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review 2017-06-08 09:49
Wie ein Teeniefilm
The Duff (Designated Ugly Fat Friend) - Kody Keplinger

Im Mai 2017 erhielt ich über die Motto-Challenge eine Leseaufgabe, die für mich eine echte Herausforderung darstellte: ich sollte Liebesgeschichten lesen. Da ich Chic-Lit nicht mag, war ich erst mal ratlos. Enthielt mein Bücherregal überhaupt Bücher, die ich mir anrechnen durfte? Eine Recherche ergab, dass die Auswahl unerwartet groß ist, zumindest, wenn wir Liebesgeschichten nicht mit Liebesromanen gleichsetzen. „The DUFF“ von Kody Keplinger lag ziemlich genau ein Jahr auf meinem SuB. Die Challenge hat unter anderem den SuB-Abbau zum Ziel, also entschied ich, dass dieser Young Adult – Roman ein guter Einstieg in das neue Monatsmotto wäre.

 

DUFF. Designated Ugly Fat Friend. Diese unverschämte Beleidigung ließ Bianca Piper durchdrehen. Ihr war bewusst, dass sie ihren besten Freundinnen bezüglich ihres Aussehens nicht das Wasser reichen kann. Es war in Ordnung für sie, die Clevere zu sein, die gute Noten bekommt und auf ein unerschöpfliches Repertoire sarkastischer Bemerkungen zurückgreifen kann. Doch dass ausgerechnet Wesley Rush, der notorische Weiberheld der Schule, behauptete, sie sei in ihrer Clique das Mädchen, das die anderen besser aussehen lasse, weil sie selbst als dickes, hässliches Entlein durchginge, schlug dem Fass den Boden aus. Ihre Synapsen hatten einen Kurzschluss. Sie muss vorübergehend unzurechnungsfähig gewesen sein, denn sonst hätte sie sich niemals auf diese seltsame „Feindschaft mit Zusatzleistungen“ mit Wesley eingelassen. Nun ist es zu spät für Vernunft. Plötzlich sind Gefühle im Spiel, die weder Bianca noch Wesley erwarteten. Kann aus tiefer Abneigung tatsächlich Liebe werden?

 

Überraschung, Überraschung – ich bin zu alt für dieses Buch. „The DUFF“ ist das literarische Äquivalent eines Teeniefilms aus den 90er oder 2000er Jahren. Als dieses Genre populär war, liebte ich diese Filme. Irgendwann ebbte der Hype um cineastische Teenager-Romanzen ab und ich wuchs aus den stereotypen Geschichten heraus. „The DUFF“ katapultierte mich in die Welt des High-School-Lebens amerikanischer Jugendlicher zurück, in diesen verbissenen Krieg um Popularität. Ein Krieg, den Bianca Piper bewusst zu boykottieren glaubte, bis ihr Wesley Rush mit der Sensibilität einer Müllpresse vor Augen führt, dass sie sich dem Kampf um Anerkennung gar nicht entziehen kann. „DUFF“ ist eine außerordentlich widerwärtige Beleidigung, weil sie meiner Meinung nach eine Menge Wahrheit enthält. Junge Frauen vergleichen sich bewiesenermaßen mehr als alle anderen Bevölkerungsgruppen. Während der Teenagerzeit ist der gesellschaftliche Druck, wie alle anderen auszusehen und ein willkürlich formuliertes Ideal zu erfüllen, besonders groß. Mädels, ihr wisst, wovon ich spreche – ihr habt es selbst erlebt. Die Unsicherheit, die Selbstzweifel, die Fragen, warum die Oberweite nicht größer, die Hüften nicht schmaler und die Oberschenkel nicht straffer sein können. Die Angst, ungenügend zu sein, während man nervös auf die Freundinnen schielt, ist ein stetiger Begleiter. Bianca jedoch wähnte sich erhaben. Sie glaubte, über dem Konkurrenzgerangel junger Mädchen zu stehen. Sie hielt sich für klüger, weniger naiv. Erst Wesleys Beleidigung zeigt ihr, dass sie genauso oberflächlich und von der Meinung anderer beeinflussbar ist, wie die Mädchen, die sie bisher immer belächelte. Ich hatte Schwierigkeiten mit Bianca, weil ich sie arrogant und heuchlerisch fand. Sie ist unheimlich stolz darauf, intelligent genug zu sein, um sich mit einer ständigen Aura aus Sarkasmus und Zynismus umgeben zu können, aber ich empfand sie die meiste Zeit als verletzend und anstrengend. Es dauert ewig, bis sie begreift, dass sie keineswegs besser ist als ihre Mitschüler_innen und ihre spätere Einsicht, dass sich jeder junge Mensch mit einem Label identifiziert, erschien mir nicht so weltbewegend, dass es das Warten wert gewesen wäre. Für mich entwickelt sich „The DUFF“ zu langsam, weil die Geschichte äußerst vorhersehbar ist. Ich war ungeduldig und wollte Bianca schütteln, damit sie endlich die Augen öffnet und erkennt, was für mich vollkommen offensichtlich war – einschließlich ihrer Gefühle für Wesley. Ihre Beziehung erfüllt zahllose Klischees, es gefiel mir allerdings, dass Kody Keplinger an ihrem Beispiel einen ehrlichen Blick auf das Liebes- und Sexualleben von Teenagern wirft. Sie idealisiert und beschönigt nichts. Die Zeiten, in denen Jugendliche von Bienchen und Blümchen keinen blassen Schimmer hatten, sind lange vorbei. Jugendliche haben Sex und verhalten sich dabei nicht immer verantwortungsbewusst. Das ist Fakt, es gibt keinen Grund, diesen zu vertuschen. Ich bin froh, dass Keplinger die Realität darstellt, statt überholte Euphemismen.

