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review 2015-10-14 10:18
Ein interessanter Einstieg in die Thematik - vor allem für Jugendliche
If You Could Be Mine: A Novel - Sara Farizan

„If You Could Be Mine“ ist ein weiteres Buch, das ich auf der Young Adult – Bestenliste des Rolling Stone entdeckte. Die Autorin Sara Farizan ist die Tochter iranischer Einwanderer, wurde allerdings in den USA geboren. Außerdem ist sie lesbisch. Normalerweise ist mir die sexuelle Orientierung von Autor_innen egal, doch in diesem Fall spielt sie eine wichtige Rolle, weil „If You Could Be Mine“ wohl nicht entstanden wäre, wäre Sara Farizan heterosexuell. Ihre iranischen Wurzeln bedeuten ihr viel, sie gehören zu ihrer Identität, daher kam sie nicht umhin, sich während der Zeit ihres Comingouts zu fragen, wie ihr Leben aussähe, wäre sie im Iran aufgewachsen und nicht in den USA. Ihr fehlte Literatur, die genau diese Frage behandelte – also entschied sie als Erwachsene, das Buch zu schreiben, dass sie sich als Teenager wünschte.

 

Seit sie sechs Jahre alt war, liebt Sahar Nasrin. Damals begriff sie noch nicht, was diese Liebe bedeutet. Sie wusste nicht, dass es verboten ist, ein anderes Mädchen zu lieben. Heute weiß sie, dass ihre Gefühle ihr Leben bedrohen. Denn im Iran wird Homosexualität noch immer mit der Todesstrafe geahndet. Sahar ist bereit, ihre Liebe geheim zu halten, sich stetig zu verstecken, nur um mit Nasrin zusammen sein zu können. Doch Nasrin sieht mit Sahar keine Zukunft, obwohl sie ihre Gefühle erwidert. Als sie sich mit einem Mann verlobt, bricht für Sahar eine Welt zusammen. Soll sie nur zusehen, während die Frau, die sie liebt, einen anderen heiratet? Verzweifelt fasst Sahar einen gefährlichen Entschluss. Homosexualität mag im Iran ein Todesurteil sein, Transsexualität ist es jedoch nicht. Ließe sie sich zu einem Mann operieren, könnte Sahar Nasrin sogar heiraten. Wird sie ihre eigene Identität für die Liebe opfern?

 

Ich habe bisher keine Erfahrung mit Literatur aus dem LSBTTIQ-Bereich. „If You Could Be Mine“ ist mein erster Roman, der Homosexualität bzw. Transsexualität als Hauptthema behandelt. Da ich selbst heterosexuell bin, kann ich nur schwer beurteilen, ob Sara Farizan die Frage der Sexualität in einem Land wie dem Iran sensibel umgesetzt hat. Ich muss ihr vertrauen, dass die Gefühle, die Sahar und Nasrin durchleben, realistisch sind. Ich werde daher nicht versuchen, diesen Aspekt des Buches zu bewerten, denn es steht mir nicht zu.
Insgesamt fand ich „If You Could Be Mine“ interessant, aber etwas zu oberflächlich. Die sozialen Umstände im Iran klingen eher unterschwellig an, statt explizit beschrieben zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass Sara Farizan sich einerseits um eine objektive Darstellung bemühte und sich andererseits sehr stark auf ihre Protagonistin Sahar konzentrierte. Dadurch ging sie der deutlichen Kritik, die ich erwartet hatte, aus dem Weg. Angesichts der Tatsache, dass sie ihr Werk für Jugendliche geschrieben hat, ist das vermutlich sogar gewollt. Ich denke, sie zielte darauf ab, dass sich junge Leser_innen ihre eigene Meinung bilden. Das ist natürlich völlig in Ordnung, für mich allerdings nicht ganz passend. Ich wusste über die Zustände im Iran bereits vor der Lektüre Bescheid und habe mir dazu bereits meine Gedanken gemacht. Ich wusste jedoch nicht, dass Transsexualität dort legal anerkannt ist und der Iran deswegen weltweit auf Platz zwei hinsichtlich Geschlechtsangleichungen ist (hinter Thailand). Angeregt durch „If You Could Be Mine“ habe ich ein bisschen zu diesem Thema recherchiert und dabei herausgefunden, dass Sahars Fall nicht so ungewöhnlich ist, wie ich zuerst dachte. Tatsächlich glauben Therapeut_innen, dass 40 bis 50 Prozent der Transsexuellen, die eine Operation anstreben, eigentlich homosexuell sind. Eine Geschlechtsangleichung ist ihre einzige Chance, ihre Liebe und Sexualität offen ausleben zu können. Mich erschüttert das, denn ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, was es bedeuten muss, so verzweifelt zu sein, dass man bereit ist, die eigene Identität aufzugeben. Die Frage, welche Opfer die Liebe eigentlich legitimiert, beschäftigte mich das ganze Buch über. Sahar wäre nach der OP nicht mehr sie selbst, wodurch auch die reale Möglichkeit besteht, dass Nasrin sie danach nicht mehr lieben kann. Ist es dann richtig, sich auf die Chance einer Chance einer gemeinsamen Zukunft zu verlassen? Nasrin hat sich für ein Leben in Sicherheit und gegen die Liebe entschieden – ist sie Sahars Aufopferung überhaupt wert? Meiner Meinung nach ist sie das nicht. Sie ist egoistisch, feige und bequem und nutzt Sahar bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus. Wenn ich ehrlich bin, kann ich sie nicht besonders gut leiden. Das Schlimmste daran ist, dass Sahar genau weiß, wie Nasrin ist. Ihr ist absolut bewusst, dass ihre Beziehung unausgeglichen und dementsprechend ungesund ist. Trotzdem kann sie nicht aus ihrer Haut – sie liebt Nasrin so sehr, dass sie offenbar so ziemliches alles für sie tun würde. Schmerzhaft, aber wahr.

