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review 2016-08-29 07:13
George
George - Alex Gino

Story:
George ist 10 Jahre alt und weiß genau, dass sie eigentlich ein Mädchen ist. Sie fühlt sich wie eins und träumt davon, dass auch ihr Umfeld sie als so wahrnimmt, wie sie ist. Als die Schule ein Theaterstück plant, setzt George alles daran, die weibliche Hauptrolle zu bekommen, damit sie der Welt zeigen kann, wer sie wirklich ist. Doch dies ist nicht so einfach, denn ihre Lehrerin will nicht akzeptieren, dass ein Junge die Rolle der Spinne Charlotte spielen kann und auch ihre Mutter hat zunehmend Schwierigkeiten mit ihrem „Sohn“ George …

 

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „George“ erschien eines der ersten Transgender Kinderbücher und spiegeln die Erlebnisse und Erfahrungen der Autorin Alex Gino wieder, die in den queeren und transgender Bewegungen aktiv ist. Die deutsche Fassung erschien im Fischer Verlag, der bereits mehrere Romane zum Transgender-Thema auf den Markt brachte (u.a. „Zusammen werden wir leuchten“, „Teddy Tilly“). „George erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise.

 

Die Geschichte handelt von George, die sich schon in jungen Jahren als Mädchen fühlt, jedoch Probleme damit hat, sich anderen gegenüber zu öffnen. Erst als sie sich ihrer besten Freundin Kelly anvertraut und von dieser Unterstützung erfährt, setzt es sich George als Ziel, der Welt zu beweisen wer er ist. Die Handlung ist kindgerecht aufgearbeitet und gibt auch junge Leser die Möglichkeit sich mit George zu identifizieren. Einige Begriffe und Wörter erscheinen mir jedoch etwas unpassend für jüngere Leser, doch insgesamt gelingt es Alex Gino gut, Georges Gedanken und Gefühle darzustellen und jüngeren Lesern zu übermitteln. Aufgrund der Altersgruppe, an die sich das Buch richtet und Georges Alter gibt es natürlich nur einige wenige Probleme, denen sich die Protagonistin stellen muss – das Mobbing durch einzelne Mitschüler, das Unverständnis von Lehrern und Familie. Zudem wirkt alles ein wenig glatt, da die meisten Dinge recht schnell überwunden werden. Auch endet das Buch recht offen, bzw. an einer Stelle, die viele Möglichkeiten offenlässt. Natürlich wäre eine intensivere Behandlung der Transgender-Thematik für ein Kinderbuch nicht geeignet gewesen, doch ein wenig mehr Tiefgang (vielleicht durch ein Gespräch mit der Direktorin) wäre schön gewesen. So lässt Alex Gino leider einiges an Potenzial ungenutzt.

 

Die Charaktere sind sehr liebenswert und nachvollziehbar gestaltet. George ist sehr sympathisch und man kann sich sehr gut mit ihr und ihren Problemen identifizieren. Sie ist eine stille, ruhige Heldin, die vieles mit sich ausmacht und nur selten Kontra liefert. Ihre beste Freundin Kelly ist wesentlich aktiver und offensiver, allerdings wirkt sie manchmal ein wenig altklug. Die übrigen Figuren wirken ein wenig blass, da der Schwerpunkt auf George und (später) auf ihrer besten Freundin Kelly liegt. Dennoch passen sowohl Georges Mutter und ihr Bruder, als auch ihre Mitschüler gut zur Geschichte und geben der jungen Heldin den perfekten Rahmen um sich zu entfalten.