 

„The DUFF“ ist wieder einmal eine nette Lektüre für Zwischendurch, die mir wohl weit mehr gebracht hätte, hätte ich sie als Teenager gelesen. Ich bin nun mal keine 17 mehr und habe meine jugendlichen Selbstzweifel Großteils überwunden. Mit 27 muss mir niemand mehr vorbeten, dass jeder Mensch hin und wieder mit dem eigenen Aussehen hadert. Ich weiß, dass Schubladendenken niemandem gerecht wird und sich eine Persönlichkeit nicht durch ein Label wie DUFF erfassen lässt. Daher ist dieser Roman für mich mittlerweile zu offensichtlich; er enthält Wahrheiten, die ich mir bereits selbst erarbeitete. Nichtsdestotrotz ist das Buch nicht schlecht und ich finde es beeindruckend, dass Kody Keplinger es schrieb, als sie selbst erst 17 Jahre alt war. Ich bereue die Lektüre nicht und war dankbar, dass ich währenddessen kaum nachdenken musste.
Meiner Meinung nach ist „The DUFF“ ein klassischer Fall von „Kann man, muss man aber nicht“, wenn man die wilden Teenagerjahre bereits hinter sich hat. Habt ihr jüngere Geschwister im richtigen Alter? Cousinen oder Cousins? Dann solltet ihr vielleicht in Betracht ziehen, ihnen eine Ausgabe des Buches zu schenken, statt es selbst zu lesen. Sie haben vermutlich mehr davon.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/06/08/kody-keplinger-the-duff
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review 2016-11-23 10:45
Wurzeln und Flügel
The Serpent King - Jeff Zentner

Jeff Zentners Weg zur Literatur war – zumindest meiner Meinung nach – etwas unkonventionell. Als er zu schreiben begann, hatte er sich seinen Berufswunsch nämlich bereits erfüllt: er ist Musiker. Als Gitarrist veröffentlichte er fünf Alben und arbeitete unter anderem mit Iggy Pop. Darüber hinaus ist er als Songwriter aktiv. Ich habe in seine Musik reingehört. Ein bisschen zu melancholisch für meinen Geschmack, aber der Einfluss der Südstaaten klingt deutlich heraus. Fakt ist, Jeff Zentner ist gut genug, um von seiner Musik leben zu können. Den Entschluss, ein Buch für Jugendliche zu schreiben, fasste er durch seine Arbeit im Tennessee Teen Rock Camp und im Southern Girls Rock Camp. Ihn fasziniert dieser Lebensabschnitt und ihn fasziniert die Art und Weise, wie Jugendliche Kunst erleben, wie sie an den Kunstwerken festhalten, die sie lieben. Er wollte ein Ziel für diese Hingabe erschaffen. Heraus kam „The Serpent King“.

