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review 2017-07-27 18:58
Die Suche nach der Wahrheit
Löwenherz: Die Suche nach der Wahrheit - Stefanie Ehrlich

Titel: Löwenherz - Die Suche nach der Wahrheit

Autor: Stefanie Ehrlich

 

Worum es geht:

Was Leo weiß, ist, dass sie sich an einem ihr fremden Ort befindet und sich nicht bewegen kann. Das letzte, woran sie sich erinnert, war ein Abend mit ihren Freunden am Strand, wo sie ihren neunzehnten Geburtstag gefeiert hatten. Sie wusste noch, dass sie Vince geküsst hatte und dieser dann abgehauen war. Doch was war danach passiert? Wie kam sie an diesen sonderbaren Ort, wo niemand mit ihr redete? Zu ihrem Glück ist sie aber immer noch Leo und damit eine Planerin. Wenn sie auch sonst kleine Abenteuer für sich und ihre Freunde plante, so muss sie in diesem Falle eben ein Plan zur Flucht her. Was sollte daran denn die Schwierigkeit sein?

Was ich sage:

Erwartet habe ich von diesem Buch, dass es mich in eine Welt voller Spannung reißt und ein bisschen Abenteuer dabei ist.
Das konnte das Buch definitiv auch erfüllen. Der Leser wird mitten in die Geschichte geschmissen und muss sich dort mit dem Hauptcharakter zusammen zurecht finden. Das ist ein ziemliches Abenteuer. Die Spannung kommt und geht immer mal wieder. Zwischendurch wird es dann leider auch recht langatmig und man hat das Gefühl, dass die Handlung einfach nicht weiter geht. Das war schon sehr schade.

In den meisten Kapiteln wird Leo verfolgt. Das macht durchaus Sinn, da sie schließlich der Hauptcharakter ist. Der Charakter ist gut ausgearbeitet, hat also eine Vergangenheit und ihre Motivation. Da der Leser noch nichts von der Welt weiß, in der das Buch spielt, und auch Leo gerade darin erwacht, kann man mit ihr gemeinsam die Welt entdecken.
Ein paar andere Kapitel folgen anderen Charakteren. Das fand ich mehr verwirrend als hilfreich, da es sich dabei im Charakteren handelt, die vorher nur kurz oder gar nicht erwähnt wurden. Aufgrund dessen denke ich, dass man diese Mini-Kapitel auch hätte weglassen können.

Die Idee für die Geschichte finde ich wirklich toll. Es war mal ein Fantasyroman so ganz anders als die anderen und zur selben Zeit war es doch so gleich. Die Idee die Menschen in Luft- und Erdmenschen einzuteilen, hat mir dabei besonders gefallen.
Der Schreibstil hat mir gefallen. Er lässt sich sehr gut lesen und zwischen Erzählung und Dialog ist es ziemlich ausgeglichen. An der ein oder anderen Stelle gibt es aufgrund von Rechtschreibfehlern noch Optimierungsbedarf.

Fazit:

Die Idee für die Geschichte ist toll. An der Umsetzung hapert es noch etwas. Für den Auftakt der Reihe ist es aber schon mal gut und ich bin gespannt wie es weiter geht. 3 von 5 Punkten.

Source: coverworlds.de/die-suche-nach-der-wahrheit
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text 2017-07-15 14:56
Reading progress update: I've read 335 out of 335 pages.
Löwenherz: Die Suche nach der Wahrheit - Stefanie Ehrlich

Plötzlich drehte sich alles, der Boden schien zu wanken, ein dunkler Vorhang schob sich langsam vor ihren Geist und das letzte was sie hörte war Vince angsterfüllte Stimme, die ihren Namen rief.

(Seite 335)

 

Gestern habe ich das Buch "Löwenherz - Die Suche nach der Wahrheit" beendet. Mein Urteil ist eher durchwachsen. Die Rezension folgt wie immer.

