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review 2017-01-21 19:15
Flache Handlung, keine Tiefe, viele Wiederholungen und lethargische Protagonisten
Midnight Eyes: Schattenträume - Juliane Maibach
Von dem sehr hübschen Cover und von den vielen hochgewerteten Rezensionen verleitet, habe ich das Buch nun bei kindle geladen und war gespannt auf die Geschichte. Leider konnte mich das gesamte Buch nicht fesseln, so dass ich bei 60 % endgültig abgebrochen habe. Übrigens das erste Mal, dass ich ein Buch tatsächlich nicht zu Ende lesen möchte.
 
Die Handlung:
Emily lebt bei ihren Großeltern, da sie viele schreckliche Dinge in der Kindheit erlebt und ihre Eltern verloren hat. Während eines Schulausfluges in ein Museum gerät Emily aus Versehen in einen Bannkreis, der einen Dämon in Menschengestalt nicht nur heraufbeschwört, sondern die beiden aneinander bindet. Nur ein magisches Ritual kann diesen Bann zerstören. Emily und ihr Dämon Ray erleben nun wochenlang den Schulalltag und warten darauf, dass sich plötzlich Emilys Magie entwickelt, oder Ray auf seinen Streifzügen in der Dämonenwelt die Bücher entdeckt, mit deren Hilfe sie den Bann lösen können.
 
Und dabei sind wir auch schon bei meiner Meinung: Denn mehr passiert in diesem Buch nicht.
Emily ist ein armes Kind, dass durch ihre schrecklichen Erlebnisse alles um sie herum abschottet und ihre Erinnerungen verbannt hat, die sie jedoch nachts in Form von Albträumen immer wieder heimsuchen.
 
Der plötzlich auftauchende Dämon ist natürlich fürchterlich schrecklich, aber davon merkt man gar nichts. Ray ist sogar die einzige Person in diesem Buch zu der ich irgendwie einen Bezug aufbauen konnte. Die kurzen Passagen aus seiner Sicht gefallen mir sogar sehr gut. Er ist irgendwie der einzige „normale“ in der Geschichte. Emily ist hysterisch und krampfhaft darauf erpicht, Ray nicht in ihr Leben zu lassen. 
 
Über das ganze Buch hinweg aber gehen die beiden zur Schule und erleben den Schulalltag mit den mehr oder weniger interessanten Freunden Nell und Sven. Die gesamte „Action" findet im Verborgenen statt - immer dann, wenn Ray die Bücher suchen geht oder irgendwelche Dämonen suchen und bekämpfen muss. Da wäre ich gerne dabei gewesen! Das wäre doch aufregend gewesen! Aber was müssen wir Leser miterleben? Den furchtbar langweiligen und stupiden Schulalltag von Emily mit ihren ständigen Gedanken, dass Ray ja doch so ein schrecklicher Dämon wäre und sie ihn unbedingt los werden muss. Ihre dauernde Angst vor den ganz vielen fürchterlichen niederen Dämonen, die ihr nach dem Leben trachten - die gar nicht da sind.
 
Was mich aber besonders stört, ist die Lethargie, die sich durch das gesamte Buch zieht. Hätte ich einen Dämon heraufbeschworen, dann hätte ich Gott und die Welt in Bewegung gesetzt um mehr darüber herauszufinden. Ich hätte als erstes mal gegoogelt, mich in einer Bücherei gesetzt und nach Werken über Magie und Dämonen gesucht, jemanden gesucht, der mehr darüber wissen könnte - so wie man es doch von der Hauptperson in Urban-Fantasy Geschichten eigentlich kennt und erwartet. Was für ein Geschenk, dass Nells Eltern so viele Bücher über Magie besitzen, und was macht Emily? Nichts! Sie sitzt 60 % der Geschichte vor der Kerze und starrt diese an, um ihre Magie zu „erwecken". Was für ein Schwachsinn! Ständig wiederholt sie sich wie ein Mantra, dass sie die Magie in sich erwecken muss, dass sie unbedingt den Bann lösen muss, damit Ray endlich in seine Welt kann. Ständig wird um den heißen Brei geredet und immer das Selbe, aber nichts passiert. 
 