 

„If You Could Be Mine“ ist meiner Meinung nach ein interessanter, unterhaltsamer Einstieg in die Thematiken Homosexualität, Transsexualität und Lebensumstände in anderen Ländern. Es lädt zu eigenen Gedanken und weiteren Recherchen ein. Ich denke, dass besonders Jugendliche – unabhängig von ihrer eigenen Sexualität – stark davon profitieren können, dass Sara Farizan ihren Leser_innen sanft einen Einblick in eine andere Welt eröffnet und so ihren Horizont erweitert. Ich hoffe sehr, dass sie dadurch Verständnis, Toleranz und Mut sät. Ich für meinen Teil bin nach der Lektüre von „If You Could Be Mine“ äußerst dankbar dafür, in einem Land zu leben, in dem ich für meine Gefühle nicht hingerichtet werde. Schlimm genug, dass das nicht selbstverständlich ist.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2015/10/14/sara-farizan-if-you-could-be-mine
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review 2015-10-13 12:34
Das Herz ihrer Tochter - Todesstrafe als Erlösung?
Das Herz ihrer Tochter: Roman - Jodi Picoult,Klaus Timmermann,Ulrike Wasel
Mein Name ist Shay Bourne und ich bin zu Tode verurteilt. Ich habe 2 Menschen getötet, ein kleines 7 Jahre altes Mädchen und deren Vater ein Polizist. 11 Jahre sind seit da vergangen und meine Exekution rückt näher, mein letzter Wunsch ist, mein Herz zu spenden, und zwar dem Mädchen, dem ich die Schwester genommen habe. So möchte ich alles wieder gut machen. Doch ob mir das gelingt, weiss ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht, denn nicht nur eine Hürde steht mir da im weg... 
 
 
 

Erster Satz

Am Anfang glaubte ich noch, jeder von uns bekomme eine zweite Chance.  
 
 

Was ich dazu zu sagen habe

 
Das Buch lag jetzt doch schon ne Weile auf meinem SuB, ich hab gar nicht mehr gewusst das es da wartet, bis mir das Buch für den Beitrag "SuB am Samstag" wieder in die Hände fiel und es logischer Weise auf meinem dringend lesen SuB platz nehmen durfte. Lange musste es nun nicht warten wie man sieht. Aber gerne fang ich wie immer mit dem Titel und dem Cover an. 
 
 
 
Der Titel, egal ob der deutsche oder der englische, passen super zum Buch, schliesslich geht es darum, das Shay sein Herz nach seiner Exekution Claire spenden will um wenigstens noch etwas gutes zu tun. Was das Cover angeht. Es ist schlicht, ein zartes Mädchen von der Seite, also ein Ausschnitt davon. 
 