 

Stilistisch legt Alex Gino ein solides Kinderbuch vor, das allein schon aufgrund seiner Thematik ein Muss für junge Leser ist. Er hat einen kindgerechten, sehr schlichten Schreibstil, der lediglich durch einige schwierigere Begriffe etwas unhandlich wirkt. Da stellt sich automatisch die Frage, ob ein 10-jähriges Kind wirklich die gesamte Tragweite des Buches begreifen kann, oder ob einige Punkte doch zu hoch gegriffen sind. Da Alex Gino jedoch auch Themen wie Akzeptanz, Toleranz und den Mut zu sich selbst zu stehen, aufgreift, ist „George“ durchaus auch für Leser ab 10 geeignet, insofern man im Bedarfsfall bereit ist anfallende Fragen zu beantworten.

 

Fazit:
„George“ ist ein schönes, thematisch wichtiges Kinderbuch, das dazu anleiten soll, zu sich selbst zu stehen und andere Menschen, ganz gleich wodurch sie sich unterscheiden, zu akzeptieren und zu tolerieren. Alex Gino hat ein schönes, wertvolles Kinderbuch erschaffen, das an einigen Stellen ein wenig übers Ziel hinausschießt, an anderen Potenzial ungenutzt verstreichen lässt. Wer junge Leser an die Thematik Transgender heranführen will, ist mit „George“ sehr gut bedient – sowohl die junge Heldin, als auch die Handlung ist passend für 10-Jährige. Zu empfehlen.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-08-24 11:48
Teddy Tilly
Teddy Tilly - Jessica Walton,Dougal Macpherson,Anu Stohner

Story:
Teddy Thomas ist unglücklich, denn er fühlt sich schon seit langer Zeit nicht als Teddybär, sondern als Teddybärin. Nach einigem Zögern offenbart er seinem besten Freund Finn sein Geheimnis und ist ehrleichtert, dass Finn sich an seinem Wunsch nicht stört, sondern ihm versichert, dass er ihn immer liebhaben wird. So wird aus Thomas Tilly und die Freundschaft der beiden wird immer tiefgründiger und stärker …

 

Eigene Meinung:
Das Bilderbuch „Teddy Tilly“ entstand im Rahmen einer Crowdfunding Kampagne der australischen Mutter Jessica Walter, die ihren Kindern gerne eine kindgerechte Geschichte über Transgender vorlesen wollte. Unterstützt von Dougal MacPherson, der die Geschichte illustriert hat, wurde die Kampagne ein Erfolg und das knapp 40-seitige Buch erschien. Im August 2016 veröffentlichte der Sauerländer Verlag „Teddy Tilly“ und präsentiert damit ein weiteres Transgender-Werk.

 

Die Geschichte ist kindgerecht aufgearbeitet und komplett illustriert. Jessica Walter behandelt Themen wie Akzeptanz, Toleranz und Vertrauen. Sie zeigt, dass sich zwischen Finn und Tilly nichts ändert, nachdem sich Thomas entschieden hat eine Teddybärin zu sein. Beide spielen nach wie vor zusammen, klettern auf ihr Baumhaus und trinken Kakao wenn es draußen regnet. Ihr gelingt eine zauberhafte Bilderbuchgeschichte, die vollkommen unkompliziert das Thema Transgender aufgreift und sehr einfühlsam jungen Lesern näherbringt. Das macht das Bilderbuch zu einem der wenigen existierenden Transgender Kinderbüchern, die aktuell auf dem Markt zu finden sind.

 

Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind die Illustrationen von Dougal MacPherson, der mit seinem „15 Minute Drawings“ bekannt geworden ist. Sie wirken ein recht kantig, unsauber und kindlich, doch das passt recht gut zum Stil des Buches, da sich ein Kind in den recht einfachen, groben Zeichnungen rasch wiedererkennen dürfte. Teddy Tilly ist sehr liebevoll in Szene gesetzt, ebenso ihr bester Freund Finn.

 

Gelungen ist auch die Aufmachung der deutschen Ausgabe – ein stabiles Hardcover, vollfarbig und in einem sehr angenehmen Format.

