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review 2017-06-03 09:09
Rezension | Junktown von Matthias Oden
Junktown: Roman - Matthias Oden Junktown: Roman - Matthias Oden

Beschreibung

 

Inspektor Solomon Cain lebt in einer Zukunft, in der Maschinen und Menschen eng miteinander verbunden existieren, er arbeitet für die Geheime Maschinenpolizei (Gemapo) in der Hauptstadt „Junktown“ und führt neben seinem Job ein eher überschaubares Leben. Das oberste Gebot der Regierung ist die Konsumpflicht von Drogen eines jeden Bürgers, deren Erfüllung durch ärztliche Überwachung streng kontrolliert wird.

 

Trotz des Drogenrauschs versucht Inspektor Solomon Cain einen klaren Kopf für seinen neusten Fall zu bewahren. Der Mord an einer Gebärmutter deutet zunächst auf eine Beziehungstat hin, doch die oberste Behörde der Regierung ist in den Fall verwickelt und Solomon Cain betritt während seiner Recherche immer gefährlicheres Terrain.

 

Meine Meinung

 

„Junktown“ ist der Titel von Matthias Odens dystopischen Science-Fiction Roman und bezeichnet zugleich auch die Stadt, die den Handlungsort der bizarren Geschichte darstellt.

 

Schon der abgefahrene Klappentext dieses Debütromans hat mich auf den ersten Blick angesprochen – Dieses Buch musste ich also unbedingt lesen! Eines kann ich schon vorwegnehmen, ich wurde nicht enttäuscht. Es gibt jede Menge bizarre Maschinen, Drogen, genetisch abgestufte und veränderte Menschentypen sowie eine diktatorische Regierung die ihre Bürger durch Drogenkonsum an der kurzen Leine hält.

 

Matthias Oden wirft den Leser ohne große Umschweife direkt ins Geschehen, Näheres über die Regierungsstruktur, die Eigenschaften der diversen Menschentypen, sowie gesellschaftliche Sitten und Regeln werden nach und nach ergänzt. Für eine bessere Übersicht gibt es am Ende des Romans ein kleines Verzeichnis, das die wichtigsten Organisationen und Abkürzungen beschreibt. Der Autor verwendet eine harte Sprache und lässt teilweise recht obszöne Ausdrücke einfließen, die der Geschichte eine passende Atmosphäre verpassen.

 

"In Junktown war eine Ecke so schäbig wie die andere – wo sollte man also schon hinwollen? Vor allem, wenn man sich zu Hause an bessere Orte spritzen konnte." (Seite 37)

 

Ich habe es sehr genossen in die verrückte Welt abzutauchen, die Matthias Oden in „Junktown“ entwirft, skurrile Maschinen und Regierungsstrukturen kennen zu lernen und Inspektor Solomon Cain bei der spannenden Ermittlungsarbeit über die Schulter zu schauen. Der bildhafte Schreibstil lässt regelrecht Bilder im Kopf entstehen, so dass ich zeitweise das Gefühl hatte mitten in einen Kinostreifen gefallen zu sein.

 

Im Gegensatz zu den detailliert geschilderten Ermittlungsvorgängen die Cain durchläuft, kommt mir das Ende etwas zu schnell abgespeist vor. Im Eiltempo wendet sich Cains Blatt und die Leser/-innen werden mit überraschenden Wendungen in einem richtigen Showdown aus dem Gleis gehoben. An sich hat mir das auch sehr gut gefallen – es passiert allerdings so vieles auf wenigen Seiten, dass ich mir an manchen Ecken einfach gewünscht hätte das ganze näher betrachten zu können.

 

"»Die meisten Tage haben es verdient zu sterben….«" (Seite 242)

 

Fazit

 

Ein literarischer Drogentrip durch eine skurrile Zukunftsvision.

