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review 2017-08-08 13:37
Friede, Freude, Zungenkuss - Die Wiederauferstehung der Waltons
True North - Wo auch immer du bist (Verm... True North - Wo auch immer du bist (Vermont-Reihe, Band 1) - Sarina Bowen,Nina Restemeier,Wiebke Pilz
An True North ist in letzter Zeit ja wohl kaum einer in den Social Medien vorbeigekommen, deswegen freute es mich um so mehr, dass ich über Netgalley.de ein Rezensionsexemplar erhalten habe. An dieser Stelle möchte ich mich bei Netgalley.de und LYX dafür bedanken.
 
Coverbild
Die schnörkelige Handschrift passt wunderbar in den Holzschnitt der Berglandschaft. Farblich dezent und passend zu den Schnitzspuren. Das ganze wirkt wie ein altes Bild zu einem Alpen-Heimatfilm. Das Cover finde ich persönlich super.
 
Handlung
Die ausgebildete Köchin Audrey Kidder arbeitet in Boston für den Gastronomie Großbetrieb BGP, der für seine Restaurants in Vermont frische Produkte einkaufen will. Als Praktikantin muss sie nun zu den Bio-Farmern und für einen Spottpreis die Produkte einkaufen. Gleich bei ihrer ersten Anlaufstelle trifft sie auf August Griffin Shipley (Griff), dem sie während der Studienzeit in einer heißen Romanze schon näher gekommen ist. Doch die Vermonter Farmer sind auf die BGP nicht gut zur sprechen und stellen sich quer. Seltsamerweise fühlt sie sich aber ausgerechnet auf der Shipley Farm wohl und heimisch. Was nicht nur an der Anziehungskraft zwischen ihr und dem grummeligen Griff liegt. Denn Audrey musste eine bittere Kindheit mit ihrer übermächtigen Mutter erleben, die zum totalen Widerspruch zu der harmonischen Farmerfamilie steht.
 
Buchlayout / Haptik
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, das gesamte Buch ist in 3 Teile unterteilt: Juli, August und Oktober und werden mit einem prosaischen Zitat über Essen eingeleitet. Man kann sich beim Lesen immer gut von Kapitel zu Kapitel hangeln, ohne aus dem Takt zu treten.
 
Idee / Plot
Eine Stadtpomeranze trifft auf grantigen Farmer. Beide begehren sich, beide machen Fehler aber am Schluß ist doch alles Friede - Freude - Eierkuchen. Abgedroschen ohne wirklich eine neuartige Idee dahinter. Klar, Bio ist im Moment in aller Munde, aber ob das nun als Aufhänger für eine romantisch-erotische Story herhalten kann? Wo ist das Alleinstellungsmerkmal? 
 
Emotionen / Protagonisten
In Sachen körperlicher Befriedigung weiß Audrey, was sie will und holt es sich auch. Aber dennoch leidet sie unter extremen Minderwertigkeitsklomplexen, ausgelöst durch das Leben mit ihrer dominante Mutter. Sie ist ehrgeizig und will mit allen Mitteln an ihr Ziel, ist aber zu stolz um sich einzugestehen, dass sie sich auf den falschen Arbeitgeber eingelassen hat. Besonders nachvollziehen kann ich das nicht.
 
Griff soll wohl den Bad-Boy Love-Interest darstellen und ist immer besonders "grummelig". Auch wenn die Autorin mir das durch die ständige Wiederholung dieses Adjektivs weis machen möchte, nehme ich ihm das einfach nicht ab. Schwanzgesteuert lässt er sich von Audrey ziemlich um den Finger wickeln und leistet sich dabei einen groben Fehler. 
 
Es gibt nur ein Begriff, mit der man die Shipley-Farm und ihre Bewohner umschreiben kann: Die Waltons. Meine Generation wird mit Rührseligkeit sich an diese alte Serie erinnern. Dort ist einfach alles perfekt und traumhaft idyllisch. Klar hat die Farmersfamilie ihre Probleme und steht immer kurz vor dem Ende. Aber alle Hoffnung steckt in John-Boy - äh August Griffin. 
 
Audreys Mutter ist die böse Hexe in diesem Schauspiel. Welch Antagonistin! Jahrelang unterdrückte sie das arme Kind und konnte ihr keine geborgene Kinderstube bieten. Die Ausgeburt des Bösen treibt das schutzlose Mädchen ausgerechnet in die Arme des ebenso ausbeuterischen Megakonzern, an dem sie selber die mehrheitlichen Anteile besitzt - wie ausgebufft. 
 
