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review 2017-09-11 14:56
Rezension | Joe Hill: Fireman
Fireman: Roman - Ronald Gutberlet,Joe Hill
Wer den Klappentext verfasst hat las den Titel und nicht das Buch. 
 
Was habe ich erwartet: 
Eine Geschichte über eine apokalyptische Krankheit und einen mysteriösen Fireman. Irgendwas mit einem coolen Endzeithelden, gespickt mit feinen Mystery- und Horror - Elementen. (Entschuldige, Joe Hill, aber ja, ich messe dich an Daddy.) 
 
Was habe ich bekommen:
Ja, was habe ich bekommen? Ein Endzeit-Dschungelcamp? Eine Gesellschaftsstudie am Rande einer Apokalypse? 
 
Man hätte es genau so gut „Marlborough -Mann“ nennen können und behaupten, eben jener wäre die größte Gefahr der Menschheit.  Ja, ein „Marlborough- Mann“ kommt vor und ja, er ist eine Gefahr. Zumindest für einen Teil der Menschheit. Damit wären wenigstens zwei Aussagen des Klappentextes als wahr erfüllt, denn es gibt tatsächlich einen „Fireman“ in diesem Roman, aber er ist nicht die letzte Rettung der Menschheit. 
 
Die Krankheit ist cool. „Dragonscale“, feine Muster, die auf deiner Haut erscheinen und dazu führen, dass du in Flammen aufgehst. Mit dem Menschen nach und nach die ganze Welt. Gut, dieKrankheit zu haben ist nicht so cool, aber die Idee ist gut.  Verschwendet, aber gut. 
 
Harper, die Protagonistin folgte ich sehr gern durch den Verlauf der Geschichte. Sie ist erfrischend normal, nicht perfekt, aber auch keine Damsel-in-Distress. 
 
Der Firmen war am Anfang als mystischer Retter interessant, wurde aber sehr schnell de-mystifiziert. Er ist nett. Also nicht im Sinne von „nett ist die kleine Schwester von…“, sondern nett. Mehr aber auch nicht. Er kommt nicht so oft vor und er macht auch nicht sonderlich viel. Aber er ist … nett. 
 
Die Romanze fand ich zu erzwungen und fehl am Platz. Sie tut nichts für die Geschichte und macht wenig Sinn. Lass die beiden sich mal verlieben, weil … Keks. Das ist eine „Thor“ - Romantik. Kennen sich ein paar Stunden und verlieben sich unsterblich weil es der Plot so will. Nein, nicht der Plot, der Autor. 
 
Joe Hill arbeitet mir epischer Vorausdeutung. Das erfüllt seinen Zweck, man möchte weiter lesen, aber es verrät auch viel. Zu viel Info zu früh nimmt Überraschung weg. Ich mag es lieber, wenn ich nach und nach herausfinde, wer die Antagonisten sind, als wenn ich vorweg mit der Nase darauf gestoßen werden. Ein oder zwei Wendepunkte der Geschichte lässt er offen, die größten, aber weniger vorweg greifender Erklärung hätte dem Buch gut getan. 
 
Längen gibt es. Der Mittelteil im Camp zieht sich hin, während das aktionsreichere Ende im Vergleich recht kurz ausfällt. Ich wünschte mir mehr und früher Aktion und weniger Aufbau. Die Etablierung des großen Personals braucht Zeit, ja, aber Joe Hill sollte auf sein Talent vertrauen viele Figuren differenziert darzustellen. Das kann er nämlich. Hat gut von Daddy gelernt.
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review 2016-03-18 10:10
Gro├čartige Krimi-Noir Science Fiction mit Endzeitcharakter!
Depth - Lev Ac Rosen

Für Privatdetektivin Simone Pierce hätte der aktuelle Auftrag reine Routine werden sollen: Einen untreuen Ehemann und eine attraktive Blondine in flagranti ertappen. Doch die Dinge kommen anders und alles andere als erfreulich. Als der zu beschattende Gatte plötzlich als Wasserleiche auftaucht und Simones Klientin verschwindet wird die Detektivin selbst zur Verdächtigen. Auf der Suche nach Beweisen die sie entlasten stolpert Simone über mörderische Kunstdiebe, die einem Schatz auf der Spur sind der unmöglich existieren kann.

