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review 2019-06-28 07:07
Drei andalusische Schwestern in der Neuen Welt
Eine eigene Zukunft - María Dueñas Eine eigene Zukunft - María Dueñas

New York im Jahr 1936: Nur mit großem Widerwillen haben Victoria, Mona und Luz ihre andalusische Heimat zusammen mit ihrer Mutter verlassen. In Manhattan hat ihr Vater Emilio Arenas eine Gaststätte übernommen, in der sie mithelfen sollen. Doch bei einem Unfall kommt der Mann im Alter von nur 52 Jahren ums Leben. Was soll nun aus den drei Schwestern und ihrer Mutter Remedios werden, denen Emilio vor allem Schulden hinterlassen hat? Die drei jungen Frauen brauchen dringend einen Plan, um sich über Wasser zu halten…

„Eine eigene Zukunft“ von María Dueñas ist eine besondere Familiengeschichte.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus sechs Teilen, die wiederum aus 105 Kapiteln mit einer angenehmen Länge bestehen. Daran schließt sich ein Epilog an. Erzählt wird aus unterschiedlichen Sichtweisen, vorwiegend aus der der drei Schwestern. Dieser Aufbau funktioniert gut.

Der Schreibstil wirkt recht nüchtern und schnörkellos, ist aber gefällig und anschaulich. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht schwer.

Im Mittelpunkt stehen die drei ziemlich unterschiedlichen Schwestern, zu denen ich nicht sofort einen Zugang finden konnte. Richtig warm wurde ich mit den jungen Frauen leider nicht, obgleich ich sie insgesamt als recht authentisch empfunden habe. Ich mag ihren Mut und ihre Willensstärke. Sie bleiben aber etwas unnahbar. Immer wieder schweift die Geschichte zudem zu Nebenfiguren ab.

Die Handlung kann mit einigen Wendungen punkten. Nicht immer ist die Geschichte realitätsnah, was mich in diesem Fall jedoch nicht allzu sehr gestört hat. Trotz diverser Einfälle kommt es zu einigen Längen. Das ist bei annähernd 600 Seiten allerdings nicht verwunderlich.

Am besten gefallen hat mir das Setting: New York in den 1930er-Jahren. Ein weiterer Pluspunkt ist es, dass es der Autorin gelingt, auf unterhaltsame Weise historische Fakten zu vermittelt. So erfährt man einiges über das Leben in New York und in Spanien zu dieser Zeit. Auch die Situation von Einwanderern spielt dabei eine Rolle.

Thematisch dreht sich viel um die Familie, aber auch um große Gefühle. Dennoch konnte mich die Geschichte nicht so berühren wie erhofft.

Das Cover mutet nostalgisch an und ist gleichzeitig modern und ansprechend gestaltet. Ein Fehlgriff ist nach meiner Ansicht dagegen der deutsche Titel, der längst nicht so gut zum Inhalt passt wie das spanische Original („Las hijas del capitán“).

Mein Fazit:
Meinen Erwartungen konnte der Roman „Eine eigene Zukunft“ von María Dueñas nicht in Gänze gerecht werden. Trotzdem hat mich die Geschichte um die drei Schwestern alles in allem gut unterhalten.

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review 2019-05-22 09:48
Schönheit als Allheilmittel
Uglies - Scott Westerfeld

Ich habe einen interessanten Zeitpunkt gewählt, um „Uglies“ von Scott Westerfeld zu lesen. Das Buch ist mittlerweile 14 Jahre alt und Auftakt der gleichnamigen „Uglies“-Tetralogie. Es lag recht lange auf meinem SuB, etwa dreieinhalb Jahre, weil meine Begeisterung für Young Adult – Dystopien seit dem Kauf deutlich abflaute. Als ich es im Februar 2019 aus dem Regal holte, folgte ich einer spontanen Eingebung meines Bauches. Das Timing hätte nicht besser sein können, denn während meiner Recherchen zum Autor fand ich heraus, dass Westerfeld im September 2018 begann, eine neue Tetralogie namens „Impostors“ im „Uglies“-Universum zu veröffentlichen, die bis 2021 vollständig erscheinen soll. Wir werden sehen, ob er mich so lange bei der Stange halten kann. Mit „Uglies“ erlebte ich auf jeden Fall einen vielversprechenden Start.

 

Alle Menschen wollen schön sein. Die beinahe 16-jährige Tally ist da keine Ausnahme. Nur noch ein paar Wochen trennen sie von ihrem neuen Gesicht und ihrem neuen Ich. Schluss mit ihrem Dasein als Ugly! Sie wird eine Pretty sein, in New Pretty Town leben und nur noch Spaß haben. Es ist so großzügig von der Regierung, allen Einwohner_innen zu ihrem 16. Geburtstag eine umfangreiche Schönheitsoperation zu schenken! Ist es doch – oder nicht? Tallys Freundin Shay hat Bedenken, denn der Eingriff ist keineswegs freiwillig. Kurz vor ihrer OP läuft sie davon, um in der Wildnis zu leben und bringt Tally damit in ernste Schwierigkeiten. Die Regierung stellt sie vor die Wahl: entweder, sie findet Shay und verrät ihre Freundin oder sie wird niemals operiert werden. Tally muss sich entscheiden. Wird sie Shay opfern, um pretty zu sein?

