logo
Wrong email address or username
Wrong email address or username
Incorrect verification code
back to top
Search tags: Piraten
Load new posts () and activity
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-05-03 16:05
Rezension | Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans von Mackenzi Lee
Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines G... Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans - Mackenzi Lee,Gesine Schröder

Beschreibung

Der 18-jährige Sir Henry Montague liebt es das Leben in vollen Zügen zu genießen. Dazu gehören jede Menge Alkohol, Liebschaften und die Abenteuer mit seinem besten Freund Percy. Bevor der Ernst des Lebens beginnt, steht für Monty, seine Schwester Felicity und Percy jedoch noch eine Bildungsreise, auch Cavaliersreise genannt, an.

 

Wie könnte es anders sein? Auf der Cavaliersreise ist Monty die meiste Zeit über betrunken und tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Außerdem verliert die junge Reisegesellschaft durch einen Überfall durch Wegelagerer auch noch ihren Hofmeister und jegliche Aussicht auf eine vergnügliche und bequeme Reise. Monty, Percy und Felicity stehen dafür jede Menge Abenteuer und Kämpfe bevor. Die offensichtlichen Kämpfe gegen Wegelagerer und Piraten sind dabei nicht immer die schwerwiegendsten, der Kampf gegen ihre Gefühle füreinander treiben Monty und Percy immer weiter auseinander…

 

Meine Meinung

 

Mit dem Jugendroman „Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans“ ist zum ersten Mal ein Roman der Autorin Mackenzi Lee in deutscher Sprache erschienen. In ihrem Roman behandelt die Schriftstellerin das Thema der Bildungsreise, auch „Grand Tour“ oder „Cavaliersreise“ genannt, die für die Söhne des damaligen europäischen Landadels üblich war und vor allem kulturelle Ziele in Mitteleuropa, Italien und Spanien hatte.

 

"Es hat sich nichts verändert, und doch ist nichts, wie es war." (Seite 196)

 

Ich liebe Romane in denen historische Fakten und Details mit einem fiktiven Plot zu einer lebendigen Geschichte verwoben werden. Genau dies ist Mackenzi Lee mit ihrer „Cavaliersreise“ hervorragend gelungen! Hinzu kommen zudem noch ein wahnsinnig mitreisender und erfrischender Schreibstil, der das Buch mit Witz und gelungenem Spannungsbogen zu einem richtigen Pageturner macht. Also VORSICHT, wenn du zu diesem Buch greifst solltest du genügend Zeit haben, denn einmal begonnen wirst du es nicht mehr aus der Hand legen können.

 

Besonders geschickt verleiht die Autorin ihren Figuren während des Handlungsverlaufs den nötigen Feinschliff. Ohne es richtig zu bemerken wachsen einem Monty, Percy und Felicity immer mehr ans Herz. Monty (Spitzname von Sir Henry Montague) ist zuerst ein wahrer Unsymphat mit seinem übermäßigen Alkoholgenuß und seinem fehlenden Verantwortungsbewusstsein. Doch je mehr ich über Monty laß, seine Entwicklung und Vergangenheit mit erlebte, desto mehr mochte ich ihn. Ähnlich erging es mir mit Montys Schwester Felicity, die zuerst ziemlich blass erscheint, mit fortlaufender Zeit aber immer mehr Reiz gewinnt. Sehr beeindruckend fand ich, dass Felicity ohne mit der Wimper zu zucken ihre Frau steht, und im Vergleich zu ihren männlichen Reisebegleitern um einiges reifer wirkt. Percy war für mich immer der ausgleichende Ruhepol in dieser Dreierkonstellation, der sich trotz des Päckchens das er zu tragen hat, selbst zurücknimmt.

 

Mehr Diversity kann man sich in diesem Roman kaum vorstellen. Die Autorin Mackenzi Lee hat sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, möglichst viele Themen anzuschneiden die im 18. Jahrhundert gegen die gesellschaftlichen Gepflogenheiten verstoßen haben. Monty fühlt sich zu Frauen und Männern hingezogen und verliebt sich schließlich in seinen allerbesten Freund. Felicity ist eine starke Frau die sich von der dominierenden Männerwelt nicht unterbekommen lässt und sich gegen die damaligen Regeln Wissen auf eigene Faust aneignet, um einen Beruf ausüben zu können. Percy hat eine dunkle Hautfarbe und wird zwar von seiner Familie, bestehend aus Onkel und Tante, akzeptiert – in der Gesellschaft ist er allerdings nicht gerne gesehen. Von dem ein oder anderen wird er als Angestellter oder gar Sklave angesehen.

