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review 2017-10-24 19:13
Endlich jemand ohne Stock im Hintern!
Der Inquisitor von Askir - Richard Schwartz

„Der Inquisitor von Askir“ ist ein Zwischenband in Richard Schwartz‘ Epos „Die Götterkriege“, der zwischen Band 4 und 5 angesiedelt ist. Damit folgt der Autor einer Tradition, die er bereits im ersten Zyklus „Das Geheimnis von Askir“ etablierte. Die sechsteilige Reihe wurde ebenfalls um einen Zwischenband erweitert, „Die Eule von Askir“, der zwischen Band 5 und 6 gelesen werden sollte. Ich wusste das damals nicht, was mir nun im Nachhinein große Probleme bereitet. Ich habe „Die Eule von Askir“ bis heute nicht gelesen, weil ich nicht weiß, wie ich das ohne einen Reread der gesamten ersten Reihe bewerkstelligen soll. Glücklicherweise war mir hingegen klar, wie „Der Inquisitor von Askir“ einzuordnen ist und konnte diesen halben Band zum vorgesehenen Zeitpunkt lesen.

 

Eine aufregende Schatzsuche hatte sich Wiesel anders vorgestellt. Garantiert hatte er nicht angenommen, mit der Suche nach dem Gold des alten Kaisers seine eigene Haut retten zu müssen. Der Meisterdieb steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten. 10 Tage vor der Krönungszeremonie seiner Ziehschwester Desina wurde er schlafend neben der blutbesudelten Leiche der angesehenen Bardin Refala aufgegriffen. Wiesel mag vieles sein, doch ein kaltblütiger Mörder ist er nicht. Er wurde hereingelegt. Gejagt von der unbeugsamen Inquisition muss er seine Unschuld beweisen. Er gräbt tief in den uralten Geheimnissen Askirs und entdeckt ein abscheuliches Intrigengeflecht, das Desina vom Thron fernhalten soll. Ihm bleiben nur wenige Tage, seinen Namen reinzuwaschen, die Pläne gegen Desina zu vereiteln und das Rätsel eines Goldschatzes zu lösen, der seit Jahrhunderten als verschollen gilt. Das Schicksal Askirs liegt in seinen Händen.

 