 

Ich hatte vor der Lektüre zurückhaltende Erwartungen an „Uglies“. Nur eine weitere Young Adult – Dystopie, nichts Besonderes, glaubte ich. Ich rechnete nicht damit, das Buch zu genießen und war darauf vorbereitet, häufig die Augen zu verdrehen. Deshalb freue ich mich, berichten zu können, dass mich „Uglies“ überraschend gut unterhielt und ich die Botschaft, die Scott Westerfeld vermittelt, sehr wichtig finde. Wie ihr euch sicher anhand der Inhaltsangabe denken könnt, behandelt die Tetralogie das Konzept von Schönheit. Die Geschichte spielt in einer undefinierten Zukunft, vermutlich mehrere Jahrhunderte nach unserer Gegenwart, nachdem eine fatale Katastrophe die Menschheit beinahe auslöschte. Was genau geschehen ist, lässt Westerfeld offen, er deutet allerdings an, dass umweltschädliches, ressourcenverschwendendes Verhalten verantwortlich war, wodurch „Uglies“ gerade jetzt hochaktuell ist. Einige Vertreter_innen der menschlichen Spezies überlebten und gründeten eine Gesellschaft, die die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden versucht und nach Regeln funktioniert, die auf mich skurril und repressiv wirkten. Alle Menschen müssen sich anlässlich ihres 16. Geburtstags einer drastischen Operation unterziehen, die ihr Äußeres perfektioniert. Wir sprechen hier nicht über eine kleine Nasenkorrektur, nein, es handelt sich um weitreichende Anpassungen, die den kompletten Körper betreffen. Alle Makel werden beseitigt – was als Makel gilt, obliegt der Regierung. Die Operation dient nicht nur als physische Optimierung, sie ist ebenso ein Initiationsritus, der den Übergang vom Kind zum Erwachsenen markiert. Aus heranwachsenden, durchschnittlichen Uglies werden bildschöne Pretties, die als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft nach New Pretty Town umziehen. Der gesamte Prozess wird als erstrebenswert propagiert und auch die Protagonistin Tally sehnt sich danach, eine Pretty zu werden. Wozu das Ganze? Offiziell liegt die Annahme zugrunde, dass staatlich verordnete äußerliche Perfektion ein friedliches Zusammenleben garantiert, weil Intoleranz, Diskriminierung und Neid beseitigt werden, wenn alle gleich schön sind. Ein bisschen wie der Effekt, den man Schuluniformen zurechnet. Somit gilt Schönheit als Allheilmittel gegen die Konflikte der Menschheit. Ich sehe darin eine sehr interessante Theorie, die sich zu diskutieren lohnt. Könnte da etwas dran sein? In der Realität von „Uglies“ ist dieses Gedankenspiel natürlich nicht mehr als eine Illusion, die die wahren, perfiden Absichten der Regierung verschleiern soll, was die burschikose, unkomplizierte und sympathische Hauptfigur Tally im Verlauf der Handlung unsanft herausfindet. Obwohl diese einige Logiklöcher aufweist, fühlte ich mich in meinem Lesespaß nicht gestört. Das Buch las sich leicht und angenehm; ich stolperte nicht über Aspekte, die nicht völlig plausibel waren, weil ich die Aussagen, die Scott Westerfeld über Schönheit, Oberflächlichkeit und Individualität trifft, als wesentlich relevanter empfand als die inhaltlichen Entwicklungen. Er geht dabei nicht subtil vor. Im Grunde könnte seine Intention auch in roten Leuchtlettern auf dem Cover stehen, so offensichtlich ist sie. Da wir jedoch über einen Roman für Jugendliche sprechen, finde ich seine Direktheit nicht zu aufdringlich und sogar angemessen. Geht es um Body Positivity, kann man gar nicht explizit genug werden.

 

„Uglies“ treibt unsere gesellschaftliche Obsession bezüglich Schönheit auf die Spitze und überraschte mich mit der äußerst konkreten, eindeutigen Botschaft, die der Autor Scott Westerfeld präsentiert. Der Tetralogieauftakt lässt wenig Interpretationsspielraum, den es in diesem Kontext meiner Ansicht nach allerdings auch nicht braucht, weil Westerfeld die Handlung und das Design seiner Dystopie seinem thematischen Schwerpunkt unterordnet. Jede Facette der Geschichte dient dazu, Kritik an übertriebenem Schönheitskult zu üben und dessen Gefahren zu betonen. Das Buch ist aufgrund seiner Unzweideutigkeit lesenswert. Die zielgerichtete Gradlinigkeit von Westerfelds Herangehensweise imponierte mir und überzeugte mich, den Folgebänden eine Chance zu geben. Manchmal ist die Absicht einer Geschichte eben doch essenzieller als ihr Inhalt.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2019/05/22/scott-westerfeld-uglies
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text 2018-12-23 14:48
Erster Satz | Timo Liebig: Nanos - Sie bestimmen was du denkst
Nanos - Sie bestimmen, was du denkst: Thriller - Timo Leibig