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-junktown-von-matthias-oden
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review 2016-10-07 19:12
Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell
Inbetween - Zwischen Bühne und Bordell - Svea Lundberg

Story:
Für Jerik ist es Liebe auf den ersten Blick als er in einem Musical den Tänzer Alexej sieht und sich in den Bachstage-Bereich schleicht, um ein Date mit dem jungen Mann auszumachen. Auch dabei läuft alles bestens – die beiden kommen sich näher und Alexej scheint Jeriks Gefühle zu erwidern. Recht schnell kommen jedoch auch erste Probleme ans Licht – Alexej verdient nicht nur mit dem Tanzen sein Geld, hin und wieder verkauft er sich auch an andere Männer. Jerik ist entsetzt, hält er doch an einer rein monogamen Beziehung fest. Richtig problematisch wird es jedoch erst, als er bemerkt, dass Alexej ihm einen weiteren wichtigen Punkt verschwiegen hat: er verkauft sich nicht nur an andere Männer, er konsumiert auch Drogen, um den Akt mit Fremden erträglich zu machen. Und zwischen Kontrolle und Sucht verläuft eine dünne Grenze, die Alexej schon längst nicht mehr erkennen kann. Für Jerik, der seiner großen Liebe helfen will, überschlagen sich nach und nach die Ereignisse, da ihn Alexejs Probleme selbst immer tiefer hinabziehen …

 

Eigene Meinung:
Mit dem Gay Drama „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ legt Svea Lundberg ihren zweiten Roman bei deadsoft vor, der im kommenden Jahr mit einem Spin-Off fortgesetzt werden soll. Im Gegensatz zu ihrem Krimi „Kristallschnee“ handelt es sich bei „Inbetween“ um ein waschechtes Drama, bei dem sowohl Alexej als auch Jerik einiges zu bewältigen haben.

 

Die Geschichte wird komplett aus Jeriks Sicht erzählt, der als Student ein halbwegs solides Leben führt. Durch Alexej Auftauchen gerät Jerik ziemlich aus dem Gleichgewicht, was an dem unsteten Leben des Tänzers liegt und den vielen Geheimnissen, die er vor dem jungen Studenten zu verbergen versucht. Das Thema Drogen und die Auswirkungen regelmäßigen Konsums finden spätestens am der Hälfte Erwähnung und nehmen einen großen Teil der Handlung ein. Dabei zeigt Svea Lundberg sehr authentisch, was Kokain und Heroin mit einem Menschen macht und welche Konsequenzen sie haben können. Schön ist dabei, dass auch auf Jerik eingegangen wird, an den die Sucht seines Freundes nicht spurlos vorbei geht und die dafür sorgt, dass die Beziehung der beiden mehrfach auf der Kippe steht. Hier entwickelt sich natürlich sehr viel Drama, da beide Charaktere an ihre Grenzen getrieben werden. Svea Lundberg nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, zeigt ungeschönt, wie Alexej abbaut und welche unschönen Höhen sein Drogenkonsum erreicht.


Hin und wieder wird zu viel Wert auf Erotik gelegt, denn „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ enthält mehrere explizite Szenen. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal Svea Lundberg einige Passagen überspringt (z.B. die Reise nach Russland zu Alexejs Familie), die eigentlich wichtig gewesen wären, um Alexej näher zu beleuchten und ihm mehr Tiefe zu geben. Es ist schade, dass gerade dieser wichtige Handlungsbogen nur grob in einer Rückblende erzählt wird.
nichtsdestotrotz ist die Geschichte in sich stimmig und realistisch, da Svea Lundberg darauf achtet die Beziehung und die Entwicklung der Charaktere authentisch darzustellen.

 

Die Charaktere sind in sich schlüssig und handeln logisch, wenngleich sie dem Leser ein wenig fremd bleiben. Sicherlich lernt man sie gut kennen, doch gerade die Nebenfiguren können unerwartet viele Punkte sammeln. Allen voran Max und Ilian, die beide mit Jerik befreundet sind. Sie sind lebendig und bleiben dem Leser in Erinnerung. Jerik als Ich-Erzähler bleibt ebenfalls im Gedächtnis, doch mitunter handelt er unlogisch, was jedoch an den Ereignissen und dem großen emotionalem Stress liegen könnte, dem er ausgesetzt ist.
Einzig Alexej bleibt recht blass, da man nur wenig über ihn erfährt und ihn kaum näher kennenlernt. Das ist schade, da es (wie erwähnt) durchaus Möglichkeiten gegeben hätte, um ihm mehr Tiefe zu verleihen.

