logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: grimdark
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2020-01-21 11:09
Jalan Kendeth, die Zwiebel
Prince of Fools - Mark Lawrence

Mark Lawrence macht vieles anders als andere Autor_innen. Er plant nicht. Er plottet nicht. Er pflegt keine feste Schreibroutine. Wann immer es seine begrenzte Zeit zulässt, setzt er sich einfach hin und schreibt. Dementsprechend traf er die Entscheidung, seine populäre Grimdark-Trilogie „The Broken Empire“ aus der Ich-Perspektive zu schildern, nicht vorsätzlich, sondern intuitiv. Obwohl diese Erzählweise für die epische Fantasy ungewöhnlich ist, sieht Lawrence darin eindeutige Vorteile. Die Konzentration auf eine einzige Figur schafft Nähe, Unmittelbarkeit und befreit ihn von der Notwendigkeit, zahlreiche Handlungslinien zu organisieren. Er glaubt, dass die starken emotionalen Reaktionen seines Publikums eng damit zusammenhängen, dass er Ereignisse ohne abstrakte Distanz beschreibt. Es ist ein Unterschied, ob eine Figur aus auktorialer Perspektive erdolcht wird oder ob man direkt erlebt, wie die Hand des Protagonisten die Waffe führt. Deshalb behielt er diese Erzählperspektive in seiner zweiten Trilogie „The Red Queen’s War“ bei, deren erster Band „Prince of Fools“ einen ganz neuen Helden vorstellt.

 

Prinz Jalan Kendeth musste schon oft mit Unannehmlichkeiten fertigwerden. Bisher konnte er allen betrogenen Ehemännern, wütenden Spielpartnern und grimmigen Schuldeneintreibern entwischen, ohne seiner Großmutter, der gefürchteten Roten Königin, allzu viel Schande zu bereiten. An zehnter Stelle der Thronfolge erwartet ohnehin niemand von ihm, sich wirklich um Politik zu scheren. Lieber lässt er seinen Geschwistern den Vortritt und widmet sich seinen privaten Vergnügungen. Doch als er einen heimtückischen magischen Anschlag überlebt, wird Jalan unerwartet in den Krieg des Zersplitterten Reiches gegen den Toten König hineingezogen. Um die magische Wunde zu heilen, die ihn brandmarkt, muss er in den hohen Norden reisen – begleitet von Snorri ver Snagason, der ebenso sein Freund wie sein Untergang werden könnte. Wird Jalan die Fassade des oberflächlichen Taugenichts ablegen, um der Mann zu werden, den das Zersplitterte Reich braucht?

 