Zu den Protagonisten konnte ich kaum eine Beziehung aufbauen. Besonders schlimm fand ich Nell, die sich wie ein vorpubertäres Kleinkind verhält und permanent Ray mit dämlichen Versuchen vom Bann lösen möchte. Die sich gar nicht wie eine beste Freundin verhält, sondern die arme Emily sogar immer wieder in peinliche Situationen reitet. Als Emily hätte ich sie längst in den Wind geschossen. Chris taucht auf, ist wieder weg, tauch auf, ist wieder weg und ist genauso blass und nichts sagend wie Sven.
 
Der Schreibstil ist auch eher gewöhnlich. Ich habe in letzter Zeit viele sehr nette und gut geschriebene Geschichten gelesen, mit Witz und Charme, da fällt dieses hier leider ziemlich ab. Er ist leicht lesbar, wenn man von den ständigen Wiederholungen absieht. 
 
Bei jedem Kapitel habe ich gehofft, dass die Geschichte nun endlich ins Rollen kommt, aber leider wurde ich immer enttäuscht. Ich habe dann nun das Buch schlußendlich abgebrochen. 
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review 2016-07-15 04:00
Die Anderen - Das Dämonennmal
Die Anderen: Das Dämonenmal - Chris P. Rolls

Story:
Finn hat mit Vampiren, Dämonen und übersinnlichem Kram wenig am Hut. Das ändert sich als er eines Abends von einem Vampir angegriffen und fast getötet wird. Nur mit viel Glück kommt er mit dem Leben davon, hat allerdings fortan das Problem, dass das Wesen ihn verfolgt und vor seiner WG auflauert. Schließlich zieht Finn von Hamburg nach Lüneburg, in der Hoffnung, dort sein studentisches Leben in Frieden zu verbringen – er findet sogar in einer Gruppe Mittelalter-Freaks neue Freunde. Doch das Wesen, was sich schließlich als Dämon offenbart, folgt ihm, denn Finns Blut ist in vielfacher Hinsicht etwas Besonderes. Das erkennt auch Finns dämonischer Verfolger Dave, der alles daran setzt den unschuldigen Studenten zu verführen. Dabei nimmt er in Kauf, etwas in Finn zu wecken, was für einen Dämon tödlich enden könnte

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Eigene Meinung:
„Die Anderen – Das Dämnenmal“ ist eine Gay-Mystery Trilogie von Chris P. Rolls und erscheint in Neuauflage beim Main Verlag. Ursprünglich brachte der inzwischen insolvente FWZ-Verlag die Geschichte um Finn und Dave in mehreren dünnen Heften heraus; für die Neuauflage wurden die Romane von der Autorin erneut überarbeitet. Mit etlichen Veröffentlichungen im Gay Romance Bereich gehört Chris P. Rolls zu den bekanntesten, deutschen Autoren im schwulen Litaeraturmarkt. Ihre Bücher erscheinen sowohl im Selfpublishing, als auch bei den gängigen Genre Verlagen.

 

Die Geschichte beginnt spannend und reißt den Leser direkt ins Geschehen. Man lernt den schüchternen Finn kennen, der mit etlichen Problemen zu kämpfen hat, und Dave, der einer der ältesten Vertreter der Anderen ist, wie sich die Dämonen selbst nennen. Die Geschichte nimmt spätestens in Lüneburg an Fahrt auf, als Finn die Mitglieder der Mittelaltergruppe kennenlernt und auch Dave nach Lüneburg siedelt, um Finn näher zu kommen. Dabei achtet er genau darauf, dass der Student nichts davon mitbekommt, dass er Finns dämonischer Verfolger ist, während er alles daran setzt den jungen Mann ins Bett zu bekommen. Währenddessen werden nicht nur Dämonenjäger auf die Vorfälle in Hamburg (und später Lüneburg) aufmerksam (zu denen auch einige von Finns neuen Freunden gehören), auch der Halbdämon Russell taucht in dem kleinen Städtchen an der Ilmenau auf und beobachtet mit Sorge die Veränderung seines Freundes Dave.
Mit der Zeit nimmt die Geschichte spürbar an Fahrt auf – auch die erotischen Szenen kommen häufiger vor (bestimmen mitunter sogar einen Großteil der Handlung). Dennoch tritt die Handlung nicht in den Hintergrund – sie bleibt präsent und sorgt mit neuen Wendungen und Geheimnissen dafür, dass man als Leser bei der Stange bleibt. So fiebert man am Ende des Buches „Das Dämonenmal“ der Fortsetzung entgegen, denn man möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht.