„Der Inquisitor von Askir“ als Zwischenband zu bezeichnen, ist meiner Ansicht nach nicht ganz korrekt. Er fügt sich nahtlos in den Mehrteiler ein. Die Geschichte, die sich darin rund um den beliebten Dieb Wiesel abspielt, hat durchaus eine Bedeutung für die übergeordnete Handlung der Reihe „Die Götterkriege“ und bereitet kommende Ereignisse und Entwicklungen vor. Ich konnte beinahe hören, wie sich die Rädchen knirschend auf ihre Position drehten und somit den bald bevorstehenden Showdown einläuteten. Vermutlich qualifiziert sich „Der Inquisitor von Askir“ nur deshalb nicht als vollwertiger Band, weil Havald, Leandra und Serafine maximal in der Peripherie auftauchen und Wiesel, der bisher als charmante Nebenfigur etabliert wurde, das gesamte Rampenlicht erhält. Ich fand diese Verschiebung der Perspektive großartig. Die Protagonist_innen der Reihe sind sympathisch, doch ich war immer der Meinung, dass sie, pardon, alle einen Stock im Hintern haben. Wiesel hingegen ist locker, lässig, unbeschwert und herrlich humorvoll. Er spielt mit seinem Image des gewitzten, dreisten, bis an den Rand der Arroganz selbstbewussten Diebes, wird oft unterschätzt und kann doch nicht völlig verbergen, dass er erstaunlichen Tiefgang besitzt. Ich mochte es, in seine Emotionen und Denkmuster einzutauchen und sehe in ihm einen prototypischen Robin Hood, der auf seine Art versucht, Askir und seine Schwester Desina zu unterstützen. Die Lektüre hat wirklich Spaß gemacht; ich habe gern Zeit mit Wiesel verbracht. Außerdem erscheint mir Richard Schwartz in „Der Inquisitor von Askir“ zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Der Aufbau der Handlung erinnerte mich stark an den allerersten Band „Das Erste Horn“, weil dort ebenfalls nach einem Mörder gefahndet wird. Natürlich mutiert diese Ausgangssituation schnell. Schwartz verkompliziert Wiesels Ermittlungen im Fall der getöteten Bardin Refala durch zahllose weitere Komponenten und wie immer verzettelt er sich soweit, dass das Gesamtkonstrukt unübersichtlich wirkt. Es war schwierig, ihm ununterbrochen zu folgen und ich muss gestehen, dass ich mittlerweile abschalte, sobald die Verwandtschaftsverhältnisse der Figuren zur Sprache kommen. Ich lese einfach drüber, da ich die Hoffnung aufgegeben habe, zu erfassen, wer da jetzt mit wem verwandt und/oder verschwägert ist, wer wiedergeboren wurde oder wiederauferstanden ist und warum sich Charaktere, die seit Jahrhunderten tot sein müssten, bester Gesundheit erfreuen. Stattdessen konzentrierte ich mich voll auf die Suche nach dem Schatz des alten Kaiserreiches, die ich erfrischend abenteuerlich und äußerst spannend fand. Askir verbirgt viele Geheimnisse – dieses ist sicherlich eines der interessantesten und verfügt sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart über eine politische und wirtschaftliche Ebene. An dieser Stelle muss ich Richard Schwartz zu Gute halten, dass er sein Universum durch ein komplexes ökonomisches System bereicherte, das der Realität gar nicht so unähnlich ist. Selbst Askir folgt bis zu einem gewissen Grad den Gesetzen des gierigen Kapitalismus, wodurch sich die Rolle der Inquisition klarer herauskristallisierte. Dumm nur, dass sie jetzt ausgerechnet hinter Wiesel her ist.

 

Ich freue mich unheimlich, für einen Band von „Die Götterkriege“ endlich 4 Sterne rausrücken zu können – auch wenn es sich „nur“ um einen Zwischenband handelt. Bisher hatte ich das Gefühl, mich sehr anstrengen zu müssen, um mich von den negativen Aspekten dieses Zyklus nicht entmutigen zu lassen und weiterhin daran zu glauben, dass sich das Lesen irgendwann lohnen wird. „Der Inquisitor von Askir“ ist nun nicht der große Knall, der all meine Knoten platzen ließ, aber er lockert die Handlung der Reihe deutlich auf, weil das Buch von der grundlegenden Attitüde des Protagonisten Wiesel geprägt ist. Obwohl Richard Schwartz es wieder einmal übertrieb und die Geschichte komplizierter gestaltete, als sie hätte sein müssen, genoss ich die Lektüre und hoffe, dass Wiesel in den Folgebänden etwas mehr Freiraum erhält, um eine Alternative zu den sonst sehr ernsthaften Figuren der Reihe anzubieten. Es wird Zeit für ein wenig Leichtigkeit in „Die Götterkriege“.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/10/24/richard-schwartz-der-inquisitor-von-askir
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review 2014-05-22 16:31
Eine Ode an das Leben und generationsübergreifende Freundschaft!
Das Leben ist ein listiger Kater - Marie-Sabine Roger,Claudia Kalscheuer

Marie-Sabine Roger - dieser Name sagte mir bis zu ihrem dieses Jahr erschienenen Roman »Das Leben ist ein listiger Kater« nichts. Es scheint mir etwas entgangen zu sein, wie ich feststellen durfte. Denn dieses Buch aus dem frisch in See gestochenen Atlantik Verlag hat mich völlig für sich gewinnen können. Der Buchschnitt sah nach dem Beenden dieser Lektüre ähnlich aus wie Alex Capus Lesehighlight »Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer«. Auch Marie-Sabine Roger konnte mich überzeugen und wird in die ganz besondere Liste meiner Lesehighlights aufgenommen. Warum? Davon möchte ich euch nun berichten.