 

Stilistisch legt Svea Lundberg einen gelungen Roman vor, der durch schöne Beschreibungen, tolle Dialoge und gelungene erotische Szenen besticht. Gerade die Beschreibungen von Jeriks Heimat Schweden ist sehr gut gelungen und wirkt wunderbar authentisch, ebenso die vom Hamburger Leben. Sie hat sich  seit ihrem Debüt „Kristallschnee“ spürbar gesteigert, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann und mit den Figuren mitfiebert.

 

Fazit:
„Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ ist ein gelungenes Gay Drama, das durch eine solide, authentische Handlung und einen schönen Schreibstil besticht. Die Charaktere mögen dem Leser ein wenig fremd bleiben, doch man kommt mit ihnen klar und schließt den die Nebencharaktere ins Herz. Hin und wieder wäre weniger Erotik mehr gewesen, doch wer sich daran nicht stört und sich für das Thema Drogen und Sucht interessiert, sollte Svea Lundbergs Roman eine Chance geben. Er kann überzeugen und macht Lust auf mehr.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2016-04-06 10:10
Leider kein Schocker
Afterparty - Ann Redisch Stampler

Los Angeles, die Stadt der Engel. Für Emma ist sie das Symbol eines Neuanfangs, denn sie hat die Nase voll davon, ein Engel zu sein. Sie war stets eine gute, pflichtbewusste Tochter, die ihren überfürsorglichen Vater niemals enttäuschte. Damit soll jetzt Schluss sein. Emma möchte leben, Fehler machen, Dummheiten begehen. Als Emma Siobhan kennenlernt, scheint ihre Verwandlung in greifbarer Nähe, denn sie ist alles, was Emma sich bisher nicht traute zu sein. Lügen, Alkohol, Partys, Drogen – Siobhan kennt keine Grenzen. Emma ist von ihrer neuen besten Freundin fasziniert und merkt nicht, dass sie am Abgrund entlang tänzelt. Ein ums andere Mal lässt sie sich auf Sibs Spielchen ein und riskiert mehr als nur ihre Tugendhaftigkeit. Erst als Dylan in ihr Leben tritt und Emma beginnt, eigene Entscheidungen zu treffen, erkennt sie, dass ihre Freundschaft toxisch ist. Sie versucht, sich zurückzuziehen, doch vielleicht ist es dafür bereits zu spät. Denn in einem unbedachten Moment schloss Emma einen Pakt mit Siobhan. Einen Selbstmordpakt.

 

