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text 2017-02-23 08:28
Ein Buch entsteht: BRÏN und der Klappentext

Teaser: Ein Buch entsteht: BRINWie versprochen geht es diese Woche mit dem Klappentext für BRÏN weiter und wer hier mitgelesen hat wird wissen, dass das keine leichte Geburt war. Einen so kurzen Text zu verfassen, der ein ganzes Buch schmackhaft machen soll und dabei doch kaum etwas verraten darf, ist eine Kunst, die ich nicht beherrsche. Jedenfalls nicht bei meinem eigenen Buch, dafür bin ich wohl viel zu nah an den Charakteren und Geschehnissen dran. Alles ist aus meiner Sicht wichtig, die besten Dinge werden verschwiegen und was ist mit all den schönen Wortspielen, die ich mir unter Einsatz von viel Hirnschmalz nicht nur für die Kapitel-Überschriften ausgedacht habe?

 

Nach drei oder vier Versuchen, bei denen ich mir eher wie ein Einbeiniger bei einem Marathon vorkam, hat meine Verlegerin dann erst einmal eine Auszeit verordnet um selbst einen Vorschlag machen zu können. Dabei ist sie durchaus auf meine vorherigen Versuche eingegangen und hat auch hier und da einen meiner Sätze übernommen. Es hat trotzdem zwei Anläufe gebraucht, bis ich dann endlich soweit zufrieden war, dass ich den Klappentext absegnen konnte.

Gelernt habe ich daraus immerhin, dass ein Klappentext sehr viel mehr Disziplin verlangt als man denkt und dass ich zwar gut darin bin Geschichten zu schreiben, aber nicht darin Geschichten kurz und knackig zu beschreiben. Nicht die eigenen jedenfalls. Macht der Text euch nun neugierig? Ich kann es einfach nicht beurteilen. Es fehlt ja so entsetzlich viel!

Der fertige Klappentext:

Juno kämpft sich nach vielen Enttäuschungen durchs Leben. Bis zu dem Tag, als sie in eine Pfütze stolpert – und sich auf dem fremden Planeten Brïn wiederfindet …

Im mittelalterlichen Frankreich gesteht die heranwachsende Jeanne ihrer Freundin Marie ihre Liebe. Sie ahnt nicht, welche Folgen das für sie hat …

Die Führerin und magische Stimme des Planeten Brïn ist tot – der Planetenschild geschwächt, die Portale zu anderen Welten brechen zusammen …

So weit diese Ereignisse auseinander zu liegen scheinen, sind sie doch auf fantastisch-skurrile Weise miteinander verwoben. Brïn ist ein Planet voller Mystik und Magie. Wächter beschützen ihn vor Angriffen bizarrer Kreaturen und ein bestialischer Mörder treibt sein Unwesen.

Wie ein roter Faden ziehen sich dabei die Schicksale zweier Frauen, die über Raum und Zeit miteinander verbunden sind, durch den Strudel der Ereignisse.

Zum Schluss noch ein paar technische Infos zu BRÏN:

Verlag: Butze
Format: ca. 21 x 15 cm
ISBN-10: 3940611573
ISBN-13: 978-3-940611-57-4
Paperback: 18,95€
eBook: 12,99€
Erscheint: ∼ 01. Juni 2017

Teaser: Ein Buch entsteht: BRINDie Seitenzahl ist noch nicht abschließend geklärt. Im aktuellen Ist-Zustand umfasst BRÏN ca. 131.000 Worte auf 572 Normseiten, die nun erst einmal in ihre endgültige Form gebracht werden müssen. Davor steht aber erst noch das Lektorat an (bei dem vermutlich vor allem entlaufene Kommas eingefangen werden müssen…), und das Verfassen einer kleinen Hilfestellung bei der korrekten Aussprache der Namen, denen ihr in BRÏN begegnen werdet. Vielleicht auch ein klassisches Nachwort? Mal überlegen…

Was aber erzähle ich euch im nächsten Artikel? Vielleicht etwas darüber, wie der Buchtitel nun zustande gekommen ist? Warum es nicht der ursprüngliche Arbeitstitel geworden ist und wie der eigentlich lautete? Oder doch lieber mehr über den Buchumschlag?