„Prince of Fools“ setzt die Lektüre der ersten Trilogie „The Broken Empire“ nicht voraus. Man kann die Abenteuer des Protagonisten Jalan durchaus genießen, ohne die drei vorausgegangenen Bände gelesen zu haben. Ich kann allerdings nicht leugnen, dass es den Spaßfaktor gewaltig erhöht. Der Auftakt von „The Red Queen’s War“ spielt chronologisch parallel zu „Prince of Thorns“ und fokussiert somit denselben Konflikt des Zersplitterten Reiches mit dem mysteriösen Toten König, dessen verderbte Magie die Nationen zu kompromittieren droht. In „Prince of Fools“ zeigt Mark Lawrence ein neues Schlachtfeld dieses Krieges und korrigierte meine Wahrnehmung desselbigen, den ich bisher als Jorgs persönlichen Feldzug betrachtete. Durch die Lektüre wurde mir bewusst, wie sehr ich mich damals von Jorg vereinnahmen ließ, was zwar für Lawrences brillante Konstruktion seiner Figur spricht, meine Einschätzung der Reichweite des Krieges jedoch fehlleitete. Der Vormarsch des Toten Königs gefährdet alle Staaten des Zersplitterten Reiches, nicht nur Jorgs Domäne. Außerdem begriff ich, dass die vielzitierte Düsternis der ersten Trilogie primär von ihrem feindlichen Protagonisten verursacht wird. Im direkten Vergleich gestaltet sich „The Red Queen’s War“ bisher wesentlich weniger grimmig, denn Jalan ist eine völlig andere Persönlichkeit und ermöglichte mir durch seine lockere Ausstrahlung eine entspanntere, zugänglichere Leseerfahrung. Er ist nahbarer, umgänglicher und offener, wodurch ich „Prince of Fools“ als leichter zu lesen empfand. Nichtsdestotrotz ist er eine faszinierende, komplexe Figur. Auf den ersten Blick erscheint er als egoistischer, opportunistischer Lügner, Spieler und Feigling. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei jedoch um eine irreführende Maske, die Jalan kultivierte, um sich nicht mit den Konsequenzen auseinandersetzen zu müssen, würde er sich eingestehen, dass er das Zeug zum Helden hat. Er ist eine Zwiebel; im Verlauf der Ereignisse schält sich der wahre Kern seines Wesens langsam heraus. Seine authentische Entwicklung wird nicht von einer unrealistischen Epiphanie ausgelöst, sondern ist das Resultat einer spannenden Umkehr des klassischen Motivs des Erwachens in der Fantasy: statt Jalan mit seiner dunklen Seite zu konfrontieren, zwingt Mark Lawrence ihn, das Licht in seiner Seele zu akzeptieren und anzuerkennen, dass er eben nicht nur ein Lump ist. Sein Reisegefährte Snorri hat daran großen Anteil, denn der prototypische Nordmann glaubt an das Gute in Jalan und behandelt ihn von Anfang an wie den Mann, der er sein könnte und nicht wie den Mann, den er oberflächlich verkörpert. Er dringt zu ihm durch, obwohl Jalan sich sehr anstrengt, ihn auf Distanz zu halten. Es bleibt abzuwarten, ob Jalan die Lektion, die Snorri ihn über sich selbst lehrt, in den Folgebänden tatsächlich anwenden kann oder in alte Verhaltensmuster zurückfällt.

 

Ich hatte viel Freude mit „Prince of Fools“. Es hat mir gefallen, zu erleben, dass es Mark Lawrence gelingt, eine völlig andere Herangehensweise an eine Geschichte zu nutzen, ohne ihr Spannungspotential zu beeinträchtigen. Er beweist, dass „The Broken Empire“ nicht die Grenze seines Talents darstellt. Sein neuer Protagonist Jalan hat wenig mit Jorg gemeinsam und vermittelt die Handlung spielerischer, humoristischer und beschwingter. Dennoch würde ich nicht zögern, „The Red Queen’s War“ ebenfalls als Grimdark einzustufen, weil das Zersplitterte Reich ein unnachgiebiges Setting ist, das Menschen zu grenzwertigen Entscheidungen zwingt. Es wird sicher aufregend, herauszufinden, welche Entscheidungen Jalan zukünftig abverlangt werden und inwiefern diese von den Plänen der Roten Königin beeinflusst sind, die Andeutungen zufolge nicht ganz unschuldig an seinen Erlebnissen in „Prince of Fools“ ist. Ich freue mich auf die Folgebände.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2020/01/21/mark-lawrence-prince-of-fools
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2019-08-07 10:29
Definitiv keine Geschichte fürs Herz
Nebelgänger - Bernhard Trecksel

Fragt man Bernhard Trecksel nach seinen literarischen Einflüssen, taucht dort ein Name auf, den man nicht allzu häufig liest: Wolfgang Hohlbein. Der aufstrebende Autor gibt bereitwillig zu, dass ihn Hohlbeins Romane prägten und betont, wie viel er für die deutsche Fantasy leistete. Ohne dessen „Der Hexer“-Reihe, die zum Cthulhu-Mythos zählt, hätte er niemals erst H.P. Lovecraft, dann Robert E. Howard und schließlich das gesamte Sword and Sorcery – Subgenre für sich entdeckt. Wie wichtig dies für seinen Werdegang war, zeigt seine „Totenkaiser“-Trilogie. Diese der High Fantasy zuzurechnen, wäre verfremdend. Nein, es handelt sich um Low Fantasy. Nach der Lektüre des zweiten Bandes „Nebelgänger“ kategorisiere ich den Dreiteiler sogar als Grimdark.

