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review 2016-06-18 10:51
Geheimtipp!
Shadow, Shadow: Book One of the Shadow Pines Trilogy (English Edition) - V S Marlowe

„Shadow, Shadow“ von V.B. Marlowe war eines der ersten Bücher, die ich bei Netgalley angefragt habe. Das muss Anfang 2015 gewesen sein. Obwohl ich mich sehr darüber gefreut hatte, dass mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde, landete es auf dem SuB. Ich las es nicht sofort, denn ich fühlte mich nicht in der richtigen Stimmung für die Geschichte. Über ein Jahr versauerte es zwischen hunderten anderer Bücher, bis es mir im Mai 2016 wieder einfiel. Ich wollte mit Altlasten aufräumen, also wurde es höchste Zeit, „Shadow, Shadow“ endlich eine Chance zu geben.

 

In Shadow Pines verschwinden seit jeher ungewöhnlich viele Menschen. Es heißt, die Kleinstadt sei auf entweihtem Boden gebaut und werde heimgesucht von den Schatten einer Sekte, die im 19. Jahrhundert gelyncht wurde… Natürlich glaubt niemand diese Geschichte, erst recht nicht die rebellische Harley Fox. An ihrem 16. Geburtstag erhält sie jedoch ein sonderbares Geschenk: eine Schattenbox. Sie ist nicht die einzige. Brock, der Goldjunge der Stadt, Gianna, Shadow Pines‘ strebsame Kämpferin für die kleinen Dinge und Teaghan, die ständig gehänselt wird, bekommen ebenfalls jeweils eine Box. Angeblich verleihen ihnen die Boxen die Macht, einen Menschen ihrer Wahl verschwinden zu lassen und den Schatten zu übergeben. Sie müssen sie nicht nutzen, doch sollte nur eine oder einer von ihnen davon Gebrauch machen, sind auch die anderen gezwungen, sie einzusetzen. Sonst holen sich die Schatten ihre Liebsten. Ungläubig entscheiden Harley, Brock, Gianna und Teaghan die Boxen wegzuschließen. Doch die Aussicht, einen verhassten Menschen loszuwerden, ist verlockender, als sie ahnten. Schnell gerät die Situation außer Kontrolle und die vier müssen sich eingestehen, dass am Mythos der Schatten vielleicht mehr dran ist, als sie wahrhaben wollten…

 

Hätte ich nur gewusst, was für ein Schatz sich da in meinem SuB versteckt! „Shadow, Shadow“ hat mich völlig umgehauen. Es ist ein echter Geheimtipp. Ich bin absolut hingerissen. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass dieses unscheinbare E-Book haufenweise Spannung, Action und Mystik zu bieten hat. Ich habe wie im Rausch gelesen, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Geheimnisse der „Shadow Pines Trilogy“ sind unheimlich mitreißend. Es begeistert mich, dass V.B. Marlowe sich nicht mit altbackenen, tausend Mal wiedergekäuten Ideen aufhält, sondern mutig das Unkonventionelle begrüßt und somit frischen Wind in das Genre der YA – Urban Fantasy bringt. Keine Hexen, keine Vampire, keine Werwölfe – stattdessen Schatten, vor denen sich die Menschheit seit Anbeginn der Zeit fürchtet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen eigenen Schatten jemals skeptisch beäugen würde, doch nach der Lektüre von „Shadow, Shadow“ war ich bei seinem Anblick durchaus ein wenig beunruhigt. Das Bedrohliche der Schatten ist ihre permanente Präsenz. Selbst wenn wir wollten, wir könnten ihnen nicht entkommen. Jetzt stellt euch vor, sie entwickelten ein Eigenleben. Stellt euch vor, sie wären aggressiv, rachsüchtig, blutdürstig. Unheimlich, oder? Nun, mit genau dieser Aussicht müssen sich Harley, Brock, Gianna und Teaghan befassen. Die vier sind sehr unterschiedlich und auf den ersten Blick ein wenig stereotyp, da sie innerhalb des Mikrokosmos von Shadow Pines bestimmte Rollen erfüllen. Trotz dessen empfand ich sie als realistisch und glaubhaft dargestellt, voller Persönlichkeit. Im ersten Band durfte ich speziell Harley und Teaghan näher kennenlernen, da die Geschichte abwechselnd aus ihrer jeweiligen Ich-Perspektive erzählt wird. Stück für Stück erfuhr ich, dass alle vier guten Grund haben, ihre Schattenboxen zu benutzen; sie alle wünschen mindestens eine Person in ihrem Umkreis zum Teufel. Dadurch entstand eine spannungsgeladene Situation, in der ich mich nicht länger fragte, ob jemand von ihnen die Box verwenden würde, sondern nur wann und wer. Ich konnte ihre zwiespältigen Gefühle sehr gut nachempfinden. Einerseits ist ihnen natürlich vollkommen bewusst, dass es falsch ist, einen Menschen einfach mir nichts, dir nichts aus dem Leben zu reißen. Andererseits ist die Vorstellung, sich einer ungeliebten Person zu entledigen, extrem verführerisch. Ich bin nicht sicher, ob ich der Versuchung widerstehen könnte. Darüber hinaus verursacht die Kettenreaktion der Schattenboxen ein moralisches Dilemma, das es in sich hat. Opfert man eine_n Fremde_n, um die eigene Familie zu schützen? Die Frage, was ich selbst tun würde, ließ mich nicht mehr los. Das heißt allerdings nicht, dass mir nicht aufgefallen wäre, dass in Shadow Pines irgendetwas nicht stimmt. Alles ist streng reglementiert. Niemand verlässt jemals die Stadt, nicht einmal, um Urlaub zu machen. Es erinnerte mich etwas an das fiktive Stepford aus „Die Frauen von Stepford“ von Ira Levin: die blank polierte Utopie einer Stadt, die zu gut ist, um wahr zu sein. Die Schatten sind nicht das einzige Geheimnis, das sich dort versteckt, davon bin ich überzeugt. Ich platze fast vor Neugier, herauszufinden, was es mit Shadow Pines wirklich auf sich hat.