 

Fazit:
„Teddy Tilly“ ist ein gelungenes Kinderbuch, das ein wichtiges Thema anschneidet und für Akzeptanz und Toleranz wirbt. Wer Kinder im passenden Alter hat und über das Thema Transgender aufklären will, sollte sich das Werk von Jessica Walter und Dougal MacPherson nicht entgehen lassen. Zu empfehlen.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-07-27 11:57
Zusammen werden wir leuchten
Zusammen werden wir leuchten - Lisa Williamson,Angelika Eisold-Viebig

Story:
Bereits im Alter von acht Jahren weiß David, dass er ein Mädchen sein will. Seinen Eltern möchte er sein größtes Geheimnis nicht offenbaren – diese rechnen bei einem Coming-Out eher mit der Homosexualität ihres Sohnes, nicht damit, dass er Transgender ist. Lediglich Davids beste Freunde Essie und Felix wissen um Davids geheimen Wunsch. Sie halten zu ihm, auch wenn er in der Schule noch so oft von seinen Mitschülern angegangen und beleidigt wird.


Das Blatt wendet sich Stück um Stück als mit Leo ein neuer Schüler auftaucht, der aus einem schlechten Viertel und von einer noch schlechteren Schule stammt. Anstatt dem Mobbing tatenlos zuzusehen, verteidigt er David. Die beiden lernen sich kennen und Leo beginnt David Mathenachhilfe zu geben. Nach und nach werden die beiden Freunde und schon bald wird klar, dass auch Leo ein Geheimnis hat, dass vieles ändern könnte …

 

Eigene Meinung:
Der Roman „Zusammen werden wir leuchten“ ist das Debüt der Autorin Lisa Williamson und beschäftigt sich als eines der ersten Jugendbücher mit dem Thema Transgender. Die Autorin gewann mehrere Preise und erhielt weitestgehend positives Feedback. Die deutsche Ausgabe erschien 2015 beim Fischer Verlag.

 

Inhaltlich begleitet der Leser nicht nur David, seine Probleme und seine Sehnsüchte, sondern auch Leo, der es sich zum Motto gemacht hat möglichst unsichtbar zu bleiben und nicht aufzufallen. Seine Vorsätze geraten ins Wanken, als er sich in Alicia verliebt und irgendwann vor dem Problem steht, ihr sein größtes Geheimnis anvertrauen zu müssen, was jedoch für mehr Probleme sorgt, als er es sich je gedacht hat. Hauptsächlich geht es in dem Jugendbuch um Freundschaft und Vertrauen, Mut und Selbstbewusstsein. Sowohl David, als auch Leo müssen für das kämpfen, was sie sind und dabei erwachsen werden. Die Freundschaft, die sich zwischen ihnen entwickelt ist eher ruppig und direkt, teilweise schweißt sie nur ein ähnliches Geheimnis zusammen – beide sind Transgender, beide haben mit ihrer Geschlechtsidentität zu kämpfen und dafür, ein normales Leben zu führen. Leo ist David in vielen Punkten voraus, doch seine schwierige Familiensituation sorgt dafür, dass er gegen etliche Probleme anzukämpfen hat.


Ein wenig schade ist, dass David im Laufe der Geschichte immer mehr in den Hintergrund rückt – wer den Klappentext gelesen hat, geht beinah davon aus, dass es in „Zusammen werden wir leuchten“ um David und seine Probleme geht. Stattdessen steht im Grunde eher Leo im Mittelpunkt, dem mehr Platz eingeräumt wird, als es zunächst den Anschein hat. Da es lange dauert, bis sein Geheimnis gelüftet wird, weiß der Leser nicht so recht, wo er ihn einordnen soll – er hilft David zwar, ist an Freundschaft aber nicht interessiert. Auch später entwickelt sich nur eine recht lose Beziehung zwischen den beiden, da Leo jegliche Versuche Davids abblockt. Man kann Leos Beweggründe am Ende zwar nachvollziehen, doch gerade im Mittelteil sammelt er keinerlei Sympathiepunkte.