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Ei ei ei, was ist denn da passiert. Gleich zu Anfang begrapschen sich Audrey und Griff, als gäbe es keinen Morgen und rammeln wie die Karnickel - in ganzer Ausführlichkeit beschrieben. Doch schon zur Mitte werden die erotischen Szenen mau und am Ende wird nur noch von triefender Liebe geschlonzt, dass es das Ganze nicht glaubwürdiger macht.
 
Da passt das ganze Konzept nicht mehr. Es wirkt eher auf mich, als hätte die Marketing-Abteilung gesagt: "Mädels, so 'ne Farmerschmonzette verkauft sich nicht - nur »Sex sells«!" - "Okay, dann lassen wir sie auch Zungenreiten". Ehrlich? Ist das die Wunderwaffe gegen prüde Hausfrauen-Literatur?
 
Der "gigantische" Plottwist ist von Anfang an so vorhersehrbar, dass es mich nicht ein mal aufgeregt hat (Ich hab's ja gleich gesagt!). Na, da passt es doch, dass die gute Nachricht auch postwendend auf den Fuß folgt und das drohende Bad End wieder retten kann. Da kann dem Dénouement auch nichts mehr im Wege stehen und der kommt in geballter Wucht: Friede - Freude - Zungenkuss, wir klatschen uns in die Hände und haben uns alle lieb ("Kumbaya My Lord"). Der Teufel in Prada mutiert zu Mutti Beimer und kann vor lauter rührseligen Eingeständnissen an Glaubwürdigkeit noch weniger gewinnen, die Waltons feiern in persona die Wiederauferstehung auf der Shipley Farm.
 
Szenerie / Setting
Die Farm wird bildlich und hübsch dargestellt. Aber von Anfang an brannte sich mir das Haus der Waltons in meine Netzhaut ein. Die Umgebung passt wie die Faust aufs Auge zu der Geschichte: Idyllisches Farmerleben, weite Apfelplantagen, die netten Nachbarn, die wöchentlich zum Abendessen vorbeikomme und alle Farmbewohner haben sich lieb. Hach, in dieser Welt würde ich auch gerne leben.
 
Sprache / Schreibstil
Sprachlich habe ich nichts auszusetzen. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, ohne aber außerordentlich zu sein. Die erotischen Szenen werden auch ausführlich dargestellt ohne g'schamiger Umschreibung. Die Kapitel wechseln sich zwischen den Perspektiven von Audrey und Griffin im Stile von Tagebucheinträgen ab. So bekommt man von beiden Seiten einen Einblick in die Handlung. 
 
FAZIT
Bauer sucht Frau im nicht jugendfreien Setting von "Die Waltons". Leider passt es hinten und vorne nicht zusammen und hat mich ziemlich unbefriedigt zurück gelassen. Die letzten Seiten habe ich nur noch quer gelesen, die nur noch vor lauter Kitsch triefen.   "Gute Nacht, John-Boy!"
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review 2017-06-07 20:32
Unheimlich schöne, kitschlose Romanze!

The Blind Side of Love von Ingrid Díaz
Die New Yorker Künstlerin Kristina Milano ist eine begabte aber, wie so häufig, mittellose Künstlerin, die sich eine Wohnung mit ihrer besten Freundin Leigh teilt. Ihre Beziehung zu Partner Nathan ist leidenschaftslos und befindet sich an einem toten Punkt. Als jemand eines ihrer Bilder kauft, erhält sie bald darauf eine E-Mail, in der die Käuferin Kris ihre Begeisterung zu dem Bild mitteilt. Was folgt ist ein mehrfacher Austausch von Nachrichten und eine unerwartete Freundschaft. Doch Julia, Kris‘ elektronische Gesprächspartnerin, hat ein Geheimnis, von dem Kris niemals erfahren darf. Denn in Wahrheit ist Julia niemand anderes als die berühmte Schauspielerin Julianne Franqi. Doch als die Freundschaft zwischen den beiden wächst und das reale Leben droht über die Online-Bekanntschaft hinauszuwachsen, muss sich Julianne entscheiden. Kann sie es wagen noch einmal den »Senden«-Button zu drücken?

How could she possibly fill a blank page with everything she saw? How could she capture the laughter, the sounds, the sadness and desperation with a mere stroke of the pencil? Could she? Was it possible?