 

Dill leidet seit Jahren unter seinem vollen Namen: Dillard Wayne Early Jr. Es ist der Name seines Vaters. Er ist der Sohn des Schlangenpriesters, über den sich ganz Forrestville, Tennessee, das Maul zerreißt. Seit sein Vater im Gefängnis sitzt, begleiten Dill die Tuscheleien auf Schritt und Tritt, mehr als je zuvor. Ohne seine Freunde Lydia und Travis wäre sein Leben unerträglich. Doch da nun ihr letztes gemeinsames Schuljahr anbricht und Lydia danach in New York aufs College gehen möchte, muss sich er damit auseinandersetzen, dass ihre kleine verschworene Gemeinschaft ein Ablaufdatum hat. Während Lydia plant, die Welt zu erobern und ihre Zukunft herbeisehnt, weiß er nicht einmal, ob er eine Zukunft hat. Zerrissen zwischen den Verpflichtungen gegenüber seiner Familie und seinen eigenen Wünschen ist er wie paralysiert von der Aussicht auf Veränderung. Dill muss sich entscheiden: wird er dem Druck seiner Wurzeln nachgeben, oder sich Flügel wachsen lassen?

 

„The Serpent King“ ist definitiv ein Buch, das Hingabe auslöst. Ich fand es phänomenal. Es landet unter Garantie auf der Liste meiner Jahreshighlights. Es ist unheimlich gefühlvoll und feinsinnig, ohne kitschig zu wirken; fasst mit einer ruhigen, besonnenen Stimme die schlimmsten und besten Momente der drei Protagonist_innen respektvoll in Worte. Kaum zu glauben, dass Jeff Zentner nie zuvor ein Buch geschrieben hat. Er ist ein Naturtalent, voller Gespür für die Wirkung von Details und für die tiefe Ausschattierung seiner Figuren. Ich bin wirklich beeindruckt. Es gab einige Szenen, während derer ich die Tränen nur mühsam zurückhalten konnte. Ich habe das Gefühl, zutiefst dankbar sein zu müssen, dass Zentner mich Zeuge der vermutlich wichtigsten Phase im Leben seiner Charaktere sein ließ. Natürlich sind Dill, Travis und Lydia fiktiv, aber es fühlt sich eben nicht so an. Es fühlt sich an, als seien sie real und tatsächlich diese kostbaren Rohdiamanten, als die Zentner sie darstellt. All das Potential, all die Möglichkeiten, die jungen Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden eigen sind, umgeben die drei wie eine permanente Aura. Als könnten sie die Welt aus den Angeln heben und jeden ihrer Träume wahr werden lassen, wenn sie sich denn nur trauen, anzufangen. Ihre Bereitschaft, die Zukunft mit offenen Armen zu empfangen, ist zwischen den dreien der bedeutendste Unterschied. Zentner nutzt abwechselnd geschickt ihre jeweilige Perspektive, um zu verdeutlichen, wie verschieden ihre Einstellung diesbezüglich ist und welche Rolle ihre Wurzeln dabei spielen. Da ist Travis, einer der liebenswertesten Charaktere, die mir je begegnet sind und der nie mehr vom Leben wollte, als die Realität zwischen den Seiten von Fantasy-Romanen hinter sich zu lassen. Lydia, deren Eltern stets liebend und unterstützend hinter ihr standen und die fest daran glaubt, eines Tages die Welt zu verändern. Und Dill, der Künstler, dessen Fähigkeit zu träumen unter dem Gewicht seiner Familie und seines Namens fast erdrückt wird. „The Serpent King“ beschreibt, warum sie einander gerade in dieser Zeit des Wandels brauchen. Ihr Glaube an einander bestärkt sie darin, über sich hinaus zu wachsen. Ihre reine, echte Freundschaft erinnert Lydia daran, was wirklich wichtig ist; sie zeigt Travis, dass er die Macht besitzt, sein Leben in ein Abenteuer zu verwandeln, das seinen geliebten Büchern in nichts nachsteht; sie lehrt Dill, dass er selbst entscheiden kann, wer er sein möchte und nicht von seiner Herkunft bestimmt wird. Es hat mich zutiefst berührt, ihre Beziehung zu einander erleben zu dürfen, ihre Ängste, Wünsche und Hoffnungen kennenzulernen, Schmerz und Glück mit ihnen zu teilen. Die Lektüre war extrem intensiv. „The Serpent King“ ging mir unter die Haut.