Source: moyasbuchgewimmel.de/ein-buch-entsteht-brin-und-der-klappentext
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text 2017-02-15 17:05
Ein Buch entsteht: BRÏN

Ein Buch entsteht: BRÏN
Die Veröffentlichung meines ersten Romans rückt ein Stückchen näher und die Aufregung wächst! Im Juni 2017 ist es endlich soweit. Auf den Tag genau steht das Datum noch nicht fest, denn es muss noch einiges getan werden, auf dem Weg zum gedruckten Buch. Aber wir machen Fortschritte und ich möchte euch gerne einladen, mich in den nächsten Wochen und Monaten auf dieser abenteuerlichen Reise zu begleiten, auf der ich euch ein wenig über die Zwischenschritte bei der Entstehung des Buches berichte.

Heute möchte ich zunächst einmal damit beginnen, dass wir einen Titel festgelegt haben. Der Roman wird den Namen BRÏN tragen – das ist der Name der Welt, auf der die Handlung hauptsächlich spielt. Brïn ist eine von Magie durchzogene, aber auch eine fortschrittliche Welt die über Zeit und Raum hinweg, eng mit der unsrigen verbunden ist. Es wird einiges zu lachen geben, aber auch Momente in denen man die Zähne zusammenbeißen muss. Eine bunte Mischung aus Ernst und Leichtigkeit, aus Liebe, Mord und Verrat.

Hier ein zunächst winziger Einblick in die Inhaltsbeschreibung:

Juno kämpft sich nach vielen Enttäuschungen durchs Leben. Bis zu dem Tag, als sie in eine Pfütze stolpert – und sich auf Brïn, einem Planeten voller Mystik und Magie, wiederfindet … Wie das mit dem Tod der Führerin Brïns, dessen geschwächten Planetenschild und Jeanne, einem Mädchen aus dem mittelalterlichen Frankreich zusammenhängt, ist ebenso fantastisch wie skurril.
(Text: Butze Verlag)


Teaser: Brïn von Sameena JehanzebEs gibt, wie man sieht, auch schon ein Cover. Das wird in den nächsten Wochen nach und nach ein Stück weiter entblättert, während ich euch etwas neues über BRÏN berichte. Der Buchumschlag entspricht dabei zu 100% meiner Vorstellung, weil – und nun kommt der Clou – ich ihn selbst gestalten durfte. Ihr werdet ja vielleicht mitbekommen haben, dass ich eigentlich Grafikdesignerin und Illustratorin bin von Beruf, und so hatte ich das große Glück, dass mir angeboten wurde, das Cover zu meinem Roman doch gleich selbst zu gestalten. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden und ich kann es kaum abwarten zu erfahren, was ihr zu dem finalen Motiv sagen werdet!

Für heute soll das erst einmal reichen. Beim nächsten Mal erzähle ich euch dann, wie mein Kampf mit dem Klappentext ausgegangen ist und was ich euch schon über Buchformat, ISBN-Nummer und andere technische Details verraten kann.

BRÏN wird übrigens über den regulären Buchhandel, direkt beim Verlag aber natürlich auch über Amazon & Co. beziehbar sein. Als Printausgabe ebenso wie als eBook.

Ihr habt jetzt schon Fragen? Dann schreibt sie mir in die Kommentare!

Source: moyasbuchgewimmel.de/ein-buch-entsteht-brin
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review 2017-02-10 15:47
Stimmungsvolles San Francisco der 1940er Jahre
Passing Strange - Ellen Klages

Helen Young ist mit ihren gut 100 Jahren das letzte noch lebende Mitglied einer Gruppe von Freundinnen, die sich in den 1940er Jahren kennengelernt hat. Heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, ist auch ihre Zeit abgelaufen. Doch bevor sie von Alter und Krankheit niedergestreckt wird, gibt es noch etwas zu klären. Ein alter Schwur muss erfüllt und eine Geschichte erzählt werden.

