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review 2017-09-11 15:00
Rezension | Daniel Silva: Der englische Spion
Der englische Spion (Gabriel Allon) - Daniel Silva,Wulf Bergner
Gabriel Allon? Nie gehört. Bis ich ein Leseexemplar bekam. Einstieg mit Band 15: Klappt. 
 
Silvas Stil ist mit feiner Ironie gespickt, die Handlung schnörkellos; durch die Folge der Ereignisse und die Ortswechsel gibt es Abwechslung genug. Die Kapitel sind nicht zu kurz und nicht zu lang. So hat die Geschichte den perfekte Rhythmus für einen Agententhriller. 
 
Über den Protagonisten und die handelnden Personen erfährt man genug um der Geschichte folgen zu können. Vermutlich sind einem die Figuren vertrauter, wenn man denn die restlichen Bände kennen würde. Die Wiederholung der vergangenen Ereignisse könnten für Kenner der Serie ermüdend sein. Für mich waren sie es; zum Ende hin überflog ich die Bemerkungen über Allons Vergangenheit nur noch. 
 
Silva verknüpft politische Themen mit persönlichen Anliegen seiner Figuren. Die politischen Inhalte sind teils aktuell, scheinen gut recherchiert und laden dazu ein sich dort einzulesen. 
 
Die persönlichen Anliegen sind jedoch die Achillesferse dieses Thrillers:
 
Zum einen fand ich es moralisch fragwürdig, dass zwei Figuren der einen Seite ungestraft ihrer privaten Rachsucht frönen dürfen; unterstütz und bezahlt von ihren Diensten und Staaten.
 
Die Bösen sind böse und die Guten tun im Grunde das Selbe, sind aber die Guten … und deswegen ist Mord und Folter okay, bzw. irgendwie doch ganz cool … ? Hm.
In der Welt der Geheimdienste gibt es wahrscheinlich keine weißen Westen, deshalb schaut man auf Ethik und Moral besser nicht so genau. 
 
Zweitens läuft der Roman zu glatt durch. Er lässt sich dadurch leicht lesen und unterhaltsam ist es auch, aber diese Geradlinigkeit in der Handlung als auch auf der moralischen Ebene lässt Ecken und Kanten vermissen, die andere Thriller und Agenten für mich interessanter machen. Es gibt Wendungen und Probleme, die gemeistert werden müssen, am Ende dachte ich dennoch: Och, das war nun eigentlich ziemlich einfach. 
 
Aber es ist unterhaltsam. So zum locker weg lesen an einem regnerischen Nachmittag. 
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review 2017-09-05 04:30
Rezension | Northanger Abbey von Val McDermid
Jane Austens Northanger Abbey - Val McDe... Jane Austens Northanger Abbey - Val McDermid,Doris Styron

Beschreibung

 

Die Pfarrerstochter Catherine Morland führt ein beschauliches und behütetes Leben auf dem Land. Einzige Zuflucht in eine aufregende Welt bieten ihr Bücher, die sie vorzugsweise in die fantasiereiche Welt der Vampire entführen. Als Cat von ihrer befreundeten Nachbarin eingeladen wird, Sie zum Kulturfestival in Edingburgh zu begleiten schwebt Cat auf Wolke Sieben.

 

In Edingburgh steht Cat eine aufregende Zeit bevor. Sie verliebt sich in den charismatischen Anwalt Henry Tilney, freundet sich mit Bella Thorpe und Elli Tilney an und wird schließlich von den Tilneys eingeladen, mit ihnen Zeit auf Northanger Abbey zu verbringen. Bei dem ganzen Trubel vermischt sich Cats lebhafte Fantasie mit der Realität.

 

Meine Meinung

 

Die Adaption zu Jane Austens „Northanger Abbey“ von Val McDermid erschien erstmals im Januar 2016 auf dem deutschen Buchmarkt. Im Zuge des 200. Todestages der beliebten Autorin wurde der Roman, der zugleich Teil des Austen Projekts ist, neu aufgelegt.