Eine Ode an das Leben

 

Jean-Pierre wacht in einem weißen Krankenhausbett auf, er empfindet starke Schmerzen. Doch warum er hier gelandet ist, weiß er nicht. Jean-Pierre kann sich an den Moment des Unfalls und das, was kurz davor geschah, nicht erinnern. Wohl aber stört ihn so einiges in diesem Krankenhaus. Türen bleiben offen stehen, seine Privatsphäre wird nicht geachtet und die Ärzte sehen ihn als das an, was mit ihm passiert ist: eine Amnesie mit Knochenbrüchen, die zusammengeflickt werden muss. Da wäre dann noch sein Retter in der Not, eine dynamische, engagierte Krankenschwester mit Herz und dieses etwas pummelige 14jährige Mädchen, das immer wieder ungebeten in sein Zimmer hereinschneit. Ganz so trist und grau scheint das Leben des alten Mannes, der sonst mehr in sich zurückgezogen lebt, doch nicht zu sein!

 

Der erste Blick auf ein neues Buch ist immer etwas Besonderes. Es wird bestaunt, beschnuppert und eingehend betrachtet. Dieser Roman gefiel mir äußerlich schon auf den ersten Blick. Das Cover macht einen leichten, zarten Eindruck: sanfte Aquarellfarben, wenige Tuschestriche und viel Weiß dominieren das Bild und harmonieren mit dem beschwingten Innenleben des Romans. Wer wie ich noch nichts von der Autorin gelesen hat und ein wenig recherchiert, wird feststellen, dass auch die Hardcoverausgaben von »Das Labyrinth der Wörter« und »Der Poet der kleinen Dinge« in ähnlichem Design bei Hoffmann & Campe erschienen sind. Ich persönlich finde es immer sehr schön, Bücher eines Autors im selben Look nebeneinander ins Regal stellen zu können.

 

Der Roman ist übrigens Bestandteil des kürzlich frisch gegründeten HoCa-Imprints Atlantik Verlag. Das neue Flagschiff kommt mit einem frischen Programm, bestehend aus erzählenden Romanen, Sachbüchern, Anthologien und Geschenkpapier und ergänzt das Programm von Hoffmann & Campe um einige tolle Buchschätze. Im Laderaum brachte der Verlag so manchem Blogger in den vergangenen Wochen tolle Post an Land, bestehend aus einer buchtreuen Stofftasche, dem Bücher-Tagebuch sowie dem aktuellen Frühjahrsprogramm. Ahoi Atlantik Verlag, möge stets guter Wind das Verlagsschiff Richtung Erfolg bringen!

 

Es ist nie zu spät, zu leben!

 

Marie-Sabine Roger schreibt in der Ich-Perspektive und sprach mich sofort mit ihrer schrullig-liebevollen Art, Worte zu Papier zu bringen an. Der Plot wird vom trockenen Humor eines alten Mannes bestimmt, der ein langes Leben gelebt hat, viel erlebt hat und im Laufe der Geschichte sich selbst eingesteht, wie lebenswert sein Leben doch eigentlich war und ist, auch und gerade im Alter. Der 67jährige Protagonist nimmt kein Blatt vor den Mund und schreibt frei von der Seele, wie er seinen Klinikalltag erlebt. Dabei springt er gedanklich in die Vergangenheit, schwelgt er in Anekdoten aus seinem Elternhaus und seiner Jugendzeit, reflektiert auf humorvolle Weise über das eigene Verhalten gegenüber Eltern und Geschwistern. Gewürzt mit einer kräftigen Prise Humor und einigen Gramm Sarkasmus stellt uns Roger einen respektvollen, höflichen alten Herrn vor, der seine Situation und sein Umfeld intensiv beobachtet, kommentiert und dabei auch an sich selbst kein gutes Haar lässt.
 