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review 2016-09-14 17:28
Tage mit Leuchtkäfer von Zoe Hagen
Tage mit Leuchtkäfern: Roman - Zoe Hagen

 

Hallo, mein Name ist Gandhi, gut ja, ich heisse nicht wirklich so aber dieser Spitzname hab ich von meinen Freunden bekommen. Ja, nicht war, ich habe Freunde!! Ihr denkt jetzt sicher das ist ja nichts besonderes, nicht so besonders wie der Name, aber für mich ist das ein Wunder, denn ich hatte bis jetzt nie Freunde. Ihr glaubt es mir nicht? Glaubt es oder nicht, es ist so. Ich bin nicht wie andere Mädchen in meinem Alter. Ich bin einsam, traurig, führte mich taub und leer. Mein Herz ist gebrochen, in tausend Stücke zersprungen und dennoch bin ich noch hier. DASS ist ein Wunder.

Nicht nur das Tagebuch schreiben hat geholfen, sondern es sind die unerwarteten Freunde die einfach so in mein Leben geschneit sind. Ein Wunder... Nur sie versuchen mich zu verstehen, oder können es, akzeptieren mich so wie ich bin, ohne mir das Gefühl zu geben schlecht zu sein.

Das Problem bin ich... Ich fresse und kotze, fresse und kotze... ich bringe meine Arme zum bluten nur um mich zu fühlen, zu füllen nur um dann all den Ballast wieder los zu werden. Erleichterung, für ein kleinen, winzig kleinen Moment zu erfahren, nur um dann in ein tiefes Loch des Enkels und der Schuldgefühle zu versinken... Komm ich da je wieder raus.... 

Der Anfang... 

Lieber Gott,
ich schreibe, weil ich sonst wahnsinnig werden würde. Ich weiss nicht, wohin mit all den bedanke, die in meinem Kopf herumschwirren oder eher -kriechen, die an mir nagen und mich zerfressen. Ich könnte auch "liebes Tagebuch" schreiben, denn eigentlich glaube ich nicht an dich. Aber an irgendetwas muss man glauben, das ist wichtig. Man braucht etwas, das einem Kraft gibt, zu jeder Sekunde, sofort und bedingungslos. Und weil ich so was nicht habe, schreibe ich dir, Gott. Ziemlich traurig, oder? 
 

Meine Gedanken zum Buch

Wie immer beginne ich mit dem Cover, das sprang mir schon als es erschienen ist ins Auge. Ganz meine Farben. Das Bild und der Titel sagt eigentlich erst mal nichts darüber aus was uns in der Geschichte erwartet. Doch wenn man zu lesen beginnt passt es einfach hervorragend. Die 15 jährige Gandhi sitzt auf einem Wegweiser der in alle Richtungen Zeit. Sie weiss nicht in welche Richtung sie gehen soll, sie ist Orientierungslos, verloren... Allein. Und der Titel... lest es selber und ihr werdet es herausfinden.

Zoe Hagen schreibt wirklich wunderschön. Die Worte die sie wählt sind bedacht, einfach und dennoch voller Tiefe. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, und die Geschichte wird in Form eines Tagebuches erzählt, welches etwas über ein halbes Jahr abdeckt.

Die Geschichte um die 15 jährige Gandhi ist eine tragisch traurige. Sie ist Bullemikerin und sie verletzt sich auch schon mal selber. Die Depressionen sind auch kein Fremdwort für sie. Darum beginnt sie ihre Gedanken in einem Tagebuch nieder zu schreiben, Gedanken die auf den ersten Blick so banal sind, wenn man nicht lange in ihnen verweilt, und doch, wenn man sich die Zeit nimmt sie sie sehr philosophisch.

Gandhi weiss selber nicht was mit ihr los ist, sie ist traurig, wütend, alleine, einsam, leer, taub... Und sie weiss einfach nicht warum. Keiner scheint sie zu verstehen, wendet die Lehrer, noch die Mitschüler, nicht mal die Mutter selber. Was alles noch viel schlimmer macht, denn sie scheint jedem ein klotz am Bein zu sein. Und doch gibt es Momente wo Hoffnung, Erkenntnis, Verstehen, gar ein wenig Freunde und Glück durch schimmern. In diesem Momenten weiss sie...

"Das Leben ist ein Privileg!"