Helen Young went into her bedroom. She changed into a pair of blue silk pajamas, brushed her hair, and put on a touch of lipstick. Then she got into bed, turned out the light, and went to sleep for the last time, humming a Cole Porter tune until she and the melody simply drifted away.
– Three


Vom Film Noir, übers Kabarett, hin zu den Groschenheften (genauer: Pulp Fiction) mit ihren grotesken Illustrationen auf dem Deckblatt: Passing Strange ist ein Buch für NostalgikerInnen und entführt uns in die 1940er Jahre von San Francisco, wo sechs Freundinnen versuchen in einem patriarchalisch bestimmten Alltag ihr Leben zu meistern. Diese Frauen sind intelligent, stehen für Wissenschaft, Kunst und einen Hauch von Mysterium. Viel Spielraum haben sie dabei aber nicht. So schön das Buch ist, so froh bin ich nach dieser Lektüre auch, dass sich die Frauenrechte seither deutlich verbessert haben. Angesichts der aktuellen politischen Lage kann ich nur inständig hoffen, dass wir nicht in diese Zustände der 40er zurückfallen…

Aber genug schwarzmalerische Zukunftssorgen. Passing Strange ist ein kurzweiliges Lesevergnügen mit einem lebendigen Blick auf die damalige Zeit. Die Handlung springt dabei in der Erzählung von der Gegenwart in die Vergangenheit und später wieder zurück. Ich kann nicht behaupten, dass ich sehr viel über die 40er weiß oder über San Francisco, aber die geschilderte Szenerie, die Bars mit ihrem bunten Publikum, die feinen Zwirne und Satinkleider, die feiernden Matrosen auf Landgang, das starke rechtliche Ungleichgewicht zwischen den Geschlechter und denen, die aus der Norm fallen, das alles wirkt überzeugend und sehr lebendig. Genauso lebendig ist auch die Kunst in dieser Geschichte. Sie springt einen in Form der Art Deco Architektur an, in Form der Wände füllenden Malerei eines Pablo Picasso, einer exzentrischen Frida oder der Kreidemalereien einer Loretta Haskel. In Passing Strange stolpert man öfter mal über namhafte Persönlichkeiten, die ganz normal und beinahe ruhmlos erscheinen. Nachvollziehbar wenn man bedenkt, dass sie erst nach ihrem Tod zu solchen Ikonen der Kunst wurden.

Die Hauptcharaktere dieser Erzählung sind Frauen, die im Verborgenen soziale Normen brechen und ein Leben führen das sie die Freiheit kosten würde, wenn irgendjemand davon erführe. Manche von ihnen müssen sich Rassenvorurteilen unterwerfen, andere dem Verbot von Homosexualität und Cross-Dressing, eine der Freundinnen ist womöglich eine Hexe und wieder andere müssen gegen gewalttätige Ehemänner bestehen. Mit wenigen, aber dafür sehr wohl platzierten Strichen, zeichnet die Autorin eine ebenso kunstvoll schöne, wie deprimierend detaillierte Ära, deren optische Eleganz wir heutzutage bewundern, während wir die Schattenseiten nur zu gerne übersehen. In Passing Strange aber treffen sich beide Seiten der Medaille.

Es gibt in diesem Buch einen leichten Hauch von Magie, den ich leider etwas unglücklich eingepflegt empfand. Der magische Trick, der hier zum Schluss hin ausgeführt wird ist zwar unheimlich interessant und herzerwärmend, wirkt aber nach einem zu 95% magiefreien Plot etwas fehlplatziert. Es wäre schöner gewesen, wenn die Autorin diesen magischen Teil durchgehend eingebracht hätte und nicht nur als praktische Lösung zum Schluss. Es ist aber nur ein kleiner Mangel in einem ansonsten stimmungsvollen und kurzweiligen Lesevergnügen, das seine witzigen Momente hat.

Passing Strange ist ein bitterschöner Ausflug in eine romantisierte Ära, die trotz ihrer harten Züge auch sehr viel Herzlichkeit enthält und eine Art von Zauber, der nichts mit Magie zu tun hat. Ich kann diese Erzählung schon wegen der imposanten Kulisse und der allgegenwärtigen Kunst nur empfehlen.

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/p/passing-strange
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text 2016-11-18 23:50
5 Bücher, welche die Vielfalt feiern
Three Parts Dead - Max Gladstone
The Long Way to a Small, Angry Planet - Becky Chambers
Rebel of the Sands - Alwyn Hamilton
Depth - Lev Ac Rosen
Götter, Molche, Drachenzähmer: Vier phantastische Geschichten - Maike Claußnitzer,Simone Heller,Juliana Socher,Kassandra Sperl