Dennoch ist Lisa Williamson ein solides, wichtiges Jugendbuch geglückt, dem es gelingt die Gefühle von Transgender sehr gefühlvoll und verständlich in Szene zu setzen und die damit einhergehenden Probleme und Ängste gut nachvollziehbar umzusetzen. Die Figuren wachsen einem ans Herz und man kommt nicht umhin, über die Dinge nachzudenken, die im Roman angesprochen wurden. „Zusammen werden wir leuchten“ regt auf jeden Fall zum Nachdenken und Diskutieren an.

 

Die Figuren sind sehr lebendig und authentisch, wenngleich Leo mit der Zeit einen schweren Stand hat. Aufgrund seiner ruppigen, manchmal unsympathischen Natur sammelt er nicht nur Pluspunkte. Allerdings versteht man seinen Charakter im Laufe der Zeit – er hat eine Menge durchgemacht, was ihn geprägt hat. David wiederum ist sehr sympathisch, so dass man ihn schnell ins Herz schließt. Ihm wünscht man, dass all seine Wünsche in Erfüllung gehen und er sich mit der Zeit gegen seine Mitschüler zur Wehr setzen kann.
Die übrigen Figuren können ebenfalls überzeugen, bleiben jedoch relativ blass. Essie und Felix mögen zwar Davids beste Freunde sein, doch sie kommen lediglich am Rande vor, Alicia und Leos Klassenkameraden wirken ebenfalls ein wenig schablonenförmig. So lebendig und witzig Leo und David sein, die Nebencharaktere kommen leider ein wenig zu kurz. Wenigstens wurde auf Leos Familie eingegangen, die wesentlich mehr Tiefgang haben, als Davids Freunde, Eltern und Geschwister. Das ist sehr schade, da dadurch David mitunter ein wenig untergeht.

 

Stilistisch bietet „Zusammen werden wir leuchten“ solide, gut geschrieben Jugendbuchlektüre. Lisa Williamson springt zwischen Davids und Leos Perspektive hin und her (was sogar eine Anpassung des jeweiligen Schriftbildes nach sich zieht). Obwohl die Autorin versucht beide Charaktere dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken, hat man doch das Gefühl, dass Leo im Zentrum der Geschichte steht. Ansonsten legt Lisa Williamson ein gutes Debüt vor, das durch gute Dialoge, schöne Beschreibungen und einen guten Einblick in die Gefühlswelten von Transgender besticht.

 

Fazit:
Lisa Williamsons Debüt „Zusammen werden wir leuchten“ ist ein schönes, thematisch wichtiges Jugendbuch, das durch lebendige Charaktere und einen angenehmen Schreibstil besticht. Hin und wieder wünschte man sich eine andere Gewichtung, was die verschiedenen Handlungsstränge betrifft, ebenso hätte die Autorin bei einigen Punkten mehr in die Tiefe gehen können. Dennoch ist der Roman allein aufgrund seiner Thematik ein Buch, das man lesen sollte und ist trotz einiger Abstriche lesenswert. Reinschauen!

Source: www.like-a-dream.de
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review 2015-10-16 11:38
Two Boys kissing
Two Boys Kissing - Jede Sekunde zählt - David Levithan,Martina Tichy