 

Jeff Zentner verdiente sich meinen Respekt und meine Anerkennung. „The Serpent King“ ist ein wundervolles Buch, das nicht erkennen lässt, dass es sich um einen Debütroman handelt. Es ist emotional überzeugend und so realistisch, dass ich mich immer wieder daran erinnern musste, dass die Geschichte fiktiv ist. Ich bin hingerissen von Zentners schriftstellerischem Talent und seiner Fähigkeit, sich sensibel in die Erlebenswelt Jugendlicher hineinzuversetzen. Er schreibt hingebungsvoll und zärtlich, nutzt Umgebungsbeschreibungen, um wichtige Momente zu unterstreichen und lässt seine Figuren sich selbst entdecken, ohne irgendetwas zu erzwingen. Er verzichtet auf einen Höhepunkt, weil seine Geschichte keinen braucht. Er ist ein brillanter Autor und „The Serpent King“ das Zeugnis seiner Brillanz. Meiner Meinung nach ist es ein gleichermaßen bescheidenes wie ambitioniertes Buch, weil es das Leben schildert: es handelt von Familie, von Freundschaft, von Liebe, von Schmerz, von Hoffnung, von Glück. Es handelt von Wurzeln und Flügeln.

 

Vielen Dank an den Verlag Andersen Digital für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars via Netgalley im Austausch für eine ehrliche Rezension!

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review 2015-10-14 10:18
Ein interessanter Einstieg in die Thematik - vor allem für Jugendliche
If You Could Be Mine: A Novel - Sara Farizan

„If You Could Be Mine“ ist ein weiteres Buch, das ich auf der Young Adult – Bestenliste des Rolling Stone entdeckte. Die Autorin Sara Farizan ist die Tochter iranischer Einwanderer, wurde allerdings in den USA geboren. Außerdem ist sie lesbisch. Normalerweise ist mir die sexuelle Orientierung von Autor_innen egal, doch in diesem Fall spielt sie eine wichtige Rolle, weil „If You Could Be Mine“ wohl nicht entstanden wäre, wäre Sara Farizan heterosexuell. Ihre iranischen Wurzeln bedeuten ihr viel, sie gehören zu ihrer Identität, daher kam sie nicht umhin, sich während der Zeit ihres Comingouts zu fragen, wie ihr Leben aussähe, wäre sie im Iran aufgewachsen und nicht in den USA. Ihr fehlte Literatur, die genau diese Frage behandelte – also entschied sie als Erwachsene, das Buch zu schreiben, dass sie sich als Teenager wünschte.

 

Seit sie sechs Jahre alt war, liebt Sahar Nasrin. Damals begriff sie noch nicht, was diese Liebe bedeutet. Sie wusste nicht, dass es verboten ist, ein anderes Mädchen zu lieben. Heute weiß sie, dass ihre Gefühle ihr Leben bedrohen. Denn im Iran wird Homosexualität noch immer mit der Todesstrafe geahndet. Sahar ist bereit, ihre Liebe geheim zu halten, sich stetig zu verstecken, nur um mit Nasrin zusammen sein zu können. Doch Nasrin sieht mit Sahar keine Zukunft, obwohl sie ihre Gefühle erwidert. Als sie sich mit einem Mann verlobt, bricht für Sahar eine Welt zusammen. Soll sie nur zusehen, während die Frau, die sie liebt, einen anderen heiratet? Verzweifelt fasst Sahar einen gefährlichen Entschluss. Homosexualität mag im Iran ein Todesurteil sein, Transsexualität ist es jedoch nicht. Ließe sie sich zu einem Mann operieren, könnte Sahar Nasrin sogar heiraten. Wird sie ihre eigene Identität für die Liebe opfern?

