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review 2017-10-15 13:21
Rezension | Die Schlange von Essex von Sarah Perry
Die Schlange von Essex - Sarah Perry,Eva... Die Schlange von Essex - Sarah Perry,Eva Bonné

Beschreibung

 

London 1893.

 

Die junge Witwe Cora Seaborne zieht es nach dem Tod ihres Mannes aus der Hauptstadt nach Essex. In Begleitung ihres Sohnes Francis und ihrer Freundin Martha möchte die begeisterte Naturwissenschaftlerin nach Fossilien suchen

.

In Essex kommen Cora Seaborne Gerüchte über eine unheimliche Schlange zu Ohr, die ihr Unwesen in dem Küstenort Aldwinter ihr Unwesen treiben soll. Natürlich entfachen diese Geschichten Coras Neugier und so geht die Reise weiter nach Aldwinter. Dort gerät sie als Anhängerin der Wissenschaft mit dem Pfarrer William Ransome aneinander.

 

Meine Meinung

 

Sarah Perry ist es mit ihrem Roman „Die Schlange von Essex“ gelungen gleich mehrere wichtige Buchpreise in England (wie z. B. den Britischen Buchpreis) zu gewinnen. Durch diesen Überraschungserfolg und dem ansprechend gestalteten Buchcover wurde meine Neugier geweckt.

 

"Das Pendel schwingt von einem Jahr ins andere, und das Gesicht der Tiefe verfinstert sich." (Die Schlange von Essex, Seite 13)

 

Ich liebe die klassischen Romane von Jane Austen, Oscar Wilde und Co. und habe mich sofort in den poetischen und altertümlich anmutenden Schreibstil von Sarah Perry verliebt, der mich so sehr an die Werke der großen Weltliteratur erinnert hat. Das gelungene Setting im nebelverhangenen Essex hat direkt Bilder vor dem inneren Auge projiziert, was einfach perfekt zur Gothic Novel Note des Romans passt.

 

"»Sie haben bestimmt von der Schlange von Essex gehört, die einst der Schrecken von Henham und Wormingford war und vor Kurzem erst wieder gesichtet wurde?«" (Die Schlange von Essex, Seite 56)

 

Das Geheimnis und die Gerüchte um die Schlange von Essex sind Kern- und Angelpunkt der Geschichte. Dennoch steht nicht unbedingt die Schlange im Mittelpunkt, sondern die Menschen die sich in der unmittelbaren Umgebung des Geschöpfs bewegen und leben. Sehr eindrucksvoll und mit viel Liebe zum Detail hat Sarah Perry ihren Charakteren Leben eingehaucht, so dass man fast das Gefühl hat die Personen würden direkt vor einem stehen.

 

Das Augenmerk liegt auf der jungen Witwe Cora Seaborne die sich der Wissenschaft verschrieben hat und nicht gerade als Frau des Londoner Stadtlebens daher kommt, sondern eher wie das blühende Leben vom Lande erscheint die am liebsten bequeme Kleidung trägt. Durch den Landpfarrer William Ransom der dem direkten Gegenteil von Coras Weltanschauungen entspricht, kommt Dynamik und eine knisternde Atmosphäre ins Spiel. Die beiden fühlen sich trotz der Umstände, dass William bereits verheiratet und ein Mann Gottes ist, unweigerlich zueinander hingezogen. Dies äußerst sich durch eine wunderbare Freundschaft in der Dinge wie Glaube, Liebe und wissenschaftliches besprochen und erörtert wird.

 

"»Ich bin durstig, so war es immer – mich dürstet nach allem. […]«" (Die Schlange von Essex, Seite 156)

 

Leser die eine spannende und temporeiche Lektüre bevorzugen, werden mit dieser Geschichte nicht glücklich werden. Sarah Perrys Roman lebt von der einmaligen Sprache (wirklich jede Seite ist ein Gedicht) und den zwischenmenschlichen Verstrickungen die typisch für einen Roman über das viktorianische Zeitalter sind. „Die Schlange von Essex“ ist ein ruhiges und tiefschürfendes Leseerlebnis, dass einen mit Haut und Haar erfasst.

 

Dieses Buch ist etwas ganz besonderes. Vor allem Freunde der klassischer Literatur oder Liebhaber des viktorianischen Zeitalters dürften mit Sarah Perrys Roman „Die Schlange von Essex“ gut beraten sein.