Story:
Eine Kleinstadt mitten in Amerika, unterschiedliche schwule Jugendlich, mal mit festem Partner, mal auf der Suche, mal geoutet, mal heimlich ihrer Sexualität nachgehend. Ryan ist auf der Suche nach der großen Liebe und trifft auf einem Schwulenball den gleichaltrigen Avery; Peter und Neil sind seit einem Jahr zusammen und stellen sich den alltäglichen Problemen, die eine Beziehung mit sich bringt; Cooper treibt sich heimlich auf Dating- und Sex Apps herum, da niemand weiß, dass er schwul ist und Tariq lebt es offen aus, wird jedoch Opfer mehrerer Schläger, die ihn ins Krankenhaus prügeln. Die brutale Aktion ist der Auslöser für Craigs und Harrys Versuch als erstes schwules Paar den Weltrekord im Dauerküssen zu brechen – obwohl sie sich vor ein paar Wochen getrennt haben. Nichtsdestotrotz planen sie mit Hilfe ihrer Freunde und Harrys Familie den Weltrekordversuch und setzen ihn an einem Samstag in die Tat um. Während die Welt auf ihre Aktion aufmerksam wird und sich immer mehr Menschen online und offline für die beiden interessieren, regen sich auch negative Stimmen und schüren Hass und Verachtung. Doch die beiden Jungs sind fest entschlossen, ein Zeichen zu setzen …

 

Eigene Meinung:
David Levithan ist einer der bekanntesten amerikanische Jugendbuchautoren unserer Zeit. Zu seinen bekanntesten Romanen gehören „Will & Will“ (der in Zusammenarbeit mit John Green entstand), „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ und sein Debüt „Noahs Kuss“, in dem er bereits einen schwulen Hauptcharakter präsentierte. Auch in seinen anderen Romanen baut er immer wieder homosexuelle Jugendliche ein und macht sie auf diesem Weg quasi salonfähig, denn noch immer sind schwule oder lesbische Figuren im Jugendbuchmarkt eine Seltenheit. „Two Boys kissing“ basiert teilweise auf wahren Ereignissen (der Weltrekordversuch fand 2010 wirklich statt, wie man im Nachwort erfährt) und besticht durch eine ungewöhnliche Erzählperspektive und lebendige Charaktere.

 

Der Inhalt von „Two Boys kissing“ ist weitaus vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint – wer glaubt, der Weltrekordversuch von Craig und Harry stünde im Zentrum, irrt sich. Stattdessen werden verschiedene Facetten des jugendlichen, schwulen Lebens beleuchtet und mit den früheren Generationen in Einklang gebracht. Sei es ein Pärchen, das länger zusammen ist (Neil und Peter), Liebe auf den ersten Blick (Ryan und Avery) oder der einsame Einzelgänger, der sein Glück im Internet sucht und nach einem ungewollten Coming-Out aus seinem Elternhaus flüchtet (Cooper), David Levithan deckt verschiedenen Geschichten ab und führt sie teilweise durch Harry und Craig wieder zusammen. Dabei ist die Erzählstimme am verblüffendsten gewählt, denn die Jugendlichen werden von einer Gruppe Geister beobachtet, die zumeist an Aids starben und sich an ihre Jugend und ihr Leben erinnern. Das mag seltsam und verrückt klingen, doch es funktioniert! Dem Autor gelingt es die Geschichte auf eine vollkommen neue Art zu erzählen und gewährt dem Leser Einblicke in eine Generation, die für Gleichberechtigung auf die Straße ging, gegen den tödlichen HIV-Virus, Unverständnis, Hass und Angst kämpfen musste. Aus diesem Grund ist „Two Boys kissing“ nicht nur für jugendliche Leser ein Muss, auch Erwachsene können sich mit den Erinnerungen der Geister identifizieren und diese nachempfinden. David Levithan gelingt ein beeindruckender Spagat zwischen mehreren Generationen und Denkweisen. Er erschafft ein Buch, das wesentlich tiefgängiger ist, als es auf den ersten Blick erscheint, und regt zum Nachdenken und Diskutieren an.