Diese Art von zwischenmenschlichen Beziehungen ist übrigens ganz erstaunlich. Kein Tag vergeht, ohne dass man mich mit einem Interesse, das nicht geheuchelt wirkt, fragt, ob ich an diesem Morgen schon Darmwinde hatte. Instinktiv weiß ich, dass es unpassend wäre zu antworten: "Ja, danke, und Sie?
Halt! Jeder hat seinen Platz. Der Patient bin ich. - Seite 20
 
Selbstironisch vom grauen Haupthaar bis zum eingegipsten Fuß wettert er über offene Türen, rücksichtslose Jugendliche und Ärzte, die ihn nicht als Menschen sehen, sondern aus einem Stück Fleisch, bestehend aus Eingeweiden, Knochen und zu diagnostizierenden Krankheiten. Und überhaupt, was fällt den Krankenschwestern - die bestimmt nichts unter dem Kittel tragen, aber das habe er noch nicht eruiert - nur ein, hereinzuplatzen, die Türen offen stehen zu lassen und morgens um 6 Uhr die grelle Neonröhre an der Zimmerdecke anzuknipsen. Die heutige Jugend, immer in Eile. Frei nach dem Motto:
 
Technik einwandfrei, Respekt Glückssache, Mitgefühl gegen Aufpreis. - Seite 7
 

Der Freundschaftsaspekt

 

Dieses Buch ist höchst erfrischend zu lesen, eben wie das Tagebuch eines Mannes, der einfach seine Gedanken niederschreibt, wie sie ihm gerade in den Sinn kommen. Pur, direkt und ehrlich. Oft musste ich schmunzeln, nickend beipflichten und das, obwohl ich nun wirklich nicht die Lebenserfahrung von über 60 Jahren aufweisen kann. Ich fühlte mich einfach angesprochen und stellte dabei mit jeder Seite fest, mit welcher Herzensgüte und Wärme die Autorin ihren Charakter darstellte. Dieser Roman ist das intensive Portrait eines Lebens, mit all seinen Höhen und Tiefen.
 
Ich habe es immer komisch gefunden, seine Memoiren zu schreiben. Es hat etwas Peinliches. [...] Bevor man abtritt, bringt man noch schnell auf Hochglanz, was man nur kann, man wischt Staub und kehrt allen Dreck unter den Teppich. - Seite 29
 
Es lässt uns zum einen am bunten Lebensweg zweier Freunde teil haben: Rebellen zwischen kunterbunten Hippies mit Joints im Mundwinkel und einer heroischen Vaterfigur, neben der Jean-Pierre selbst so klein und unscheinbar wirkte. Ein aufregendes Leben, getragen von einem Erzählstil, der bunte Bilder vor den Augen entstehen lässt, ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert und immer wieder wahre Lachsalven provoziert. Amüsant, zynisch und gleichzeitig tiefsinnig greift Roger auf ihr breitgefächertes Repertoire an Ideen zu und zeigt mit einfachen, aber wirkungsvollen Worten den Wert einer wahren Freundschaft.
 

Man lebt nur einmal... Carpe diem!

 

Im Kontrast dazu lässt die Autorin tief in die Abgründe des Lebens blicken. Ich möchte dazu nicht zuviel verraten, aber ich musste mich doch ein ums andere Mal nachdenklich zurücklehnen. Dass das Leben kein Zuckerschlecken ist, bekommen wir alle im Laufe unserer Zeit zu spüren. Womit wir bei den ernsten und nachdenklich machenden Facetten dieses Romans wären. »Das Leben ist ein listiger Kater« zeichnet auch das Portrait eines Menschen, der manches bedauert, der in sich geht und merkt, wie ihm das Leben langsam entgleitet, zwischen den Fingern zerrinnt. So erinnert er sich an sein erstes Fahrrad, oder den Geruch von Mutters Putzmitteln. 67 Jahre gehen an einem Menschen nicht spurlos vorüber, das merkt man deutlich an Protagonist Jean-Pierre. Wie gerne er manches anders gemacht hätte, aber auch in vielen Situation genauso wieder genauso handeln würde, beweist die Vielschichtigkeit dieses Charakters.
 