 

"Und so endete der Abend, der mit Poesie und Feuerwerk begann, in dem peinlichsten Schweigemarsch nach Hause, den je zwei Menschen gemeinsam absolvieren mussten." (Seite 58)

 

Für mich ist „Cavaliersreise“ eine rundum gelungener Roman der keine Wünsche offen lässt. Der Plot bietet reichlich Action mit historischen Einflüssen, aber auch die emotionale Seite wird mit einer hinreißenden Liebesgeschichte abgedeckt, die jedes Herz zum schmelzen bringt. Die liebevoll gezeichneten Charaktere runden die ganze Geschichte ab.

 

Fazit

 

Ein Roman zum mitfiebern, lachen und Tränen vergießen. Das alles vor dem mitreisenden historischen Hintergrund einer Bildungsreise im 18. Jahrhundert. Das muss man unbedingt gelesen haben!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-cavaliersreise-die-bekenntnisse-eines-gentlemans-von-mackenzi-lee
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2017-03-09 04:20
Rezension | Peter Pan von James M. Barrie
Peter Pan - James M. Barrie Peter Pan - James M. Barrie

Beschreibung

 

Die Kinder der Familie Darling wachsen in einem behüteten Elternhaus auf und werden von dem tierischen Kindermädchen Nana auf das Herzlichste umsorgt. Alles geht seinen gewohnten Gang bis die Kinder eines Tages Bekanntschaft mit Peter Pan, dem Jungen der nie erwachsen werden möchte, schließen. Gemeinsam mit Peter und seiner Fee Tinker Bell reist Wendy mit ihren jüngeren Brüdern John und Michael ins Nimmerland um Abenteuer zu erleben, den verlorenen Jungen Geschichten zu erzählen und ihnen eine Mutter zu sein.

 

Meine Meinung

 

Das Kinder- und Jugendbuch „Peter Pan“ von James M. Barrie gehört wahrlich zu den Klassikern des frühen 20. Jahrhunderts. Es gibt wohl kaum ein Kind das nicht die Geschichte des jungen Peter Pan kennt, der von Zuhause fortgelaufen ist um niemals erwachsen zu werden. Seine Heimat ist das märchenhafte Nimmerland in dem er Anführer der „Verlorenen Jungs“ ist und es vor Abenteuern nur so wimmelt.

 

Gemeinsam mit Wendy, John und Michael treten wir eine farbenfrohe Reise an, sehen ungewöhnliche Orte und machen Bekanntschaft mit Nixen, Indianern, Piraten und natürlich den verlorenen Jungen. Besonders faszinierend ist das unterirdische Heim der verlorenen Jungen, die Bucht der Nixen und die Jolly Rogers, das Schiff des berüchtigten Captain Hook.

 

Die Figur des Peter Pan trat zum ersten Mal in einem Theaterstück ins Rampenlicht dieser Welt und verzaubert seither die Menschen. Egal ob auf der Bühne oder als weit verbreiteter Disney Filmklassiker – Peter Pan erobert die Herzen von jungen Menschen die niemals erwachsen werden wollen ebenso wie Erwachsene die sich durch die Gesichte wieder jung fühlen. Auch ich kann mich diesem Sog nicht entziehen – schon der Disney Film hat mich in meiner Kindheit verzaubert, und das Broadway Musical „Finding Neverland“ (welches die Entstehungsgeschichte Peter Pan’s erzählt) hat mich sogar zu Tränen gerührt. Doch das Originalbuch zur Peter Pan Geschichte kannte ich bisher noch nicht!

 

Diese wunderschöne bibliophile Ausgabe des Kinderbuchklassikers aus dem Hause Coppenrath ist ein Genuss für Auge und Herz und bietet die wunderbare Möglichkeit endlich die Originalgeschichte von Peter und Pan in der deutschen Übersetzung zu erobern. Durch diverse Extras wie Landkarten, Zeitungsausschnitte und Drehscheiben wird die märchenhafte Welt des Nimmerlands greifbar und zu einem ganz Besonderen, interaktiven Leseerlebnis für Groß und Klein. In jeder Seite steckt so viel Liebe fürs Detail, dass auf jeder Seite erneut eine spannende Entdeckungstour lockt.