Ohne große Worte gibt es diese Woche ein paar Bücher als Empfehlung, in denen die Vielfalt des Menschseins auf erfreuliche Weise gewöhnlich ist. Egal ob schwul, lesbisch, transgender, schwarz, braun, weiß, gelb, rot, gestreift, männlich oder weiblich und alles irgendwo dazwischen. Wenn uns schon die Realität im Stich lässt, dann hilft es manchmal in Welten abzutauchen die einem zeigen wie normal auch das Unübliche sein kann, wie wertgeschätzt wir alle sind. Mir persönlich gibt es Kraft und Hoffnung, dass sich Menschen Geschichten ausdenken, in der sie die Vielfalt mit offenen Armen einladen. Hier sind ein paar Beispiele, die es sich zu lesen lohnt um die Stimmung wieder hochzutreiben:

 

1. Three Parts Dead, ff – Max Gladstone (Fantasy)
Dieser Roman ist der Auftakt einer Serie, von der aber jedes Buch auch für sich stehen kann. Dieser erste Roman ist dabei sicherlich der bisher beste Teil des Zyklus, was vor allem seiner imposanten Atmosphäre geschuldet ist. In den Romanen dieser Serie spielt es keine Rolle welches Geschlecht man hat oder welcher sexuellen Orientierung man angehört, eine der Hauptfiguren ist zudem eine Farbige. Es gehört einfach alles zum normalen Alltag und daher taucht auch alles Vorstellbare irgendwann ganz selbstverständlich auf.

 

2. The Long Way To A Small Angry Planet – Becky Chambers (Science Fiction)
Stärker noch als im oben genannten Buch, wird auch hier die Vielfalt gefeiert und das Szenario in den Weltraum mit etlichen Alienrassen verlagert. Ein humorvolles Raumschiffabenteuer mit ganz vielen großen und kleinen Gedanken, und unheimlich vielen unterschiedlichen Kulturen die zusammenhalten statt gegeneinander kämpfen. Ein großartiges Buch das man unbedingt lesen sollte, besonders dann wenn man dringend einen Hoffnungsschimmer am Horizont braucht.

 

3. Rebel of the Sands – Amyn Hammilton (Fantasy)
Das einzige Jugendbuch in dieser Liste überzeugt durch seine rebellische Heldin, die sich den männlich dominierten Verhaltensregeln widersetzt und um ihre selbstbestimmte Freiheit kämpft; durch ihren unfreiwilligen Begleiter, der ihren Eigensinn bewundert und durch die vielen gemischtrassigen Nachkommen, die einen Platz finden, an dem sie willkommen sind. Das orientalische Wüstensetting sorgt dabei nicht nur für allgemeine Abwechslung sondern auch für eine seltene Kulisse mit orientalischen Mythen.

 

4. Depth – Lev A.C. Rosen (Science Fiction)
Dieses futuristische Werk ist gleichzeitig modern und trotzdem postapokalyptisch. Die Details der Vielfältigkeit springen einem hier nicht sofort ins Auge. Neben der beiläufig erwähnten Homosexualität einer der Charaktere sind hier auch verschiedene Nationalitäten vertreten. In die Liste geschafft hat es Depth aber hauptsächlich deswegen, weil sich die Bewohner des Handlungsortes (Insel) gegen die radikal konservativen und unterdrückenden Ansichten der Festlandspolitik stellen und ihr eigenes Ding durchziehen.

 

5. Götter, Molche, Drachenzähmer – S.Heller, M. Claußnitzer, J. Socher, K. Sperl (Fantasy)
Wer es lieber mit Kurzgeschichten versuchen möchte mag einen Blick in dieses Indie-Projekt werfen, in dem es vier Geschichten aus allen Himmelsrichtungen gibt. Vom Wisperseidenwald Asiens, wo ein Dämon ewigen Winter über das Dorf gebracht hat, über die Wüste Afrikas, in der sich die kämpferische Ombe trickreichen Göttern stellen muss, hin in den kalten Norden, wo Wikinger auf der Flucht sind, und letztlich eine mittelalterliche, europäisch anmutende Welt, in der ein Monarch sich gegen einen Drachen auflehnt, ist alles vertreten.

Source: moyasbuchgewimmel.de/5-buecher-welche-die-vielfalt-feiern
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review 2016-06-09 14:01
Rezension mit Sarkasmus als Beilage: Herland
Herland - Charlotte Perkins Gilman,Ann J. Lane

Die Abenteurer Terry, Jeff und Van lösen sich von ihrer Reisegruppe, um im wilden Amazonas nach einer sagenumwobenen Stadt zu suchen, in der es den Legenden nach nur Frauen geben soll. Trotz der Warnungen der Einheimischen, dass kein Mann je von dieser Suche zurückgekehrt wäre, machen sich die drei Abenteuer auf den Weg.