Eine Dummheit, die von Herzen kommt, ist leichter zu verzeihen als ein bequemes Schweigen. Sie ist auch schneller vergessen. - Seite 47
- absolutes Lieblingszitat! -
 
 
Autorin Marie-Sabine Roger hat mit diesem alten Kauz ein real wirkendes Portrait eines Mannes geschaffen, der, gerade weil er Ecken und Kanten hat, so interessant und authentisch ist. Seine schnörkellosen Gedankengänge wusste ich zu jedem Zeitpunkt nachzuvollziehen und mit seiner Ehrlichkeit und ungeschminkten Direktheit konnte er bei mir punkten. Die Autorin wechselt zwischen der gegenwärtigen Situation im Krankenhaus und Jean-Pierres Vergangenheit hin und her, ohne dabei den roten Faden zu durchtrennen. Dabei spricht sie auch gesellschaftlich kritische Themen an, berichtet schonungslos aus dem Alltag eines obdachlosen, schwulen Studenten und berührte damit mein Herz. Gerade diese zart geknüpften Freundschaftsbande zwischen den Generationen, Alt und Jung, macht den Charme dieses Buches aus.
 

Ein Buch, das lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Als ich die letzten Worte gelesen hatte und das Buch sanft zuklappen ließ, war dies ein wehmütiger Abschied. Das Ende überraschte mich noch einmal positiv und ließ mich mit einem guten Gefühl im Bauch zurück. Gerne hätte ich noch ein wenig mit Jean-Pierre an der Seine gesessen und über sein Leben philosophiert. Dieser Roman wirkt auch heute, zwei Wochen nach dem Beenden nach und wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Heute zog mit »Das Labyrinth der Wörter« ein weiteres Buch der Autorin in der Büchernische ein, welches übrigens 2010 mit Gérard Depardieu und Gisèle Casadesus in den Hauptrollen verfilmt wurde. Über diesen Roman habe ich schon viel Gutes gehört. Kennt ihn vielleicht schon jemand von euch, oder habt ihr den Film gesehen?
 
Manchmal verdrücke ich ein Tränchen.
Das ist die Inkontinenz der Erinnerung, das Bettnässen der Gefühle. - Seite 73
 
Mein Fazit: Eine Ode an das Leben, an die Freundschaft! Ein Roman, der auf liebevolle, witzige und leicht sarkastische Weise zeigt, wie lebenswert das Leben sein kann und wie sehr man es in all seinen Aspekten leben sollte, denn man lebt nur einmal. Marie Sabine Roger hat mit farbintensiven, gekonnt platzierten und rhetorisch federleichten Worten das Portrait eines Menschen gemalt, das eindrucksvoller und authentischer nicht sein könnte. Wie das Cover mit seinen Tuschestrichen überzeugt die Autorin mit einem schwungvollem Plot voller literarischer Farbtupfer! 

Lesehighlight 2014 | Kategorie Romane
Prädikat: Lesehighlight der Büchernische
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review 2014-03-08 13:12
Superschöne und humorvolle Liebesgeschichte die Lust auf mehr macht
Zuckersüßes Chaos - Miranda J. Fox

 

»Und? Wie war dein erster Tag?«, fragte Vicky und setzte sich mir gegenüber.

 

Wenn du meinen Körper in Aktion sehen willst, musst du mich nur fragen, Rotschopf. Jederzeit. Bloß nicht schüchtern sein«, sagte er träge lächelnd.»Danke, da laufe ich mich lieber zu Tode«, gab ich zurück. Das Lächeln, das er mir darauf schenkte, hätte mich vorwarnen sollen, aber da Jason ständig über meine Kommentare lachte, hatte ich auch dieses für harmlos gehalten.