 

 

It wasn’t the iconic skyline of the past – just the top, with wide plains of ocean between crumbling towers, and large boats floating low on the horizon, like a steel archipelago.
– One

 

Depth ist ein Roman wie ich ihn in dieser Form noch nicht gesehen habe. Der Autor kombiniert eine postapokalyptische Welt mit futuristischer Science Fiction und Elementen des Krimi-Noir.
Man schreibt ungefähr das Jahr 2200 (ganz genau wird es nicht genannt) und die Polarkappen sind aufgrund der Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung geschmolzen. Als Folge daraus ist der Meeresspiegel angestiegen und hat einen Großteil der Kontinente geflutet. In Depth lernen wir den Handlungsort New York nun von einer erhöhten Position her kennen, wo alle einstigen Wolkenkratzer unterhalb des einundzwanzigsten Stockwerks geflutet sind und die Zugänge nur durch teils recht wackelige und rutschige Brückenkonstruktionen erreichbar sind.

Schon von der ersten Seite an zeigt sich der faszinierende Weltenbau dieses Romans, der durch gut durchdachte Details glaubhaft und sehr lebendig wird. Neben der plastischen Schilderung eines New Yorks das aus Gebäuderesten, Brücken und Booten besteht, ist vor allem interessant, dass die Technologie sich weiterentwickelt hat. Üblicherweise ist es in postapokalyptischen Szenarien ja doch eher der Fall, dass die Menschen ihr einst technologisches Wissen verloren haben. Hier aber gibt es Kameras die sich auf Kartengröße zusammenschrumpfen lassen, Generatoren die Energie aus Meeresalgen gewinnen oder Kleiderstoffe, die einen gegen das allgegenwärtige Salzwasser schützen. Neben dem technischen Fortschritt hat sich die Gesellschaft der USA, die als Weltmacht abgelöst wurde, dagegen menschlich deutlich zurückentwickelt. Auf dem übrig gebliebenen Festland haben sich religiöse Fanatiker durchgesetzt die nun ein patriarchalisches Regime der Prüderie führen. Verhütungsmittel sind verboten, Frauen haben eine strickte Kleiderordnung zu befolgen und Homosexualität endet im besten Fall in einem Erziehungslager, im schlechtesten Fall mit dem Tod – wobei man da streiten kann, was nun tatsächlich besser ist für die betroffene Person. New York liegt inzwischen aber so weit vom Festland entfernt, dass man die Gesetzte dort großzügig ignorieren kann und die Stadt ohnehin nicht mehr als Teil der USA sieht.

Wem der spannende Weltenbau mit all den tropfenden und schwappenden Details noch nicht reicht, der kann sich zusätzlich an vielfältigen und einnehmenden Charakteren erfreuen, die noch dazu Abstand nehmen von den üblichen Klischees. In Depth tauchen überraschend viele Frauen als Hauptfiguren auf, die sich für mein Empfinden sehr glaubhaft verhalten und weder übertrieben stark noch ermüdend hilfsbedürftig erscheinen. Allen voran betrifft das natürlich Privatdetektivin Simone die genauso lasterhaft wie ihre männlichen Kollegen sein kann, aber auch sehr gewissenhaft bei der Arbeit und ihren Prinzipien treu ist. Kurzum Simone ist einfach eine coole Protagonistin die im Verlauf der Handlung ungeplant auch immer mehr eigene nebulöse Details ihrer Vergangenheit aufdeckt.
Neben Simone gibt es einige Nebenfiguren die reichlich Unterhaltung und ein lebhaftes Geflecht von Interaktionen bieten. Eine Figur allerdings, Danny, hätte noch viel mehr eigene Geschichte verdient, was mich auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Danny verdient sich seinen Lebensunterhalt als eine Art Wahrsager, die Wahrheit über seine Vergangenheit und darüber was er wirklich kann kennt aber nur Simone. Auch wenn der Roman in sich abgeschlossen ist bietet die Welt von Depth und die Figuren darin noch so viele Möglichkeiten für weitere Geschichten die ich unheimlich gerne lesen würde.