 

Wow. Habt ihr schon einmal erlebt, dass ich von einem Liebesroman schwärme? Das dürfte nicht ganz so oft passiert sein in der Vergangenheit. Diese Woche aber habe ich ein Buch für euch, das mich einfach mitgerissen hat. Schnallt euch also an wenn es heißt: Sam feiert einen Liebesroman, der ihr einen kleinen Herztod und viele Lacher beschert hat.

The Blind Side of Love ist alles andere als ein schnulzig übertriebenes Buch, bei dem man ständig peinlich berührt die Augen rollen möchte. Stattdessen steckt es voller spitzzüngigem Humor (genau mein Ding!), richtig lebendigen Figuren und einer sich langsam entwickelnden Liebesbeziehung zwischen zwei sehr ungleichen Frauen, die aus noch weniger gleichen Welten stammen und zum Teil weniger über sich selbst wussten, als ihnen bisher bewusst war. Es gibt nicht viele Bücher die es schaffen, mich mit so viel aufgewühlten Emotionen zurückzulassen. Einer Mischung aus endloser Liebe für alle Figuren, und tiefer Traurigkeit darüber, dass diese Menschen nun nicht mehr zu meinem Leben gehören. Die Charaktere in The Blind Side of Love fühlen sich so echt und real an, dass ich sie im Augenblick wirklich schmerzlich vermisse und mich die Geschichte – wie eine Freundin, die mir das Buch auch empfohlen hat, so treffend formulierte – mit einer leichten Form von Liebeskummer zurücklässt. Was, so schlimm? Ja!

 

An diesem Buch gibt es einfach nichts, was man nicht mögen kann. Die Handlung entwickelt sich langsam, aber nicht langweilig. Ich hatte Mühe das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen, weil ich einfach unbedingt wissen musste, wie es nun weitergeht. Dabei ist die Geschichte nicht einmal neu oder besonders ungewöhnlich. Man ahnt sogar wie sie ausgehen wird. Aber das Buch ist trotzdem so spannend und die Atmosphäre dicht. Es ist wohl vielmehr die Normalität der Entwicklungen, die den Reiz dieses Romans ausmacht. Dabei bewegt sich The Blind Side of Love von zwei emotional unerfüllten Individuen zu einem der schönsten Liebespaare, die ich bisher in Geschichten gefunden habe. Es wirkt alles weder künstlich herbeigeführt, noch nach unerreichbarer Hollywood-Romantik. Wobei der Vergleich fast ironisch ist, angesichts der Tatsache, dass Julianne eben genau das ist: ein Hollywood Star.

 

Wenn es zu den Charakteren kommt sind sie alle, inklusive der Nebenfiguren, großartig. Da haben wir einmal Kris: Künstlerin, bettelarm, in einer eingeschlafenen Beziehung gefangen, verträumt aber bodenständig, allein aber nicht pessimistisch und im Besitz eines herrlichen Humors, der zunächst in Gesprächen mit ihrer Mitbewohnerin Leigh deutlich wird, später auch in der Interaktion mit anderen Figuren. Sie ist auch auf den ersten Blick etwas introvertiert, aber unter der Oberfläche lauert eine kleine Wildkatze, die nur darauf wartet ins Freie treten zu können.
Bei Julianne hatte ich erwartete, dass sie so eine mega selbstbewusste und irgendwie abgehobene Person sein müsste. Einfach, weil sie diese gefragte und erfolgreiche Schauspielerin ist. Aber das Gegenteil ist der Fall. Sie führt ein nahezu unechtes Leben und ist ernüchternd einsam, obwohl sie ständig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Wo Kris nach außen ruhig und innerlich voller Feuer ist, ist Julianne nach außen »laut« und furchtlos, aber privat in sich gekehrt und sogar schüchtern. Ich glaube das große Plus dieses Romans ist die Tiefe und Vielschichtigkeit der Figuren. Sie haben so viele Erinnerungen, Erfahrungen und Gedanken, dass sie wie aus dem Leben gegriffen wirken. Und die Dynamik zwischen Kris und Julianne ist einfach herrlich anzusehen.
Die Nebenfiguren stehen den beiden Hauptfiguren in nichts nach. Juliannes bester Freund Adrian Cruz und Kris‘ beste Freundin Leigh z.B. sind dermaßen präsent, schlagfertig und ungeniert … ich habe mich ständig kaputtgelacht und möchte sofort einen Videoabend mit ihnen machen. Das stellt mich vor das nächste Problem: seit Abschluss des Buches kann ich kein Fernsehen mehr schauen ohne mir die Menschen hinter der Rolle vorzustellen … Wie sind sie in ihre Karriere hineingewachsen? Machen sie sich Sorgen um die nächste Rolle? Sind sie unbemerkt einsam wie Julianne?