 

Es ist eine Schande, dass „Shadow, Shadow“ auf meinem digitalen SuB einstauben musste. Ich verstehe nicht, wie ich es so lange unangetastet lassen konnte. Die Geschichte hat alles, was es braucht, um mich an ein Buch zu fesseln. Ich habe schon lange nicht mehr so fieberhaft gelesen wie während dieses Trilogieauftakts. Es fühlte sich an, als hinge mein Leben davon ab. Ich kann euch das Buch wärmstens ans Herz legen, denn selten trifft man auf einen Erstling, der so gut durchdacht wirkt und mühelos überzeugt. Ich hoffe sehr, das V.B. Marlowe dieses Niveau in den beiden Nachfolgern „Moonlight, Moonlight“ und „Ember, Ember“ halten kann, die ich mir sofort nach der Lektüre von „Shadow, Shadow“ zugelegt habe. Meinen Schatten werde ich im Auge behalten. Nicht, dass er auf dumme Ideen kommt.

 

Vielen Dank an Netgalley und den Verlag All Night Reads für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/06/18/v-b-marlowe-shadow-shadow
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review 2016-03-26 13:45
Mo Hayder hat eine kranke Fantasie
Die Sekte - Mo Hayder,Rainer Schmidt

Mo Hayder ist eine Entdeckung meiner Eltern. Sie mögen ihre Thriller sehr, sortieren die Bücher jedoch direkt nach dem Lesen aus Platzmangel wieder aus. Krimis und Thriller liest man ja eher selten mehrfach. Da ich (noch) kein Platzproblem habe, gebe ich den Romanen gern ein neues Zuhause, wenn sie bei meinen Eltern ausziehen müssen. Ich besitze demzufolge eine kleine Hayder-Sammlung, obwohl ihre Bücher nie auf meiner Wunschliste standen. Daher dauerte es allerdings recht lange, bis ich das erste Mal einen ihrer Thriller auf dem Regal zog. Ich entschied mich für „Die Sekte“, weil es sich dabei um einen Einzelband handelt und ich vermutete, dass dies eine gute Möglichkeit wäre, die Autorin kennenzulernen.

 

Schenkt man den Gerüchten Glauben, ist die kleine schottische Insel Cuagach Eilean, Pig Island, die Heimat des Teufels und seiner Jünger. Seit Jahren wird wild darüber spekuliert, was auf der Insel vor sich geht, denn die dort lebende, etwas obskure Glaubensgemeinschaft schätzt die Isolation. Umso überraschter ist der Journalist Joe Oakes, dass ausgerechnet er Pig Island besuchen soll. Ein unheimliches Amateurvideo brachte die Insel in die Medien und bescherte der ansässigen Sekte ein unerwünschtes Maß an Aufmerksamkeit. Joe verdient sein Geld damit, Mysterien aufzudecken. Für ihn zählen Fakten, nicht der Aberglaube der Massen. Hochmotiviert nimmt er die Einladung an, um den Gerüchten um Pig Island ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Doch als er auf der Insel eintrifft, geraten seine rationalen Überzeugungen ins Wanken. Schon bald versinkt Pig Island in Blut und Joe muss sich fragen, ob nicht doch der Teufel seine Finger im Spiel hat.