 

Ormgair hätte Fomor niemals betreten dürfen. Die Lügen und Intrigen der verweichlichten Stadtlinge widern ihn an. Ihretwegen liegt sein Leben in Trümmern. Sein Stamm wurde ausgelöscht. Sein Mündel Morven ist tot. Rachedurst ist das einzige, das den alten Ambosskrieger noch antreibt. Er schwor, Morvens Mörder für seine Tat bluten zu lassen: Fennek Greskegard, der in seinem wahnhaften Bestreben, den Thron Fomors an sich zu reißen, über Leichen geht. Leider wird der Inquisitor gut beschützt. Ormgair kommt nicht an ihn heran. Fest entschlossen, Greskegard seiner gerechten Strafe zuzuführen, ergreift er ungewöhnliche Maßnahmen. Er bittet den Totenkaiser um Hilfe. Aber Clach hat sich verändert. Seine Heimkehr von den Toten hat einen Preis: er soll die Wiederauferstehung der Titanen verhindern. Über Fomors Grenzen hinweg gedeiht die Verschwörung, die die mächtigen Giganten zu erwecken trachtet. Ihre Puppenspieler verbergen sich meisterhaft. Clach dringt tief in die vergessenen Geheimnisse einer vergangenen Zeit ein. Doch schon bald führt ihn sein Weg dorthin zurück, wo alles begann – nach Fomor.

 

Bernhard Trecksel sagte in einem Interview über den ersten Band seiner „Totenkaiser“-Trilogie, „Nebelmacher“, er glaubt, alle Leser_innen, die auf schnelle Action und große, epische Konflikte stehen, könnten etwas damit anfangen. Das glaube ich nicht. Weder bezüglich des Trilogieauftakts noch bezüglich des zweiten Bandes „Nebelgänger“. Um die breite Masse zu begeistern, muss eine Geschichte leicht zugänglich sein – das lässt sich von „Totenkaiser“ bisher nicht behaupten. Es ist anspruchsvolle Fantasy, die selbst mich als hartgesottenen Fan des Genres herausfordert. Das muss nicht negativ sein, bedeutet in diesem Fall allerdings, gewisse Abstriche in Kauf zu nehmen. Im Kern geht es in der Trilogie um den Versuch einer kleinen, elitären Gruppe, die Titanen einer vergangenen Epoche wiederzuerwecken. Da die riesigen Wesen das Universum schon einmal in Schutt und Asche legten, wodurch das ruinenhafte Setting äußerst bedrückend, entmutigend und feindlich wirkt, ist das für den Großteil der Menschheit, die durch die deprimierenden Einschränkungen ihrer Welt ohnehin eher schlecht als recht vor sich hinkrepelt, wahrlich keine positive Aussicht. Leider ist das Ritual der Auferstehung eine komplizierte Angelegenheit, die ich nur mit Mühe verstehen konnte und die es mir erschwerte, Clachs Mission zu durchschauen. Clach ist ein schwieriger Protagonist, der meiner Ansicht nach eine antisoziale Persönlichkeitsstörung aufweist. Durch diese Dysfunktion ist er der ideale Assassine, der keinerlei Mitgefühl, Skrupel oder Gewissensbisse kennt, aber auch auf unnötige Grausamkeit verzichtet. Er tötet klinisch und professionell. Seine Ausbildung lenkt seine gewalttätigen Triebe in geordnete Bahnen; Disziplin und Kontrolle sind seine Obsession. Daher ist es fast unmöglich, eine emotionale Bindung zu ihm aufzubauen. Er ist distanziert und kalt, woran sein neuer Status als Heimkehrer, eine nette Umschreibung für Zombie, nichts ändert. Interessanterweise hat er keine Probleme, sich mit seinem Zustand abzufinden, was meiner Meinung nach ebenfalls daran liegt, dass seine Erlebenswelt von der Norm abweicht. Er trauert seiner Menschlichkeit nicht sentimental nach und hadert niemals mit seinem Schicksal oder Auftrag. Darin unterscheidet er sich maßgeblich von den anderen Hauptfiguren in „Nebelgänger“, die für mich allerdings kaum nahbarer waren. Fennek Greskegard kann man nicht mögen; er ist besessen davon, Fomors Thron zu übernehmen. Alles andere ist ihm völlig egal, auch die Titanen-Verschwörung. Er qualifiziert sich am ehesten als Antagonist, obwohl die Rollenverteilung insgesamt uneindeutig und ambivalent ist. Ormgair ist der einzige, an den ich mich etwas annähern konnte, doch er strahlt so viel Trauer und Düsternis aus, dass ich diese Barriere nicht vollständig überwinden konnte. Deshalb wurde ich mit „Nebelgänger“ nie richtig warm. Trotz der intelligenten, faszinierenden Konstruktion des Romans fand ich keinen emotionalen Zugang, was Bernhard Trecksel möglicherweise jedoch beabsichtigte. Diese Trilogie ist definitiv keine Geschichte fürs Herz.