 

Nach den vielen phantastischen Abenteuern, die die Kinder mit Peter Pan erleben, schleicht sich eine tief gehende Nachdenklichkeit in den Vordergrund. Wendy möchte mit ihren Brüdern zurück zu ihren Eltern, da begreifen auch die verlorenen Jungen, was sie schon die ganze Zeit sehnlichst vermissen – Ihre richtigen Eltern, sowie das größte Abenteuer des Lebens, erwachsen zu werden. Zurück bleibt ein immerwährend junger Peter Pan…

 

Diese Lektüre weckt das Kind in mir, so dass ich einfach nur klatschen und laut ausrufen möchte: Ja, ich glaube an Feen!

 

Über den Autor

 

James M. Barrie wurde am 9. Mai 1860 in Schottland geboren und schloss 1882 sein Studium als Master of Arts an der Universtität Edinburgh ab. Er arbeitete als Journalist und schrieb Theaterstücke. Berühmt wurde er 1904 mit dem Stück/Buch „Peter Pan“.

Fazit

 

 

Diese wunderschöne Peter Pan Ausgabe verbindet einen literarischen Klassiker mit modernen und interaktiven Details, die mein Leseherz deutlich schneller schlagen lassen!

Source: www.bellaswonderworld.de/rezensionen/rezension-peter-pan-von-james-m-barrie
Like Reblog Comment
show activity (+)
review 2016-03-23 10:10
Kannibalistische Motorradgangs, Piraten und tanzende Zombies am Ende der Welt
Don't Eat the Glowing Bananas - David D. Hammons

Habt ihr schon gehört, dass Netgalley nach Deutschland kommt? Ja, es gibt nun eine deutsche Version, über die deutsche Buchtitel angefragt werden können. Mich freut das sehr, denn das Prinzip ist großartig. Wo sonst können Rezensent_innen so unkompliziert mit Verlagen und Autor_innen in Kontakt treten, um genau die Bücher zu lesen und zu besprechen, die sie interessieren? Ich habe mit dem amerikanischen Original bisher ausschließlich positive Erfahrungen gesammelt und kann euch nur empfehlen, die deutsche Variante auszuprobieren. Ohne Netgalley wäre mir „Don’t Eat the Glowing Bananas“ von David D. Hammons vermutlich niemals begegnet. Das verführerisch schlichte Cover und der verrückte Titel zogen mich magisch an. Der Klappentext versprach eine ebenso verrückte Geschichte, der ich nicht widerstehen konnte. Ich bewarb mich und wurde akzeptiert.

 

Die Welt verabschiedete sich mit einem Knall. Was der nukleare Fallout nicht auslöschte, veränderte und verdrehte er. Aber das bedeutet ja noch lange nicht, dass man in den Überresten der Erde nicht ein wenig Genuss finden kann. Henry Rosetta, der sich stets als Hank Rose vorstellt, ist ein Foodie der Postapokalypse. Zwischen zerstörten Highways und Städten probiert er, was immer seinem anspruchsvollen Gaumen angeboten wird und verteidigt eine Mahlzeit notfalls auch gegen nomadische Kannibalen. Radioaktive Speisen sind seine Leidenschaft, doch was Hank tatsächlich antreibt, ist die Frage, warum die Bomben fielen. Angeblich wartet die Antwort in New Dallas, eine Stadt, die von einem Tyrannen regiert wird. Seite an Seite mit dem grünhäutigen, tentakelarmigen Mutanten Lewis und der rachedurstigen Attentäterin Zoe kämpft sich Hank durch Scharen von Fast-Food-Soldaten, Piraten und tanzenden Zombies um endgültig herauszufinden, wieso die Welt ausradiert wurde.

