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review 2017-04-20 10:20
Tad Williams' sensationelle Rückkehr nach Osten Ard
Das Herz der verlorenen Dinge: Ein Roman aus Osten Ard - Tad Williams,Cornelia Holfelder-von der Tann

29 Jahre sind vergangen, seit Tad Williams den ersten Band seiner Trilogie (bzw. Tetralogie) „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ erstveröffentlichte. Der Abschluss des Mehrteilers liegt 24 Jahre zurück. Ich denke, wir können über den Autor demzufolge getrost als Urgestein der High Fantasy sprechen. Wenn ein Urgestein nach so vielen Jahren in seine erste Welt zurückkehrt und eine Geschichte, die die Fans für längst abgeschlossen hielten, weiterführt, ist das eine Sensation. Ohne Wenn und Aber. Als ich hörte, dass es ab 2017 neue Abenteuer aus Osten Ard geben wird, war ich völlig aus dem Häuschen. „Das Herz der Verlorenen Dinge“ ist ein kleiner Vorgeschmack auf Williams‘ Trilogie „Der Letzte König von Osten Ard“ und schließt eine bedeutende Handlungslücke. Klett-Cotta war so freundlich, mir ein heißersehntes Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen.

 

Der Sturmkönig wurde besiegt. Das Gute triumphierte, das Böse wurde zurückgedrängt und Osten Ard ist wieder frei. Ebenso wie die Menschen erlitten die gefürchteten Nornen in dem verheerenden Kampf am Hochhorst schreckliche Verluste. Die wenigen Überlebenden versuchen, sich vor dem Zorn der Sterblichen in ihre Heimat zu retten, den tief im Norden thronenden Berg Sturmspitze, in dem ihre Königin Utuk’ku in einem gefährlichen komatösen Heilschlaf liegt. Ihr Rückzug zieht eine blutige Spur durch das Land. Plündernd und mordend verwüsten sie jedes Dorf, das ihren Weg kreuzt. Herzog Isgrimnur und seine Männer nehmen die Verfolgung auf und treiben die Weißfüchse mitleidlos vor sich her. Wie soll die Menschheit je wieder in Frieden leben, solange die finsteren Verwandten der Sithi unter der Erde ihr Unwesen treiben? Der Krieg mag beendet sein, doch die letzte Schlacht ist noch nicht geschlagen.

 

Auf die Gefahr hin, wie das größte Sensibelchen der Welt zu wirken: beinahe hätte ich schon beim Vorwort geheult. Ich war ehrlich ergriffen von den liebevollen Worten, die Tad Williams an seine Fans richtet. Er schreibt, ohne die beharrlichen Nachfragen seiner Leser_innen, ihre Liebe und Leidenschaft, hätte er niemals nach Osten Ard zurückgefunden. Ich finde, da ist ein bisschen Pipi in den Augen gerechtfertigt, außerdem versetzte mich diese Einleitung ohne Umschweife in die perfekte Stimmung für alles, was noch folgen würde. Es war fantastisch, nach Osten Ard zurückzukehren. Ich hatte beim Lesen deutlich das Gefühl, in die Vergangenheit zu blicken, als befände ich mich im Verhältnis zu der erzählten Zeit in der Zukunft. Dieser Eindruck ist sicher beabsichtigt und passt vorzüglich zu der neuen Trilogie „Der Letzte König von Osten Ard“, die in einer Ära angesiedelt ist, in der Simon und Miriamel bereits Großeltern sind. Zugegeben, ich war ein bisschen enttäuscht, dass das Königspaar in „Das Herz der Verlorenen Dinge“ nicht persönlich auftritt. Ich überwand diesen kleinen Dämpfer jedoch schnell, weil ich mich stattdessen über das Wiedersehen mit Herzog Isgrimnur freute. Ich mochte den alten Rimmersmann immer gern und war nur allzu bereit, ihn auf seinem Feldzug gegen die nebulösen Nornen zu begleiten. Es überraschte mich daher, dass Tad Williams seine ehemals gradlinige Einteilung in Gut und Böse in diesem Zwischenband aufweicht. Ich war darauf vorbereitet, dass seine Tolkien-artige Welt wenig Graustufen enthält und deutlich umrissen ist, wer als Antagonist herhalten muss. Nun bot er mir statt einer epischen, einseitigen Schlacht eine sehr ausgeglichene Schilderung des vorerst letzten Kampfes zwischen Menschen und Nornen, in dem er als Erzähler niemanden bevorzugt. Er streut Chronistenberichte der Nornen ein, die einige Handlungsabschnitte zusammenfassen und so kleine Zeitraffer erlauben. Wechselnde Perspektiven öffnen den Horizont der Geschichte, da Williams beide Völker als gleichberechtigte Beteiligte des Konflikts behandelt. Isgrimnur, der menschliche Soldat Porto (dessen Name und Persönlichkeit vielleicht absichtlich eine frappierende Ähnlichkeit mit Dumas’ Porthos aufweisen) und der Weißfuchs Viyeki – sie alle erhalten dieselbe Chance, ihre Sichtweise darzulegen. Beide Seiten erleben Heldenmut, Tragödien, Verluste, die vielen Gesichter des Krieges, die Williams gewohnt unverhohlen beschreibt. Ob in erster Reihe oder bei den Versorgungstruppen, eine Schlacht ist immer hässlich, selbst für die unnahbaren Nornen. Der unerwartet tiefe Einblick in ihre Kultur gefiel mir hervorragend. Was die Hikeda’ya am dringendsten benötigen, ist Veränderung. Ihre eigene schwerfällige, traditionsbewusste Starre droht sie zu ersticken. Die Frage ist, werden sie sich ändern? Werden sie neue Wege beschreiten, um zu überleben? Ich freue mich wie ein Kleinkind darauf, diesen Fragen in „Der Letzte König von Osten Ard“ nachzugehen, denn ich vertraue Tad Williams, dass seine Gedanken die gleiche Richtung einschlugen wie meine.