 

„Totenkaiser“ ist keine Einsteiger-Fantasy, davon bin ich nach der Lektüre von „Nebelgänger“ überzeugter denn je. Bernhard Trecksel macht es seinen Leser_innen nicht gerade leicht. Er verschenkt nichts, bietet keine einfachen Antworten und biedert sich nicht an. Die Figuren agieren in einem Universum, das von seiner komplexen Historie gebeutelt ist und verkörpern fragwürdige moralische Grundsätze. Sympathie spielt keine Rolle, weil die verschachtelte, undurchsichtige Handlung nicht emotionsbasiert ist. Ich denke, man kann sich „Totenkaiser“ als mehrstufiges Rätsel vorstellen, dessen Einzelteile entschlüsselt werden müssen, um es lösen zu können. Ich werde meine Erwartungshaltung entsprechend anpassen, bevor ich das Finale „Nebeljäger“ lese. Zur Seite mit den Gefühlen, her mit den Hinweisen. Dann kann ich die Trilogie sicher als das schätzen, was sie ist: ein intellektuelles Vergnügen und solide deutsche Grimdark-Fantasy.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2019/08/06/bernhard-trecksel-nebelgaenger
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2019-05-01 11:08
Grimdark hoch 10
Beyond Redemption - Michael R. Fletcher

Michael R. Fletcher schreibt nicht hauptberuflich. Es war ihm zwar eine Weile möglich, als Vollzeit-Autor zu leben, nachdem er die Vorauszahlung von Harper Voyager für seinen Grimdark-Trilogieauftakt „Beyond Redemption“ erhalten hatte, aber leider hatte der Verlag aufgrund niedriger Verkaufszahlen kein Interesse an einer Fortsetzung und Fletcher musste erneut regulär arbeiten. Das war sicher eine niederschmetternde Erfahrung, doch sie hinderte ihn nicht daran, seinen Traum weiterzuverfolgen. Er veröffentlichte den zweiten Band der „Manifest Delusions“ im Selfpublishing. Das Finale fand beim kleinen Imprint Talos eine Heimat. In dieser Geschichte steckt eine wichtige Moral: nicht jede schriftstellerische Karriere ist ein Märchen und für jemanden, der so spezielle Bücher schreibt wie Michael R. Fletcher kann es schwer sein, sich dauerhaft zu etablieren.

 

Eine Welt, in der sich die Wahnvorstellungen der Menschen real manifestieren, kann nur von geistesgestörten Göttern erschaffen worden sein. Konig Furimmer, Oberhaupt der Geborene Damonen, glaubt das nicht. Er ist überzeugt, dass die Götter manifestierte Wahnvorstellungen der Menschen sind. Ist es möglich, einen neuen Gott zu formen? Kostbare Jahre seines Lebens widmete er der Ausbildung potenzieller Kandidat_innen. Ein letzter ist übrig: ein Junge namens Morgen. Sein Aufstieg steht kurz bevor. Die Zeit drängt, denn Konig droht, die Kontrolle über seine Halluzinationen zu verlieren. Fatalerweise bekommt eine dreiköpfige Räuberbande Wind von seinen Plänen. Konig schickt seine gefährlichste Agentin aus, um die drei festzunehmen: Gehirn Schlechtes. Doch Gehirn kann sie nicht aufhalten und schon bald versuchen auch andere Geisteskranke, Morgen in ihre Gewalt zu bringen. Das Schicksal der Welt ruht auf den Schultern des Jungen – aber verdient eine vom Wahnsinn regierte Welt überhaupt Erlösung?