 

Fazit

 

Es spricht soviel Herz uns Seele aus diesem Buch – einfach umwerfend!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/die-schlange-von-essex-von-sarah-perry
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review 2017-05-10 17:14
Rezension | Elefant von Martin Suter
Elefant - Martin Suter Elefant - Martin Suter

Beschreibung

 

Durch Zufall entdeckt der Obdachlose Schoch vor seinem Schlafplatz einen kleinen rosafarbenen Elefanten, den er zunächst aufgrund seiner Größe für ein Spielzeug hält. Doch schon bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Elefanten um ein richtiges Lebewesen in Miniaturform handelt, dass im Dunkeln sogar leuchtet.

 

Der entzückende Mini-Elefant ist das Ergebnis eines Experiments des Genforschers Roux, der sich mit seinem süßen Forschungsobjekt eine große Sensation und einen entsprechenden finanziellen Reibach verspricht. Doch Roux hat die Rechnung nicht mit dem burmesischen Elefantenpfleger Kaung und weiteren Menschen gemacht, die den kleinen Elefanten vor seinem Schicksal beschützen.

 

Meine Meinung

 

In Martin Suters neuesten Roman mit dem Titel „Elefant“ habe ich mich schockverliebt! Anders kann man es überhaupt nicht ausdrücken – die Begegnung mit dem ganz und gar entzückenden Minielefanten und den wundervollen Menschen die alles erdenkliche unternehmen, um dieses einzigartige Geschöpf vor der Sensationslust und Gier böser Menschen versuchen zu beschützen, hat einen emotionalen Tiefgang der mich sofort abholt.

 

"Er war seit der ersten Begegnung mit dem kleinen Wesen verzaubert von dessen – Anmut." (Seite 174)

 

Die näheren Informationen und Hintergründe zum Minielefanten werden erst nach und nach gelüftet, daher spannt sich ein angenehmer Spannungsbogen über die gesamte Erzählung. Von Langeweile also keine Spur! Ganz im Gegenteil – ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und hatte den Roman in einem Rutsch verschlungen.

In einem flüssigen und nicht allzu ausladenden Stil erzählt Martin Suter eine außergewöhnliche Geschichte aus diversen Perspektiven die im Plot zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hin- und her springen. Im Mittelpunkt steht das Ergebnis eines Genexperimentes des Forschers Roux zu den so genannten „Glowing Animals“, wobei mehr durch Zufall ein Elefant in Miniaturformat mit einer rosaroten Hautfarbe entsteht, der im Dunkeln leuchtet.

 

Man taucht zuerst in die Obdachlosenszene Zürichs ein, die man durch Schoch näher kennen lernt. Dadurch wird auch das Thema Alkoholismus und die Tierhaltung der Obdachlosenszene angeschnitten. Die Begegnung mit dem kleinen Elefanten bringt schließlich Schochs komplettes Leben durcheinander. Er möchte auf keinen Fall den putzigen Elefanten sich selbst überlassen und sucht sich Hilfe. Schnell wird allerdings klar, dass er der Elefant etwas besonderes ist und der vermeintliche Schöpfer Roux mit Nachdruck nach ihm sucht. Der Obdachlose Schoch und weitere Protagonisten des Romans können sich der Anmut des rosaroten Elefanten nicht entziehen und legen somit Roux immer wieder Steine in den Weg. Ein spannendes Katz- und Mausspiel entsteht. Der Ausgang bleibt bis zum Ende ungewiss (auch wenn man evt. so eine Ahnung über ein mögliches Ende im Kopf haben kann).

 

Die Charaktere sind zwar etwas klischeebehaftet, jedoch mochte ich sie trotzdem sehr gerne! Der Genforscher Roux hat schwer an einer vergangenen Niederlage zu knabbern und setzt seine ganze Energie in sein Projekt und die Suche nach dem rosafarbenen Elefanten. Damit ist ein wunderbarer Bösewicht geboren der ohne jegliche Moral und Menschlichkeit handelt und vor allem durch seine Machtgier glänzt. Im Gegenzug dazu gibt es mit dem Obdachlosen Schoch, der sich aus eigenem Antrieb für ein Leben auf der Straße entschieden hat, einen Protagonisten der das komplette Gegenteil verkörpert.