Was bedeutet es, ein guter Mensch zu sein? Bedeutet es, niemals Fehler zu machen? Bedeutet es, die Menschen, die einem nahestehen, niemals zu enttäuschen und immer die richtigen Entscheidungen zu treffen? Glaubt man Emma, der Protagonistin und Ich-Erzählerin aus „Afterparty“ von Ann Redisch Stampler, ist genau das die Definition eines guten Menschen. Sie muss auf die harte Tour lernen, dass das nicht stimmt. Zu Beginn dieses Young Adult – Romans begreift sie nicht, wie viele Graustufen menschliches Verhalten beinhaltet. Für sie gibt es nur Schwarz und Weiß – Klosterschülerin oder Partygirl, Vorzeigetochter oder Vamp. Sie sieht nicht, dass dazwischen eine ganze Welt voller Möglichkeiten liegt und entscheidet daher, von einem Extrem ins andere zu wechseln. Sie möchte von 0 auf 100 durchstarten; eine Mission, die meiner Ansicht nach von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, denn Emma beschäftigt sich trotz ihrer Vorsätze obsessiv und zwanghaft mit ihrem alten, „guten“ Ich. Wieder und wieder denkt sie darüber nach, wie schändlich ihre Taten sind und was Engel Emma stattdessen getan hätte. Sie hält sich für eine Ausgeburt des Bösen. Ich war fürchterlich genervt davon, weil ihre Grenzüberschreitungen in Wahrheit lächerlich normal sind. Zu spät heimkommen, Alkohol trinken, die Schule schwänzen, auf Partys gehen – diese Dinge gehören zum Erwachsenwerden dazu, sie sind überaus gewöhnlich. In „Afterparty“ wird dieses durchschnittlich rebellische Teenager-Verhalten völlig überdramatisiert. Anhand des Klappentextes hatte ich erwartet, dass Emma wahrhaft die Kontrolle verliert; ich habe echte Grenzerfahrungen erwartet oder zumindest einen ordentlichen Absturz. Ich wollte einen großen Knall, etwas richtig Krasses; ich wollte nicht feststellen, dass ich selbst als Jugendliche viel schlimmer war. Ann Redisch Stampler hätte ihren Ansatz des „good girl gone bad“ voll und ganz durchziehen können und müssen, statt ihren Leser_innen eine halbgare Handlung zu präsentieren, die mit angezogener Handbremse fährt. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte weit mehr zugelassen, hätte sich die Autorin nicht allzu sehr auf das Innere ihrer Protagonistin konzentriert. Emmas extrem ungesunde Beziehung zu Siobhan bot äußerst viel Spielraum, den Stampler nicht nutzte, weil sie Emma als ichbezogen charakterisierte. Sie versucht nicht einmal, sich in die Menschen um sie herum hineinzuversetzen und hinterfragt auch ihre Entscheidungen nicht. Daher erhielt ich nur sehr magere Einblicke in Siobhans Gedankenwelt. Ich hätte Emmas Hilfe gebraucht, um zu verstehen, was in Sib vorgeht. So konnte ich nur spekulieren, welchen Reiz sie darin sieht, sich manipulativ, intrigant und absichtlich verletzend zu verhalten. Die beiden waren nie wirklich Freunde, doch Emma weigert sich, das zu erkennen. Bei mehr als einer Gelegenheit bricht Siobhan den viel zitierten girl code und scheint eine perverse Freude daran zu haben, Emma über die Kante zu treiben. Die Dunkelheit in ihrer Seele hat mich fasziniert, weshalb es mich weit mehr fesselte, Siobhan zu analysieren, als Emmas Geschwafel über ihre Vorstellungen von Rebellion oder über ihren Freund Dylan zu lauschen, der meinem Empfinden nach sowieso nur von der Haupthandlungslinie der Geschichte ablenkt. Für mich ist Siobhan der Kern der Geschichte, nicht Emma.

 

„Afterparty“ ist ein Buch über eine fehlgeleitete Mädchenfreundschaft, das mich leider überhaupt nicht schockte. Es war interessant, las sich flüssig und konnte mich packen, aber ich hatte weit mehr davon erwartet. Die Erlebnisse der Protagonistin Emma sind lange nicht so drastisch, wie der Klappentext es zu vermitteln versucht. Weder gerät sie tatsächlich außer Kontrolle, noch macht sie Erfahrungen, die auch nur im Mindesten ungewöhnlich wären. Den einzigen Schockmoment des Romans lieferte das Ende, das allerdings im Vergleich zum Vorlauf reichlich extrem und etwas verwirrend wirkte, da es Siobhan fokussierte und ich bis zum Schluss nicht völlig verstanden habe, was sie antreibt.
Wenn ihr etwas Heftiges lesen möchtet, das euch rückwärts vom Stuhl kippen lässt, liegt ihr mit „Afterparty“ falsch. In diesem Roman geht es um die Psychologie von Teenagern, um die Hürden des Erwachsenwerdens und die teils widersprüchlichen Erwartungen, die damit verbunden sind, aber nicht um intensive Grenzerfahrungen. Es ist typische Initiationsliteratur, die die Suche der Protagonistin nach ihrem Platz in der Welt dokumentiert. Aus dieser Perspektive ist „Afterparty“ durchaus lesenswert, doch falls ihr euch eine Lektüre wünscht, die ausgefallene Begebenheiten thematisiert, solltet ihr zu einem anderen Buch greifen.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/04/06/ann-redisch-stampler-afterparty
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review 2015-10-05 12:00
Vancouver Dreams
Vancouver Dreams - Corinna Bach

