of the characters are well-developed, but Minnow’s cellmate, Angel, is my favorite. She provides the comic relief, and she teaches Minnow about the world. I also really like Jude. He’s a far-from-perfect love interest, which is rare in young adult novels. The romance is realistic, and Minnow has to make some difficult choices about it in the end.

 

I could keep gushing about this book forever. The writing is poetic. The setting is vivid. The plot is compelling. And, best of all, it’s actually a believable story! I study religion as a hobby, and there are many fictional books about religion that make me roll my eyes and go “Really? REALLY? People do not behave that way.” I was so happy to find a fictional cult book that isn’t completely stupid. Reading this novel was especially creepy for me because I was just studying how amputation is used as a punishment in some religions. My background knowledge made this book very realistic for me.

 

I do have some criticisms, but I can’t talk about them because they’re major spoilers. I’ll just say that I’m not a massive fan of the ending. There are a few things that I think are wrapped up too quickly or too vaguely. The prophet’s death especially disappointed me because there is so much buildup to it, but it’s anticlimactic and convenient. I was hoping for more.

 

Overall, I love this book. It’s strange, and thrilling, and has minimal romance, and I’d recommend it to everybody.

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review 2015-09-11 15:37
The Sacred Lies of Minnow Bly - Stephanie Oakes

I've had this book on my TBR list ever since it was first announced. The concept was intriguing, and I raced through it. I enjoyed the story, but the ending felt a bit rushed and manufactured. However, I'd definitely recommend it.

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