 

Also ich fürchte ich könnte noch den ganzen Tag darüber sinnieren, was ich alles an diesem Roman liebe und wie viele Eindrücke er hinterlassen hat, aber dann nimmt die Rezension kein Ende mehr. Ich kann nur sagen, wenn ihr eine Romanze ohne klebriges Süßholzraspeln lesen möchtet, mit sehr plastischen, vielfältigen Figuren und sprühendem Humor, dann greift zu! The Blind Side of Love ist einfach zu schön, um nicht gelesen zu werden. Ich kann wirklich nicht in Worte fassen, wie sehr ich diesen Roman und jede einzelne Figur darin ins Herz geschlossen habe.

 

Übrigens:
Das Buch wurde noch nicht offiziell veröffentlicht und ist der zweite »Entwurf« der Autorin, die ihr Werk derzeit kostenlos auf ihrer Website anbietet. Ich weiß aber beim besten Willen nicht, was man an diesem Roman noch verbessern wollen könnte. Er ist schlichtweg perfekt.


Ingrid Díaz: The Blind Side of Love (Draft v.2)
ca. 600 Seiten, eBook/PDF

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/b/the-blind-side-of-love
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review 2017-05-18 10:58
Filmspiriert: Schräger als Fiktion

Filmspiriert: Schräger als Fiktion

Schon vor ein paar Jahren hatte ich mir vorgenommen einen Film zu besprechen, den ich zufällig entdeckt und gleich für großartig befunden hatte. Irgendwie ist das Vorhaben dann aber immer wieder in Vergessenheit geraten, obwohl ich den Film zu meinen Lieblingen zähle und finde, dass er völlig zu unrecht so wenig bekannt ist. Die Rede ist von Schräger als Fiktion aus dem Jahr 2006. Ein Film der auf jeden Fall wie für Schreiberlinge und Leseratten gemacht ist. Denn es wird meta, meine Damen und Herren!

 

Worum geht es?
Harold Crick ist ein staubtrockener Steuerfahnder. Er hat keine Leidenschaften, keine echten Freunde, ganz zu schweigen von Familie, keine Haustiere und nicht einmal ein Hobby. Sein ganzes Leben besteht aus Zahlen und bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Abläufen, die sich Tag für Tag wiederholen. Doch eines Tages steht Harold wie jeden Abend vor dem Spiegel und putzt sich die Zähne, als er plötzlich die Stimme hört. Die Stimme beschreibt jede seiner Bewegungen, jeden Putzzug. Macht Harold eine Pause, macht auch die Stimme eine Pause. Geht Harold einen Schritt vorwärts, beschreibt die Stimme wie er geht. Schon bald findet Harold heraus, dass er die Stimme einer Autorin hört, deren neue Hauptfigur er offenbar geworden ist. Was für Harold zunächst nur eine nervige Angelegenheit ist wird zu einem Weckruf, als er erfährt wie das Buch enden soll: mit seinem Tod.

 

 

Schräger als Fiktion ist ein etwas schrulliger, charmanter und bittersüßer Film der in die Metaebene des Erzählens abtaucht. Gleichzeitig melancholisch und witzig, verwischt in diesem Film die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Man folgt zunächst Harold durch den Alltag und hört die Stimme, die plötzlich anfängt jede seiner Handlungen zu beschreiben. Wer eine Leseratte mit ganzem Herzen ist, der muss sich diesen Film wirklich ansehen.

 

Damals, als ich Schräger als Fiktion das erste Mal eingeschaltet habe, war ich skeptisch, denn Will Ferrell, der die Rolle des Harold Crick spielt, kannte ich bis dahin nur aus irgendwelchen flachen Klamaukkomödien, mit denen ich bis heute herzlich wenig anfangen kann. In Schräger als Fiktion aber spielt er diese leise, ernste und irgendwie bedauernswert naive Figur, die keine Ahnung hat, wie man das Leben genießt, bis sie mit dem bevorstehenden Tod konfrontiert wird. Gerade weil Will Ferrell auf den ersten Blick die völlig falsche Wahl für diesen ganz anderen Film ist, passt er irgendwie perfekt hinein und haucht seiner Rolle als Harold Crick eine glaubhafte Nuance des Sonderlings ein. Ähnlich überrascht wie hier, war ich bisher nur noch bei Jim Carrey in der Truman Show. Auch hier spielte ein Darsteller, der für seine albernen Komödien bekannt war, plötzlich diesen tragischen Helden und ich sah es genau deswegen nicht kommen.