Story:
Kaum aus dem Gefängnis entlassen, stolpert der junge Zachary ungewollt in Ärger, als ein fremder Mann ihm einen Schließfachschlüssel in die Hand drückt und ihn auffordert zur Polizei zu gehen. Natürlich kommt Zac der Aufforderung nicht nach, immerhin steht er als entlassener Häftling im Fokus der Beamten und plant nicht, sich erneut in Schwierigkeiten zu bringen. Dass er sich damit direkt mit den Red Skorpiens – eine der führenden Banden von Vancouver – anlegt, bringt nicht nur ihn in Schwierigkeiten, sondern auch seinen Bewährungshelfer Liam Hillerman, zu dem er sich stark hingezogen fühlt. Auch Liam entwickelt schnell Gefühle für Zac, doch ihre Beziehung steht nicht nur durch die drohende Gefahr der Bandenmitglieder unter einem schlechten Stern, auch ihre verschiedenen sozialen Stände sorgen für Spannungen …

 

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Dreams“ legt die Autorin Corinna Bach ihren zweiten Gay Romance vor, der im Sieben Verlag erscheint. Dass der Roman für die unter Pseudonym arbeitende Brunhilde Witthaut nicht erst die zweite Veröffentlichung ist, zeigt sich, wenn man sich die Bücher ansieht, die sie unter ihrem richtigen Namen oder unter Laurent Bach herausgebracht hat. So stammt auch die beliebte Reihe um den schwulen Detektiv Claude Bocquillon von ihr, ebenso einige historische Romane, die im Sieben Verlag oder bei Bookshouse erschienen sind.

 

Dieses Mal entführt die Autorin den Leser nicht nach Frankreich, sondern nach ins kanadische Vancouver, in dem Zac und Liam leben und arbeiten. Ansonsten bleibt sie sich treu und präsentiert einen schwulen Krimi, in dem zwei Männer eine Rolle spielen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Zac aus der sozialen Unterschichte stammt und bereits wegen kleinerer Delikte im Gefängnis saß, stammt Liam aus einer angesehenen Familie und arbeitet im Grunde nur, um sich sozial zu engagieren. Die daraus entstehenden Probleme zwischen den beiden Männern sorgen für eine Menge Zündstoff und machen gut die Hälfte des Romans aus. Den Rest macht der Kriminalfall aus, der sich um die Machenschaften der Red Skorpiens dreht. Dass Zac vollkommen zwischen den Stühlen steht, versteht sich von selbst, da er weder so extrem ist, wie die gefürchtete Bande, noch mit der Polizei zusammenarbeiten will.

 

Insgesamt ist die Handlung durchaus spannend, doch dieses Mal gelingt es der Autorin nicht die authentische Atmosphäre aufzubauen, die man aus ihren anderen Romanen kennt. „Vancouver Dreams“ mag gut durchdacht, in sich schlüssig und interessant geschrieben sein, doch man vermisst die realistischen Charaktere, den detailverliebten Kriminalfall und die lebendigen Beschreibungen. Alles wirkt ein wenig überstürzt und durcheinander, was auch daran liegt, dass sie der Beziehung zwischen Zac und Liam mehr Platz einräumt und dadurch dem Fall weniger Zeit einräumen kann. Auch findet man in diesem Roman mehr Erotik, als in den übrigen Werken der Autorin, was jedoch nur bedingt positiv zu werten ist. Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass explizite Szenen nicht ganz Corinna Bachs Steckenpferd sind und sie sich lieber in Andeutungen ergeht, was ihren bisherigen Romanen nicht geschadet hat.