Und zu Jodi Picoult kann ich immer nur wieder das selbe sagen, eine fantastische Frau die einen wirklich genialen Schreibstil hat und treffsicher in Themen wühlt die in unserer Gesellschaft und Kultur tabuisiert werden oder zu grossen Diskussionen führen. Das Buch ist nicht in übliche Kapitel geteilt sondern aus der Sichtweise der 4 Protagonisten. 
 
Das wäre MICHAEL der Priester, welcher als Seelsorger von Shay eingesetzt wird. Dann kommt auch ein Mithäftling und Freund, wenn man das so nennen kann wenn man in Einzelzellen sitzt, LUCIUS. Und dann kommtauch noch MAGGIE hinzu, die Anwältin der ACLU, eine Organisation die sich gegen die Todesstrafe einsetzt. JUNE dürfen wir natürlich nicht vergessen, sie ist die Mutter der beiden Opfer. Sie erzählen uns die Geschichte von Shay. 
 
Was die Geschichte angeht, sie ist wieder mal so vielschichtig wie ein Thema, das man genauer betrachtet, sein kann. Als erstes geht es um die Todesstrafe. Hat auch ein Mensch, der dazu verurteilt wurde eine 2. Chance verdient? Kann eine gute Tat, nachträglich die schlechte wieder aufwiegen? Ist die Todesstrafe überhaupt gerechtfertigt? Oder stellen wir uns dann selbst auf die selbe Stufe wie denjenigen den wir hinrichten? Dies alleine würde bei den meisten Menschen schon zu einer sehr hitzigen Diskussion führen, aber wenn dann noch das Thema Religion und Glaube dazu kommt... KABOOOOM! Ich kenne solche Diskussionen, denn ich liebe es zu philosophieren, vor allem weil ich meistens anderer Meinung bin als die meisten. 
 
Shay, oberflächlich gesehen würde man ihn wohl als gesellschaftlichen Aussenseiter betrachten. Vorverurteilen, oder zumindest nicht erstaunt sein wenn man genau diese Geschichte hört. Junge in verschiedenen Pflegefamilienen hin und her gereicht, Brandstiftung und in den Jugendknast gekommen, da kann man nachher ja nicht erwartetn da so ein Kind gut werden kann. Oder? So oder So, Shay hatte von Anfang an keine Chance gehabt, da will er einfach noch etwas gutes aus seinem Leben machen und sein Herz spenden nach dem er hingerichtet wurde. Dem Mädchen, dem er die Schwester genommen hat, die Familie, die sie verdient hätte zu haben. 
 
Dafür setzt sich Maggie ein, denn sie will für Shay kämpfen das er so sterben kann, wie es erforderlich ist um danach sein Herz spenden zu können. Aber das ist nicht einfach weil viele Hürden genommen werden müssen, nicht zuletzt die, das June das Herz überhaupt will für ihre Tochter, schliesslich kommt das Herz vom Mörder ihrer Tochter und Ehemann! Michael, soll eigentlich dazu fungieren ihm das ganze auszureden, denn der Gefängnisdirektor hat keine Lust auf den ganzen Komplikationen, die daraus wohl entstehen würden, vom Medienrummel ganz zu schweigen. Doch Pfarrer Michael hört ihm zu, spricht mit ihm anstatt die Forderung des Direktors zu erfüllen und gerät dadurch in eine Glaubenskrise. Irgendwann stellt sich für ihn die Frage wer hier für wen die Erlösung bringen wird. 
 
Rund um die Geschichte um Shay werden natürlich auch noch die Leben der Protagonisten beleuchtet. Jeder geht anders mit dem Fall, mit Bourne um, mit jedem passiert etwas, etwas das sie nie gedacht hätten das es eintreffen würde, denn alle, alle haben sie das Gefühl sie seinen sattelfest mit ihrer derzeitigen Ansichten verankert. Doch auch ihr Weltbild wird erschüttert... 
 
 

Mein Fazit

Jodi Picoult hat mit diesem Roman die Emotionen und die Gedankenwelt durcheinander gebracht. Sie hat aufgezeigt das auch dieses Thema nicht nur Schwarz-Weiss ist sondern viele Grautöne und Farbschattierungen hat. So viele Facetten werden beleuchtet und ich bin sicher, wer es zulässt, wer wirklich drüber nachdenkt, wird das Buch nicht einfach weg legen können und das wars. Es wird lange nachhallen und vielleicht den ein oder anderen dazu bewegen umzudenken. Vielleicht... 
 
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