 

Ich habe bisher keine Erfahrung mit Literatur aus dem LSBTTIQ-Bereich. „If You Could Be Mine“ ist mein erster Roman, der Homosexualität bzw. Transsexualität als Hauptthema behandelt. Da ich selbst heterosexuell bin, kann ich nur schwer beurteilen, ob Sara Farizan die Frage der Sexualität in einem Land wie dem Iran sensibel umgesetzt hat. Ich muss ihr vertrauen, dass die Gefühle, die Sahar und Nasrin durchleben, realistisch sind. Ich werde daher nicht versuchen, diesen Aspekt des Buches zu bewerten, denn es steht mir nicht zu.
Insgesamt fand ich „If You Could Be Mine“ interessant, aber etwas zu oberflächlich. Die sozialen Umstände im Iran klingen eher unterschwellig an, statt explizit beschrieben zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass Sara Farizan sich einerseits um eine objektive Darstellung bemühte und sich andererseits sehr stark auf ihre Protagonistin Sahar konzentrierte. Dadurch ging sie der deutlichen Kritik, die ich erwartet hatte, aus dem Weg. Angesichts der Tatsache, dass sie ihr Werk für Jugendliche geschrieben hat, ist das vermutlich sogar gewollt. Ich denke, sie zielte darauf ab, dass sich junge Leser_innen ihre eigene Meinung bilden. Das ist natürlich völlig in Ordnung, für mich allerdings nicht ganz passend. Ich wusste über die Zustände im Iran bereits vor der Lektüre Bescheid und habe mir dazu bereits meine Gedanken gemacht. Ich wusste jedoch nicht, dass Transsexualität dort legal anerkannt ist und der Iran deswegen weltweit auf Platz zwei hinsichtlich Geschlechtsangleichungen ist (hinter Thailand). Angeregt durch „If You Could Be Mine“ habe ich ein bisschen zu diesem Thema recherchiert und dabei herausgefunden, dass Sahars Fall nicht so ungewöhnlich ist, wie ich zuerst dachte. Tatsächlich glauben Therapeut_innen, dass 40 bis 50 Prozent der Transsexuellen, die eine Operation anstreben, eigentlich homosexuell sind. Eine Geschlechtsangleichung ist ihre einzige Chance, ihre Liebe und Sexualität offen ausleben zu können. Mich erschüttert das, denn ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, was es bedeuten muss, so verzweifelt zu sein, dass man bereit ist, die eigene Identität aufzugeben. Die Frage, welche Opfer die Liebe eigentlich legitimiert, beschäftigte mich das ganze Buch über. Sahar wäre nach der OP nicht mehr sie selbst, wodurch auch die reale Möglichkeit besteht, dass Nasrin sie danach nicht mehr lieben kann. Ist es dann richtig, sich auf die Chance einer Chance einer gemeinsamen Zukunft zu verlassen? Nasrin hat sich für ein Leben in Sicherheit und gegen die Liebe entschieden – ist sie Sahars Aufopferung überhaupt wert? Meiner Meinung nach ist sie das nicht. Sie ist egoistisch, feige und bequem und nutzt Sahar bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus. Wenn ich ehrlich bin, kann ich sie nicht besonders gut leiden. Das Schlimmste daran ist, dass Sahar genau weiß, wie Nasrin ist. Ihr ist absolut bewusst, dass ihre Beziehung unausgeglichen und dementsprechend ungesund ist. Trotzdem kann sie nicht aus ihrer Haut – sie liebt Nasrin so sehr, dass sie offenbar so ziemliches alles für sie tun würde. Schmerzhaft, aber wahr.

 

„If You Could Be Mine“ ist meiner Meinung nach ein interessanter, unterhaltsamer Einstieg in die Thematiken Homosexualität, Transsexualität und Lebensumstände in anderen Ländern. Es lädt zu eigenen Gedanken und weiteren Recherchen ein. Ich denke, dass besonders Jugendliche – unabhängig von ihrer eigenen Sexualität – stark davon profitieren können, dass Sara Farizan ihren Leser_innen sanft einen Einblick in eine andere Welt eröffnet und so ihren Horizont erweitert. Ich hoffe sehr, dass sie dadurch Verständnis, Toleranz und Mut sät. Ich für meinen Teil bin nach der Lektüre von „If You Could Be Mine“ äußerst dankbar dafür, in einem Land zu leben, in dem ich für meine Gefühle nicht hingerichtet werde. Schlimm genug, dass das nicht selbstverständlich ist.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2015/10/14/sara-farizan-if-you-could-be-mine
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review 2015-06-19 21:08
Ausgerechnet Tiberius...
Schmetterlinge im Dunkeln (BitterSweets) - Kerstin Ruhkieck