 

Ich habe nie daran gezweifelt, dass Tad Williams würdevoll in sein Universum zurückkehren würde. „Das Herz der Verlorenen Dinge“ las sich leichter und flüssiger als „Das Geheimnis der Großen Schwerter“, obwohl ich es weniger atmosphärisch fand und mir etwas die Detailverliebtheit der Originalbände fehlte. Ich kann erkennen, welche Türen dieses Zwischenspiel für die nachfolgende Trilogie öffnet und habe durch die Lektüre definitiv richtig Lust auf weitere Abenteuer in Osten Ard bekommen. Dieser kleine Appetithappen verspricht eine Vielzahl neuer, aufregender Geschichten, die all das weiterführen, was vor fast 30 Jahren begann. Ein Prequel, das gleichzeitig ein Sequel ist – was für eine phänomenale Idee. Ich bin so gespannt, was aus Simon geworden ist und kann es kaum erwarten, all meine alten Freunde wiederzusehen. Danke, Tad Williams. Danke, dass Sie ein Autor sind, der auf seine Fans hört. Danke, dass Sie uns dieses Geschenk machen.

 

Vielen Dank an den Verlag Klett-Cotta bzw. Hobbit Presse für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

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review 2017-03-05 15:22
Ein wirklich witziger Roman mit ernstem Hintergrund
Die sieben Tode des Max Leif: Ein Hypochonder-Roman - Juliane Käppler

Max Leif ist grade mal 41 als ihm ein Herzinfarkt ereilt und ihm einen Denkzettel verpasst. Auch sein bester Freund Paul redet auf ihn ein und macht ihm klar das es vielleicht nicht so gut ist sein Leben nur auf der Überholspur zu verleben. Das er auch mal an sich denken soll, und Arbeit nicht alles ist was einen Sinn im Leben bringt. So überredet Paul Max also dazu, eine Woche mit ihm in die Ferien zu gehen, sich auszuspannen, sich zu erholen, es sich einfach mal gut gehen lassen. Doch wie das Leben, diese Schlappe nun mal ist, macht sie den beiden einen gewaltigen Strich durch die Rechnung! Denn Paul stirbt überraschenderweise an einer Lungenembolie in folge einer Thrombose, und das kurz vor dem Urlaub mit Max. Trotz allem geht max nach Sansibar, überlebt mehr den Urlaub als was anderes, und kommt nach einer Woche wieder völlig fertig nach Hause, doch nichts ist mehr wie es war denn wie es scheint steht auch sein Tod unmittelbar bevor.

 

Die Geschichte

Juliane Kuppler hat sich mit diesem Roman über einen Hypochonder wirklich in mein herz geschrieben. Die Idee war für mich neu, denn ich hab noch nie einen Roman über diese Störung gelesen weder als witzige Geschichte noch als Drama. Und ich finde, die Umsetzung ist ihr mehr als gut gelungen! 