 

Mo Hayder hat eine kranke Fantasie. Einige der Ideen, die sie in „Die Sekte“ präsentiert, grenzen meiner Meinung nach definitiv an Perversität. Nicht, weil das Buch unangemessen blutig, brutal oder grausam wäre, nein, es waren bestimmte Aspekte der dargestellten zwischenmenschlichen Beziehungen, die mich abstießen. Bei der Lektüre eines Thrillers war das eine neue Erfahrung für mich, denn normalerweise legen Autor_innen dieses Genres viel Wert darauf, dass ihre Figuren Sympathie erzeugen. Ich konnte keinen einzigen Charakter aus „Die Sekte“ leiden – für die Geschichte war das allerdings kein Hindernis. Ich denke, dass Hayder darauf abzielte. Der Protagonist Joe ist ein widerlicher Mensch, egoistisch und skrupellos. Durch seine Rolle als Journalist bietet er zwar eine interessante Herangehensweise an die Vorgänge der Handlung, weil er kein Ermittler ist, doch meiner Ansicht nach besitzt er keinerlei Berufsethik. Seine Ehefrau Lexie, die ebenfalls ihre eigene Perspektive und Stimme erhielt, ist kein Stück besser. Sie hat das Zeug zum Stalker, verhält sich obsessiv und realitätsfern. Die beiden verdienen einander. Ich war nicht in der Lage, auch nur einen Funken Mitgefühl für Joe und Lexie zu empfinden, obwohl die Ereignisse, die Mo Hayder sie durchleben lässt, wirklich schrecklich sind. Die mysteriöse, unheimliche Aura, die die Autorin um Pig Island herumwebt, gefiel mir außerordentlich gut. Selbstverständlich habe ich nie daran geglaubt, dass es dort tatsächlich mit dem Teufel zugeht, aber dem Grauen, dass die Insel ausstrahlt, konnte auch ich mich nicht entziehen. Anfangs war ich ein wenig enttäuscht davon, dass die Sekte vollkommen normal wirkte, ja sogar freundlich und einladend. Dieser Eindruck verflüchtigte sich jedoch schnell; es zeigte sich, dass die Inselbewohner_innen durchaus das eine oder andere pikante Geheimnis verstecken. Ich fand es spannend, diese aufzudecken, weil die Geschichte der Sekte recht ungewöhnlich ist. Solange die Handlung auf der Insel spielte, machte mir die Lektüre viel Spaß. Das Buch fesselte mich und löste in mir genau die Anspannung aus, die ich beim Lesen eines Thrillers erwarte. Leider verlässt Joe Pig Island an einem gewissen Punkt – von diesem Moment an wurde die Geschichte seltsam. Ich wusste nicht, was ich mit dieser Wendung anfangen sollte, weil sie die bizarre Gefühlswelt des Protagonisten fokussiert, die so weit von meiner eigenen entfernt ist, dass es mir unmöglich war, seine Empfindungen nachzuvollziehen. Das bedeutet nicht, dass sie mir unrealistisch erschienen, ich konnte sie nur einfach nicht verstehen. Ich hatte von Anfang an Probleme, mich in Joe hineinzuversetzen, doch diese Entwicklung trieb meine Distanz zu ihm auf die Spitze. Ich wollte ihm gar nicht nahe sein. Daher fiel es mir auch schwer, während des für ihn zugegebenermaßen dramatischen Höhepunkts der Geschichte mit ihm zu fühlen. Durch diesen stellte sich heraus, dass ich erstaunlicherweise mit meinen Vermutungen hinsichtlich der wahren Natur der Ereignisse auf Pig Island gar nicht so falsch lag. Ich war auf der richtigen Spur, nahm unterwegs allerdings gedanklich eine falsche Abzweigung, die mich in die Irre führte. So hätte ich das Ende niemals voraussehen können. Es war eine positive Überraschung, die mich die Handlung nach dem Lesen noch einmal rekapitulieren ließ, um zu überprüfen, welche Hinweise ich übersehen hatte.