Also warum verhalten wie uns nicht so? Warum nehmen wir diese Verantwortung nicht an und Leben dem entsprechend? Nur was ist Leben... Was macht es aus? Nur atmen? Das ist es wohl nicht? Essen? Ja, sicher aber war das schon alles? Was ist mit Hoffnung, Freunde, Liebe und Glück?? All die Fragen gehen ihr durch den Kopf.

Diese Geschichte ist eine wirklich tolle Geschichte, trotz des Themas nicht ein zu emotionales Buch, denn es ist mit Distanz geschrieben. Es ist eine Reflektion, die uns selber zum nachdenken bringt. Ich finde diese Geschichte sollte man nicht einfach konsumieren, man sollte ab und an mal innehalten und sich wieder selber die Fragen stellen die in dem Buch auftauchen. Was bedeutet für uns Glück? Liebe? Trauer... und all das andere was eben das Leben ausmacht. Man sollte wieder etwas Demut und Dankbarkeit empfinden.

Das Meer rauschte vor sich hin, gemurmelte Liebkosungen, nur für den Sand bestimmt. Dieser bedankte sich aus seine Art. Sanft liess er sich von den Wellen ins Wasser ziehen, nur um dann wieder zurück gespült zu werden. 

In dem Buch sieht man wie wichtig Freundschaften sind, wie viel das Vertrauen ausmacht und sich auch mal auf was einlassen. Egal ob man vielleicht Angst davor hat oder denkt das die anderen schlecht von einem denken würden. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und das lernt Gandhi eben auch schnell. Noah, Amira, Lynn, Fabien und Fred, alle Anfang 20 nehmen sie ihn ihrem Freundeskreis auf. Ohne lange nachzubohren und sie lässt sich drauf ein auch wenn es was ganz neues für sie ist. Der Club der verhinderten Selbstmörder haben jeder für sich seine Geschichte. Sie nehmen sich wie sie sind ohne zu urteilen und im Wissen das kein Mensch perfekt ist.

Mein Schlussfazit

Eine wirklich tolle Geschichte über das Leben und alles drum herum. Das perfekte Umperfekte. Perfekt ist nämlich langweilig. Über Freundschaft, Verlust und Wagnisse. Sich selber finden und das gefunden werden.
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review 2016-09-02 10:41
Starker Reihenauftakt, der gerade jüngere Leser begeistern wird
Fire Girl - Gefährliche Suche - Matt Ralphs,Doris Hummel England 1656. Die 13jährige Hazel Hooper lebt mit ihrer Mutter alleine im Wald auf einer verzauberten Lichtung. Hazels Mutter Hecate ist eine Trägerin der Magie, doch bei Hazel hat sich bisher keine Magie gezeigt. Bis Hecate eines Tages von einem Dämon entführt wird. Hazels Wut und Verzweiflung erwecken ihre Magie und sie macht sich auf die Suche nach Ihrer Mutter. Begleitet wird sie dabei von ihrem Vertrauten, der Haselmaus Bramely. Sie engagiert den Hexenfinder David und seinen Meister um den Dämon zu finden, der ihre Mutter entführt hat. Doch dürfen die beiden auf keinen Fall erfahren, dass auch Hazel Feuermagie in sich trägt... Von dem Buch habe ich schon viel Gutes gehört und auch das Cover sah unglaublich vielversprechend aus, so dass ich „Fire Girl“ unbedingt lesen wollte. Ich war allerdings etwas überrascht, dass das Buch wohl eher für ein jüngeres Publikum gedacht ist. Laut Verlag ist die Zielgruppe ab 12 Jahre. Für 12jährige würde ich das Buch aber nur bedingt empfehlen, da es dort teilweise schon rauh zugeht. Die Charaktere sind sehr liebevoll und ausführlich ausgearbeitet. Gerade die brummelige Haselmaus Bramley fand ich unglaublich süß. Hazel wird auf ihrer Suche ein Stück weit erwachsen und entwickelt sich wirklich gut weiter. David fand ich schon fast fanatischen. Er hasst alles was mit Hexen und Magie zu tun hat. Durch seine Vorurteile und Sturheit bringt er sich selbst in Gefahr. Schade fand ich, dass der berühmte Meister von David, Titus White nicht weiter beleuchtet wird. Er wird als deprimierter Säufer dargestellt und auf seine Geschichte wird kaum eingegangen, außer dass er einst der beste Hexenfinder war. Im weiteren Verlauf der Geschichte bekommt man jedoch einen kleinen Eindruck davon, wie Titus wohl früher war. Da es sich um den ersten Teil der Trilogie handelt, wird er in den nächsten Teilen hoffentlich noch ein wenig ausführlicher behandelt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht und die Kapitel sind sehr kurz, so dass sich das Buch schnell lesen lässt. Vor jedem Kapitel gibt einen Auszug aus den Lehrbüchern der Hexenfinder und sie beschreiben, wie die Hexen in der damaligen Welt dargestellt wurden, was ich sehr interessant fand. Die Geschichte beschränkt sich nicht nur auf Hexen, auch Dämonen spielen eine wichtige Rolle. Fazit: Starker Reihenauftakt, der gerade jüngere Leser begeistern wird. Aber auch Erwachsene können mit Hazel auf eine spannende Reise gehen. 4 von 5 Sternen.
Source: biluma-buecher-blog.blogspot.de/2016/09/fire-girl-gefahrliche-suche-von-matt.html
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review 2016-07-21 11:05
Humor mit der Brechstange
Die Anderen - Boris Koch