 

Die Geschichte ist total nachvollziehbar und man kann mir auch sehr gut vorstellen wie solch ein Erlebnis jemanden so aus der Bahn werfe kann das es zu einer solche Störung kommt. Man muss sich nur der Komplexität im klaren sein. Das Buch, oder eher Max Leif, konnte mich von den ersten Seiten an mitreissen. Er hat mir an seinem Leben teilhaben lassen, ich lachte mit ihm, nicht über ihn, ich hatte Mitgefühl, kein Mitleid, ich freut mich für ihn genau so wie ich mit ihm verzweifelt war. Von der ersten Seite bis zu letzten hat er mich nicht los gelassen.

 

Der Schreibstil von Frau Käppler ist flüssig, witzig, direkt. Es macht Spass durch die Seiten, das Leben von Max zu rauschen. Das Buch ist in 7 Monate aufgeteilt, jeder Monat für einen  Tod. Diese Kaputte wurden auch wieder in Subkapitel eingeteilt die mit passenden Übertitel versehen wurden. Und ich finde das wirklich sehr passend zur Geschichte. Auch von der Stimmung war alles dabei von besorge, über liebevolle und auch ärgerliche und verzweifelten Momenten war alles mit dabei.

Was das Ende angeht, ich war mehr als zufrieden. Zu viel möchte ich dazu eigentlich nicht sagen aber es ist ein passender Abschluss.

 

Am nächsten morgen halt ich am Krankenhaus, um zu sehen , ob es Paul inzwischen gut genug ginge, um doch mitfliegen zu können. Da war er schon eine Stunde tot. Nicht mehr am Leben! Von einem Tag auf den anderen. Eben noch im Meeting. Jetzt schon tot. Nicht.Mehr.Da.

S.11 – Max

 

Prota- und Antagonisten & Co

Klar, der Protagonist ist Max, den um seine 6 Monate nach der Reise geht es. Max ist mir sofort ans Herz gewachsen und ich kann ihn Förmlich vor mir sehen. Ich kann mir zwar gut vorstellen das manche ihn als nervig empfinden könnten, was aber bei mir nie der Fall war. Er ist ein überaus herzlicher und grosszügiger Mensch, der einfach grade in einer absoluten Kreise steckt. Angst vor dem Tod hat, was eigentlich so nicht mal stimmt, nur oberflächlich gesehen denn die Angst vor dem Tod ist eigentlich mehr die Angst vor dem Leben.

 

Max kämpft sich durch die Tage, Wochen und Monate. Doch er lernt auch viel über sich selber und gibt ein geheimes Preis und wächst doch noch über sich hinaus, was ich einfach toll finde.

 

Juliane Käppler schafft es nicht nur die Emotionen glaubhaft rüber zu bringen sondern auch in mir Emotionen zu wecken. Und das gelingt nicht wirklich jedem Autor. 

 

Klar erfahren wir in der Geschichte ein klein bisschen mehr von Max und diese Häppchen die uns die Autorin zu lesen gibt, reichen aus um uns klar zu werden was in Max ausläuft und warum er manches tut und warum er schlussendlich in diese Krise gerät.

 

Neben Max gibts noch ein paar wenige Nebenfiguren die aber im leben von Max eine ganz wichtig Rolle spielen.

 

Da wäre seine russische Putzfrau Jekatarina Poljakow. Eine resolute aber sehr sympathische Frau, die Max auch mal die Meinung geigt. Sie ist mir eben so ans Herzgewachsen wie Max.

 

Dann haben wir noch Floh, sein Ex-Angestelter. Frau Dr. Bärbeisser, sie bekommt öfters mal das vergnügen sich um Max zu kümmern und Maja… eine verletzliche aber herzliche, ein ach manchmal kratzbürstige Frau, die aber ein grosses Herz hat welches sie zu beschützen weiss. Und die Eltern von Max. Die mir am Schluss dann doch noch sympathisch werden 

 

„Haben Sie eben tatsächlich das Fenster geputzt, oder hab ich mir das eingebildet?“, fragte ich, weil ich mir vor Verlegenheit nichts anderes einfällt.  „Konntest du schreiben Sau darauf“, antwortet sie mit leichtem trotz in der Stimme. „Chabe ich angeschaut zwei Tage und  heute Lappen und Seife gebracht mit.“ Sie beugt sich näher zu mir und tätschelt meinen Arm etwas kräftiger. „Freue ich mich so, dass du wach bist, Max Leif. Chast du uns alle gejagt grossen Schreck! Haben wir in Zeitung gelesen, was passiert ist. War Foto drin mit Auto, das in Schild gesteckt.“

S. 345 Max / Jekaterina

 

Die Sache mit dem Text

Wer die letzten 3 remis hier schon gelesen hat weiss das ich hier noch mit einem anderen Aspekt heran geht. Durch meine Legasthenie, bekommt die Sache mit dem Text eben noch ne andere Komponente, die hier immer Beachtung finden wird.