 

Chris P. Roll führt eine Menge unterschiedlicher Charaktere ein, die im Laufe der Geschichte wichtige Rollen übernehmen. Sei es der schüchterne Finn, der im Laufe der Zeit spürbar aus sich heraus geht und allmählich offensiver wird oder Dave, der sich einerseits stark zu Finn hingezogen fühlt und ihn beschützen will, andererseits mit seinem dämonischen Blut zu kämpfen hat, das nach Finns Leben verlangt. Auch die Figuren rund um die Mittelaltertruppe sind witzig und lebendig in Szene gesetzt, allen voran der Schmied Roger, die farbenfrohe Hexe Angelika und der schwule Barde Max, die Finn schnell in ihrer Truppe aufnehmen. Es macht Spaß die unterschiedlichen Figuren kennenzulernen und durch die Geschichte zu begleiten.

 

Stilistisch mag die Geschichte älter sein, doch sie ist trotzdem sehr flüssig und leicht verständlich gehalten. Es macht Spaß Finn durch Lüneburg zu begleiten und mit ihm zusammen für Dave zu schwärmen. Einzig die beiden inneren Stimmchen (Verstand und Gefühl) sind ein wenig gewöhnungsbedürftig, da sie außer praktischen und unpraktischen Sprüchen wenig zur Handlung beitragen. Ob sie eine tiefere Bedeutung haben, bleibt offen, doch die häufigen inneren Dialoge sind mit der Zeit ein wenig ermüdend. Nichtsdestotrotz zeigt Chris P. Rolls mit einer Mischung aus Action, Erotik und Witz, wie man den Leser fesselt.

 

Fazit:
„Das Dämonenmal“ bietet Fans von Gay-Mystery Romanen spannende, gut geschriebene Unterhaltung, die man nur schwer aus der Hand legen kann. Chris P. Rolls besticht durch einen sehr komplexen Handlungsbogen, der in den Folgebänden ausgebaut werden dürfte und interessanten Charakteren, die man schnell ins Herz schließt. Wer die Bücher der Autorin mag, sollte sich „Die Anderen“ nicht entgehen lassen – zu empfehlen.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2015-08-06 12:00
Nette Ansätze, aber zu wenig Substanz!
Der letzte Wunsch (Hexer-Vorgeschichten, #1) - Andrzej Sapkowski,Erik Simon

Geralt von Riva ist von Beruf Hexer und verdient sich seinen Unterhalt mit dem Erlegen von bösen Kreaturen aller Art. Sein Berufsstand ist allerdings eine Münze mit zwei Seiten. Obwohl die Menschen auf die Hilfe der Hexer angewiesen sind haben sie doch häufig wenig Respekt vor ihnen. Geralt kennt sich gut mit der Verachtung aus, die ihm regelmäßig entgegen gebracht wird, was ihn jedoch nicht davon abhält Teufeln, Dämonen und verwunschenen Prinzessinnen gegen Bares ein Ende zu bereiten. Schließlich muss auch ein Hexer von irgendetwas leben.

 

Es ging auf den Morgen zu, als sie zu ihm kam. Sie trat sehr vorsichtig ins Zimmer, leise, mit lautlosen Schritten, schwebte durchs Zimmer wie ein Gespenst, wie eine Erscheinung. Und den einzigen Laut, der ihre Bewegung begleitete, erzeugte der Umhang, der sich an der nackten Haut rieb.
- Die Stimme der Vernunft (1)

 

Der jüngste Ausflug in die Gefilde der Kurzgeschichten führt diesmal zu Andrzej Sapkowskis Der letzte Wunsch – dem ein oder anderen sicherlich bekannt aus dem erfolgreichen Computerspiel The Witcher.