 

Damit hat die 22 jährige Studentin Claire nicht gerechnet, denn als sie zu ihrer reichen Cousine Vicky ins Haus zieht, wollte sie eigentlich nicht viel mehr als in ihren Büchern versinken und lernen. Doch es kommt natürlich anders. Zuerst reisst sie der blonde Traumboy Taylor sprichwörtlich von den Beinen, dann schleppt sie Partygirl Vicky ( die weder Party noch Männer auslässt) auf eine Party. Leider kann Claire diese nicht richtig geniessen denn dort lernt sie Jason ( sie nennt ihn 'Arschloch') kennen. Tatsächlich scheint dieser dunkelhaarige Frauenschwarm ein besonders furchtbarer Vertreter der Gattung Mann zu sein: er hat zahlreiche Frauengeschichten und zu Claire ist er nicht gerade nett *grins*. Vielmehr ist er für sie das berühmte "rote Tuch" und bringt sie regelmäßig zum Ausrasten.

Als sie ihn schließlich sogar noch täglich ertragen muss, scheint es für Claire die Hölle auf Erden zu werden, doch Jason kann auch anders und Claire wäre nicht Claire wenn sie sich alles gefallen lassen würde.

 

Claire; 22, süß, Buchverliebt und ehrgeizig. Sie hat Sinn für Humor und ist schlagfertig, sie wirkt sympathisch und gibt nicht so schnell auf. Ich hatte sie gleich gerne, vorallem weil sie Bücher liebt und eine kleine Kämpfernatur in ihr steckt. Ganz so wie das nette Mädchen von Nebenan, das man gerne hat.

Taylor; 23, blonder Sunnyboy und Quarterback der Schulmanschaft. Er ist wohlhabend, höflich und wohl der Traum einer jeden Schwiegermutter. Er ist lieb, nett und zuvorkommend, die Mädchen stehen auf ihn aber leider bleibt er im Buch immer etwas im Hintergrund. Gegen Claire und Jason wirkt er für mich ein wenig zu farblos.

Vicky; Claires, blondes Cousinchen, Partygirl wie es im Buche steht mit einer frechen und lebensfroh-lockeren Art, so das man auch sie einfach gerne haben muss. Für Claire ist sie Verwandte und Freundin zugleich, sie hört immer zu (ausser ihr Handy ist mal wieder aus), feiert gerne und wechselt ihre Männlein öfters, trotzdem macht sie auf mich einen herzlichen und freundlichen Eindruck, sie geniesst ihr Leben und ich gönne es ihr.

Jason; 24, der "BadBoy" , dunkle Haare, dunkle Augen und stets in schwarz gekleideter Traumman mit perfektem Körper- was will Frau mehr?  Er ist schlagfertig, frech, selbstbewußt, attraktiv, sexy, nicht immer zu durchschauen. ATTRAKTIV ( ja hatten wir schon aber...) hilfsbereit und - ein Arschloch! Jedenfalls sieht Claire es so, denn er ist eben kein Junge den sie gewöhnt ist. Er ist leicht rücksichtslos, provoziert gerne oder machen wir es kurz: er ist ein richtiger "Böser Junge". Und doch hat auch er eine andere Seite die ihn auch für Claire interessant macht.

 

Wow ich habe dieses Buch in einem Zug durchgelesen. Ich bin über die Seiten geflogen und habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. Die Wortgeplänkel zwischen Claire und Jason sind einfach göttlich. Ich konnte mir desöfteren ein Grinsen nicht verkneifen. Der leichte und flüssige Erzählstil , die Handlung und die gut entworfenen Figuren haben mir ein paar schöne Stunden guter Unterhaltung geschenkt.

Besonders die frische Priese Humor hat dem Ganzen noch die nötige Würze verliehen. Wichtig zu wissen: Dieses Buch ist als 2 Teiler geplant und endet mit einem sogenannten "Cliffhänger" was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tut sondern vielmehr Lust auf die Fortsetzung macht. Und die muss ich einfach lesen. Von mir eine klare Kaufempfehlung.

 

 

Zuckersüßes Chaos hat sich bei mir 5 von 5 Schmetterlingen verdient.