 

Wie bereits erwähnt sind die Charaktere bei weitem nicht so lebendig wie Claude Bocquillon und Frederic Lambert (aus den „Bocquillon Krimis) oder Niklas und Ruben (aus „Bodyguard“). Man lernt die beiden Protagonisten zwar im Laufe der Zeit recht gut kennen, doch es fällt schwer sich auf Zacs freche, vorlaute Art einzulassen, insbesondere weil er immer wieder über die Stränge schlägt. Er ist schwierig, was jedoch recht gut passt, wenn man bedenkt aus welchem Millieu er kommt. Im Gegenzug zu ihm ist Liam das genaue Gegenteil – sozial engagiert, freundlich und hilfsbereit. Im Grunde passen die beiden Charaktere nur bedingt zueinander, aber Gegensätze ziehen sich bekanntlich an und es dauert auch eine Weile, bis sich Zac und Liam über mehrere Etappen hinweg zusammenraufen.
Positiv kommen die Nebenfiguren daher – seien es Zacs Mutter und Freunde, Liams Familie oder die Polizisten, die den Red Scorpiens an den Kracken wollen: sie fügen sich gut in die Rahmenhandlung ein und sorgen für unerwartete Wendungen und Überraschungen.

 

Stilistisch bietet Corinna Bach lockerleichte Lektüre, die jedoch nicht an ihre bisherigen Veröffentlichungen heranreicht. Kurze Sätze und eine einfache Sprache bestimmen „Vancouver Dreams“, ein Konzept, was nicht immer aufgeht. So leicht das Buch daherkommen soll, es zerstört teilweise die Handlung und die Spannung. Zudem hat man das Gefühl, dass sich die Autorin ein wenig verbiegen musste, um den Anforderungen nach leichter Sommerlektüre gerecht zu werden. So ist „Vancouver Dreams“ leider nicht ganz so atmosphärisch und spannend, kann daher nur teilweise überzeugen. Bleibt zu hoffen, dass Corinna Bach in ihren zukünftigen Werken zu ihrem soliden, flüssigen Schreibstil zurückfindet, der ihre Werke so angenehm aus der breiten Masse der Gay Romance Veröffentlichungen heraushebt.

 

Fazit:
„Vancouver Dreams“ ist ein weiterer kriminalistisch angehauchter Roman von Brunhilde Witthaut alias Corinna Bach, der dieses Mal in Kanada spielt. Obwohl er inhaltlich und stilistisch nicht an ihre übrigen Romane heranreichen kann, wird man doch gut unterhalten und schließt mit der Zeit auch die unterschiedlichen Helden ins Herz. Wer leichtere, spannende Gay Romance Romane sucht, ist mit „Vancouver Dreams“ nicht schlecht beraten, Fans ihrer bisherigen Bücher werden jedoch enttäuscht sein. Am besten reinlesen und sich selbst ein Urteil bilden.

Source: www.like-a-dream.de
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review 2015-05-07 07:00
Engel sind tödlich
Dastan: Rebellion der Engel - 'Stefanie Bender'
„Das ist MEIN Mensch.“


tschriep tschriep. *sich umguck* tschriep tschriep Äh… ?! TSCHRIEP TSCHRIEP - Wah! Ah! Da! Ein Gabryfax! Hallöchen du kleines Golfbällchen mit Flügeln und Antennen und lustigen blinkenden Knöpfchen und Lämpchen. Was willst du denn von mir? Kannst du mal aufhören, hier rumzuflattern, ver-piept- noch eins, du machst mich ganz kirre! Außerdem störst du mich grad gewaltig bei meinem Rendevouz mit meinem eigenen Six-Pack Misty Clouds. Sag’ Dastan, Elise, Snapz und Ethan einfach, sie sollen mir eine verflixte E-Mail oder SMS schicken! Ist das denn zu viel verlangt? Muss ich erst um Lagerfeuer tanzen? Nein die neuen Gürtel sind noch nicht fertig, damit ihr in Zukunft eure menschlichen Anhängsel besser an euch dran schnallen könnt beim fliegen! Hier auf Solum ticken die Uhren halt ein bisschen anders als in Tutela! Hier is es eben nicht so Wattewölkchen, so mit Federbüschchen und Funkengras! Du blödes kleines nerviges … ‚Ding‘! Du zerstörst dich doch eh selbst, sobald du dein bekifftes Zettelchen ausgespuckt hast! Ich fall' doch nicht noch mal auf den miesen Trick rein! Pass auf, flieg’ einfach zurück und richte diesem Wichtigtuer von einem Schutzengel - ach pardon - Wächter aus, dass er gefälligst selbst hier antanzen soll, wenn er was will! Und NEIN! Ich werde die Katze nicht solange ins Bad sperren nur weil er sie nicht abkann!
tschriep tschriep?

