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review 2018-05-30 12:39
Ein Funke, ein Knistern, ein Lodern, ein Brand
Kleine Feuer überall: Roman - Celeste Ng... Kleine Feuer überall: Roman - Celeste Ng,Brigitte Jakobeit

Shaker Heights im US-Bundesstaat Ohio im Jahr 1998: Elena Richardson, eine fast 40-jährige Lokaljournalistin, steht fassungslos vor dem Haus ihrer Familie. In jedem der Schlafzimmer hat jemand ein Feuer gelegt. War es ihre jüngste Tochter, Sorgenkind Isabelle, genannt Izzy? Und, falls ja, warum hat sie so etwas getan? Ihr ganzes Leben lang hat Mrs. Richardson die Erfahrung gemacht, „dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer“. Deshalb passte sie nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, in dem der Anstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie der sonstige Alltag der Bewohner. Ihre Ehe mit Bill, einem Anwalt, verläuft ohne Schwierigkeiten, auch ihre übrigen drei Kinder Trip, Lexie und Moody machen ihr keine Sorgen. Doch mit dem Brand droht Elenas Idylle in Flammen aufzugehen…

 

„Kleine Feuer überall“ von Celeste Ng ist eindrucksvoller Roman über Lügen, Geheimnisse und andere Katastrophen, die ein geregeltes Leben durcheinanderbringen können.

 

Meine Meinung:
Eingeteilt ist der Roman in 20 Kapitel. Erzählt wird im auktorialen Stil, der die Ereignisse aus der Sicht der Hauptpersonen beleuchtet. Nach der Schilderung des Brandes folgt ein Zeitsprung in die Vergangenheit, der dem Leser Stück für Stück offenbart, wie es soweit kommen konnte. Insgesamt ist der Roman mit Raffinesse konstruiert. Geschickt werden unterschiedliche Stränge der Erzählung miteinander verwoben. Der Aufbau der Geschichte ist sehr gut durchdacht und äußerst gelungen.

 

Auch sprachlich konnte mich das Buch ab der ersten Seite begeistern. Das schriftstellerische Können der Autorin zeigt sich beispielsweise daran, dass die Feuer-Metapher sich gekonnt durch den gesamten Roman zieht. Der angenehme Schreibstil lässt viele Bildern entstehen und schwenkt den Fokus gekonnt von einer Person zur anderen, ohne dass die Geschichte ins Stocken gerät oder unübersichtlich wird. Dabei wird der Roman zu keiner Zeit langatmig, sondern bleibt – auch dank einiger Wendungen und Überraschungen - durchweg spannend.

 

Gut gefallen haben mir ebenfalls die Charaktere. Authentisch und glaubwürdig werden die Akteure und deren Handeln dargestellt. Dabei gibt es viele Grautöne. Sowohl die Mitglieder der Familie Richardson als auch die 36-jährige Künstlerin Mia Warren und ihre 15-jährige Tochter Pearl werden als vielschichtige Personen beschrieben, die nicht nur gute, sondern auch schlechte Seiten haben. Bewusst wird der Finger in Wunden gelegt, um zu zeigen, wie Lebensentwürfe aufeinanderprallen und welche Erlebnisse ein Schicksal bestimmen können.

 

Auch thematisch ist der Roman recht komplex. Dabei werden zentrale Fragen aufgeworfen: Lässt sich das Leben regeln? Wie wichtig ist Liebe, wie wichtig Wohlstand, wie wichtig Moral? Wie sollte man mit Fehlern umgehen? Was muss eine Familie aushalten? Mit ihrer Geschichte legt die Autorin eine interessante Gesellschaftstudie vor, die zum Nachdenken anregt. Schritt für Schritt werden Oberflächlichkeit, Arroganz und Egoismus entlarvt. Doch dabei verzichtet die Autorin bewusst auf den erhobenen Zeigefinger und lässt dem Leser den Raum, sich seine eigene Meinung zu bilden.

 

Das schlichte und gleichzeitig ansprechende Cover passt gut zum Inhalt des Romans. Auch der Titel, der sich am amerikanischen Original orientiert, ist sehr treffend.

 

Mein Fazit:
„Kleine Feuer überall“ von Celeste Ng ist ein besonderer Roman, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird und schon jetzt als eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr bezeichnet werden kann. Ich kann die Geschichte wärmstens empfehlen und freue mich schon auf die angekündigte Verfilmung.

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review 2018-03-30 15:35
Sensibles Portrait entgegengesetzter Lebensentwürfe
Kleine Feuer überall: Roman - Celeste Ng... Kleine Feuer überall: Roman - Celeste Ng,Brigitte Jakobeit

Elena Richardson lebt Ende der 1990er Jahre den amerikanischen Vorstadt-Traum: Mit ihrem Mann, einem Anwalt, und ihren vier Kindern wohnt die Journalistin in einem perfekten Haus in Shaker Heights, einer perfekten Gegend nahe Cleveland/Ohio. Image ist hier alles. Doch als die alleinerziehende Fotografin Mia mit ihrer Tochter Pearl in die Gegend zieht, enthüllt die Autorin Celeste Ng nach und nach, welche Probleme sich hinter der perfekten Vorstadt-Fassade verbergen. Freigeist Mia bleibt nur so lange an einem Ort, bis sie ein Fotografie-Projekt abgeschlossen hat, dann zieht sie mit ihrer Tochter und ihrem wenigen Hab und Gut weiter.