„Die Anderen“ von Boris Koch ist der Beweis dafür, dass ein gut gefülltes Bücherregal samt monströsem SuB meiner Ansicht nach ein Segen ist. Nachdem ich „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath gelesen hatte, musste ein leichte, lockere Lektüre her, die ich mir für jede meiner Challenges anrechnen konnte. Ich brauchte einen High Fantasy – Roman von einem deutschen Autor oder einer deutschen Autorin mit einem grünen Cover. Vier Anforderungspunkte sollten erfüllt sein. Mit meiner Privatbibliothek ist das kein Problem. „Die Anderen“ passte einfach perfekt, weshalb ich mich von etlichen negativen bzw. durchschnittlichen Rezensionen nicht einschüchtern ließ.

 

Das Orakel. Die Prophezeiung. Ein unbekanntes Volk, das die Welt bedroht und nur durch die Zusammenarbeit der vier Völker besiegt werden kann. Der Stoff, aus dem Helden gemacht sind!
Halt, halt, halt! Zusammenarbeit? Helden? Dass ich nicht lache! Zweckgemeinschaft egoistischer Chaoten trifft es eher. Zwei Elfen, die ihre Angebetete aus der Verbannung retten wollen, ein Trupp Orks, der sich bei der sadistischen Königin einzuschmeicheln versucht, ein Troll, der Medizin für den erkälteten Finstergeist des Berges sucht und zwei Zwerge, der eine auf der Suche nach seiner Herkunft, der andere auf einer obsessiven Mission zur Vernichtung aller Monos, gehen wohl kaum als Weltrettungskommando durch. Oder doch? Was als loser Verbund individueller Ziele begann, entwickelt sich schnell zu einer Gemeinschaft, die mit allen Wassern gewaschen ist. Sind sie bereit, es mit dem gefährlichsten Feind aufzunehmen, den die Welt je gesehen hat? Sind sie bereit für die Anderen?

 