 

Bisher habe ich noch keinen Roman der bekannten Krimiautorin Val McDermid gelesen. Umso gespannter war ich auf ihre Adaption zu Austens Klassiker „Northanger Abbey“. Obwohl dieser Roman nicht zu meinen allerliebsten Austen Büchern gehört, mochte ich die verträumte und leicht gruselige Geschichte sehr gerne.

 

"Sie war absolut sicher, dass aus ihr eine Heldin werden würde. Für sie war klar, dass ihr bisheriges Leben nichts weiter als die Vorbereitung auf diese Rolle war." (Seite 13)

 

Val McDermid bleibt bei ihrer modernen Adaption bezüglich Handlungsablauf, Charaktere , Sprache und Stil dem Original sehr treu. Somit blieb ich was die Auffrischung der Geschichte betrifft ziemlich enttäuscht zurück. Lediglich Einflüsse wie Facebook, moderne Literatur (Twilight), Smartphones etc. zeugten davon, dass die Handlung nicht im 19. Jahrhundert spielt. Vor allem bei der Sprache und Umgangsformen hält sich die Autorin ziemlich nahe an Austen – und das passte in meinen Augen einfach überhaupt nicht zusammen!

 

Ich hätte mir deutlich mehr Kreativität und Abweichungen von der Vorlage erwartet. Vor allem die mittlerweile eingestaubten gesellschaftlichen Konventionen beißen sich mit der heutigen Zeit. Es fühlt sich fast so an, als ob die Charaktere einfach von der Vergangenheit in das 21. Jahrhundert gebeamt wurden und sich dann nicht einmal über die modernen Errungenschaften wundern.

 

Nachdem ich mich mit dem unpassenden Mix arrangiert hatte, bin ich dazu übergegangen meine Gedanken auszuschalten um mich dennoch an der Sprache und den Spitzen, die diese bietet, zu erfreuen.

 

"[…]obwohl Cat sich wegen dieses Gedankens selbst nicht gerade nett fand, merkte sie, dass sie bisher irgendwie übersehen hatte, dass Susie Allen die hirnloseste Frau war, mit der sie je Zeit zugebracht hatte." (Seite 21)

 

Leider ist es Val McDermid nicht gelungen die Geschichte von „Northanger Abbey“ in die moderne Welt zu integrieren. Man bekommt lediglich eine leicht abgeänderte Interpretation in der man Spannungs- und Gruselmomente vergeblich sucht.

 

Fazit

 

Diese Austen Adaption ist leider nicht empfehlenswert – lest lieber das Original!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-jane-austens-northanger-abbey-von-val-mcdermid
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review 2017-09-05 04:30
Rezension | Vermählung von Curtis Sittenfeld
Vermählung - Curtis Sittenfeld,Sabine Sc... Vermählung - Curtis Sittenfeld,Sabine Schilasky

Beschreibung

 

Mrs. Bennet hat fünf Töchter und sorgt sich vor allem um die Vermählung mit dem jeweils Richtigen der Selbigen. Die älteste Tochter Jane hat mit ihren knapp 30 Jahren gute Aussichten auf die Hand des attraktiven Arztes Chip Bingley, der durch die Realityshow „Vermählung“ bekannt wurde und nach seiner erfolglosen Suche nach der Liebe auf Jane trifft.

 

Janes Schwester Liz freut sich über das Glück des bezaubernden Paares. Mit Chips bestem Freund Fitzwilliam Darcy wird sie jedoch nicht so recht warm. So scheint es zumindest auf den ersten Blick…

 

Meine Meinung

 

Der neueste Roman von Curtis Sittenfeld trägt den Titel „Vermählung“ und erschien im Rahmen des Austen Projekts. Die Autorin hat die wohl beliebteste Geschichte der englischen Kultschriftstellerin Jane Austen, „Stolz und Vorurteil“, in einen modernen Schauplatz verpflanzt. Dabei bleibt sie den Namen und Persönlichkeiten des Originals sowie dem Plot recht treu, es ist sogar auch die ein oder andere Anspielung auf die damaligen gesellschaftlichen Sitten zu entdecken (so deutet z. B. Darcy eine Verbeugung an).