 

Ich bin nicht sicher, ob „Die Sekte“ nun tatsächlich exemplarisch für Mo Hayders Schaffen steht oder eher ungewöhnlich ist. Mein Gefühl sagt mir, dass dieser Thriller aus ihrem übrigen Werk heraussticht, weil er ziemlich eigenwillig ist und nicht den gängigen Normen des Genres entspricht, doch ich werde es wohl erst herausfinden, wenn ich weitere Romane aus ihrer Feder gelesen habe. Daher war „Die Sekte“ vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl für die Annährung an Hayders Bücher. Ich fand es spannend und zeitweise sogar richtig unheimlich, hatte allerdings Schwierigkeiten mit der Wendung gegen Ende des zweiten Drittels. Ich denke, Hayder wollte ihre Leser_innen nicht nur durch grausame, blutige Morde schockieren, sondern auch durch ihre Charakterisierung krankhafter zwischenmenschlicher Beziehungen. Ich rate euch, euch darauf einzustellen, solltet ihr „Die Sekte“ lesen wollen. Thrill kann auf viele Weisen entstehen – nicht alle haben mit körperlicher Gewalt zu tun.

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review SPOILER ALERT! 2015-09-29 09:01
[REZENSION] Ada - Im Anfang war die Finsternis - Angela Mohr (by Nika)
Ada. Im Anfang war die Finsternis - Angela Mohr

Ada - Im Anfang war die Finsternis- Angela Mohr
Arena Verlag, 2015
360 Seiten
Hardcover 14,99 €
ISBN: 978-3-401-60112-0
eBook 11,99 €

Klappentext
Ohne das Dorf gibt es kein Überleben. Draußen lauert das Verderben, und nur im Dorf bist du sicher. Das ist es, woran Ada glaubt - bis Lucaauftaucht und alles in Frage stellt. Von ihm erfährt Ada: Ihr totgeglaubter Bruder Kassian lebt! Zusammen mit Luca bricht sie jede Regel, die das Dorf jemals aufgestellt hat. Schließlich geht Ada bis zum Äußersten:Sie flieht aus der Gemeinschaft. Sie will ihren Bruder finden. Doch erträgt sie die Wahrheit, die sie jenseits des Dorfes erwartet?


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Source: lesekatzen.blogspot.de/2015/09/rezension-ada-im-anfang-war-die.html
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review 2015-02-13 08:59
Meine Hochachtung für dieses Buch
Euer Traum war meine Hölle: Als Kind misshandelt und missbraucht in einer Sekte - Natacha Tormey,Nadene Ghouri,Magdalena Breitenbach

Natacha Tormey: Euer Traum war meine Hölle
Bastei Luebbe | 284 Seiten | Erscheinungsjahr: 2015 | Originaltitel: Born into the Children of God

 

ZITAT
Heftig sauste die Fliegenklatsche auf meinen Hintern hinunter und brannte auf meiner Kinderhaut. Ich schrei auf, mehr vor Schreck und Empörung als vor Schmerz, biss die Zähne fester zusammen, entschlossen, ihm die Befriedigung zu versagen, er habe mich zum Weinen gebracht. "Ungezogenes, nichtsnutziges Ding!" brüllte er und schlug erneut zu. Und dann noch ein drittes Mal. "Ich hoffe, du begreifst, warum ich das tun muss, Natacha. Es ist nur zu deinem eigenen Besten, weil ich dich liebhabe. Und jetzt geh ins Bett und bitte den Herrn, dir zu vergeben", sagte er mit schnellem Atem.

 

MEINE MEINUNG
Das Buch beginnt mit der Geschichte von Natachas Vater. Sie berichtet, wie es dazu kam, dass ihr Vater der Sekte beigetreten ist, die damals noch "Children of God" hieß. Sie berichtet unter welchen Umständen ihr Vater, Marcel, ihre Mutter kennenlernen und wie sie heirateten. Bis dahin waren die Erzählungen schon absolut befremdlich für mich, aber noch in einem ertragbaren Maße. Mir fiel es sehr schwer mich in die Situation hineinzuversetzen, weil ich für diesen Glauben nicht empfänglich bin.