 

Wer noch nicht überzeugt ist, dass Schräger als Fiktion etwas taugt, dem hilft vielleicht die Information, dass auch solche Kaliber wie Emma Thompson, Maggie Gyllenhaal und Dustin Hoffman mit von der Partie sind. Emma Thompson verkörpert hierbei Karen Eiffel, eine zynisch-bissige Autorin mit Schreibblockade. Ich mag eigentlich alle Figuren in diesem Film, aber Karen Eiffel ist nochmal einen Ticken großartiger, weil sie exzentrisch und ein bisschen morbide ist.

 

Von mir gibt es für Schräger als Fiktion die volle Punktzahl und ich hoffe ein paar von euch trauen sich ihm eine Chance zu geben. Vielleicht kennt ihn auch schon jemand?

Source: moyasbuchgewimmel.de/schraeger-als-fiktion
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review 2017-05-12 20:02
Abgebrochen: Steel Eyes
Steel Eyes - Melissa S. Price

Schon als ich das Buch gekauft habe hatte ich ein paar Zweifel ob das was für mich ist. Aber die Bewertungen waren durchweg gut und der Klappentext klang schon irgendwie interessant, so dass ich Steel Eyes eine Chance geben wollte. Leider hat sich das Buch völlig anders entwickelt als ich dachte, es hält sich auch nur bedingt an den Klappentext. So musste ich das Buch aufgrund akuter Langeweile nach 65% dann doch noch abbrechen.

Steel Eyes beginnt mit zwei jungen Frauen, die sich zufällig begegnen und einen prickelnden aber unpersönlichen Moment miteinander teilen. Beide gehen anschließend wieder ihre eigenen Wege, keine kennt den Namen der anderen. Ein paar Jahre später begegnen sie sich erneut, wieder teilen sich ihre Wege ohne viele private Worte ausgetauscht zu haben. Kurz darauf begegnen sie sich wieder, lernen sich diesmal besser kennen, aber nach ein paar Monaten – na, wer sieht es kommen? – teilen sich ihre Wege wieder … so geht es DIE GANZE ZEIT. Das Buch zieht sich über mindestens 30 Jahre, vielleicht auch mehr. Als es zu Beginn des dritten Teils hieß »7 Jahre später« hat mich die Geduld verlassen. Wahrscheinlich treffen sich die beiden Frauen letztlich im Altenheim wo sie dann gemeinsam sterben, oder sich jeden Tag neu kennenlernen und anschließend getrennte Wege gehen können, weil sie beide an Alzheimer leiden. Ich weiß es nicht und bin auch nicht erpicht darauf es herauszufinden.

Irgendwie hatte ich bei dem Buch das Gefühl die Autorin wusste nicht welche Geschichte sie erzählen will und erzählt deswegen alle auf einmal. Es soll wohl so eine lebenslange Schicksalssache sein, bei der sich die Wege zweier füreinander bestimmte, aber von den äußeren Umständen gehinderte Menschen immer wieder begegnen. Soweit hätte ich mich damit anfreunden können, aber dann kommt unerwartet noch ein halbgarer Spionageplot auf, mit Mossad Agenten die völlig profillos sind. Ein klassischer Fall von »viel erzählt, wenig geliefert«, denn die beiden Agenten sind einfach super unnütz und können eigentlich nichts, außer erzählen, was für voll tolle und geheimnisvoll agierende Agenten sie sind. Echte Spionagearbeit? Fehlanzeige. Rumstehen und ein, zwei Mal alle 100 Seiten einen Satz loswerden überzeugt mich nicht.