 

 

 
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review 2013-05-26 13:33
Muttertier @n Rabenmutter - Liebsch & Mestrovic
Muttertier @n Rabenmutter: Roman - Nives Mestrovic Sonja Liebsch

Sonja Liebsch & Nives Mestrovic
Muttertier @n Rabenmutter
Gegenwarts-, Frauenroman
Gmeiner Verlag, 2011
TB, 280 Seiten, 9,90 €
Kindle-Edition: 8,99 €
hier: Gratisdownload von Thalia.de
gelesen auf dem iPad mit der Thalia-eReading-Lese-App
ASIN: B004TTHL4Q

 

Bewertung: 

 

Inhaltsangabe (Amazon):

 

Zehn Jahre haben Maxi und Hanna nichts mehr voneinander gehört. Dabei waren die beiden Rheinländerinnen bis zu Maxis Hochzeit beste Freundinnen. Damals hatte ein Tsunami in weiß für die anhaltende Funkstille gesorgt.Ausgerechnet beim Surfen im Internet treffen sie sich wieder. Ein paar E-Mails später stellen Maxi und Hanna fest, dass sie inzwischen wieder einiges gemeinsam haben: Einen ganzen Stall voller Blagen, Dauerstress im Alltag und keine Aussicht auf ein geregeltes Einkommen. Endlich sind sich die zwei wieder einig: Für ihr Mutterglück brauchen sie ganz schnell einen Job …

 

Kürzlich sah ich auf Facebook, dass Thalia.de obiges Buch an einem Tag kostenlos zu Download zur Verfügung stellte. Die Kritiken waren gut, und so meldete ich mich an und versuchte geschlagene 90 Minuten lang das eBook über den Download-Link in mein Adobe Digital Editions zu bekommen, das Programm, das ePub-eBooks auf meinem Rechner speichern kann. Es klappte einfach nicht. Also las ich nach, wie ich nun das “gekaufte” eBooks trotzdem lesen konnte und erfuhr, dass es eine eReading-Lese-App für das iPad gibt. Et Voilà, ich installierte, meldete mich an, das eBook materialisierte sich.

 

Natürlich hatte ich nicht das Kleingedruckte gelesen, ging einfach von den Gegebenheiten wie bei Amazon aus: einmal gekauft – für immer meins. Nun erfuhr ich durch Zufall auf einem Blog, dass der Downloadlink wohl nur 100 Tage lang zur Verfügung steht. Puuuh, Glück gehabt, dass ich nichts bezahlen musste, sag ich da mal. Allerdings habe ich nun auch das eBook auf die Leseliste ganz weit oben angesetzt, denn auch die eReading-App ist nicht das, was ich gewohnt bin. Die Möglichkeit zu markieren, sich Notizen zu machen oder auch das Verbinden mit Netzwerken scheint nicht integriert zu sein. Also schnell lesen und App wieder löschen.

Nun habe ich das Buch also gelesen, habe öfter schmunzeln müssen, und da ich nah am Wasser gebaut hab, auch das eine oder andere Tränchen verdrückt.

 

Das Buch ist gut zu lesen, allerdings kann ich, was die Problematik angeht, nicht mitreden, obwohl ich alleinerziehende Mutter dreier Kinder war. Allerdings scheint Vieles “zu meiner Zeit” oder/und in Niedersachsen noch anders gewesen zu sein. Dabei bin ich gar nicht soooo viel älter… Ich bin ein Kind der 60er und hatte das Problem nicht, als Mutter keine Arbeit zu bekommen, und irgendwie bekam ich Kinder, Haushalt und Arbeit immer unter einen Hut. Es musste ganz einfach gehen, auch ohne die Hilfe von so guten Freunden, wie die beiden in dem Buch haben.

 

Allerdings sind viele Freundschaften auf der Strecke geblieben, denn dafür war dann doch keine Zeit mehr. Die finde ich nun langsam wieder über das uns mittlerweile alle verbindende Netzwerk.