Huch! Hallo ihr da! Tut mir leid, dass ihr das mit ansehen musstet! *Gabryfax unauffällig hinter den Rücken drück’* Äh, mit wem ich da geschimpft habe? Ehm… ach… das ehm… nur ein Golfball! tschriep tschriep! *räusper* Ihr habt hier gar nichts gesehen! Das ist wirklich nicht für eure Augen bestimmt, das übersteigt so ziemlich jedes Gemüt und ganz ehrlich, seid einfach froh, dass da irgendwo eventuell Schutzengel rumflattern, in Ordnung?! Weil… solltet ihr sie je mit eigenen Augen sehen… dann wäre ich mir nicht sicher ob das ein gutes Ende nimmt. Ehrlich! Engel sind gefährlich! Engel bringen den Tod! Wenn ihr MIR nicht glaubt, dann fragt Doctor Who. 

 „Sei lieb Dastan,
er hat sich keinen Schutzengel gewünscht,
schon gar nicht so einen wie dich!“


Wer will schon wissen, dass er, wie Ed der letzte einer aussterbenden Blutlinie des Menschengeschlechts ist und die EngelRichter der EngelDatei aus dem EngelLand im Himmel ihm einen saufenden, fluchenden und Blond gefärbten Ex-Wächter auf den Pelz hetzen. Ich kann mich nie wieder in Ruhe selbst befriedigen jetzt, weil ich immer Angst habe, mein Schutzengel könnte sich ab sofort darüber lustig machen! Herrschaftszeiten noch einmal. Dabei ist Ed so ein nettes Kerlchen, der die Liebe zur metallischen Musik mit seiner Autorin teilt. Ansonsten aber, laut seiner EngelAkte unter dem Stichwort: Zukunft/ Perspektive ein schlichtes: „Keine“ stehen hat. Herzlichen Dank auch, der Junge kann einem nur Leid tun. Dieser Flaumfeder-Job den Junkie zu beschützen artet jedoch schnell in einen Impact aus.

Und wer ist Schuld? Also nach der Lektüre denke ich es war Konstantin. Der Kerl kam nämlich vor unzähligen Zeiten auf diese völlig bekloppte Idee mal ne Forschungsreise in den Orcus zu unternehmen und mit dem Buch der Schatten zurück zu kommen. Ja, die Alten Wächter, sind sie nicht Vorbilder und Idole? Na, nicht für alle, Jalfur ist da so ein Engel, der der Meinung ist - übrigens genauso wie die Rebellen - das Tutela mal eine Generalüberholung vertragen könnte. Und was bietet sich da besser an als sich magische Kräfte mittels Bluttransfusion einzuverleiben? Irgendjemand muss halt mal aufstehen und sich opfern für das Allgemeinwohl! Ich, als Leserin, kann auch gar nicht verstehen, wieso die anderen das nicht so toll finden und sich ihm in den Weg stellen! Echt mal… der Plan war doch wunderbar!