 

Fazit

 

Ein absolut wundervoller Roman, der perfekt eine emotionale sowie spannende Geschichte zwischen Genexperimenten und diversen Lebensgeschichten spannt. Lesevergnügen pur!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-elefant-von-martin-suter
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review 2017-04-26 15:20
Rezension | Ragdoll. Dein letzter Tag von Daniel Cole
Ragdoll - Dein letzter Tag: Thriller (Ein Daniel-Cole-Thriller, Band 1) - Daniel H Cole,Conny Lösch

Beschreibung

 

Nachdem Detective William Oliver Layton-Fawkes aus seiner Suspendierung zurück in den Dienst der Londoner Polizei kehrt, wartet ein ziemlich persönlicher Fall auf ihn. In unmittelbarer Nähe zu seiner neuen Wohnung wartet eine aus sechs Körperteilen, von sechs verschiedener Opfern, zusammen genähte „Lumpenpuppe“ auf ihn. Der Kopf der so genannten „Ragdoll“ gehört ausgerechnet zu dem Fall, der Detective Layton-Fawkes für einige Zeit seinen Job kostete und den Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nach sich zog.

 

Kaum hat die Polizei die Ermittlung der weiteren Opfer aufgenommen, wird eine Todesliste mit sechs Namen durch Detective Layton-Fawkes Ex-Frau übermittelt. Obwohl alles daran gesetzt wird die genannten Personen vor dem Killer zu schützten, scheint der Täter immer einen Schritt voraus zu sein. Die Zeit wird knapper und der Täter nährt sich langsam dem Ende der Todesliste auf der zuletzt der Name des Detectivs selbst steht.

 

Meine Meinung

 

Daniel Coles Debüt „Ragdoll. Dein letzter Tag“ ist ein gelungener und spannungsgeladener Thriller ganz nach meinem Geschmack. Der temporeiche Handlungsverlauf kann mit überraschenden Wendungen überzeugen und die Charaktere haben Ecken und Kanten. Da ist es kaum ein Wunder, dass bereits eine Verfilmung der Geschichte geplant ist. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt was sich Daniel Cole für seinen nächsten Thriller einfallen lässt, denn dies ist erst der Beginn zu der New Scotland Yard Reihe.

 

Das Cover ist ein richtiger Eyecatcher und die glänzenden, leicht hervorgehobenen Buchstaben schreien geradezu danach berührt zu werden. Nur leider passt die Abbildung überhaupt nicht zum Inhalt der Geschichte. Zumindest ist mir während des Lesens kein einziger schwarzer Vogel aufgefallen. Meiner Meinung nach trifft es das Cover des englischen Originals, bei dem eine Nadel, Faden und Bluttropfen zu sehen sind deutlich besser.

 

Detective William Oliver Layton-Fawkes, oder kurz „Wolf“, ist der Hauptprotagonist der Geschichte und zeichnet sich vor allem durch seine unbändigen und unkontrollierbaren Charaktereigenschaften als ein wahrer Anti-Held aus. Solche Figuren mag ich sehr gerne, denn sie heben sich deutlich vom Einheitsgrau ab und bergen ein großes Potential, für Überraschungen zu sorgen, in sich. Die Protagonisten sind zwar durch einige Klischees behaftet, wie z. B. Wolfs ehrgeizige Ex-Frau die eine Journalistenkarriere anstrebt, seine alkoholkranke Kollegin Bailey und und und. Am meisten herausgestochen hat Edmunds, der „Neue“ im Team, der durch seinen Instinkt und Arbeitseifer sich schnell einen Platz in meinem Herzen erobern konnte.

 

Bei „Ragdoll. Dein letzter Tag“ konnte mich vor allem der rasante Plot begeistern. Geschickt reiht Daniel Cole die einzelnen Szenen aneinander und sorgt durch Abwechslung von Rückblick in die Vergangenheit und Erzählung der gegenwärtigen Ereignisse für explosive Spannung. Man sollte also definitiv genügend Zeit für das Buch haben, wenn man zu lesen beginnt, denn man kann es einfach nicht mehr aus der Hand legen.