Mit dieser Sammlung bewegt sich der Leser durch eine wenig gastfreundliche mittelalterliche Welt, in denen allerlei übernatürliche Kreaturen ihr Unwesen treiben. Manche werden allerdings auch gänzlich falsch verstanden und zu unrecht als Monster bezeichnet. So hatte die »Würgerin« beispielsweise wenig andere Optionen, als von der Prinzessin zur Diebin zu werden, nachdem sie von ihrer bösen Stiefmutter aus dem Palast geworfen worden war und ein paar schlimme Dinge erleben musste. Sapkowski beruft sich dabei häufig auf allseits bekannte Märchen, z.B. der Gebrüder Grimm und verleiht den Protagonisten neben neuen Namen auch alternative Geschichten die unseren Hexer nicht selten in Gewissenskonflikte bringen.
Insgesamt ist der Weltenbau recht stereotyp und klassisch, was diese Art von Setting angeht, wird aber hin und wieder von einer Prise Humor bereichert.

Innerhalb des Buches bewegt sich der Leser nun etwas richtungslos von einem Abenteuer zum nächsten und jedesmal ist Hexer Geralt beauftragt eine gefährliche Kreatur auf die ein oder andere Weise auszuschalten. Auffällig ist dabei, dass sich die Abenteuer tatsächlich wie einzelne Queste innerhalb eines Computerspiels lesen, wobei gesagt sein muss, dass die Geschichten zuerst da waren und nicht etwa nach dem Spiel entstanden sind.
Erzählt werden die einzelnen Abenteuer wie in Rückblenden, nur das der Zusammenhang leider meistens fehlt. Nur der Handlungsstrang »Die Stimme der Vernunft« zeigt eine durchgehende Handlung und so wirken die übrigen Geschichten etwas sinnlos, da sie auch keinerlei Charakterzeichnung zulassen. Wer es nun gerne oberflächlich mag und sich seicht berieseln lassen möchte, der wird sicher etwas mehr Begeisterung bei dieser Lektüre empfinden als es mir möglich war. Denn neben der fehlenden Charakterentwicklung sind auch die Dialoge oft etwas sprunghaft und unklar und die Szenerie wechselt gerne schneller als man die Seite umblättern kann.

Vielleicht lag es am Schreibstil oder an der fehlenden Gesamthandlung, dass mich Geralt von Riva in Buchform bisher nicht überzeugen konnte. Die Geschichten scheinen sich schlecht auf die Konzentrationsfähigkeit auszuwirken. Ein Pageturner ist Der letzte Wunsch leider nicht und so verliert man ständig den Faden oder hangelt sich von einer belanglosen Anekdote zur anderen ohne dass dabei etwas hängen bleiben würde. Geralts gelegentlich durchblickender sarkastischer Humor erzeugt zwar kurzzeitig Hoffnung, leider stirbt die genauso schnell wieder wie sie kommt. Unterm Strich also eher enttäuschend, obwohl es vereinzelt interessante Ansätze gibt. Wäre der Autor hier mehr darauf eingegangen, wäre das Urteil sicher besser ausgefallen und die Motivation zum nächsten Band zu greifen – diesmal ein richtiger Roman – auch größer.

 

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/l/der-letzte-wunsch
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review 2015-03-20 00:00
Dance of Shadows - Tanz der Dämonen
Dance of Shadows - Tanz der Dämonen - Yelena Black Cover
Ein wirklich wunderschönes Cover trägt dieses Buch. Eine rothaarige Ballerina in einem Kleid aus roten Rosenblättern tanzend auf ihren blassen Spitzenschuhen vor einem rauchigen oder wolkigen Hintergrund. Es sieht alles sehr dramatisch aus und passt unglaublich gut zum Inhalt des Buches. Ich hab das Cover gesehen und wahr ehrlich gesagt hin und weg.