 

 

 

 

Huhu, zu später Stunde noch ein kleine Rezension. Ich habe nämlich mal wieder ein BitterSweet vernascht - und wieder gilt mein herzliches Danke dem Carlsen Verlag. ♥

 

 

 

 

 


Titel: Schmetterlinge im Dunkeln
Autor: Kerstin Ruhkieck
Verlag: BitterSweet
Genre: Liebesgeschichte
Format: e-book
Seitenzahl: 87
Reihe: /

 




Herzplatonisch – Sommerflattern – Patchworkliebe …
Wie konnte ihre Mutter nur ohne Emma zu fragen mit einem neuen Mann zusammenziehen? Und ausgerechnet mit dem Vater von Emmas erklärtem Erzfeind Justus, einem Mädchenschwarm und Herzensbrecher. Noch ein Grund mehr ihn zu hassen – oder doch nicht?


Was wäre ein BitterSweet ohne ganz viel Kitsch, Herzgeklopfe und Liebesflüstern? Jawohl, 70 Seiten ohne Handlung! Und obwohl eine Liebesgeschichte die Basis eines jeden BitterSweets ist, war jedes anders, da Protagonisten, Handlungsorte und Zeitpunkte variierten. Nur leider war mir Emma nicht so wirklich sympathisch, da sie einfach entsetzlich oberflächlich, zickig und egoistisch ist. Justsu hingegen war ein spannender Charakter, der sich mehr und mehr entwickelte. So richtig mit den Augen gerollt habe ich aber wegen der Zufälle - es war einfach zu viel des Guten. Immer wieder standen unsere beiden "Helden" im Dunkeln, ganz plötzlich. Und natürlich verbarg sich hinter Justus´ schönen Fassade nicht nur ein fürsorglicher Enkel und liebevoller Freund, sondern auch ein durch das Schicksal gezeichneter Junge... *seufz*

Und dann dieser blöde Schmetterling! Ich glaube, ich nenne ihn ab sofort Tiberius. Ein blöder Name für ein blödes Flattern. Zum Glück ist Tiberius Einzelgänger, und wie lang kann die Lebenserwartung von diesen Viechern schon sein? Ich nehme mir vor, es morgen mal zu googeln.


Nichtsdestotrotz war auch dieses BitterSweet ein süßer Lesegenuss und lese sie ja immer wieder, weil ich ein bisschen Kitsch und Unterhaltung suche ;)


Eine süße, wenn auch etwas übertriebene Liebesgeschichte mit unnatürlich vielen Zufällen, dafür aber einem humorvollen Schreibstil.

Das Cover ist wunderschön und ehrlich gesagt habe ich mich auch nur deshalb für dieses BitterSweet entschieden (sonst wäre es "Diebin deiner Träume" geworden).


Inhalt: 
Cover: 

 

Eigentlich zeige ich euch ja seit neuestem ähnliche Bücher - aber bei den BitterSweets erübrigt sich das ja, weil ihr einfach das Label anklicken könnt (oder auf die "Rezensionen nach Reihen"- Seite wechselt). Stattdessen würde ich also gerne wissen, ob und welche BitterSweets ihr schon gelesen habt?
 
 
 
Source: marys-buecherwelten.blogspot.de/2015/06/schmetterlinge-im-dunkeln.html
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review 2015-05-13 15:35
One syllable
Enshadowed - Kelly Creagh
"No late-night Facebook updates"