 „Ist Faulheit ein entfernter Verwandter von Notfall?“


So. Anzumerken ist, dass wir es hier mit einer Queste zu tun haben. Der ehemalige Überflieger (Ha! So Als Engel… Flieger… *auf Oberschenkel klopf* t’schuldigung) bekommt seine letzte Chance zurück in die D.E.D aufgenommen zu werden. Geplagt wird er von düsteren Visionen, die sich alle bewahrheiten werden. Denn so ein tatteriger Magier hat auf der Erde (Solum) die Pforten zur Hölle (Orcus) geöffnet und die Schwarzen Schatten zum Essen eingeladen. Wir fallen dann mal mit Dastan (ich werde ihn NICHT Dazz nennen!), dessen Name so viel bedeutet wie: Legende hinunter auf die Erde ins frevelhafte Örtchen Frevelstein, genauer gesagt in den örtlichen Puff. Und dann beginnt die Hetze und wir spielen ein bisschen Portal. In Solum rein ins Tor, Ziel: Tutela, im Orcus raus, ins nächste rein, im Nihili raus, ins nächste rein, nach Solum, nach Nihili, nach Solum und vielleicht irgendwann mal nach Tutela. Snapz hat da schon ganz Recht: son GPS oder vielleicht nen TomTom täte mal echt gut.

Dastan soll nicht nur Ed beschützen, sondern auch dessen Großvater Balduin suchen. Allerdings findet er auf der Reise ganz viele andere Charaktere bevor sie den Alten endlich einsammeln können. Inhaltlich ist das eine wirklich unterhaltsame Geschichte. Aber ich muss warnen, es geht sehr blutig zu. Hier werden nicht nur Kehlen zerschnitten (wahlweise mit oder ohne Engelssilber-Dolchen) sondern auch Herzen heraus gerissen. Und das ziemlich oft, denn die Dämonen sterben nur so, leider. Ich muss aber sagen, die Beschreibungen in diesem Buch haben mir ein äußerst, nun ich nenn es mal: anregendes Kopfkino beschert. Es war spannend und pfiffig. 

Fazit:


Meckern muss ich dennoch. Da sind so Lücken. So Löcher. Engel benutzen Computer, aber irgendwie so uralt Teile… Mikael, verletzt von einer absolut unumstößlichen zum Tod führenden Vergiftung gelangt zurück ins Engelsreich. Wohingegen man Elises Leben noch schnell retten kann. So im Zweifel: Magie siegt über Technik und für irgendwas muss Magie ja gut sein. Ist auch egal, dass der Mensch der damit noch nie etwas am Hut hatte das auf einmal kann. An sich war das Hin und Her zwischen Ed und seinem Wächter streckenweise echt herzlich. Aber da fehlte immer so der letzte Punkt.
Das Buch an sich konnte ich leicht weg legen - also unterbrechen. Das liegt an so Szenen wie der im Orcus, bei der zig rote Augen Dastan und sein Mündel verfolgen, sie aber erst mal wieder diskutieren müssen. Dann ist es dort ja ach so düster und dann doch irgendwie wieder nicht so richtig zappenduster weil man dann ja doch wieder Schemen sehen kann. Oder kurz vor ner Schlacht noch mal lockere Sprüche klopfen und mit nem EngelsBier anstoßen. Klar, die Heerscharen an Dämonen warten bestimmt auch bis die freundlichen Engel sich dazu herab lassen sie abzumurksen. Mal sind die Schwarzen Schatten in Solum Morgens nicht tätig und Tageslicht verabscheuen sie, ein anderes Mal jedoch schert es sie nicht WANN sie angreifen.


Ich kannte von dieser Autorin bisher noch nichts. Aber einen Kükenschutz in Sachen Debüt-Roman gibt es von mir nicht. Wer will, der kann, wie das Werk zeigt. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (5-Euro ins PhrasenSchwein), hier fallen nur Engel. Und deswegen hat das hier noch viel Potential nach oben. Das Cover ist wie das Buch: Es hat was... alles was es dazu braucht Wiedererkennungswert zu verleihen, Dolch, Flasche, Blessuren... Und doch... würde ich eher sagen: Wow - cooles FanArt aber noch nicht rundum gelungen.

Urteil: Rauch' bloß keinen Orcusstich!
Source: lesekatzen.blogspot.de/2015/05/rezension-dastan-stefanie-bender-by-key.html
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