 

Die Autorin berichtet von ihrem Leben und ihrem Leiden innerhalb der Sekte, die sich mit der Zeit umbenannt hat in "Family". Dies sollte klar machen, dass sie alle zusammengehören. Für mich war es besonders schwer zu verstehen, wie erwachsene Menschen diesem 'King David' (dem Oberhaupt der Sekte) wirklich glauben konnten, auf ihn gehört haben und seine 'Lehren' verbreitet haben. Jedes erwachsene Mitglied der Sekte durfte jedes Kind der Sekte maßregeln und erziehen, schließlich waren sie eine 'Family'. Im Lauf der Geschichte wurde die Lehren und Regeln immer absurder und Natacha musste mehr als einmal mit ihrer Familie in andere Länder umziehen, sich immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen, sich wieder neuen Erwachsenen (Onkeln und Tanten) aussetzen und dabei blieben nicht selten diejenigen auf der Strecke, die ihr wichtig waren.

 

Es ist für mich wirklich unbegreiflich, wie man sich über Jahre derartig manipulieren lassen kann und das als Erwachsener. Sicherlich hatte das ein und andere Mitglied einfach schlichtweg seinen Spaß an der Ideologie dieser Sekte, aber das schien bei den Eltern von Natacha nicht der Fall gewesen zu sein. Ich könnte jetzt noch stundenlang darüber berichten, was Natacha geschrieben hat und wie ich zu diesen Sachverhalten stehe, aber ich empfehle: lest es.

 

Ich habe das Buch sehr gerne und mit Interesse gelesen. Es ist gut geschrieben und ganz ohne Effekthascherei. Natacha berichtet natürlich auch von Missbrauch, aber es liegt nicht das Hauptaugenmerk auf diesen Themen. Manche Passagen waren sehr kühl und analysierend beschrieben, bei denen ich dachte, das dort einfach mehr Gefühl drinstecken müsste, aber wahrscheinlich hat die Autorin einfach zu viel durchmachen müssen oder wollte bei ihren Erzählungen nicht auf die Tränendrüse drücken, was ich vollkommen verstehen kann. Für mich war es spannend zu lesen, wie Natacha ihre Kindheit und Jugend in dieser Sekte empfunden hat, wie sie schon immer ihre Zweifel an der Ideologie hatte und was im Endeffekt aus ihrer Familie geworden ist.

 

FAZIT: Meine Hochachtung
Ich kann für Natacha einfach nur größten Respekt empfinden. Ich finde es toll, dass sie dieses Buch geschrieben hat und die Umstände, die in dieser Sekte herrschen, dargelegt hat. Ich habe mich vorher noch nie wirklich mit diesem Thema beschäftigt, auch wenn man natürlich einiges darüber hört, sei es in der Schule oder aus dem Fernsehn. Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe,  denn niemals hätte ich mir das Ausmaß der Grausamkeit und des Zwangs einer Sekte vorstellen können. Ich würde dieses Buch allen empfehlen: Lesern, die keine Kenntnisse über Sekten und ihre Vorgehensweisen haben und auch Lesern, die sich für das Thema interessieren und vielleicht noch nie was von "Family" gehört/gelesen haben. Dieses Buch gehört gelesen.

Source: www.lottasbuecher.de/2015/02/natacha-tormey-euer-traum-war-meine.html
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review 2014-09-19 23:42
Die Macht der Psyche
Blick in die Angst - Chevy Stevens

Psychologie ist schon lange eines meiner Steckenpferde. Der menschliche Geist, die menschliche Seele faszinieren mich. Abnorme Psychologie, Schutzmechanismen, Manipulation – ist es nicht unglaublich, was unser Geist alles leisten und in welche Richtung er sich entwickeln kann?
Sekten sind in diesem Zusammenhang ein spezielles Thema. Ich glaube, was mich an Sekten interessiert, ist ihre Technik, durch Gedankenmanipulation und emotionale Erpressung Menschen von alldem zu überzeugen, was ihnen nutzt, egal wie verwerflich oder schrecklich das ist. „Blick in die Angst“ von Chevy Stevens ist ein Psychothriller, der sich mit dieser Thematik beschäftigt und landete genau deswegen auf meiner Wunschliste.