 

 

‚When I see them knit,‘ Terry said, ‚I can almost call them feminine.‘

 

Tja, wo soll ich bei Herland bloß anfangen? Die anfängliche Idee, eine Welt zu beschreiben, die ganz ohne Männer existiert, fand ich zunächst einmal spannend und es gibt ein paar gute Ansätze, auch in Sachen Religion und Politik. Wie so oft bei Klassikern, basiert aber auch hier das Qualitätsversprechen auf völlig veralteten Zuständen der Gesellschaft zu jener Zeit und dem Umstand, dass es noch leichter war als heute, neue Ideen vorzubringen. Ich schicke mal vorweg, dass es sich um eine feministische Autorin handelt, die das Buch 1915 geschrieben hat. Komischerweise liest es sich trotzdem wie die Geschichte dreier Männer die Herland erleben, anstatt der Geschichte der Frauen, die Herland ausmachen. Von da aus geht es dann leider steil bergab.

 

Jeff, Van und Terry gehören wohl dieser Entdeckerphase an, da sich reiche weiße Schnösel auf den Weg machten um die Geheimnisse der Fremde zu erkunden, ein paar rassistische Ansichten zum Besten zu geben, hier und da eine Pyramide zu plündern und weiß der Kuckuck, was zu der Zeit sonst noch Inn war. In diesem Szenario tingeln die Herren jetzt durch den Amazonas und werden von der Gruselgeschichte angefixed, dass es einen Ort geben soll, an dem ausschließlich Frauen leben. Ein gefährlicher Ort, den schon viele gesucht haben. Niemand ist je wieder zurückgekehrt. Klingt erstmal mysteriös? Ja, dachte ich auch. Während der eine Abenteurer aber schon feuchte Hosen kriegt beim Gedanken an all die schönen, jungen Frauen, widerspricht sich die Autorin direkt mal. Die drei Helden finden das zweitausend Jahre alte Land nämlich völlig problemlos, es ist auch nicht allzu schwer versteckt, und es zeigt sich, dass die Frauen von Herland noch nie einen leibhaftigen Mann gesehen haben. Wo also sind die angeblich verschollenen Suchenden gelandet, wenn sie nicht dort waren? Wie ist dieses gruselige Kindermärchen entstanden, das Jeff, Van und Terry so neugierig gemacht hat, wenn kein Mensch Herland je gesehen hat? Vielleicht hat die vorangegangenen Suchenden der Orientierungssinn verlassen und sie sind in die falsche Richtung gelaufen? Ich dachte zwar das wäre ein Frauenproblem, aber vielleicht ist das ja eine der geheimen Botschaften von Herland. Wer weiß.

 

Beinahe hätte ich eingangs begonnen mit »Drei Sexisten machen sich auf den Weg, …«, konnte mich aber noch zusammenreißen, obwohl die Hauptfiguren dieses Romans alles Stereotype der einen oder anderen Form sind. Jeff ist ein Bilderbuch-Gentleman der Frauen idealisiert und nahezu unterwürfig anbetet, Terry ist das dominante Arschloch, das glaubt Frauen stehen drauf (gerne auch mit Gewalt) »erobert« zu werden und Van soll der gemäßigte Mittelweg sein, der Mann der erkennt, dass Frauen Männer zwar nicht brauchen, aber ihre Gesellschaft schätzen können. Vielleicht könnte man Van durchgehen lassen, aber insgesamt sind doch alle Herren zu schlicht, als dass sie auch nur ansatzweise interessant sein könnten. Außerdem haben alle drei ähnlich stereotype Vorstellungen von den Frauen. Jeff hält Herland für ein Hausfrauenparadies, Terry nimmt an er wäre der begehrte Hahn im Korb und Van … was Van denkt weiß ich eigentlich nicht. Der erzählt und beobachtet viel und lernt irgendwie im Laufe der ereignislosen Handlung, dass Frauen tatsächlich ein Gehirn haben und es auch nutzen können. – Holy shit! Ich war fast so beeindruckt wie Van.


Es sind sich aber im Vorfeld immerhin alle drei einig, dass Herland ein harmloser Ort sein muss, denn schließlich sind Frauen, per biologischer Programmierung, alle nett. Hier behalten sie damit auch leider Recht, denn Herland ist sowas von klischeehaft weibisch, da könnt’ ich rosa Einhörner kotzen.