Meine Meinung
„Dance of Shadows“ hat mich ziemlich begeistert. Eigentlich interessiere ich mich nicht sonderliche für Ballett, doch dieses Buch hat mich dem Sport oder der Art zu Tanzen näher gebracht. Man wird schön in die Welt von Vanessa eingeführt. Ihre Eltern wollen nicht, dass sie auf die Schule in New York geht, weil dort vor drei Jahren ihre Schwester spurlos verschwunden ist.

Ein sehr spannender Anfang, der leider etwas nachlässt. Bei längerem Lesen wird das Buch immer vorhersehbarer und ich war stellenweise etwas enttäuscht darüber. Ich hatte mir einen kleinen Fantasy-Mystery-Epos erhofft. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach etwas zu hochgesteckt.

Die Charaktere sind alle recht flach gehalten und nicht sonderlich tiefgründig oder speziell. Es gibt zwei Jungs, die ein Mädchen wollen. Beide sind attraktiv, genau wie die Protagonistin, die das allerdings überhaupt nicht weiß. Soweit so gut, das ist alles nicht so schlimm in meinen Augen. Es ist ja erst der erste Teil und ich bin sehr gespannt, wann und ob der Zweite erscheint. Yelena Black hat nämlich einen sehr, sehr schönen Schreibstil, der absolut wunderbar angenehm zum Lesen ist und das Buch in meinen Augen rettet.

Wertung (3/5)
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review 2015-03-12 11:39
Das Faustus-Institut
Das Faustus-Institut (Der Fluch des Noah Lindt) - Tim Spohn

Inhalt:

Noahs Leben ist geprägt von Einsamkeit und düsteren Erinnerungen, denn seit der Pubertät lastet ein „Fluch“ auf ihm, der die Menschen tötet, an denen ihm etwas liegt. Aus diesem Grund meidet er den Kontakt zu seinen Mitmenschen, lebt zurückgezogen in Berlin und redet zumeist mit einer inneren Stimme, die ihm immer wieder sagt, dass er ein Mörder und Monster ist.

 

Sein Leben ändert sich schlagartig, als die unterkühlte Alisia, kurz Lis, und der offenherzige Lucas auftauchen und jeden seiner Schritte zu beobachten scheinen. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: ein riesenhafter Eiskoloss taucht auf, eine Gruppe Ziegenmonster lauert in der Nähe von Lucas Wohnung und eine Dämonin hat gesteigertes Interesse an ihm. Schlagartig sind mehrere Parteien hinter Noah her, der kaum Zeit hat, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Auch Lis und Lucas sind keine normale Menschen, gehören sie doch zum Faustus-Institut, das übernatürliche Wesen überwacht und gegen gefährliche Kreaturen vorgeht. Und ausgerechnet Noahs „Fluch“ und seine Kräfte gehören in die Kategorie gefährlich ….

 

Eigene Meinung:
Mit „Das Faustus-Institut“ legt Tim Spohn den ersten Roman seiner Fantasy – Reihe „Der Fluch des Noah Lindt“ im Eigenverlag vor und entführt den Leser auf knapp 240 Seiten in die Schattenwelt von Berlin. Die Fortsetzung soll noch diesen Sommer erscheinen und die offen endende Geschichte weiterführen.

 

Die Geschichte ist von Anfang an spannend und mitreißend, so dass der Einstieg leicht fällt. Bereits nach wenigen Seiten ist man im Geschehen, lernt Noah und seine innere Stimme kennen, die sich immer wieder Wortgefechte liefern, die die Handlung spürbar auflockern und für einige Lacher sorgen. Natürlich liegt der Schwerpunkt von „Das Faustus-Institut“ nicht auf Humor und Slapstick, sondern auf Spannung, Geheimnissen und Action, doch in diesem Fall ist die Mischung gelungen und sorgt für ein kurzweiliges, unterhaltsames Lesevergnügen.