Ich verstehe, warum sich die Begeisterung für „Die Anderen“ bei vielen Leser_innen in Grenzen hielt. Es ist stumpf, es ist reißerisch, es spielt auf billigste Art und Weise mit den Klischees des Fantasy – Genres. Es ist ganz und gar überflüssig, sinnlos und grundsätzlich Zeitverschwendung. Es gelesen zu haben, hat mich in meinem Leben weder vorangebracht, noch hat es selbiges nachhaltig beeinflusst. Aber wisst ihr was? Ich habe trotzdem gelacht. Und wie ich gelacht habe. Man will es kaum glauben, doch manchmal lese ich wirklich ausschließlich zum Spaß. Berücksichtigt man meine Ausgangssituation, hätte ich mir keine passendere Lektüre zum Durchatmen wünschen können. „Die Anderen“ ist ein Buch zum Abschalten, eine Parodie voller Anspielungen auf die großen Werke der Fantasy. „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“, „Die Orks“, „Die Zwerge“ – sie alle werden mächtig durch den Kakao gezogen. Boris Koch macht noch nicht einmal vor dem verstorbenen Sir Terry Pratchett Halt und bedient sich seiner Vorliebe für ausschweifende Fußnoten, um klugscheißerische Kommentare zu seinem eigenen Manuskript abzugeben. Es gibt Werbeunterbrechungen, Kanalwechsel und Illustrationen. In einer Szene wird aus dem Prosatext plötzlich ein Comic, was sogar den Figuren auffällt. Da fragt man sich, wie Koch neben all den Ablenkungen überhaupt eine zusammenhängende Geschichte erzählen kann, oder? Nun, genau das ist der Punkt: die Handlung von „Die Anderen“ spielt keine Rolle. Es ist völlig unwichtig, was in dem Buch geschieht, weil es lediglich darum geht, eine typische High Fantasy – Geschichte möglichst absurd zu parodieren. Vor diesem Hintergrund finde ich „Die Anderen“ äußerst gelungen. Objektiv betrachtet enthält das Buch alle traditionellen Elemente, von der Quest über die Heldengruppe bis hin zur Legende eines alten Relikts, das in sich die Macht zur Rettung der Welt trägt. Aber was Koch daraus macht, ist ganz und gar untypisch. Er verdreht die üblichen Handlungsstrukturen, bis sie kaum wiederzuerkennen sind, lässt seine Figuren beispielsweise versehentlich in die Realität (Mallorca oder die Ostsee) stolpern und stellt die unumgängliche finale Schlacht als surreale Prügelei dar, in der Verluste mit einem Schulterzucken abgetan werden. Man erfährt nie, in welcher Welt man sich eigentlich befindet und kann über die absichtlich klischeehaften Figuren nur den Kopf schütteln. Fragwürdige Slapstick-Einlagen unterstreichen die gewollte Komik der Szenen, sodass sich eine Atmosphäre der Unberechenbarkeit entwickelt, weil man nie weiß, wann Boris Koch das nächste Mal jemanden eine Treppe herunterfallen, auf einer Banane ausrutschen oder auf eine Harke treten lässt. Diese Art von Humor gefällt nicht allen Leser_innen, aber mir kam der Stumpfsinn des Ganzen sehr entgegen. Ich habe mich köstlich amüsiert, weil „Die Anderen“ wirklich keinen Funken Ernsthaftigkeit enthält. Ich lese so oft ernste, strenge, komplexe, bedeutsame und/oder eindringliche Literatur, dass mir ein Ausflug in die Banalität einfach guttat. Es tat gut, über all das, was ich sonst ehrfürchtig bestaune, aus voller Kehle zu lachen und sich darüber lustig zu machen. Dieser Roman hat mir genau das geboten, was ich in diesem Moment gebraucht habe.

 

Bei der Lektüre von „Die Anderen“ sind der Zeitpunkt und das Erwartungsmanagement immens wichtig. Kann man von Boris Koch erwarten, dass er seine Leser_innen zum Lachen bringt? Definitiv. Kann man von ihm feinsinnigen, subtilen, intelligenten Humor erwarten? Himmel, nein. Humor mit der Brechstange, das ist sein Metier. Deswegen ist es essenziell, dass man in der richtigen Stimmung ist, wenn man dieses Buch zu lesen beabsichtigt. Sicherlich hilft auch eine Vorliebe für flache, doofe Witze und für das Spiel mit Stereotypen. Meiner Ansicht nach muss man nicht unbedingt ein Fan der Fantasy sein, um sich von „Die Anderen“ unterhalten zu fühlen, aber es ist garantiert von Vorteil, weil sonst all die Anspielungen auf andere Werke unbeachtet verpuffen und die Absicht hinter diesem Roman verloren geht. Für mich war das Buch mentaler Urlaub, eine Erholung von allem Bedeutungsvollen und eine Gelegenheit, intellektuell endlich mal wieder alle Viere gerade sein zu lassen. Was könnte dafür besser geeignet sein als hochkarätiger Schwachfug?

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/07/21/boris-b-b-b-koch-die-anderen
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