Depth ist ein Buch das mich überraschen und sofort in seine Welt hineinziehen konnte. Das einzige Manko ist eine kleine Logikfrage danach, weshalb nie jemand neugierig genug war die gefluteten Tiefen der Stadt zu erforschen. Tiefseetaucher und Höhlenforscher müssten doch eine gnadenlose Neugier dafür haben, welche Geheimnisse seit mindestens hundert Jahren dort unten vergraben liegen. Doch davon einmal abgesehen kann Depth nur dringend empfohlen werden. Wer sich in eine imposante Mischung aus Mystery, Krimi und dystopische Science Fiction begeben möchte kommt um Depth nicht herum.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/d/depth
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text 2015-03-21 09:39
The End, My Friend ...

Was fasziniert uns wohl am Ende der Welt? Ist es vielleicht der Traum von einem Neuanfang? Die geistige Flucht aus einer festgefahrenen Gesellschaft, die scheinbar keinen Raum mehr für echte Abenteuer bietet? Der Eindruck von belanglosem Kommerz, der unser Leben fest im Griff hat? Eine düstere Sehnsucht danach Selbstjustiz in einer ungerechten Welt üben zu können? Sehnen wir uns insgeheim nach einem Überlebenskampf, statt in den nächsten bis-24h-geöffnet-Supermarkt marschieren zu können, wo wir jede Menge Lebensmittel einkaufen können, von denen wir die Hälfte wieder weg werfen müssen, weil sie verdorben sind, bevor wir sie essen konnten? Ist es der Verlust unseres Respektes vor der Natur oder die Furcht vor einer selbst geschaffenen, künstlichen Intelligenz die ihre Erbauer eines Tages vernichtet? Ist es vielleicht auch eine Art Platzangst vor der zunehmenden Überbevölkerung und die immer enger und lauter werdende Welt in der wir leben? Glauben wir die Probleme einer postapokalyptischen Ära wären einfacher zu bewältigen als die der gegenwärtigen Gesellschaft?

Coverbild: The End, My Friend

Sicherlich hat jeder Leser und jede Leserin eigene Gründe, weshalb sie das Endzeitszenario fasziniert, doch was es auch letztlich sein mag, es findet in jeder neuen Generation neue Anhänger und das nicht nur in Film und Fernsehen und zahlreichen Computerspielen.

Es begann anno dazumal mit verschiedenen religiösen Schriften in denen eine göttliche Macht mit dem Weltuntergang droht, wenn wir uns zu sehr daneben benehmen. Ein Endzeitgedanke der sich erstaunlich beharrlich seit Jahr 1 hält (womit nicht unbedingt der christliche Kalender gemeint ist, die Maya z.B. waren ja schon sehr viel früher dran mit ihren Weltuntergangs-Vorhersagen) und ebenso lange die einzige große Furcht der Menschheit war. Doch mit dem Fortschritt kamen die Ideen an völlig neuartige Katastrophen. In den 1960er Jahren z.B. saß einem die Bedrohung der nuklearen Auslöschung der Menschheit in Form des Kalten Krieges im Nacken und als man sich davon einigermaßen gelöst hatte, fing der Mensch an sich Gedanken über explodierende Kernkraftwerke, Meteoriten aus dem All, den Überfall durch Außerirdische oder eine rachsüchtige Natur zu machen.