 

Alles in allem ist das Buch unterhaltsame, humorvoll geschriebene Lektüre, die darauf aufmerksam macht, dass auch Mütter arbeiten und Geld verdienen wollen und können.

 

Ich gebe 07/10 Punkte.

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2013/05/kurzrezi-muttertier-n-rabenmutter.html
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review 2012-11-18 20:00
Humorvoll & kritisch!
Lieber Mischa (...der du fast Schlomo Adolf Grinblum geheissen hättest, es tut mir so leid, dass ich dir das nicht ersparen konnte: Du bist ein Jude) - Lena Gorelik

Lena Gorelik ist Jüdin. Sie lebt in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit des Holocaust und dies stellt sie in ihrem Buch beeindruckend amüsant dar! Sie ist in den 90er Jahren von Russland nach Deutschland gezogen, wurde dort als “Kontingentflüchtling” aufgenommen und lebt seitdem mit Mann und Kindern in München. Gerade ist sie Mutter geworden und möchte in ihrem Sohn im neuesten Buch erklären, warum er auf seine ungewöhnliche Nase stolz sein kann oder wie er es schafft, unter die Top10 der coolsten Juden zu kommen! 

 

Klischees? Aber gerne!

 

Ich habe schon einige Bücher rund um Religion gelesen, habe brav im Unterricht in der Schule gesessen und den Unterschied zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen gelernt, aber so humorvoll und befreiend hat sich noch niemand mit den gängigen Klischees befasst wie Lena Gorelik. Ich bin absolut angetan von ihrem Schreibstil, der mich regelrecht durch die Seiten fliegen lässt, schmunzelnd über Randkommentare - ja, richtig gelesen, am Rand wurden in kleingedruckter Schrift Kommentare eingefügt, die dem Ganzen eine besondere Note verleihen- und Kommentaren zu Kommentaren und natürlich Kommentaren zum Kommentar zum Kommentar!

 

Köstlich, einfach nur herrlich ist dieses Buch auf den seinen insgesamt 185 Seiten. Vom Hund, der typisch jüdisch zwischen Milch und Fleisch essen eine Pause einlegt, indem er nur das Hähnchen vom Corden-bleu separat frisst, den Schinken verschmäht und den Käse zum Abschluss vertilgt bis zum Lieblingshobby eines Juden: dem ausgiebigen Feiern mit dazugehörigem Festmahl – wenn man es denn als solches bezeichnen kann, was teilweise offensichtlich nicht immer der Fall ist – ist alles drin, was unter den gängigen Klischees eines Nichtjuden über ein jüdisches Mitglied der Gesellschaft verbreitet ist.

 

Aus dem Kapitel “Zehn Gebote für G”tt: 8. Gebot Du sollst George Clooney nicht die Nespresso-Kapseln klauen. (Und eine Frage hierzu: Siehst du aus wie John Malkovich, oder ist John Malkovich du?) – Seite 146

 

Die Autorin geht mit diesem Thema so humorvoll und erfrischend witzig um, dass es eine wahre Freude ist, dieses kleine 185 Seiten schlanke Buch zu lesen! »Klein, aber oho« trifft es hier auf den Punkt! Sie richtet das Buch an ihren kleinen Sohn, um ihm zu erklären, dass er ein Jude ist, und dafür kann er nichts, das ist einfach so. Sie gibt aber gleich Entwarnung, denn sie ist nicht die typische jüdische Mutter, die ihrem Kind gefühlte zwanzig Mal am Tag hinterhertelefoniert, um sich zu vergewissern, dass mit dem wohlgemerkt erwachsenen Nachwuchs alles in bester Ordnung ist. Schmunzeln erlaubt, Lachen ebenso! Ja, es ist ein wahrlich schwieriges Thema, sagt nun so mancher deutscher Bürger. Warum denn? Darf man sich nicht humorvoll über das Judentum äußern?

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Source: www.buechernische-blog.de/lena-gorelik-lieber-mischa-der-du-fast-buchrezension
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