 

Fazit

 

Ein gelungenes Debüt, doch ACHTUNG, hoher Suchtfaktor inside!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-ragdoll-dein-letzter-tag-von-daniel-cole
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review 2017-04-17 13:02
Der Ozean am Ende der Straße | Neil Gaiman
170417 Ozean2

Autor: Neil Gaiman
Titel: Der Ozean am Ende der Straße
Übersetzer: Hannes Riffel
Genre: Fantasy, zeitgen. Literatur
Verlag: Bastei Entertainment, [08.10.2014]
Kindle-Edition: 241 Seiten, ASIN: B00K685YZ2
auch als HC, TB und HB erschienen
hier: geliehen via Skoobe 
gelesen auf dem iPad mini
Whispersync for Voice verfügbar

 

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Inhaltsangabe (Amazon):

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen ...
Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem neuen Roman

Meine Meinung:

 

Von Neil Gaiman kenne ich nun inzwischen schon mehr als 3 Bücher. In eine Schublade lässt sich dieser Schriftsteller nun beileibe nicht stecken. Genauso wenig lassen sich die Bücher in einzelne Genre klassifizieren, sie brechen vielmehr alle Grenzen und schimmern durch viele hindurch.

 

“Der Ozean am Ende der Straße” ist eigentlich nur ein kleiner Ententeich, und doch so viel mehr. Wenn man ein fantasiebegabtes, belesenes Kind von 7 Jahren ist, dann kann so ein Ententeich schon fast die halbe Welt darstellen.

 

Neil Gaiman entführt uns in diese Welt eines 7jährigen. Durch dessen Augen erleben wir einige in dieser Zeit und an diesem Ort geschehene Dinge, begreifen, dass es das Böse tatsächlich gibt, dass es in unsere Welt gelangen kann und selbst die Erwachsenen dem hilflos ausgeliefert sind, weil sie es gar nicht als das erkennen, was es ist, und uns folglich auch nicht davor beschützen können. Wir erleben eine Freundschaft, wie wir sie nur in unserer Kindheit kennenlernen können, flüchten uns in die beruhigende Welt der Bücher und versuchen, tapfer zu sein.

 

Mich hat das Buch tief berührt. Und wenn auch der Erzähler bis zum Ende namenlos bleibt und das mit der Erinnerung so eine Sache ist – an einigen Stellen erkannte ich mich selbst wieder und erhaschte ein Stück meiner eigenen Kindheit, die voll von Wesen jeglicher Herkunft war, und durch die ich durch Schwimmbewegungen meiner Arme fliegen konnte.

 

Eine großartige Geschichte voller Grauen, Übernatürlichem, Gutem wie Bösem und einem 7jährigem Jungen mittendrin, der sich an die Hand seiner 11jährigen Freundin klammert, glaubhaft erzählt.  Ich gebe 09/10 Punkte.

 

170417 Ozean1

Zitate:

Dieses Buch ist das Buch, das Sie gerade gelesen haben. Es ist zu Ende. Jetzt sind wir bei den Danksagungen angelangt. Eigentlich gehören diese nicht mehr richtig zum Buch. Sie müssen sie nicht lesen. Größtenteils bestehen sie sowieso nur aus Namen.
Danksagungen, Seite 350/356

Wörter retten uns das Leben, manchmal jedenfalls.
Danksagungen, Seite 352/356

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Weitere Bücher des Autors:

 

  • Ein gutes Omen (mit Terry Pratchett)
  • Niemalsland – rezensiert 13.11.2016 – 11/10 Punkte
  • Sternwanderer
  • American Gods – rezensiert 24.03.2009 – 08/10 Punkte
  • Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel
  • Anansi Boys – gehört 12.11.2008 – 09/10 Punkte
  • Das Graveyard-Buch
  • Der Ozean am Ende der Straße – beendet 17.04.2017 – 09/10 Punkte

 

Der Ozean am Ende der Straße: Roman - Neil Gaiman 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/04/gelesen-der-ozean-am-ende-der-strae.html
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review 2017-03-27 19:00
Der Fall Collini / Schuld | Ferdinand von Schirach
170326 Collini 170326 Schuld
Autor: Ferdinand von Schirach
Titel: Der Fall Collini
Genre: zeitgen. Roman
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH
Spieldauer: [224 Minuten], ungek.
Sprecher: Burghart Klaußner
Autor: Ferdinand von Schirach
Titel: Schuld
Genre: zeitgen. Geschichten
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH
Spieldauer: [215 Minuten] ungek.
Sprecher: Burghart Klaußner
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Inhaltsangaben (Audible):