Schon 1662 erschien mit The Day of Doom von dem amerikanischen Autor Michael Wigglesworths wohl einer der ersten, wenn nicht sogar der erste Roman (eigentlich war es eher ein richtig langes Gedicht …) im Genre der Endzeitliteratur. Vor allem die postapokalyptischen Szenarien haben es den Menschen wohl angetan. Dabei zählt meist nicht so sehr wie es zum Ende kam, sondern vielmehr das, was die Überlebenden oder sogar erst deren Nachkommen, daraus machen. Egal ob der Roman nun stärker in der Fantasy oder doch mehr in der Science Fiction zu verorten ist, die Trennung der beiden Genres ist selten schwieriger gewesen (Beispiele: Amtrak Wars, Moondark Saga), werden meist Szenerien beschrieben, in denen sich neue Gesellschaften aus den Resten unserer zerstörten Zivilisation gebildet haben. Die Protagonisten haben häufig nur vage Informationen darüber, was zur beinahe-Auslöschung der Menschheit geführt hat, klar ist nur, dass eine Katastrophe die alten Verhältnisse beendet und die Menschen in (zumeist) vorindustrielle Verhältnisse zurückbefördert hat. Diese Katastrophe äußert sich z.B. The Chrysalids von John Wyndhamin Form nuklearen/kriegerischen (Beispiele: The Chrysalids - John Wyndham, The City of Ember, ff. - Jeanne DuPrau, Undersea - Geoffrey Morrison, Nach der Bombe - Philip K. Dick), biologischen (Beispiele: I am Legend - Richard Matheson, Falling Sky - Rajan Khanna, World War Z - Max Brooks, Y: The Last Man - Brian K. Vaughn, The Walking Dead - Robert Kirkman & Tony Moore), künstlich intelligenten (Beispiel: Do Androids Dream of electronic Sheep? aka. Blade Runner - Phillip K. Dick) und gelegentlich auch außerirdischen Ursprungs (Beispiel: Krieg der Welten - H.G. Welles) oder die Natur rächt sich am Menschen (Beispiel: Die Triffids - John Wyndham). Bezeichnend ist letztlich eines: es ist ein dystopisches Umfeld mit der Verheißung eines Neuanfangs. Nicht selten wird die alte Zivilisation dabei als Vorbild genommen, als ein Ideal, das man wieder erreichen möchte in einem Zustand der Anarchie wo das Gesetz des Stärkeren gilt (Beispiele: Lobgesang of Leibowitz - Walter M. Miller, Jr., Pelbar-Zyklus - Paul O. Williams). Gleichzeitig ist den verbliebenen Menschen meist bekannt, dass sich die alte Gesellschaft selbst zerstört hat und man versucht nun, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, womit auch schon der erste Konflikt geschaffen ist. In vielen Werken wird dabei der Wille zum richtigen Verhalten in einen (religiösen) Fanatismus verkehrt, der das genaue Gegenteil bewirkt ohne dass dies den Protagonisten bewusst ist. Wurde die Menschheit hingegen von Außerirdischen überfallen oder von einer Naturkatastrophe überrascht, ist vor allem die Rückeroberung der Erde das Kernthema, das wieder-bewohnbar-machen oder der Wiederaufbau einer Gesellschaft, die sich an einer glorifizierten Vorstellung preapokalyptischer Verhältnisse orientiert.

The Hunger Games von Suzanne Collins
Es gibt natürlich, gerade in jüngster Zeit, noch etliche dystopische Romane insbesondere im Jugendbuchbereich, die versuchen ein wenig in die Richtung postapokalyptischer Szenarien zu gehen. Dort wird ebenfalls eine futuristische Gesellschaft angedeutet, die sich nach einem großen Konflikt, in der Regel einem Krieg, ergeben hat. In The Hunger Games (Suzanne Collins) beispielsweise sind die USA in Distrikte aufgeteilt worden und man erfährt eigentlich nur, dass es vor ca. 75 Jahren - die genaue Jahreszahl nach unserer Rechnung ist unbekannt - einen Aufstand gegeben hat. Andere aktuelle Werke finden wir in The Maze Runner (James Dashner), Divergent (Veronica Roth) oder The Host (Stephenie Meyer), die wir inzwischen auch alle auf der Leinwand bewundern dürfen. Anders als bei den zumeist älteren Romanen konzentrieren sich die Konflikte hier aber verstärkt auf romantische Verstrickungen der Protagonisten innerhalb einer andersartigen Welt, die mehr ein kosmetischer Faktor als ein handlungsrelevanter oder gar kritischer Teil der Geschichte ist. Die Romane kommen daher eher seicht daher, im Vergleich zu den meisten der weiter oben erwähnten Titel. Zudem ist zwar eine deutliche Zerstörung der einstigen Gesellschaft, manchmal auch der Städte zu bemerken, die Technologie ist dafür der unsrigen weit voraus.