 

Der Text ist dem Genre angepasst, die Kapitel sind gut von der Länge, so das es immer spannend bleibt und dennoch einen guten und schnellen Lesefluss erzeugt und ich finde das die Länge der Kapitel sehr angenehm ist.

 

Das Buch ist im Blocksatz gedruckt was ich sehr angenehm finde, denn es macht s einfacher die Zeile nicht zu verlieren, also für mich. Mag bei anderen Legastheniker vielleicht etwas anders sein. Aber das ganze scheint Fach etwas ruhiger und aufgeräumter und das macht das lesen etwas entspannter. Die Grösse der Schrift ist auch okay. Auch wenn ich mir manchmal doch eine etwas klarere Schrift wünsche.

 

So ein Hirntumor kann man sah sicher operativ entfernen. Vor ein paar Monaten hab ich zwar gesagt, dass niemand an mir rumschnippelt, aber wenn es um einen Tumor im Kopf geht, sieht das natürlich anders aus.  Der muss auf jeden Fall raus. Der zahlt keine Miete. Selbst wenn ich dabei drauf gehe. Ich will gesund sein oder sterben bei dem Versuch, es zuwenden.

S. 203 – Max

 

Und sonst noch

Das Cover find ich toll, Max der im Regen steht. Irgendwie völlig sinnbildlich für die ganze Kreise. Auch der Titel find ich sehr passend, denn 7 mal hätte es ja sein könne das er stirbt, bis…

 

Das Buch ist mein erstes Highlight dieses Jahr und ich bin wirklich sehr begeistert von diesem Buch. Es konnte mich berühren, und das auf eine ganz spezielle Weise. Das Buch schaffe es sich mal genauer mit der Thematik auseinander zu setzen, sich selber mal zu reflektieren. Denn es ist wirklich kein einfaches Thema und für den betroffenen muss so eine Neigung wirklich sehr anstrengend sein. Kaum ist man was, denkt man gleich man könnte sterben, es ist ein Auf und Ab von Gefühlen. Und das ist bestimmt ein sehr nervenaufreibendes Leben. Also ja, das Buch konnte mich bis zur letzten Seite fesseln.

Die Autorin konnte mich mit der Geschichte um Max überzeugen und ich bin sehr gespannt wie der 2. Teil ist, den ich natürlich umbedingt haben muss!

 

Wer gerne witzige Bücher mag, die aber dennoch einen ernsten Hintergrund haben, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Lasst Max in euer Leben und erfahrt wie es ist, immer am Rande des Todes zu stehen.

 

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review 2017-02-13 13:14
Umweg nach Hause von Jonathan Evins
Umweg nach Hause: Roman - Jonathan Evison,Isabel Bogdan

Die Geschichte

 

Nun, es geht um Ben, er ist Ende 30 und kriegt sein Leben irgendwie nicht auf die Reihe. Psychisch und finanzielle am Ende, durch den Umfall, der sein ganzes Leben zunichte gemacht hat. Doch ist es an der zeit, das weiss er und so nimmt er einen Crashkurz in „häuslicher Pflege“ und nimmt einen Job an in dem er Trevor, einen 19 jährigen Jugendlichen mit Muskeldystrophie pflegen soll. Was sich alles andere als leicht heraus stellt. Denn Trev ist zynisch, aber wer kann ihm verdenken. Die Mutter ist alles andere als überzeugt von Ben und doch sieht sie das er es gut kann mit ihrem Sohn, also lässt sie ihn seinen Job machen. Bis zu dem Tag an dem sie erfährt das Treff seinen Vater besuchen will und dazu quer durchs Land reisen muss. In der Vermutung das Ben ihm diese Floh ins Ohr gesetzt hat entlässt sie ihn, doch sie sollte ihre Meinung noch ändern. Und so beginnt ein Abenteuer mit vielen unvorhergesehenen Ereignissen.