 

An mir ist ein großer Jane Austen Fan verloren gegangen. Die Geschichte von Elizabeth Bennet und Mr. Darcy in „Stolz und Vorurteil“ gehört mit seiner spritzigen, erfrischenden Atmosphäre zu meinen absoluten Lieblingen! Da ich immer offen für neues bin, musste diese Neuinterpretation aus Curtis Sittenfelds Feder natürlich von mir gelesen werden.

 

"„Im Gegensatz zu eurer Mutter ist es mir egal, wen irgendeine von euch heiratet oder, offen gesagt, ob ihr überhaupt heiratet“ antwortete Mr. Bennet." (Seite 23)

 

Die Lebensumstände und den Alltag hat Curtis Sittenfeld den gegenwärtigen Gegebenheiten angepasst. Jane ist Yogalehrerin und lebt gemeinsam mit ihrer Schwester Lizzy, die sich den Lebensunterhalt als Journalistin verdient, in New York. Chip Bingley und sein Freund Fitzwilliam Darcy üben den angesehenen Beruf des Arztes aus und geben damit das passende Objekt für eine, in Mrs. Bennets Augen, perfekte Partie ab. Durch die Erkrankung von Mr. Bennet zieht es die Schwestern in die Kleinstadt wo sie Bekanntschaft mit Bingley und Darcy machen und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

 

Natürlich drängt sich bei so einer Neuinterpretation immer der direkte Vergleich mit dem Originalwerk auf. Für mich spielt Jane Austen in einer gesonderten Klasse, daher war mir von Anfang an klar, dass „Vermählung“ an einem anderen Maßstab zu messen ist. Meine einzige Erwartung an den Roman war gute Unterhaltung mit Jane Austen Flair – und diese wurden hier vollkommen erfüllt. Die Charaktere sind deutlich älter als in der Vorlage und wurden mit ein paar zur moderneren Zeit passenden Feinheiten ausgestattet, bei der teilweise zum schmunzeln überspitzten Darstellung wird Curtis Sittenfeld zu einer modernen Austen.

 

"Mary war, wie Liz längst festgestellt hatte, der lebende Beweis dafür, dass man ohne Weiteres unattraktiv und unsymphatisch sein konnte." (Seite 116)

 

Nach einem überzeugenden Beginn geht der rote Faden während des weiteren Verlaufes immer mehr verloren. Die Entwicklungen zwischen Lizzy und Darcy hatten nicht annähernd das Charisma des Originals. Das Konzept des Reality-TV in Kombination mit dem klassischen Ursprung geht leider auch nicht ganz auf. Zum Schluss brachte es eine sehr gekünstelte Empfindung mit sich. Deshalb bleibt es bei Curtis Sittenfelds „Vermählung“ bei einem amüsanten Unterhaltungsroman für zwischendurch. (Das Buch eignet sich daher auch prima als leichte Lektüre für den Urlaub.)

 

"„Und auch wenn du nicht eben mein Aussehen, meine Persönlichkeit und meine Familie beleidigt und dein Interesse an mir auf Sexualhormone geschoben hättest – sogar wenn du deine Zuneigung wie in normales menschliches Wesen ausgedrückt hättest, würde sich nichts daran ändern.“" (Seite 342)

 

Fazit

 

Eine lesenswerte Adaption, die Jane Austens Klassiker in die moderne Welt transferiert.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-vermaehlung-von-curtis-sittenfeld
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review 2017-08-30 04:49
Rezension | Nachtblau von Simone van der Vlugt
Nachtblau - Simone van der Vlugt,Eva Sch... Nachtblau - Simone van der Vlugt,Eva Schweikart

Beschreibung

 

Die junge Witwe Catrijn zieht es nach dem Tod ihres Mannes weg vom Dorf in die Stadt. In Amsterdam findet sie eine Anstellung als Haushälterin und als sie mit ihrem Dienstherren den großen Maler Rembrandt besuchen darf, ist ihre Begeisterung für die Kunst nicht länger zu unterdrücken. Jedoch holt sie ihre Vergangenheit ein, so dass Catrijn keinen anderen Ausweg sieht als nach Delft zu fliehen. In dem weit entfernten Städtchen findet sie Arbeit in einer Porzellanfabrik und beginnt mit dem Inhaber Evert das Porzellan mit exotischen Motiven zu bemalen. Die neuen Stücke sorgen für reisenden Umsatz und auch privat läuft es für Catrijn in eine rosige Zukunft, doch die Pest zwingt Catrijn zurück in ihre Heimat und damit in ihre Vergangenheit.