Ob man nun die klassische Postapokalypse bevorzugt oder die leichtere Jugendbuch-Kost hängt ganz vom eigenen Geschmack ab. Als Einstieg für komplette Neulinge eignen sich die Jugendbücher sicherlich auch für Erwachsene, da sie einen vielleicht etwas langsamer an das Thema heranbringen und den Geschmack daran wecken. Auf lange Sicht stellen sie aber das dar, was auch die Hohlbein-Bücher für mich waren: eine Einstiegsdroge in ein sehr spannendes Themengebiet der Buchwelt. Mal mehr, mal weniger gesellschaftskritisch, manchmal philosophisch und mit einer stets wandlungsfähigen Definition der Zielgruppe, ziehen uns die verschiedenen AutorInnen in ihren Bann. Insgesamt scheint das Thema Post-Apokalypse ein Thema mit vielen unterschiedlichen Facetten zu sein das nie langweilig wird und ich habe hier vermutlich nur die Oberfläche angekratzt.

Gibt es irgendwelche Meinungen, Kritiken oder weitere Vorschläge dazu? Es würde mich interessieren was andere an diesem Subgenre der SFF fasziniert und welche Bücher sie empfehlen würden.

Source: moyasbuchgewimmel.de/the-end-my-friend
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review 2015-02-21 15:05
Zombies, Luftschiffe und wahnsinnige Wissenschaftler!
Falling Sky - Rajan Khanna

Zwei Generationen nachdem eine Seuche über die Menschheit herein gebrochen ist, welche die Infizierten in zombieähnliche Kreaturen verwandelt hat, haben sich die wenigen Überlebenden auf Zeppelinen oder schwebenden Plattformen in die Lüfte geflüchtet, wo die hochgradig ansteckenden Ferals sie nicht erreichen können. Ben Gold ist Kapitän des Luftschiffes Cherub und aktuell beauftragt Wissenschaftlern bei ihren Feldforschungen Rückendeckung zu geben. Wenig begeistert von dieser riskanten Aufgabe hätte Ben nicht geglaubt, dass ihm dieser Tage noch etwas die Laune vermiesen könnte. Bis die Siedlung der Wissenschaftler von Plünderern überfallen und die Cherub gestohlen wird. Plötzlich sitzt Ben auf dem Boden fest …

It's when I hit the ground that my skin starts to itch, as if I can catch the Bug from the very earth itself. I know I can't, but I itch anyway, and the sweat starts trickling, which doesn't help. But there's no time to focus on any of that now because I'm on the ground and there's nothing safe about that.


Autor Rajan Khanna hat in seinem Debütwerk Falling Sky ein paar unterhaltsame Elemente miteinander verbunden: Zeppeline, Zombies, ein Revolver schwingender Held und verrückte Wissenschaftler sorgen in diesem Roman für eine Art post-apokalyptischen Wildwestroman. Es ist ein wenig wie Mad Max nur mit Luftschiffen. Man muss allerdings erwähnen, dass der Begriff »Zombie« in Ermangelung einer korrekten Alternative benutzt wird. Khannas Ferals sind keine lebenden Toten, sondern verwilderte Menschen die durch den Virus ihre Menschlichkeit verlieren. Wer infiziert wird stirbt nicht, sondern »verblasst«, bis nur noch ein wildes, auf seine Instinkte reduziertes Tier übrig ist das nichts weiter kennt, als das Schlafen, Fressen und Reproduzieren. Ja, diese Kreaturen sind sterblich und zur Reproduktion fähig. Falling Sky ist also nur bedingt als Zombie-Apokalypse zu betrachten, auch weil die Kreaturen nur eine Nebenrolle in dem Buch ausfüllen. Es geht vielmehr um die Furcht einer Infektion und das Wissen, dass ein einziger Tropfen Blut oder Spucke ausreicht, nur ein kurzer Kontakt mit Körperflüssigkeiten jedweder Art, um sich zu infizieren und in Folge dessen zu vergessen wer und was man ist. Bens Gesellschaft zeigt dementsprechend keine nackte Haut. Es gibt nur sehr wenig Kontakt, ganz zu schweigen von Sex, der auch noch zu Nachkommen führen könnte. Und wer will seine Kinder schon in eine Welt setzen, die von gefräßigen Monstern besiedelt wird. Der Autor beschreibt recht glaubhaft, wie die Furcht vor der Infektion das Leben der Menschen körperlich und emotional beeinflusst hat und wie das Vernünftige den Vorrang vor dem Mitgefühl hat.