 

 

Leider konnte das Buch nicht mit neuen Ideen aufwarten, mir schwirrte immer der Vergleich von „Ziemlich beste Freunde“ durch den Kopf. Ich hatte immer etwas das Gefühl das der Autor da ein wenig Ideen geholt hat. was ich aber nicht schlimm finde. Doch die Geschichte wurde soweit gut umgesetzt, insofern das sie nachvollziehbar und sinnvoll ist.  Und doch konnte mich das Buch jetzt nicht vom Hocker reissen. Es war sicher nicht langweilig aber es war auch nicht so spannend. Es hat mich einfach gut unterhalten. Das wars aber auch schon.

 

Der Schreibstil machte mir, vor allem am Anfang, ziemlich zu schaffen. Warum? Nun, der Autor wollte sicher die Verzweiflung und der Frust von Trevor rüber bringen. Vor allem in Sachen Sex,denn den wird er wohl nie haben. Und so sprachen sie ziemlich abfällig über Frauen. Und das fand ich total unnötig. Das hat mich echt mega gestört und wär es nicht besser geworden, hätte ich das Buch echt Reitweg geschmissen, aber er hat grade mal noch die Kurve gekriegt, man muss einfach etwas Geduld haben und über die 150 Seiten hinaus kommen. Die Geschichte kann ja nicht mit rasanten Wendungen ausarten, aber das muss sie auch nicht, denn das hätte wirklich nicht zur Geschichte gepasst. Die Kapitel sind kurz, und zwischen drin erzählt uns Ben auch noch was in seinem Leben passiert ist, und man versteht war er so aus der bahn geworfen wurde und man wünscht ihm nur das Beste, das er es endlich hinter sich lassen kann und sein leben neuen Auftrieb bekommt.

 

Tja, und der Schluss… Fand ich irgendwie komisch. Nicht grade ein klassischer Cliffhanger sondern einfach so wischt wasche. So Zack, fertig.  Da hätte ich mir doch einen anderen Schluss gewünscht. Es müsste ja auch kein Happy End sein aber einen den man erkennen kann.

Als ich beschloss, mich um Menschen zu kümmern, die weniger Glück im Leben haben als ich, war ich pleite, also bin ich vielleicht nicht grade Florence Nightingale. Und wenn man bedenkt, was mit Piper und Jodi passiert ist, bin ich vielleicht nicht mal besonders gut dafür geeignet, mich um Menschen zu kümmern.

Seite 7 (Ben)

 

Prota- und Antagonisten & Co

 

Egal um welche Personen es geht, sie haben mich alle auf ihre Art berührt. Sei das Trevor, der mit seinem Schicksal hadert, Ben, der ebenso sein Packet mit sich rum schleppt. Die Mutter die sich ständig und immer sorgen macht und übervorsichtig ist. Aber auch Tresors Vater, der vor Jahren schon abgehauen ist aber seit Jahren versucht ein besserer Vater zuwenden. Oder Dot, die sie auf ihrer Reise aufgabeln und ein Stück ihres Weges mit nehmen. Aber auch Peaches und Elton. Sie sind alle liebenswert auf ihre Art. Müsste man jede einzelne Person mit einem Schlagwort auszeichnen würde das so aussehen…

Ben – verloren / Travor – wütend / Die Mutter – überfürsorglich / Dot – rebellisch / Peaches – naive / Elton – unterbelichtet und Tresors Vater – verpeilt. Wie ihr seht, eine alles anders als einfache Mischung, doch alle verhalten sich dem Alter gerecht und können so die Geschichte unterstützen und immer mal wieder mit einer überraschende Wendung aufwarten.

 

In einer guten Geschichte hofft ma ja das sich die Figuren entwickeln, und in dieser machen wohl Ben und Trev die grösste Veränderungen durch. Jeder schliesst auf seine Weise frieden mit der Vergangenheit, auch wenn das für beide alles andere als leicht war. Evison ist es gelungen die Emotionen und Gefühle gut rüber zu bringen. Und das macht die Geschichte dennoch lesenswert, wie ich finde.

 

Da die Geschichte eigentlich Ben’s Geschichte ist, bekommen wir vor allem von ihm Hintergrundwissen zugesteckt. Immer mal wieder zwischen den Kapitel gibt es eins das uns über die Vergangenheit aufklärt, warum Ben so ist wie er eben ist. Was sein Leben so dermassen aus der Bahn gehauen hat.