 

Die Charaktere sind, wie auch bei seinen anderen Romanen, sehr authentisch, gut nachvollziehbar und sehr lebendig. Seien es Craig und Harry, die eigentlich kein Paar mehr sind, sich jedoch noch immer zueinander hingezogen fühlen, oder Avery und Ryan, die sich erst kennenlernen und so manches Geheimnis voneinander entdecken müssen, die Jugendlichen sind sehr realistisch und in sich schlüssig in Szene gesetzt. Ähnlich wie John Green hat er ein Händchen dafür Figuren zu erschaffen, die der heutigen Jugendkultur entsprechen und macht sie auf diesem Weg für ältere Generationen nachvollziehbar. Jugendliche Leser werden sich problemfrei in einem der jungen Hauptcharaktere wiederfinden, Erwachsene werden sich an ihre eigene Jugend zurückerinnern. Gleichzeitig lernt man die jeweils andere Generation kennen und verstehen, was dieses Buch in gewisser Weise so besonders macht.

 

Stilistisch mag „Two Boys kissing“ zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, doch man gewöhnt sich schnell an die seltsame Erzählperspektive. Bereits nach wenigen Seiten fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen, da man sich von den unterschiedlichen Episoden der Jugendlichen mitreißen lässt und sowohl wissen will, ob der Weltrekordversuch gelingt, als auch ob Cooper nach dem Streit mit seinen Eltern noch einmal die Kurve bekommt. Auch die Einblicke, die die Geister in ihr altes Leben gewähren, sind sehr gut umgesetzt und passen in die puzzleartige Handlung. Dabei zeigt sich, dass David Levithan zu Recht einer der bekanntesten Jugendbuchautoren ist, denn sein Stil entspricht der Sprache der heutigen Jugend und trifft damit den Nerv. Er scheut sich nicht davor, Dinge direkt anzusprechen, wenngleich er Erotik- und Sexszenen nie ausführlich zu Papier bringt.

 

Fazit:
„Two Boys kissing“ ist ein wundervoller, authentischer und wichtiger Roman, das jedem ans Herz gelegt sei, der sich für realistische Werke Jugendbücher interessiert. David Levithan gelingt ein spannendes, intelligentes und tiefgründiges Jugendbuch, das mehr zu bieten hat als die typischen „Boys meets Boy“ Geschichten. Dank der unterschiedlichen Episoden und der ungewöhnlichen Erzähler deckt er ein breites Spektrum unterschiedlicher Geschichten ab und regt zum Nachdenken an. Sein solider, flüssiger Schreibstil ist ebenfalls ein Pluspunkt, der dafür sorgt, dass man „Two Boys kissing“ nur schwer aus der Hand legen kann. Alles in allem ein empfehlenswerter Roman, der in jedes Buchregal gehört!

Source: www.like-a-dream.de
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review 2015-05-22 22:49
[Rezension] Emma Hart - Love Games Band 2 "Das Spiel geht weiter"
Love Games - Das Spiel geht weiter: Roman - Emma Hart,Tanja Hamer

Titel: Das Spiel geht weiter
Serie: Love Games Band 2
Autorin: Emma Hart
Verlag: Fischer Verlag
Erschienen: November 2014
Genre: New Adult, Romance
Seitenzahl: 256 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch

ISBN: 978-3-596-03045-3
Preis: 8,99 Euro [E-Book]
          8,99 Euro [Print]

 
 
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Klappentext: 


NIE WAR ES SO SCHWIERIG, GEFÜHLE GEHEIM ZU HALTEN.
 
Megan hat sich Hals über Kopf verliebt.
Für Aston sind Gefühle dämlicher Weiberkram.
Eine Nacht ändert alles. Nur keiner darf es wissen.
Nicht mal im Traum hätte Megan mit dem Gedanken gespielt, eine Beziehung mit dem unglaublich attraktiven Aston anzufangen. Er ist ein Frauenheld der Marke Arschloch hoch zehn. Doch plötzlich entdeckt sie hinter Astons cooler Fassade einen gefühlvollen Jungen, der eine schwierige Vergangenheit vergessen will. Kann ihre Liebe ihm helfen, ohne dass die Freunde aus der Love-Games-Clique etwas mitbekommen?
Aston wollte Megan eigentlich nicht an sich heranlassen – nicht mal für eine Nacht. Sie ist die Einzige, die durch seinen sorgfältig aufgebauten Schutzwall brechen kann. Das muss er verhindern – auch wenn sie verdammt sexy ist.
 