Daneben werden dann auch noch etliche Lebensphasen aus verschiedenen Perspektiven erzählt, es gibt wahnsinnig viele langatmige Passagen die inhaltlich nicht viel beitragen und die beiden Hauptcharaktere waren mir auch die Hälfte der Zeit unsympathisch. Alex wird als diese schlagfertige, leichtlebige Person dargestellt, die sich Hals über Kopf in Kenna verliebt und ein bisschen unsicher, ja gar verwundbar rüberkommen soll. In Wahrheit ist sie aber einfach nur untreu und egoistisch und ändert ihre Zuneigung so schnell, dass einem schwindelig werden kann. Und Kenna hatte ich auf dem Kieker seit sie von einer Sekunde auf die andere ihren Job als Kellnerin kündigt. Da stellt sich nämlich raus, dass sie eigentlich stinkreich ist, den Job nur macht um sich normal zu fühlen, und jetzt, da sie neue Pläne hat, macht sie sich mit ihrem ebenfalls reichen Bruder drüber lustig, was für ein ungebildeter und beschränkter Geist der Cafébesitzer doch ist. Er hat es nämlich gewagt zu kritisieren, dass seine Kellnerin spontan das Weite sucht. Stehe ich voll drauf, wenn so elitäre reiche Schnösel den arbeitenden Pöbel als geistig beschränkt bezeichnen …

Ne, also mir ist schleierhaft weshalb das Buch bisher fast nur 4 oder 5 Sterne bekommen hat. Die eigentliche Geschichte hätte man mit viel weniger Blabla und weniger Deus-Ex-Machina-Lösungen erzählen können. Klarer Daumen runter.

Source: moyasbuchgewimmel.de/abgebrochen-steel-eyes
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review 2017-02-02 19:53
Schöner Unterhaltungsroman!
Fast perfekte Heldinnen - Adèle Bréau,Stefanie Schäfer

Oh l'amour...

Dieser unterhaltsame Roman spielt in Frankreich, genauer in der Stadt der Liebe: Paris.
Anfangs erinnert der Roman kurz an die TV-Serie "Sex and the City", doch sobald man weiterliest verfliegt der vergleich bald wieder.
Der Klappentext fasst eigentlich gut zusammen, worum es geht.

Das Cover sticht mit den Farben der französischen Flagge sofort ins Auge. Titel, Autorenname und bekannte Gebäude von Paris sind schön platziert. Durch die Silhouette einer Frau, sowie die Zeichnung einer Blume,  zusammen mit dem Titel lässt gleich auf einen Frauenroman schließen.
Mir gefällt es gut!

Der Roman beginnt mit einem gemeinsamen Urlaub der vier Freundinnen und ihren Männern, sowie den Kindern. Dort ist alles harmonisch, Eheprobleme liegen auf Eis, die Kinder spielen miteinander und die Erwachsenen genießen die friedliche Ruhe einfach nur.
Doch sobald der Alltag beginnt, ist es vorbei mit relaxen, die Probleme sind wieder allgegenwärtig, der Stress hat jede wieder und manches ist noch schlimmer als vor dem Urlaub.

Bei den vier Mädels handelt es sich um:
Die alleinerziehende Alice eines Teenagermädchens,
Éva, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind,
Lucie, glückliche Ehefrau und Mama von drei Mädels,
Mathilde, die es am schlimmsten erwischt mit ihren zwei kleinen Jungs.

Sie alle haben ihre Probleme mit dem Job, dem Partner, den Babysittern, ihrer Gewichtszunahme und was es sonst noch alles gibt.
Am schlimmsten sind allerdings die Probleme mit den Männern, die meist nicht gut ausgehen...
Doch jede meistert ihr Leben trotz aller Widrigkeiten ziemlich gut.
Durch Zeitsprünge erstreckt sich der Roman über eine längere Zeit, in der so einiges passiert und einige Veränderungen geschehen.

Bei den französischen Künstlern, sei es Musiker, Schauspieler/Regisseur oder Autor, bin ich immer etwas skeptisch und habe schnell Vorurteile, da ich schon öfters enttäuscht wurde.
Doch dieser Roman ist frisch, witzig, ab und an traurig zugleich, erwärmte mein Herz und ließ mich bei den Mädels und ihrem Leben hoffen, dass sie immer die richtigen Entscheidungen treffen.
Die Autorin hat ein super Gespür, wie sie ihre Protagonistinnen abwechselnd führen muss um michr damit richtig gut zu fesseln.

Ich hatte das Ebook in wenigen Tagen gelesen und mein Fazit lautet: Es ist ein toller und amüsanter Roman!
Ich kann "Fast perfekte Heldinnen" nur empfehlen und von mir erhält diese Geschichte vier von fünf Sternen.

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