 

Die Sache mit dem Text

 

Das Buch ist angenehm zu lesen. Flüssig aber ohne all zu viel Spannung. Was ich für diese Geschichte auch nicht angemessen fände. Schliesslich ist es kein Triller. Auch die Längen der Kapitel find ich total passend, nicht zu lang, grade richtig.

 

Ih als Legasthenikerin achte natürlich auch auf andere Merkmale, wenn es sie dann gibt. Doch in diesem Buch hatte ich weder mit zu langen Sätzen noch mit eigenwilligen Wortkreationen zu kämpfen, was für mich der Lesefluss natürlich angenehm gestaltet hat. Der Text ist verständlich also für Erwachsene sicher kein Problem. Auch für jüngere Leser wäre es kein Problem nur das Thema ist wohl eher für Leute in meinem Alter interessant und nicht für 15 Jährige.

 

Was das Schriftbild angeht, der text ist im Blocksatz gehalten und für mich daher aufgerauter und angenehmer zu lesen. Die Schrift hat eine angenehme gösse, doch ich hätte gern eine etwas anderen Font. Wenn ich etwas müde bin, stehen mir die Buchstaben meist ein bist zu dich beieinander.

Vielleicht wirkt das traurig, irgendwie erbärmlich – ein arbeitsloser Hausmann und Vater, der von seiner Frau Taschengeld bekommt, steht da breitbeinig mit zwei kaputten Knien auf dem zweiten Base wie auf dem Mount Everest. Aber das ist es nicht. Traurig ist, dass ich es nicht zurückholen kann. Erbärmlich ist, das ich es nach all der Zeit immer noch versuche.

Seite 366 (Ben)

 

Weitere persönliche Gedanken zum Buch

 

Das Cover find ich toll. Es ist leicht, luftig und versprüht ne Sorglosigkeit die die Geschichte zwar auch in sich trägt aber nicht ganz verscheuchen kann.

Wie schon oben geschrieben ist es ein Buch für zwischendurch, trotz der nicht ganz einfachen Thematik war es mir zu wenig tief, manchmal. Aber nach den anfänglichen Schwierigkeiten bin ich froh es nicht abgebrochen zu haben. Ob ich jetzt noch mal ein Buch es Autors lesen werde. Das kann ich leider nicht sagen, bin eher etwas kritisch eingestellt aber wer weiss, vielleicht kann er mich doch noch mal neugierig machen und schafft es mich mehr zu begeistern. Doch kann ich jene gut verstehen die das Buch abgebrochen haben. Man kann das Buch lesen, muss es aber nicht. Denke verpasst hat man nicht wirklich etwas.

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review 2017-01-30 14:46
Noch so eine Tatsache über die Welt
Noch so eine Tatsache über die Welt: Roman - Brooke Davis,Ulrike Becker

Zur Geschichte

 

In der Geschichte von Brook Davis geht es um die 7 jährige Millie, die von ihrer Mutter eines Tages im Warenhaus einfach zurück gelassen wurde, mit den Worten; „Ich bin gleich wieder da“. Tja, es vergingen ein, zwei und sogar 3 Tage des Wartens, aber ihre Mutter kam nicht zurück. In den Tagen und Nächten im Warenhaus lernte sie Karl (87), den Tastentipper, kennen. Die beiden freundeten sich an und als Millie entdeckt wurde, half er ihr weg zu laufen. Und da beginnt eigentlich das Abenteuer erst für Mille. Aber auch für Karl und die widerspenstigen Nachbarin Agatha Pantha (82).

 

Neue Ideen fand ich im Buch nicht wirklich, obwohl ich schon dachte das es etwas mehr hergeben würde, nach all den überschwänglichen Meinungen. Das einzige was speziell war, ist die Kombination der Protagonisten. Auch wenn ich mir mehr erhofft habe, fand ich die Umsetzung wirklich gelungen. Auch wenn die Geschichte etwas unglaubhaft ist, finde ich die ganze Storyline doch nachvollziehbar  Das eine hat mit dem anderen ja nichts zu tun, find ich. Ich fand das Buch also nicht langweilig, auch wenn ich lange daran zu lesen hatte. Da war meine Leseflaute dran schuld, aber wirklich spannend fand ich es jetzt auch nicht grad. Es war eine nette Geschichte für zwischendurch.