Was Falling Sky neben dieser einigermaßen bekannten Prämisse zu etwas besonderem Macht ist der ungewöhnliche Weltenbau. Wenn wir an Luftschiffe, Zeppeline und mechanisch konstruierte, schwebende Plattformen denken, dann denken wir natürlich an den nostalgisch geprägten Steampunk. In Falling Sky bewegen wir uns aber nicht in die entsprechend passende Epoche zurück, sondern in die Zukunft, wo man sich zwangsweise wieder auf alte technologische Errungenschaften besonnen hat, um dem gefährlichen Erdboden fern bleiben zu können. Wer sich gerne durch die Lüfte bewegt, dem wird diese Idee Spaß bereiten und derjenige wird sich lebhaft vorstellen können, wie die Schiffe auf den Dächern verrottender Wolkenkratzer andocken.
Neben der alltäglichen Bedrohung durch die Ferals, gesellt sich noch ein weiterer Feind dazu, der jede größere Gemeinschaftsbildung auf grausame Weise überfällt und ausraubt, um sich deren Ressourcen zu eigen zu machen. Anhand nur weniger Beispiele wird schnell deutlich, dass nicht nur die Ferals ihre Menschlichkeit verloren haben und es nicht immer einen Virus braucht, um sie zu verlieren.

Ben der tragende Charakter dieses Romans, ist dabei durchaus sympathisch in seiner manchmal egoistisch wirkenden Art. Als Leser lernt man durch seine Augen wie die Welt funktioniert und weshalb man hier hauptsächlich an sich selbst denkt. Nach und nach erfährt man außerdem mehr über die Dinge, die Ben in der Vergangenheit erlebt hat und welche Wünsche er sich selbst zu denken verweigert. Der Verlust seines Luftschiffes bedeutet für ihn auch nicht nur, dass er nun mit den Ferals auf dem Boden festsitzt, sondern den Verlust der einzigen Heimat, die er je hatte. Irgendwie charmant finde ich ist auch die Tatsache, dass der Held auszieht um sein Schiff zu retten, statt, wie so oft, eine »Jungfrau in Nöten«. Das Buch ist sehr stark auf ihn fokussiert, weshalb es neben Ben auch keine weiteren Charaktere gibt, die man näher kennenlernen würde. Die Wissenschaftlerin Miranda nimmt da noch den größten Raum ein, viel privates erfährt man über sie aber nicht. Bei ihr dreht sich alles um ihre Forschungsziele. Leider werden die nicht näher ausgearbeitet und sind eher ein nebensächlicher Teil der Handlung. Daher kommt ihre Funktion als Wissenschaftlerin nicht so richtig überzeugend rüber, auch wenn sie ab und an eine Spritze zückt und von irgendwelchen Tests berichtet.

Zum Ende hin stellt man rasch fest, dass noch unheimlich viele Dinge in Bewegung, aber kaum noch Seiten übrig sind. Die Rechnung, dass sich alle Fragen bis zur letzten Seite noch klären lassen, geht entsprechend auch nicht auf. Das Finale schließt die Haupthandlung durchaus ab, ich konnte mich aber des Gefühls nicht erwehren, dass der Autor hier entweder gerne noch deutlich mehr geschrieben hätte oder auf eine Fortsetzung hofft. Es bleiben also hier und da Lücken, die sich im Laufe des Buches angesammelt haben.

Fazit:
Falling Sky ist eine interessante Abwechslung zu den üblichen post-apokalyptischen Zombie-Szenarien und bietet ein abenteuerliches und unterhaltsames Gesamtbild. Trotz ein paar kleinerer Anfängermängel macht das Buch einfach Spaß und sollte es tatsächlich zu einer Fortsetzung kommen, bin ich auf jeden Fall mit dabei.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/f/falling-sky
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