Erinnert ihr euch noch? Es ist jetzt - more or less - ein Jahr her. Mit Kelly Creaghs ‚Nevermore‘ (und den Shadowguards) eröffnete ich mir die Welt der Rezensionen. Damals suchten die Lesenkatzen nach Verstärkung und unsere liebe Val und ich wurden ausgewählt unter den Bewerbern. Unsere Aufgabe war damals mit unseren Rezis zu überzeugen. Ich für meinen Teil hatte so etwas noch nie auf einem Blog gemacht und kannte Nana und Nika auch gar nicht. Aber seitdem hat sich viel getan und ich habe sehr viele sehr wunderbare Menschen kennen gelernt. Und noch mehr phantastische Bücher. Und mit dem hier fing es an. Damals saß mir nach der Lektüre ein ziemlicher Spannungsknubbel im Bauch und ich wollte unbedingt wissen wie es weiter geht. Auch den dritten Teil der Reihe: ‚Oblivion' hat die Autorin schon parat liegen und ich überlasse es ‚Enshadowed‘ mich davon zu überzeugen, dass ich mir auch diesen zulegen sollte. Aber da muss dieses Buch schon verdammt tief fallen um mir den Spaß zu vergällen…

Denn es beginnt dort wo es aufgehört hat: In der Dunkelheit. Im ersten Teil wurde die glitzer-rosa Welt der amerikanischen Cheerleaderin durch ihren zugelosten Projektpartner Varen - der Goth - ziemlich durcheinander gewirbelt. Und nicht nur Beth, der Treppenhausgeist und die unheimlichen Nocs sowie Pinfeathers und ’the red death’ trugen zum Fürchten lehren bei. Dennoch stößt mich Kapitel 1 direkt mal vor den Kopf. Varen - stilecht mit Sonnenbrille im Winter - holt seine Freundin von der Trainingsstunde ab und braust mit ihr in ein Schneegestöber davon. What the *peep* macht der Jung in der realen Welt? Wie, bei Poe, haben sie ihn erlöst aus dem Schlamassel aus Teil 1? Kurz drauf ein Aufatmen. Ich habe NICHT das falsche Buch erwischt. Izo träumt nur und ich fühle sofort den Knubbel wieder im Bauch: verflixt, da war ja was!

"It's a little Chucky meets Buffy"
 
Bezeichnend ist wieder, dass die Kapitel sich nach dem Inhalt richten. Wir finden genau zur Hälfte des Buches die Überschrift: „Inversion“, während die ersten 9 Kapitel alle ’Nachts, düster, spät, trist’ sind. Anschließend Titel die ‚heller‘ werden ‚reflektieren‘ - schließlich jene 9 die ‚verbergen, geheimnisvoll‘ sind, ‚magisch‘ und schließlich die finalen die noch einmal ‚melancholisch‘ zur ‚Grenze‘ führen und schließlich ‚entschlafen‘. Ich denke das ist schon sehr bezeichnend für den Stil von Creagh.

Wobei ich einmal ehrlich sagen muss, das erste Drittel sehe ich zwiespältig. Es passiert gar nichts. Ich habe einfach erwartet, Isobel würde sich nicht aufhalten lassen Varen zu helfen! Wirkt wie die furchtbare Mrs Twilight: *heul heul ich verbuddel mich*. 
"Oh nein! Was soll ich nur tun? -
Ach, ich bleib' hier einfach sitzen."
Aber anders als genannter Vergleich, DARF Izo einfach nicht! Sie hat verschärften Hausarrest nach der ganzen Sache an Halloween. Und bis Weihnachten ändert sich daran auch nichts. Sie darf nicht alleine weg - „Classes. Lunch. Classes. Practice. Dinner. Homework. Sleep.“ Selbst der Umgang mit Gwen, ihrer Freundin wird ihr verboten. Sie ist minderjährig und bevor sie sich erneut in ein Abenteuer stürzen kann, muss sie Buße tun und ihr ist klar, dass sie keine Zeit hat. Die Menschen glauben, Varen sei ein Ausreißer und schlicht davon gelaufen. Big-Bear Daddy und My-fair-Lady Mommy sorgen sich doch nur um ihre Tochter, die seitdem Albträume hat und nicht mehr lächelt! Plausibles Verhalten der Eltern. Einziger Lichtblick im ersten Abschnitt: der kleine Nerd-Bruder. Denn auf einmal kommt heraus, dass Gwen ne jüdische Hexe ist, die Schelte von ihrer verstorbenen Oma kriegt, das ist… äh… also nee.
 