 

Der Schreibstil fand ich wirklich angenehm, er war witzig und flüssig zu lesen und doch konnte man die leisen Töne zwischen den Zeilen gut erkennen. Was eben die Spannung angeht, ich denke, da hätte man etwas mehr machen können, aber, das musste nicht umbedingt sein, alles passt ganz gut zur Geschichte.

Der Schluss… was soll ich sagen…  Ich hätte mir einen etwas konkreteren gewünscht. Irgendwie ist es ein Schluss und irgendwie ist alles offen.

 

Alle wissen alles darüber, wie man geboren wird, aber niemand weiss irgendetwas darüber, wie ist es so, tot zu sein.

Seite 31 (Mille)

 

 

Prota- und Antagonisten & Co

 

Zu den Protagonisten muss ich sagen das ich sie alle 3 sehr mag. Sie sind zwar grundverschieden aber alle auf ihre eigene Art total herzlich, witzig und einfühlsam. Brooke Davis hat es wirklich geschafft die Charaktere so zu beschreiben das ich sie mir ohne grosse Mühe vorstellen konnte. Ich brauch nur die Augen zu schliessen und ich sehe alle drei vor mir stehen   Es gab an jeder Person was spezielles das sie ganz besonders auszeichnet. Millie, sie ist eins ehr sensibles Kind. Der Tod begleitet sie schon früh und sie macht sich immer sehr viele Gedanken über die Dinge. Dann wär da Karl, der eigentlich abgeschoben werden sollte in ein Altenheim. Das passte ihm natürlich nicht und so machte er sich aus dem Staub. Und in dieser Zeit traf er mit Millie zusammen. Er ist Witwer und trauert immer noch seiner Frau nach. Und durch die Freundschaft mit Millie wird sein Leben wieder spannend. Und Agatha, sie ist einfach der Hammer. Eigentlich kennen die Nachbarin sie nur als die verbitterte, zornige Frau, die seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr aus dem Haus geht. Sie ist verbittert und will von der Welt eigentlich nichts mehr wissen. Bis eines Tages Millie vor ihrer Haustür steht. Tja, und so wird auch sie in ein unfassbares Abenteuer verstrickt das ihr wieder einen Sinn im Leben gibt.

 

Was ich schön fand war, das man bei allen 3 Protagonisten eine Entwicklung miterleben konnte, beim einen etwas mehr, beim anderen weniger aber es wäre, finde ich, auch total unglaubhaft wären am Schluss alle viel weiter als am Anfang. Auch hat es die Autorin geschafft die Emotionen glaubhaft zu transportieren.

 

Kurz gesagt, alles hat einfach gestimmt. Man erfuhr etwas von der Vorgeschichte jedes einzelnen, so konnte man auch verstehen warum jeder einzelne so ist, wie er eben ist. Und alle verhielten sich dem dem Alter und Erfahrung entsprechend.

 

 

Die Sache mit dem Text

 

Hier muss ich schnell was dazwischen schieben und zwar, das diese aussagen natürlich sehr von meiner Legasthenie abhängt. Also sollte man dies hier beachten und vielleicht hilft es sogar anderen Legastheniker um ein Buch zu finden das nicht zu schwierig ist.

Als erstes möchte ich auf das Schriftbild eingehen. Das Buch ist im Blocksatz geschrieben, was mir als Legasthenikerin sehr entgegen kommt. Denn der Flattersatz mag ich gar nicht, denn er wirkt für mich total unruhig und es ist auch schwerer die Zeile nichts verlieren. Der Font ist okay. Auch wenn ich es liebt mag wenn die Schrift nicht so eng zusammen stehen würde. Es wär für Legastheniker einfach zu lesen wenn der Zeilenabstand etwas geringer wäre und die Buchstaben klarer voneinander getrennt daher kommen würden. Aber wie gesagt, es war okay. Aber jetzt zum Wesentlichen…

Den Text find ich jetzt einfach zu lesen. Und finde, es sollte wirklich keine Probleme geben und ist dem Genre angemessen. Das Buch ist natürlich für Erwachsene und nicht für Kinder oder gar Jugendliche gedacht. Wobei letztere sicher nicht am Schwierigkeitsgrad schielten würden sondern eher an den Themen der Geschichte. Aber es kommt da halt sehr aufs Alter und die Reife an.

Die Geschichte ist so unterteilt das die Kapitel mit den einzelnen Protagonisten gekennzeichnet sind. So wird man abwechslungsweise einmal mit Millie, dann wieder mit Karl oder Agatha durch die Geschichte mit genommen. Und ich finde auch die Länge dieser total passend.