 

Meine Meinung

 

Der historische Roman „Nachtblau“ von Simone von der Vlugt handelt von dem bis heute berühmten holländischen Porzellan, auch „Delfter Blau“ genannt, das seit dem 17. Jahrhundert in Delft hergestellt wird. Das Buchcover ist mit hübschen Motiven versehen die gleich an das Porzellan erinnern und passt daher perfekt zu der Geschichte.

 

"Die Leute reden. So ist das nun einmal im Dorf, und auch darum will ich fort. Ich habe die Neugier der Leute und ihre Tratschereien gründlich satt." (Seite 9, epub Version)

 

Die Hauptprotagonistin Catrijn ist in ihren jungen Jahren bereits verwitwet und lebt als Bäuerin auf dem Land in De Rijp. Ihre großen Träume seit Kindertagen bestehen jedoch darin, vom Land in die verheißungsvolle Stadt zu ziehen und sich endlich ihrer Leidenschaft, dem Malen, widmen zu können. Simone van der Vlugt zeichnet ein realistische Bild über das bäuerliche Leben in einem niederländischen Dorf im 17. Jahrhundert. Mit der jungen Catrijn habe ich mich gleich verbunden gefühlt, denn an ihrer Stelle würde es mich auch aus der Enge des Dorfes, mit all seinen Sitten und Gebräuchen, hinaus in die Welt ziehen. Dies ist zu der damaligen Zeit allerdings kein leichtes Unterfangen für eine junge Frau – umso mehr habe ich Catrijns Mut und Entschlossenheit bewundert.

 

"Anfang Dezember gibt es bereits fünfzehn Manufakturen in unserer Stadt, und fast alle liegen an der Gheer, aufgereiht wie Perlen an einer Kette, die Läden zur Straße hin, die Werkstatträume dahinter." (Seite 251, epub Version)

 

Wie sich bald schon erahnen lässt, gestaltet sich Catrijns Vorhaben nicht so leicht wie gedacht. Das Schicksal legt ihr mehrfach Steine in den Weg und dann ist da auch noch der Balast der Vergangenheit den die junge Frau täglich mit sich trägt. Ihre Reise führt sie über Alkmaar direkt nach Amsterdam, dort erhält sie Arbeit als Haushälterin bei einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Doch schon bald verschlägt sie das Schicksal nach Delft, wo sie eine Anstellung in einer Keramikmanufaktur erhält und gemeinsam mit dem Betreiber Evert die Idee zu den exotischen Malereien für das Delfter Porzellan erarbeitet.

 

Simone van der Vlugts konnte mich mit ihrem historischen Roman „Nachtblau“ durch einen gut recherchierten Hintergrund sowie den fein ausgearbeiteten Protagonisten überzeugen. Es fiel mir tatsächlich sehr schwer den Roman aus der Hand zu legen, da sich mit der Zeit ein schöner Spannungsbogen entwickelte und ich einfach mit Catrijn mitfiebern musste. Außerdem haben mir die eingewobenen historischen Ereignisse sehr gut gefallen. Einzig die Dramaturgie wurde mir an manchen Stellen etwas zu weit getrieben. Ansonsten könnte ich mir diesen Roman auch sehr gut in Filmform vorstellen, da der niederländische Hintergrund schon beim lesen sehr bildhaft daher kommt.

 

Sehr aufschlussreich war die Autorennotiz am Ende des Romans, in der die tatsächlichen historischen Ereignisse und Persönlichkeiten aufgezeigt werden.

Fazit

 

Ein farbenprächtiger historischer Roman, dessen Sog man sich nicht entziehen kann.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-nachtblau-von-simone-van-der-vlugt
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text 2016-09-22 14:47
Reading progress update: I've read 42 out of 264 pages.
Gumnut Babies - May Gibbs

In the Buds - that's where the Babies are found - the lids lift up, the petals quickly unfold, and the Baby is tossed out into the arms of the expectant little Mother. She has waited and watched, for she knows which bud holds a Baby.

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