Vierunddreißig Jahre hat der Italiener Fabrizio Collini als Werkzeugmacher bei Mercedes-Benz gearbeitet. Unauffällig und unbescholten. Und dann ermordet er in einem Berliner Luxushotel einen alten Mann. Grundlos, wie es scheint. Der junge Anwalt Caspar Leinen bekommt die Pflichtverteidigung in diesem Fall zugewiesen. Was für ihn zunächst wie eine vielversprechende Karrierechance aussieht, wird zu einem Alptraum, als er erfährt, wer das Mordopfer ist: Der Tote, ein angesehener deutscher Industrieller, ist der Großvater seines besten Freundes. In Leinens Erinnerung ein freundlicher, warmherziger Mensch. Wieder und wieder versucht er die Tat zu verstehen. Vergeblich, denn Collini gesteht zwar den Mord, aber zu seinem Motiv schweigt er. Und so muss Leinen einen Mann verteidigen, der nicht verteidigt werden will. Ein zunächst aussichtsloses Unterfangen, aber schließlich stößt er auf eine Spur, die weit hinausgeht über den Fall Collini und Leinen mitten hineinführt in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte...

©2011 Piper Verlag GmbH, München (P)2011 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg

08-10

Ein Mann bekommt zu Weihnachten statt Gefängnis neue Zähne. Ein Junge wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert. Die neun Biedermänner einer Blaskapelle zerstören das Leben eines Mädchens und keiner von ihnen muss dafür büßen...

Neue Fälle aus der Praxis des Strafverteidigers von Schirach - die der Autor von Schirach wie mit dem Zauberstab in große Literatur verwandelt hat. Mit bohrender Intensität und in seiner unvergleichlich lyrisch-knappen Sprache stellt er leise, aber bestimmt die Frage nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld und nach der moralischen Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns.

©2010 Piper Verlag GmbH, München; (P)2010 Hörbuch Hamburg HHV GmbH

07-10

 

Meine Meinung:

 

Was in meinen Augen die Bücher von Ferdinand von Schirach besonders auszeichnet, das ist die einfache, klare, schnörkellose Sprache. Direkt nennt der Autor die Dinge beim Namen und schafft vor allem beim “… Fall Collini” eine Atmosphäre, die mitreißt. Wir erleben den Mord quasi hautnah mit. Es besteht eigentlich kein Zweifel, der Mörder macht auch keinen Hehl aus seiner Schuld und gibt zu, den Mann getötet zu haben, jedoch schweigt er sich über das Motiv lange Zeit aus. Und als wir dann von dem Motiv erfahren, können wir den Mann ein Stück weit verstehen.

 

Das Buch “Schuld” ist eine Kurzgeschichtensammlung mit bemerkenswerten Fällen. Mir drängte sich die Frage auf, ob dies wahre Geschichten sind, die vielleicht nur etwas verfremdet wurden. Da der Autor selbst 20 Jahre lang als Strafverteidiger arbeitete, könnte ich mir dies vorstellen. Da ich jedoch kein Freund von Kurzgeschichten bin – kaum habe ich mich in die Geschichte hinein gedacht, ist sie auch schon zu Ende und neue Protagonisten treten auf den Plan – gebe ich für dieses Buch einen Punkt weniger als für den Roman. Hängen geblieben ist nicht von jeder Story etwas… Und nicht immer hat die Geschichte ein Happy End, was besonders einen Anflug von Authentizität impliziert.

 

Der Sprecher Burghart Klaußner hat mir sehr gut gefallen. Er liest die Bücher mit einer Ruhe, Geduld und Leichtigkeit, so dass selbst die schrecklichste Grausamkeit akzeptabel erschien und mich nicht so sehr beeinflusste, dass ich nicht schlafen hätte können.

 

Ich gebe für den Roman 08/10 Punkte und für die Kurzgeschichtensammlung 07/10 Punkte.

 

Bücher des Autors:

 

- Verbrechen
- Schuld – gehört 26.03.2017 – 07/10 Punkte
- Der Fall Collini – gehört 25.03.2017 – 08/10 Punkte
- Carl Tohrbergs Weihnachten
- Tabu
- Die Würde ist antastbar
- Terror

 

Der Fall Collini - Ferdinand von Schirach  Schuld - Ferdinand von Schirach  

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/03/gehort-der-fall-collini-schuld.html
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