 

Habt ihr euch in der Inhaltsangabe über die seltsamen, dem Deutschen entlehnten Namen gewundert? Vor der Lektüre von „Beyond Redemption“ schenkte ich der eigenwilligen Namensgebung keine Beachtung. Erst als ich das Vorwort des Autors Michael R. Fletcher las, beschlichen mich üble Vorahnungen, denn er entschuldigt sich darin bei allen Leser_innen, die tatsächlich Deutsch sprechen. Nach den ersten Kapiteln des Trilogieauftakts wurde mir klar, dass diese prophylaktische Entschuldigung definitiv angebracht ist. Was Fletcher mit der deutschen Sprache anstellt, schmerzte mich bis in die Haarspitzen. Alle Eigennamen sind konsequent deutsch, doch es handelt sich nicht um deutsche Namen. Es sind deutsche Begriffe, die häufig negativ konnotiert sind und die er wild kombiniert, um das Wesen seiner Figuren auszudrücken, abzüglich der Umlaute, die es im Englischen nicht gibt. Ich fand das unglaublich irritierend und brauchte sehr lange, um mich damit abzufinden. Ich stolperte immer wieder darüber, was meinen Lesespaß entscheidend schmälerte. Wäre die Namensgebung jedoch mein einziges Problem mit „Beyond Redemption“, hätte ich das Buch garantiert besser bewertet. Leider hatte ich grundsätzlich Schwierigkeiten mit diesem merkwürdigen Roman und fühle mich zwiegespalten. Die Idee, ein Grimdark-Universum rund um manifestierte Wahnvorstellungen bzw. seltene psychische Erkrankungen aufzubauen, ist faszinierend und ja, „Beyond Redemption“ ist Grimdark hoch 10. Nicht aufgrund der Brutalität der Geschichte, sondern aufgrund ihrer bedrückenden, trostlosen Atmosphäre, in der sich ein interessanter, fundamentaler religiöser Konflikt verbirgt, der an die Frage nach Henne oder Ei erinnert: erschufen verrückte Götter die Welt der Menschen oder erschufen verrückte Menschen die Götter, um an irgendetwas zu glauben? Dieser interpretative Widerstreit ist der Auslöser der Handlung, denn der Hohepriester des Ordens der Geborene Damonen, Konig Furimmer (ich zucke schon wieder zusammen), will einen Gott nach seinen Vorstellungen erschaffen, um seine theologische Theorie zu beweisen und der Welt ein wenig Hoffnung zu schenken. Kein Wunder, schließt kriecht die Verzweiflung aus jeder Pore dieses Buches. Die Geisteskranken, die das Universum dominieren, leiden schrecklich unter ihren Wahnvorstellungen und den emotionalen Traumata, die sie auslösten. Nachvollziehbar, dass sie sich einen Gott wünschen, der alles in Ordnung bringt und ihnen zumindest Erlösung in Aussicht stellt. So überzeugend und originell diese Ausgangssituation auch ist, ich fühlte mich von Fletcher vollkommen alleingelassen. Ich konnte keine Bindung zu den Figuren entwickeln, denn sie sind alle völlig gestört und werden von abstoßender Verderbtheit angetrieben. Ich scheiterte an den Mauern ihrer Manien. Der Autor schubste mich in dieses Irrenhaus hinein, ohne mir zu helfen, mich zu orientieren. Daher fand ich nie richtig in die Geschichte und empfand die Lektüre als zäh, obwohl mich die Glaubwürdigkeit der Charakterisierungen beeindruckte und mich besonders das brillante Profil der Agentin Gehirn Schlechtes bewegte. Es war einfach zu viel Wahnsinn.

 

Ich kann nicht behaupten, dass ich an „Beyond Redemption“ viel Freude hatte. Ich bin mir nicht mal sicher, ob Spaß überhaupt das Ziel des Autors Michael R. Fletcher war. Seine Geschichte strotzt vor Negativität, wie soll man da Genuss empfinden? Dennoch ist der erste Band der „Manifest Delusions“ als Vertreter des Grimdark-Subgenres bemerkenswert, weil er gänzlich ohne fremde Völker, Magie im traditionellen Sinne oder eine weltumspannende Bedrohung auskommt. Jeder Aspekt der Geschichte fußt auf den Wahnvorstellungen der Figuren. Diese Konzeption ist zweifellos außergewöhnlich und einzigartig. Vermutlich habe ich deshalb beschlossen, dem zweiten Band „The Mirror’s Truth“ trotz meiner mäßigen Bewertung eine Chance zu geben. Ich bin neugierig, ich will wissen, wie es weiter geht. Hoffentlich ist der Wahnsinn dieses Universums nicht ansteckend.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2019/05/01/michael-r-fletcher-beyond-redemption
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2018-07-27 06:14
The Fall of Hyperion by Dan Simmons
The Fall of Hyperion - Dan Simmons

Synopsis: Against a backdrop of interstellar war and looming apocalypse, the drama of seven pilgrims on a hopeless mission expands.