 

War sie zu still? Kann schon sein. Wir sind vermutlich alle zu irgendwas, denkt Karl.

Seite 177 (Karl)

 

 

Und nun zu meinen ganz persönlichen Gedanken zum Buch

 

Ja, natürlich gebe ich meine Meinung auch in den neuen Rezensionen zum besten was das Cover und den Titel angeht. Also, erst mal zum Cover… Es ist schlicht und das gefällt mir und hat mich auch genau deswegen auf such aufmerksam gemacht. Dunkelblauer Himmel, mit vielen Sternen und Millie die leicht nach Oben schaut. Ja, ich weiss, das ist natürlich meine ganz eigene Interpretation.

 

Der Titel passt in dem Sinne gut, denn immer am Schluss eines Kapitels gibt es einen Absatz der Heisst; „Eine Tatsache über die Welt, die …. genau weiss“. oder im dem Stil. Also so gesehen, passt schon. Hm, konnte mich das Buch fesseln? Nun, es war sicher unterhaltsam aber fesseln würd ich jetzt dazu nicht sagen. Da müsste dann doch sehr viel mehr Spannung dabei sein. Mehr Überraschungen, denn dieses Buch lebt von der Philosophie der Geschichte, den Themen des Lebens wie Verlust, Trauer, den Sinn des Lebens, die Suche, Vertrauen und Liebe. Also von dem her konnte mich die Geschichte überzeugen, auch wenn es für keine neuen Erkenntnisse im Buch zubinden waren, fand ich die Geschichte um die drei einfach sehr unterhaltsam.

 

Bin also sehr gespannt was es neues geben wird von dieser Autorin. Der Debüt-Roman hier hat mich auf alle Fälle neugierig auf mehr gemacht.

 

 

Gedankliches Schlussfazit

 

Leider kann ich mich den vielen überschwänglichen Meinungen nicht ganz anschliessen.  Auch wenn ich das Buch unterhaltsam fand, der grosse Steinwurf war’s für mich jetzt nicht, trotz den philosophischen Themen die uns alle beschäftigen und hier ihren Platz finden. Wo komm ich her, wo geh ich hin, zum Beispiel oder auch Themen wie Verlust, Trauer, Vertrauen und Liebe, und vielleicht auch das neu finden nach einem Schicksalsschlag.  Mit Witz und leisen Tönen zwischendurch wurde ich dennoch gut unterhalten.

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review 2016-12-16 12:58
Alles so leicht - Mag Haston
Alles so leicht - Meg Haston,Natalie C. Sousa,Alexandra Ernst
Hallo, mein Name ist Stevie und ich habe einen Plan. Ich hungere mich zu Tode. Denn ich bin Schuld am Tod meines Bruders, ich hab ihn umgebracht darum verdiene ich es nicht zu leben. Ja, das ist mein Plan, auch wenn es mein Vater zu verhindern sucht in dem er mich in ein Therapiezentrum steckt. Ich werde schon eine Lösung finden um mein Vorhaben umzusetzen... 
 

Der Anfang...

Noch siebenundzwanzig Tage bis zur Freiheit, und ich bin gefangen in einem Blechkasten mit grau bezogenen Sitzen und den künstlichen Pina-colada-Gestank eines Wunderbaumes, der am. Rückspiegel baumelt. 
Josh - Verzeihung! Joshua - würde mich vermutlich ein hysterisches Huhn nennen. Manchmal stelle ich mir vor, wie er solche Dinge sagt. Es ist nicht so, dass ich seine Stimme höre oder er mir im Traum erscheint oder irgend so ein Quatsch. Aber wenn ich ganz still bin, kann ich beinahe - nur beinahe - die Worte verstehen.
 

Meine Gedanken zum Buch

Ich wurde auf das Buch aufmerksam weil es bei uns auf der Arbeit als Leseex. bei den Jugendbüchern stand. Einfach weil mir das Cover gleich ins Gesicht sprang. Ich mag solche Buchumschläge die so minimalistisch sind. Die Deutsche Ausgabe des Cover gefällt mir ein kleinen ticken besser, auch wenn es nur minimal vom Original abweicht. Der Titel ist dafür ganz anders. "Alles so leicht" Gefällt mir dieses mal bei weitem besser, irgendwie. Den "Paperweight"kann ich so gar nicht mit der Geschichte in Zusammenhang bringen. Wirklich. Als ich den gelesen habe sah ich so aus
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