"Google is a verb now"
 
Endlich taucht mal Varen auf. Endlich TUT das Mädchen mal was! Zum Beispiel mit ihm reden! Was natürlich direkt in die Hose geht. Denn nicht nur Pinfeathers sondern auch Izos Ex-Boyfriend tauchen wieder auf. Und Varens spärliche Auftritte werden noch weniger, das Jüngelchen wird hochgradig eifersüchtig, woran natürlich die Spiegel Schuld sind. Ich muss gestehen, bin jetzt über die Hälfte hinweg und bisher ist Teil 2 wie in vielen Serien leider üblich, ein reiner Lückenfüller. Alles voran gegangene noch einmal aufnehmen, viel zerdenken, irgendwann mal aus dem Quark kommen um Teil 3 vorzubereiten. Aber das Cover hätte vielleicht schon andeuten sollen: Izo steht im Vordergrund und zwar nur sie.

Auf Seite 300 fällt Izo dann mal ein, dass man vielleicht hätte planen sollen. Und da war ich schon an dem Punkt das Buch abzuhaken mit folgenden Gedanken: Meine Jugendbücher hatten Helden (egal ob männlich oder weiblich) die Energie geladen waren! Denen wäre es NIEMALS eingefallen sich zu verbuddeln und 300 Seiten lang herum zu heulen! Wenn Pippi Langstrumpfs Tommy in eine Spiegelwelt entführt worden wäre (was ein echt schöner Ansatz ist, mal den schlafenden Dornrosso und nicht Dornröschen zu retten) hätte Pippi Annika unter den Arm geklemmt, den Eltern gesagt: WIR holen ihn zurück, Tante Prusseliese lachend zugewunken und wäre ausgezogen alle Spiegel dieser Welt zu zerdeppern! Gut, Annika war immer etwas weinerlich, aber sie hat sich immer anstecken lassen! Izo hier… der muss man nach 400 Seiten so fest in den Allerwertesten treten, dass sie glatt über die Klippe fällt, ohne Cliffhanger! Und Varen - ehrlich KEINE Ahnung alle anderen Chars waren nicht einmal als blass zu bezeichnen, man könnte glatt sagen sie waren gar nicht existent! Von einem Fortschritt der Handlung zu schweigen. Und das können die schönen Kapitelüberschriften dann auch nicht mehr retten. 

Fazit: 

Rückblickend fühlt es sich an, als ob nur die letzten 100 Seiten zur Geschichte gehören und das Geplänkel davor lediglich als Füllmaterial dient. Das hätte man auch alles raffen, voraussetzen, auslassen können. Es passiert nichts, es gibt keine Charaktere außer Izo und ihre Familie und die Location bleibt auch immer dieselbe. Die Punkte gerettet haben die letzten Kapitel, endlich in der Traum/ Spiegelwelt angekommen. Herausragend der Kampf zwischen Pinfeathers und Scrimshaw…
Der Witz? Auf Goodreads hat dieses Buch 4,900+ Bewertungen und über 700 Rezensionen. Ein Ergebnis von knapp 4Punkten. Wie wir alle wissen ist das schon echt gut! Nur zum Vergleich Teil 1 hat noch mehr abgeräumt mit über 2000 Rezensionen und über 20,000 Bewertungen und einem schlechteren Durchschnitt denn 2. Und was soll ich euch schon verheimlichen? Zu Teil 3 hat die Trilogie massiv an Lesern eingebüßt. Nur noch 100 Rezis und 200 Bewertungen mit einem sehr guten 4er Durchschnitt.
Was sagt uns das? Nüchtern betrachtet? Yep. Teil 2 war so schlecht, dass nur noch Hartgesottene dabei sind. 


Ich versuche Bewertungen und Rezis zu umgehen, bis ich das entsprechende Buch selber gelesen habe. Daher ist meine Meinung davon nicht beeinflusst, wie ich aber mal mit dem Finger in der Wunde bohren möchte: Ich bin nicht die einzige die genau den oben erwähnten Eindruck hatte, auch wenn ich mich wesentlich freundlicher ausdrücke.
Hier fehlte einfach ALLES was das erste Buch ausgemacht hat.
 

Ein 'syllable' für das Urteil: bad!
Source: lesekatzen.blogspot.de/2015/04/rezension-enshadowed-kelly-creagh-by-key.html
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