 

Review: I fucking loved this book. The first book dragged a bit, and didn't really answer the questions that I had so I was a little hesitant about getting to the second one. Honestly, I think Hyperion and The Fall of Hyperion probably should have been one book. The first one just ended so abruptly. The second book answered the questions I had, expanded the plot and the scope, and revealed more about the characters while introducing new ones.

 

At the end of Hyperion all of the pilgrims were about to meet the Shrike, and I expected each of them to meet some of grisly end one by one in the sequel. I was pleasantly surprised to find that this was not so, as each character is woven seamlessly into a complicated and elegantly engineered plot line that explains why each of them is there.

 

I loved the way that Simmons throws subjects like quantum physics, time travel paradoxes, AI, even a little theology and makes it work. I'm enthralled, can't wait to get to the next book, Endymion, although I'm not sure when that will be.

Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2018-06-20 03:17
Song by Jesse Teller Book Review

Read this review on Wordpress-The Bookworm Daydreamer-Song Book Review

 

Title: Song
Series: The Manhunters (Book #1)
Author: Jesse Teller
Rating: 4/5 stars

SYNOPSIS

Some of the darkest minds in Perilisc attacked Mending Keep, releasing all its prisoners. Despite his strained relationship with the crown, Rayph Ivoryfist calls old friends to his aid in a subversive attempt to protect King Nardoc and thwart terrorist plots to ruin the Festival of Blossoms. But someone else is targeting Rayph, and even his fellow Manhunters might not be enough to save him

REVIEW

I received a free copy in exchange for an honest review. Many thanks to Rebekah and Jesse Teller!

 

Song is a grimdark epic fantasy whose short length doesn't make it any less epic. It follows Rayph Ivoryfist, a thousands of years old wizard who was once the warden of Mending Keep and court wizard of Lorinth, and Konnon, a bounty hunter. The story is told in dual perspectives, with their paths starting to cross more towards the end until their connection to each other is revealed.

 

There is a lot going on in this book. So much that I didn't really feel like it was short. It was packed to the brim with action, lore, and worldbuilding- so much of which that it made my head spin at times and reread some passages to make sure I understood everything. Was it enjoyable? Yes! Do you need to pay attention? Also yes. As I said there is a lot of worldbuilding here. There are ancient wizards, gods, spirits, monsters, other races, and more. Overall, the worldbuilding is quite good and I liked it.

 

The characters were distinctive and if not exactly likable, then interesting to read about. Rayph Ivoryfist, for example, has lived for at least ten thousand years at the beginning of the book. The novel deftly incorporates parts of his past throughout the narrative which I appreciate. He himself is also interesting with regards to how he became a pariah and wanted man in the king's court. Despite all that, he remains loyal to the crown and wanted to see the boy prince grow up and be crowned, despite his blustering, weak, and cowardly father. The other character is Konnon. He is a bounty hunter whose name is quite well-known and seems to be regarded as a "monster" by some. Still, he is shown to us in a deeply human way- as a father desperately searching for a way for his sick daughter to survive. As with Rayph, the novel also gives us a lot regarding Konnon's background.

 

The tone is decidedly grimdark. The worldbuilding, the lore, the writing, and the pacing are all mixed together to create a dark, oppressive feel that hung through the book. All the gloom were still balanced by the hope that we see towards the end. The opening chapters involving Rayph feel a bit like vignettes, introducing us to the people who would come to form The Manhunters, with the action ramping up halfway through. That is not to say the entirety of the book is not filled with action. It is. There are a lot of fight scenes which I thought were well executed.

 

Overall, Song is a good grimdark epic fantasy. I can recommend it for fans of the subgenre and people who want to try out the subgenre.

More posts
Your Dashboard view:
Need help?