Die Autorin: 
Emma Hart schreibt nachts und am liebsten über Magie, Küsse und heiße Typen mit schwarzem Humor. Sie ist gern und viel beschäftigt – außer die Beschäftigung hat mit dem Abwasch zu tun, obwohl ihr dabei oft die besten Ideen kommen
 
Die Serie:
Band 1: Spiel ohne Regeln
Band 2: Das Spiel geht weiter
Band 3: Mit dem Feuer spielt man nicht 
 
Grundidee der Handlung: 
Aston ist dafür bekannt jedes Wochenende ein anderes Mädchen abzuschleppen. Keine Gefühle, keine Beziehung, einfach nur Befriedigung. 
Wenn da nicht Megan wäre und er sie nicht nur benutzen möchte, sondern gerne mit ihr zusammen wäre. Für ihn sind das komplett neue Gefühle, die er vorher nicht kannte.
Wenn Braden nicht wäre, der selbsternannte Bruder von Megan, der immer auf sie aufpasst und genau vor solchen Typen wie Aston schützen möchte, könnten sie ihre Beziehung nicht verheimlichen. 
Aston wird von bösen Geistern aus der Vergangenheit verfolgt. Mit 6 Jahren kam er zu seinem Großvater, weil seine Mutter an einer Überdosis Drogen gestorben war. Er hatte bis dahin eine schreckliche Kindheit. Schläge, Misshandlungen und Vernachlässigungen ließen ihn zu einem ängstlichen Jungen machen. 
Mit Megan zusammen verschwinden die Geister ein wenig. Er erzählt ihr von seiner Vergangenheit und kann sich nach und nach öffnen.
Als Braden von der Beziehung erfährt, rastet er völlig aus, doch durch Megans Liebe zu Aston und seine Liebe zu Megan, sieht Braden plötzlich auch den intelligenten Aston, den niemand kannte.

Es war schwierig für Aston aus sich herauszukommen, sich mit der Vergangenheit auseinander zusetzen und die Angst zu überwinden, genauso wie seine Mutter zu werden.

Charaktere: 
Emma Hart hat mit Aston einen wunderbaren Charakter erschaffen, der zeigt, wie man nach außen sich immer taff und cool verhält, aber tief im Inneren traurig und alleine ist.
Megan ist ein liebenswertes Mädchen, dass immer das Gute im Menschen sehen möchte. Sie wird von allen gemocht und wünscht sich nichts mehr, als geliebt zu werden.

Alle anderen Protagonisten aus Band 1 kamen auch vor. Teilweise nur am Rande, aber jeder der Einzelnen war mit dabei.

Sprache und Schreibstil: 
Emma Hart hat das Buch wieder aus zweierlei Sichtweisen geschrieben. So konnte man gut die Gefühle und Gedanken von Megan und Aston miterleben.
Sie schreibt einfühlsam und sehr bewegend. Ich litt mit den Protagonisten und freute mich auch über das Zusammensein von Megan und Aston.
Emma Hart hat die Beiden zum Leben erweckt. Sie schreibt flüssig und ich habe dieses Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen.

Cover: 
Das Cover gleicht dem ersten Band. Man erkennt zwei liebende Menschen. Schlicht, einfach und doch wieder wunderschön.

Fazit: 
Ich konnte nicht genug von der Geschichte bekommen. Ich verlor mich in diesem Buch. Eine tolle Autorin, die mich wieder einmal verzaubert hat. Ich mag solche Romane und freue mich schon auf Band 3.
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen. Lest aber zuerst Band 1, damit man viele Handlungen besser versteht.

Meine Bewertung: 5/5
Source: beatelovelybooks.blogspot.de/2015/05/rezension-emma-hart-love-games-band-2.html
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