 

Ich schätze, ich sah beim Lesen von „Don’t Eat the Glowing Bananas“ ziemlich dämlich aus, weil mir ständig der Mund offenstand. Dieses Buch ist so witzig, abgedreht und bizarr, dass ich teilweise fast nicht glauben konnte, was ich da las. Die Ideen der Geschichte sind dermaßen absurd, dass ich sie nicht mal hätte träumen können. Stellt euch eine zerstörte Welt vor, voller von der Wucht des nuklearen Einschlags verformten Trümmern und Wrackteilen. Denkt an Staub und flirrende Hitze, an eine unbarmherzige Sonne und eine ausgestorbene Landschaft. Habt ihr das Bild? Gut, dann bevölkert es nun mit kannibalistischen Motorradgangs, die neben ihrer eigenen Art auch problemlos Stahl und Holz verspeisen, Menschen, die gerade so noch sprechen können und versuchen, Suppe mit einem Schraubenzieher zu löffeln, einer Armee, die während eines Angriffs „Möchten Sie Pommes dazu?“ brüllt und einem freundlichen Mutanten, dessen Blut zwar ätzend ist, der sich aber nichts mehr als Freunde wünscht. Das Ergebnis eurer Fantasie kommt vermutlich nicht ganz an „Don’t Eat the Glowing Bananas“ ran, doch es sollte euch einen Eindruck davon vermitteln, welch ein wunderbar charmantes Chaos das Buch zu bieten hat. Ich habe mich scheckig gelacht. Diese Reise durch eine Welt der Ruinen ist erfrischend, überraschend und völlig unglaublich. Ich durfte darüber schmunzeln, wie Menschen auf ihre grundlegendsten Triebe und den unbedingten Willen zum Überleben reduziert wurden. Der Protagonist Hank setzt die eher begrenzte Intelligenz seiner Artgenossen in das richtige Verhältnis, da er sich Eloquenz und Kultiviertheit bewahrte. Er begegnet der Verrücktheit seiner Umgebung mit einer kühlen, amüsierten Distanz, die es mir erleichterte, die Absurdität der Szenen überhaupt erst richtig zu erfassen. Ich wusste nie, was hinter der nächsten Biegung auf mich und die Figuren warten würde, denn David D. Hammons bietet so gut wie keine Erklärungen an, sodass es mir unmöglich war, vorauszuahnen, was als nächstes passieren würde, fühlte mich aber nie unsicher oder verwirrt. Ich ließ den Wahnwitz der Geschichte auf mich einstürzen und hatte köstlichen Spaß daran, Hammons Postapokalypse auf eigene Faust zu entdecken. Ich sprang kopfüber hinein in die Action, ritt auf den rasanten Wellen der sich schnell entwickelnden Handlung und dank Hanks Suche nach Antworten erschloss sich mir seine Welt dabei beiläufig und unkompliziert. Trotzdem musste ich natürlich vieles einfach hinnehmen ohne zu hinterfragen, wie zum Beispiel mein absolutes Highlight des Buches: die tanzenden Zombies. Wer denkt sich sowas aus?
Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich euch eröffne, dass Hank die Antwort auf die Frage, warum die Bomben fielen, tatsächlich findet. Diese Antwort ist ganz und gar unbefriedigend, dafür aber auch ganz und gar menschlich. Ich kann mir absolut vorstellen, dass das Ende der Welt so ablaufen könnte. Die dargestellte Sinnlosigkeit der globalen Zerstörung lässt auf einen aufmerksamen Beobachter der Realität schließen, der angesichts dessen, was er sieht, jedoch nicht in Melancholie verfällt, sondern erst recht Gründe zum Lachen sucht. David D. Hammons ist ein Autor, der die reellen düsteren Zukunftsaussichten der Menschheit mit Leichtigkeit in einen fiktiven bunten Zirkus verwandelt. Für diesen verspielten Optimismus bewundere ich ihn zutiefst.

 

Ich kann euch „Don’t Eat the Glowing Bananas“ nur wärmstens empfehlen, denn es ist wirklich lustig und verrückt. Natürlich muss man für ein Buch wie dieses in der Stimmung sein, doch wenn euch danach ist, herzhaft zu lachen, liegt ihr mit dieser abgedrehten Postapokalypse genau richtig. David D. Hammons‘ Zukunftsvision mag bedrückend sein, doch seine Handlung vermittelt eine fröhliche Leichtigkeit, die für sich allein bereits zum Grinsen einlädt. Das Ganze ist mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren garniert, die man gern begleitet und schnell ins Herz schließt. Falls ihr also Lust habt, einem Foodie zum Ende der Welt zu folgen, nur zu. Aber nicht vergessen: Finger weg von leuchtenden Bananen!