 

Heather Simeon wollte sich selbst töten. Doch glücklicherweise wurde sie rechtzeitig gefunden und befindet sich nun in der Klinik, in der Dr. Nadine Lavoie als Psychiaterin arbeitet. Nadine möchte der jungen Frau helfen und schnell bemerkt sie, dass sie und Heather eines gemeinsam haben: sie verbachten beide eine erhebliche Zeitspanne in der Sekte „Fluss des Lebens“. Als Kind lebte Nadine dort mit ihrer Mutter und ihrem Bruder. Aber warum kann sie sich nicht mehr vollständig an die Kommune erinnern? Warum leidet sie seit dieser Zeit an Klaustrophobie? Und warum wollte Heather sterben? Nadine dachte, sie hätte ihre Vergangenheit überwunden und hinter sich gelassen. Doch nun kommen die Erinnerungen Stück für Stück zurück. Etwas Furchtbares ist damals geschehen. Schwebt Nadine jetzt, 40 Jahre später, noch immer in Gefahr?

 

Als ich „Blick in die Angst“ ausgelesen hatte, wollte ich für diesen Roman vier von fünf Sternen vergeben. Doch jetzt, etwa einen Monat später, muss ich diese Einschätzung etwas zurückstufen. Chevy Stevens‘ Psychothriller bekommt von mir nur noch gute 3 Sterne; würde ich mit halben Werten arbeiten, wäre es wohl eine 3,5. Wie kam es dazu?
Es ist so: „Blick in die Angst“ gefiel mir wirklich gut, hinterließ aber so gut wie keinen Eindruck auf mich. Nach jedem Buch stelle ich Rezensions-Notizen zusammen, meist sofort, wenn ich es beendet habe und die Eindrücke noch frisch sind. Für mich ist das die beste Strategie, weil es mir auch hilft, mit einer Lektüre abzuschließen. Doch bei „Blick in die Angst“ hatte ich massive Probleme, überhaupt etwas aufzuschreiben, weil es meiner Meinung nach nur wenig über den Roman zu sagen gibt. Das hat mich selbst überrascht, denn eigentlich war ich zufrieden, mal wieder einen Thriller gelesen zu haben, der mich nicht völlig enttäuscht hat. Chevy Stevens baute eine fesselnde Geschichte mit einer beklemmenden Atmosphäre auf, deren Zugkraft vom intensiven Fokus auf die Psyche ausgeht. Da ihre Protagonistin Nadine keine Polizistin ist, sondern Psychiaterin, geht es nicht darum, herauszufinden, wer der Mörder ist. Stattdessen beobachten die LeserInnen Nadine beim Kampf mit ihren Erinnerungen und dem tiefen Bedürfnis, Beweise für das Unrecht aufzudecken, das ihr damals angetan wurde. Ich empfand diesen Ansatz als originelle Abwechslung und kam auch mit Nadine selbst sehr gut zurecht. Zwar ist sie als Hauptfigur etwas schwierig, weil sie eine Menge Fehler hat, die ihr Handeln des Öfteren bestimmen, aber genau das machte sie mir sympathisch. Sie weiß sehr gut, dass sie sich anders verhalten sollte, kann jedoch einfach nicht aus ihrer Haut. In vielen Szenen ist sie von unglaublich intensiven und starken Gefühlen geschüttelt, durch die ich eine feste Verbindung zu ihr aufbauen konnte.
Sie ist eine wirklich runde Figur, doch überstrahlt dadurch – wie so oft bei starken ProtagonistInnen – jegliche Nebencharaktere. Vermutlich ist das einer der Gründe, warum es kaum Faktoren gibt, die mich wirklich beeindruckt haben: inhaltlich ist „Blick in die Angst“ nicht sonderlich komplex. Da ist Nadine und ihre Vergangenheit beziehungsweise die ihrer Familie – und das war es. Sehr viel mehr wird nicht thematisiert.

 

Sicher werde ich Chevy Stevens damit nicht gerecht, doch im Nachhinein betrachtet hinterließ „Blick in die Angst“ bei mir nur das emotionale Pendant eines Schulterzuckens. Ja, es ist ein guter, solider Thriller mit einer sympathischen Protagonistin, nachhaltig ist er meiner Empfindung nach allerdings nicht. Eine flüssige, interessante Lektüre für zwischendurch, nicht sehr anspruchsvoll und selten überraschend. Zwischen Oberfläche und Tiefe besteht keinerlei Spannung, man muss als LeserIn nicht mit dem Buch arbeiten.
Nehmt „Blick in die Angst“ mit in den Urlaub, gönnt euch damit eine mentale Auszeit oder lest es unterwegs, denn wenn ihr Psychothriller mögt, wird es euch bestimmt gefallen. Große Lektüre dürft ihr jedoch nicht erwarten.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2014/09/18/chevy-stevens-blick-in-die-angst
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