„Erzählen Sie mir, wie das Obduktionsergebnis Ihrer Mutter ausfiel.“

 

„Natürlicher Tod. Sie erlitt einen plötzliche Herzstillstand.“
„Was haben Sie bei diesem Bericht empfunden?“
„Ich dachte, sauber und fundiert obduziert.“
„Haben Sie jemals den Verdacht gehegt, dass das Ergebnis gefälscht sein könnte?
„Nein, niemals. Warum auch?“

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text 2018-12-22 13:50
Erster Satz | Jasper Fforde: Eiswelt
Eiswelt: Roman - Kirsten Borchardt,Jasper Fforde

Mrs. Tiffen spielte Bouzouki.

 

Nicht besonders gut allerdings. Und sie beherrschte auch nur eine Melodie: „Help yourself“ von Tom Jones. Sie zupfte die Saiten durchaus meisterlich, ließ aber jegliches Gefühl dabei vermissen, während sie mit leerem Blick aus dem Zugfenster auf das Eis und den Schnee draußen starrte. Sie und ich hatten, seit wir uns vor fünf Stunden das erste Mal begegnet waren, kein vernünftiges Wort gewechselt, und dafür gab es einen einfachen Grund. Mrs. Tiffen war tot, und das schon seit einigen Jahren.

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text 2018-01-18 09:30
Die Zukunft ist jetzt: Top Bücher über die Welt von morgen

Laut den Science-Fiction-Fantasien der 50er Jahre sollten wir alle schon längst fliegende Autos fahren. Die wirkliche technische Revolution ist vielleicht weniger spektakulär, aber nicht weniger transformativ. Fast 30 Jahre lang hat das Internet eine beispiellose Möglichkeit geschaffen, über jede Entfernung sofort und zu sehr niedrigen Kosten zu kommunizieren. In den letzten 10 Jahren haben uns Smartphones und Apps Zugang zu einer breiten Palette von Diensten verschafft, die wir jederzeit aus unseren Taschen abrufen können. In jüngster Zeit scheinen künstliche Intelligenzen (AIs) dazu bereit, viele Aufgaben in der Arbeitswelt zu übernehmen, die vorher als ausschließliche Domäne der menschlichen Intelligenz galt.


Das alles bringt uns mehr Komfort als je zuvor, aber auch große Unsicherheiten über die Zukunft: Welche Arbeitsplätze werden von AIs übernommen? Welche Branchen werden durch Digitalisierung und neue Technologien revolutioniert oder obsolet? Wie viel Privatsphäre bleibt uns in Zukunft erhalten?


In „Nächste Ausfahrt Zukunft“ greift Wissenschaftsjournalist und Physiker Ranga Yogeshwar all diese Fragen und viele weitere auf. Von Gentechnik über künstliche Intelligenz bis hin zu alternativen Energien gibt Yogeshwar einen genaueren Einblick in die Chancen und Herausforderungen, die die gegenwärtige Explosion der Technologie mit sich bringt. Er zeigt, was sich in unserem Alltag wahrscheinlich ändern wird, aber auch wie wir die Zukunft mit neuen Technologien mitgestalten können. 


Die Blockchain-Revolution“ von Don Tapscott nimmt eine Technologie unter die Lupe, die dazu bestimmt ist, die Übertragung digitaler Daten zu revolutionieren. Blockchain, eine Kreation des mysteriösen Satoshi Nakamoto, ist eine neue Methode, Informationen zu verbreiten, ohne dass diese kopiert werden kann. Sie gibt den Benutzern eine dezentrale Möglichkeit, Daten auszutauschen, ohne sie zu kompromittieren, was zur Schaffung einer neuen Währung namens Bitcoin führte. Mittlerweile werden sogar Immobilien in Florida zum Verkauf angeboten, die Bitcoin- statt Dollar-Preise haben, da Bitcoin für internationale Käufer ein einfacheres Austauschmedium ist. In „Die Blockchain-Revolution“ erläutert Tapscott das Potenzial von Blockchain in den Bereichen Finanzen, Business, Gesundheitswesen und sogar Erziehung.


Die Art und Weise, wie Technologien unsere Welt verändern können, wird manchmal am besten in Erzählungen erforscht. Marc-Uwe Kling beschreibt in „QualityLand“ ein fiktives Land in nicht allzu ferner Zukunft, in dem Maschinen immer mehr menschlicher werden und Menschen immer mehr die Qualitäten von Maschinen annehmen. Alle Aspekte des Lebens werden durch Algorithmen gründlich reguliert und optimiert. In dieser bissigen, aber lustigen Satire fragt sich der Leser, welchen Raum es für Qualität in unserer durch und durch quantifizierten Welt gibt.


Damit Sie nicht verzweifeln an den vielen Veränderungen, die unsere Welt durchläuft, haben wir eine Sammlung erstellt, die Ihnen helfen soll, sie zu meistern: Die Zukunft ist jetzt

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