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review 2018-01-15 16:04
Frostige Weihnachtszeit
Am Anfang war der Frost: Roman - Delphine Bertholon

Weihnachten 2010. Nathan kommt mit seinen Kindern nachhause, wo er mit Mutter und Schwester gemeinsam Weihnachten verbringt. Unvermutet steht sein verschwundener Vater vor der Tür und mysteriöse Geschehnisse gehen in dem idyllisch anmutenden Familienhaus vor.

„Am Anfang war der Frost“ ist ein düsterer Familienroman, der sich mit Liebe, Verlust, dem Loslassen und der damit verbundenen Trauer auseinandersetzt. 

Nathan kommt an Weihnachten mit seinen beiden Kindern heim, um mit seiner Schwester und der Mutter die Feiertage zu verbringen. Doch die Stimmung ist alles andere als feierlich, als er erfährt, dass sein Vater kürzlich vor der Tür gestanden ist. Der Mann, der seine Familie vor 30 Jahren Hals über Kopf verlassen hat. 

Der Roman ist in zwei Erzählstränge unterteilt. Einerseits befindet man sich mit Nathan im Jahr 2010, wo er dieses irritierend-nüchterne Weihnachten mit seiner Familie verbringt. Seine Mutter ist kühl, die Schwester noch kälter und seine Kinder machen ihm durch mysteriöse Bemerkungen ein wenig Angst. Dann erscheint der längst verschollene Vater am Parkett, wodurch die Situation noch angespannter wird.

Nathan hat das Leben nicht besonders gut mitgespielt. Er hat sich schon immer allein gefühlt, als ob ihm von Anfang etwas gefehlt hätte. Als junger Witwer vermisst er seine Frau und gibt sich ganz der Erziehung seiner Kinder - der Zwillinge - hin. 

Besonders Nathans Geschichte hat mich berührt, weil man merkt, wie verloren er eigentlich ist. Es halten ihn einzig seine Kinder am Leben, ansonsten gibt es nur die Erinnerung an die wenigen Jahre mit seiner Frau. 

Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit Grâce Batailles Tagebuch, worin sie ihr Leben festhält. Auf den ersten Blick ist es wunderbar, wären da nur nicht anfängliche Spuren des Alters in ihrem Gesicht, der Ehemann, der immer auf Reisen ist, und dieses Au-Pair-Mädchen, mit dem naiv-unschuldigem Blick. 

Diese Grâce im Jahr 1981 ist wütend, sie ist frustriert und ihre Verzweiflung lässt sich auf allen Seiten spüren. Dennoch schafft sie es nach Außen stoische Ruhe zu bewahren und gibt sich demonstrativ würdevoll. 

Trotz der angemessenen Beschaulichkeit geht ein eiskalter Schauer durch die gesamte Erzählung. Man ist Geheimnissen auf der Spur, fühlt, etwas Unaussprechliches zwischen den Zeilen, ist vom Schicksal der Familie irritiert und berührt zugleich, und ahnt, dass man langsam hinter die Fassade blickt.

Die Handlung an sich ist ein familiäres Drama, das trotz des ruhigen, nüchternen Erzählstils für ordentlich Furore sorgt. Es ist aufwühlend und - auch wenn es kein Krimi ist - schon fast ein roman noir, der durch eine dunkle Note besticht. 

Meiner Meinung nach ist es ein fesselnder Familienroman, der durch die drückende Stimmung, den ruhigen Stil und die Wucht der Ereignisse beeindrucken kann. Obwohl das Geschehen eher gedämpft vonstatten geht, brodelt es unter der Oberfläche bis es am Ende in seinem gesamten Umfang greifbar ist. 

Wer gern Familiengeschichten liest und es auch mal eher düster mag, wird in „Am Anfang war der Frost“ eine ideale Weihnachts- bzw. Winterlektüre finden. 

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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text 2017-11-29 21:06
Erster Satz | Andrzej Sapkowski: Der Schwalbenturm
Der Schwalbenturm (Hexer, #4) - Andrzej Sapkowski,Erik Simon

Wie allgemein bekannt, dreht sich das Weltall - wie auch das Leben - im Kreis.

 

Es ist ein Rad, auf dessen Felgen acht magische Punkte markiert sind, die eine ganze Umdrehung ergeben, also den Jahreszyklus. Diese Punkte, die sich auf der Radfelge paarweise genau gegenüber liegen, sind: Imbaelk oder die Knospung, Lammas oder die Reife, Belleteyn oder die Blüte und Saovine oder das Absterben. Auf dem Rad sind auch die beiden Sonnenwenden bezeichnet, Midinvaerne im Winter und Midaëte im Sommer. Des Weiteren gibt es die beiden Tagundnachtgleichen, Beith im Frühjahr und Velen im Herbst. Diese Daten teilen den Radumfang in acht Teile - und so wir im Elfenkalender auch das Jahr unterteilt. 

 

 

 

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text 2017-11-24 22:59
Erster Satz | Kevin Hearne: Erschüttert
Die Chronik des Eisernen Druiden / Erschüttert: Die Chronik des Eisernen Druiden 7 - Kevin Hearne,Friedrich Mader

Nur wenige dinge wecken so schnell alte Erinnerungen wie Autoritätspersonen aus unserer Jugend.

 

Damit will ich nicht behaupten, dass das unbedingt schöne Erinnerungen sind; sie sind einfach da und werfen uns gern zurück in Rollen, die wir eigentlich schon längst hinter uns gelassen haben sollten. Manchmal sind diese Erinnerungen glücklich und bieten und Geborgenheit wie die Liebe einer Mutter. Häufiger allerdings haben sie die Schärfe von Raureif, die zuerst beißt, dann betäubt und schließlich als eisige Kälte tief in die Knochen kriecht. 

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text 2017-11-24 22:53
Erster Satz | Kevin Hearne: Gejagt
Die Chronik des Eisernen Druiden / Gejagt: Die Chronik des Eisernen Druiden 6 - Kevin Hearne,Friedrich Mader

Schon merkwürdig: Wenn man sich sicher fühlt, fällt einem partout nicht mehr ein, was man eigentlich machen wollte, aber wenn man um sein Leben rennt, erinnert man sich an die ganze Liste von Dingen, zu denen man nie gekommen ist. 

 

Zum Beispiel wollte ich nicht schon immer mal zusammen mit einem schnurrbärtigen Typen sinnlos besaufen, ihn auf seine Bude schleppen, noch ein paar Gläser mehr kippen, bis die Möglichkeit eines ernsthaften Leberschadens in gefährliche Nähe rückt, und ihm dann, wenn er bewusstlos ist, die Hälfte seines Schnauzers wegrasieren. 

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text 2017-09-04 11:20
Erster Satz | Walter Moers: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr: Roman - Lydia Rode,Walter Moers

Die Krankheit von Prinzessin Dylia war die seltenste von ganz Zamonien. 

Sie war noch seltener als das fiebrige Flattern, die chronische Krätze, der hysterische Husten, die paranormale Parodontose, der tonlose Tinnitus und das zantalfigorische Zittern. 

Sie war so selten, dass die Ärzte dafür noch nicht einmal einen richtigen Namen hatten. Wenn zamonische Mediziner "die Krankheit" erwähnten, dann wussten sie einfach, dass es sich nun um die von Prinzessin Dylia handeln konnte und um keine andere. Eines ihrer hartnäckigen Symptome war eine Form von Schlaflosigkeit, die sich wirklich gewaschen hatte. 

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