 

Zunächst einmal wird uns diese Stadt als ein fortschrittlicher Ort vorgestellt, der sich weit besser entwickelt hat, als unsere bekannte Gesellschaft. Es ist ein männerloses Utopia wo sich die Frauen durch reine Wunschkraft fortpflanzen. Alles in und an der Gesellschaft von Herland ist schön, hübsch, sauber, strukturiert, gesund, ökonomisch und gepflegt … Ich will ja keine perfekt geformte Seifenblase zerplatzen lassen, aber auch Frauen beherrschen die Kunst einen Schweinestall aus den eigenen vier Wänden zu machen. Sehr gut sogar. Die Wenigsten kriegen einen mentalen Orgasmus, wenn sie Fenster putzen oder Töpfe spülen dürfen. In Herland könnte man aber fast zu dem Schluss gelangen, dass sich die Damen um Aufgaben der Ordnungshaltung prügeln würden, wenn sie denn irgendeine Form von Leidenschaft besäßen. Tun sie aber nicht. Die Frauen kennen keine Konkurrenz und sie tragen keine Wettkämpfe aus. Es gibt ganz grundsätzlich keine Konflikte, keine Kriminalität, keinen Neid. Nur das Streben nach gemeinsamem Glück und Fortschritt. Und wie drückt sich das am besten aus? Genau, durch Babies!

 

Die Frauen von Herland sind dermaßen fixiert auf die Mutterschaft, das hält frau im Kopf nicht aus. Die Idee, dass es Frauen geben könnte die gar keine Lust aufs Kinderkriegen haben, kommt der Autorin nicht einmal im Ansatz. Stattdessen wird das Muttersein zu einer Art fanatischen Religion und wer nicht 200% in der Spur läuft, bei der wird der biologisch einsetzende Mutterschaftswunsch durch produktive Ablenkung einfach unterdrückt und die Schwangerschaft verhindert.
Ich habe mich in zweiter Instanz übrigens die ganze Zeit gewundert, warum die Frauen eigentlich wieder Männer in ihre Gesellschaft integrieren wollen. Die Frauen haben keinerlei sexuelle Interessen (für lesbisches Gedankengut war die Autorin dann wohl doch noch nicht bereit). Sex ist für sie nur ein neues Mittel um Kinder zu kriegen. Das muss ja keinen Spaß machen. Ich sehe sie schon wie Bretter daliegen, im Geiste ihre Putztücher und Babylätzchen aufreihen, während der Mann seine eheliche Pflicht verrichtet. Sexy, huh?
Brauchen tun die Frauen die Herren auch nicht. Warum sie es also plötzlich so erstrebenswert finden aus ihrer xx-Gesellschaft wieder eine xy-Gesellschaft zu machen, erschließt sich während der Lektüre nicht wirklich. Das muss man dann einfach mal so hinnehmen.

 

Während Herland zur damaligen Zeit vielleicht für Aufsehen gesorgt hat, ist dieses Buch aus heutiger Sicht einfach nur schlecht. Es ist sprachlich simpel und inhaltlich bietet es nichts als Gefasel und Klischees. Es gibt keine Spannungsbögen und die Figuren sind allesamt einfältig. Blasse Pappfiguren. Auch Herland selbst strahlt nichts aus. Man lernt es leider nicht richtig kennen, da man es nur durch Vans analytische Augen sieht. Erstrebenswertes oder etwas, dass einen zum Nachdenken anregen würde, sucht man in diesem Roman ebenfalls vergeblich. Obwohl das Buch außerdem als feministische Literatur gilt, würde ich es als in jeder Hinsicht sexistisch beschreiben. Gegenüber den Männern sowieso, aber auch gegenüber den Frauen, mit all seinen altbackenen Vorstellungen vom Frausein. Solltet ihr in die Versuchung geraten Herland lesen zu wollen: lasst es! Es lohnt sich nur, wenn ihr eine Studie über den Feminismus von damals bis heute schreiben müsst. Andernfalls ist Herland einfach nur überbewerteter Bockmist.

 

Mein liebstes Schmankerl übrigens: Intelligenz maskiert die Weiblichkeit und macht eine Frau weniger attraktiv. Und das aus der Feder einer Feministin …

Source: moyasbuchgewimmel.de/rezensionen/titel/h/herland
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