 

Beide Familien vertreten komplett unterschiedliche Werte, aber haben auf den ersten Blick ihren Platz im Leben gefunden. Erst als sich die fünf Kinder näher kennenlernen, beginnt die Fassade auf beiden Seiten zu reißen. Anhand dieser scheinbar normalen Familien behandelt Celeste Ng wichtige Themen wie Alltagsrassismus, sexuelle Selbstbestimmung sowie die Bedeutung von Mutter- und Vaterschaft. Dabei zeichnet sie die ganz alltäglichen zwischenmenschlichen Beziehungen auf sehr feinfühlige Weise nach. Bis auf das herunterbrennende Haus, das den Rahmen der Geschichte bildet, gibt es keine großen, übertrieben dramatischen Ereignisse. Stattdessen schlägt Ng viele leise Töne an und schreibt in einem angenehm unprätentiösen, klaren Stil. Auf diesem Weg zeigt sie geschickt, wie aus kleinen, lange schwelenden Feuern schließlich ein Großbrand wird.

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review 2018-03-28 10:24
Schon lange kein so gutes Buch in der Hand gehabt
Kleine Feuer überall: Roman - Celeste Ng... Kleine Feuer überall: Roman - Celeste Ng,Brigitte Jakobeit In diesem Buch tauchen wir in das Leben von Bewohnern in Shaker Heights ein. Hier ist alles und jeder perfekt. In diese kleine Welt ziehen Pearl und ihre Mutter Mia. Mia hat ihrer Tochter versprochen endlich sesshaft zu werden. Schnell freundet sich Pearl mit dem Sohn der Richardsons an. Die beiden verbringen viel in dem Haus der Richardsons und Pearl lernt such die anderen Familienmitglieder kennen. Ich möchte einfach nicht zu viel über den Inhalt des Buches verraten, sonst macht das Lesen keinen Spaß. Es ist mein erstes Buch von Celeste Ng, aber es wird hoffentlich nicht mein letztes sein. Ng nimmt den Leser mit in die typische, perfekte Vorstadt und zeigt einen was hinter der Fassade eines Menschens stecken kann. Ihr Schreibstil hat mich sofort in den Bahn gezogen. Bilder der Protagonisten und der Umgebung tauchten in meinem Kopf auf. Jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle. Die Seiten fliegen nur so dahin. Nicht nur der Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, sondern auch die großartigen Charaktere. Jeder von ihnen ist lebendig, handelt und denkt authentisch. Es macht Spaß jeden von ihnen kennen zu lernen und ihr Handeln zu verfolgen,zu sehen wie sie wachsen und sich verändern. Es ist fantastisch. "kleine Feuer überall" hat mich zu 100% überzeugt. Alles passt zusammen und ergibt zusammen ein Buch, welches ich nicht mehr beiseite legen konnte und wollte. Absolute Lesempfehlung. Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde von vorablesen bereitgestellt bekommen und bedanke mich herzlich dafür.
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review 2018-03-04 15:02
Chaos on the Western Front, or: The trenches are on fire
Das Feuer - Henri Barbusse

Reading All Quiet on the Western Front made me not only appreciate our (more or less) peaceful present here in Europe, but it also made me wonder about WW1 in general. Although I am from Austria, the country which had a finger in both World War pies, I have to admit, that I am frightfully uninformed about this section of history. In school we somehow tend to briefly mention that WW1 happened because of the assassination of the Habsburg heir in order to focus the rest of our history classes almost exclusively on WW2.

 

After reading what Remarque had to say about the Western Front, I wanted to know what the other side of the story looked like in the French trenches straight across No Man’s Land, because when it comes to history, nothing is worse than a one-sided view. Since Barbusse’ novel Under Fire appeared in 1916, it was one of the first non-propaganda books about WW1 and although Barbusse and Remarque had similar aims and viewpoints, their novels differ considerably.

 

Under Fire basically tells the reader about the common soldiers’ everyday life in the French army, therefore not focusing so much on fighting action, but mainly on hopes and dreams, boredom, physical strains, angst and chaos. It is at the same time more humane and universal than Remarque’s novel, but in comparison doesn’t do such a good job at conveying the deep personal struggles of the protagonists.

 

Although Under Fire was a huge-ass success when it was published, I can now understand why All Quiet on the Western Front is completely overshadowing it. Barbusse’ writing style is something to get used to – it is partly realistic, yet extremely expressionistic and overly symbolic. Also, the many episodes of the novel are somewhat disconnected from each other in terms of time as well as space (=setting) and it as hard as it is annoying to try to follow the disjointed snippets of different conversations which are interrupting and overlying each other all the time.

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text 2018-02-28 10:37
Reading progress update: I've read 26 out of 294 pages.
Das Feuer - Henri Barbusse

I hoped that Barbusse’ novel would be as easy and exciting to read as Remarque’s All Quiet on the Western Front, but no. So far, definitely no.

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