 

Die Grundidee ist an sich nichts Neues – Legenden, Mythen und Sagengestalten existieren wirklich – zumeist wandeln sie unentdeckt zwischen den Menschen oder leben in den Schatten. Sie werden von den Faustus-Instituten überwacht und im Bedarfsfall weggesperrt, wenn sie zu viel Gefahr bedeuten oder Menschen ernsthaft Schaden zufügen. Gleichzeitig arbeiten derartige Kreaturen für das Institut und stellen ihre Kräfte den Anführern zur Verfügung. Ein wenig erinnert die Konstellation an „Percy Jackson“ oder „Darkmouth – Der Legendenjäger“, doch Tim Spohn hat kein Kinderbuch geschrieben. „Das Faustus-Institut“ ist für Jugendliche und Erwachsene gedacht, da es bei den Kampfszenen durchaus heftiger zur Sache geht und der Hauptcharakter nun einmal schwul ist und des Öfteren entsprechend „schmutzige Gedanken“ hat.

Glücklicherweise geht die Beziehung zwischen Noah und Lucas, die sich im Laufe der Zeit entwickelt, nicht über diese Gedanken und ein paar Küsse hinaus, was eine angenehme Abwechslung zu den typischen Vertretern der Gay Romance oder Gay Fantasy Szene darstellt. Tim Spohn erzählt keine Liebesgeschichte mit ausufernden Erotikszenen vor fantastischem Hintergrund, sondern eine spannende Urban Fantasy Geschichte mit einem schwulen Helden, der sich eben in einen seiner neuen Freunde verliebt und erinnert damit ein wenig an Timothy Carters „Böser Engel“. Aus diesem Grund kann man „Das Faustus-Institut“ auch jüngeren Lesern empfehlen, da es von der Erzählstruktur und dem Schreibstil durchaus in die Sparte Jugendbuch gehören könnte.

 

Neben der fesselnden Geschichte können auch die Figuren überzeugen. Noah ist am Anfang ein wenig unzulänglich und kommt arg emo-haft daher, doch das gibt sich im Laufe der Zeit glücklicherweise. Man schließt ihn schnell ins Herz und erlebt seine Abenteuer hautnah mit. Auch Lis, Lucas  und Okan (der sich der Gruppe im Auftrag des Instituts  anschließt) sind sympathisch und gut nachvollziehbar. Gerade Lucas mit seinem Vegan-Tick und seiner manchmal etwas unbeholfenen Art sorgt für den ein oder anderen Lacher und ist einfach nur liebenswert.

 

Stilistisch legt Tim Spohn einen soliden, gut geschrieben Roman vor, der Lust auf mehr macht. Manchmal ist sein Schreibstil ein wenig umgangssprachlich geraten, doch das passt durchaus zu Noahs zynischem Charakter und seinen Gedanken; immerhin ist der Roman vollkommen aus seiner Sicht geschrieben. Dafür kann der Autor mit den Umgebungsbeschreibungen und den Actionszenen punkten, die sehr gut gelungen sind. Er hat ein gutes Gefühl für Sprache, weiß mit Worten zu fesseln und setzt seine Helden lebendig in Szene.

 

Fazit:
„Das Faustus-Institut“ ist ein gelungener Auftakt der Fantasy-Reihe „Der Fluch des Noah Lindt“, der definitiv Lust auf mehr macht. Das Buch ist viel zu schnell vorbei, von all den aufgeworfenen Fragen werden nur einige wenige beantwortet und die Figuren bieten eine Menge Potenzial. Trotz des schwulen Subplots würde ich den Roman jetzt nicht nur Fans schwuler Literatur empfehlen (Gay Romance Liebhaber werden aufgrund der mangelnden Liebesgeschichte eventuell enttäuscht sein), sondern auch Lesern ans Herz legen, die Fantasy-Jugendbücher mögen und sich nicht daran stören, dass der Held homosexuell ist. Tim Spohn legt ein tolles, gut geschriebenes Buch vor, das man voll und ganz empfehlen kann.

Source: www.like-a-dream.de
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