 

Vielen Dank an Netgalley und Curiosity Quills Press für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/03/23/david-d-hammons-dont-eat-the-glowing-bananas
Like Reblog Comment
review 2015-06-03 13:18
Bruderschaft der Küste: Gay Historical Romance - Chris P. Rolls

 



 

 

 


 

In einem Satz: Mir hat es super viel Spaß gemacht diese Geschichte zu lesen - mehr davon
 
Bruderschaft der Küste erhält 5 von 5 Herzchen
 
 
Like Reblog Comment
review 2015-05-13 15:29
Extraordinäre Entermesser
Schwarze Jagd: Roman (German Edition) - Chris Wooding
 „Es war Zeit ein Held zu werden.“

Ein Jahr ist vergangen und niemand hat jemals erfahren, was die Crew des fliegenden Schrotthaufens 'Ketty Jay' durchgemacht hat, was sie bewirkt hat, welche Fehler geschehen sind. Aber wie heißt es doch so schön: Kein Pirat möchte, dass sein Name groß bekannt wird, denn bekannt sein bedeutet auch auf einem Steckbrief ausgeschrieben zu werden. So ergeht es nämlich Trinica Dracken, der Piratenkönigin: schwarze Montur, weiß gefärbte Gesichtshaut, zerrupfte blonde Haarbüschel und schwarze Kontaktlinsen sind ihr Markenzeichen. Sie ist der Dolch im Rücken, ihr Preis ist hoch, aber nicht weniger gefährlich. Und kaum ist Frey sie am Ende des ersten Teils los, taucht sie auch schon wieder auf und raubt ihn aus. Das entwickelt sich in Teil 2 der ‚Ketty Jay Reihe‘ zu einer richtigen Gewohnheit. Wo sie nur kann, macht sie dem Kapitän das Leben schwer. Kein Wunder, dass er die Nase gestrichen voll hat von ihr, von Kapitän Grist, der nicht nur mit Hustenanfällen und seinem Zigarrengeruch unangenehm auffällt, nein auch er legt ihn so richtig rein.

Die Rake-Karten sind wieder einmal gegen Frey und seine Crew. Die nach wie vor aus denselben besteht. Dämonist Crake mit seiner an ‚Full Metal Alchemist‘ erinnernden Golemkonstruktur: Bess. Halb-Manin Jez, die Navigatorin die weder zu Essen noch Schlaf benötigt und im Dunkeln sehen kann. Silo, der ehemalige Sklave der verfeindeten Sammies, Schiffsingenieur der das Ding, welches sie alle ihr zu Hause nennen in der Luft hält. Pinn, der dickliche hässliche Kerl, der eines der Begleitschiffe fliegt und seiner Lisinda hinterherträumt und zu blöd ist um Angst vorm Tod zu haben. Harkins, der zweite Begleitflieger, der einzig und allein dafür lebt fliegen zu dürfen, sich andauernd in die Hose macht und ein heimliches Faible für Jez hegt. Malvery mit der grünen Brille, der Alkoholiker der nur zu gern mit der Flinte ballert und wenn er Leute nicht auseinanderschießt wieder versucht zu flicken. Und Schlacke: der Bordkater, welcher als Veteran noch nie außerhalb des Schiffs war, im ewigen Krieg die Rattennester in den Lüftungsschächten aufspürt und mit Wonne Harkins versucht im Schlaf zu ersticken.
 
 „Verdammt, er hasste sie.
Aber verdammt, mit welch
liebevoller Begeisterung er das tat.“

Und doch, obwohl es den Anschein hat, das auch in Teil 2 alles nach demselben Prinzip läuft und die Jungs und Mädels in ihre alten Gewohnheiten zurückfallen, passiert auf diesen 700 Seiten doch so einiges. Bekannte Gesichter tauchen wieder auf. Die Zenturienritter erhalten Gelegenheit zu glänzen, die ‚Ruhestifter‘ des Erzherzogs sind richtige Charmebolzen wenn man sie erst einmal kennt. Auch Freys Exverlobte erfreuen sich an seinem spärlichen Auftreten. Der Gute hat nämlich wirklich ein eklatantes Problem damit sich mit einer der hübschen, kultivierten und reichen Frauen in einer Villa niederzulassen. Und schlägt alle Chancen aus ein tolles und luxuriöses Leben zu führen.
Dank der Amnestie aus dem ersten Teil schlagen sich die Mitglieder mehr schlecht als recht durch und dringend benötigte Teile für die Mechanik sind in weiter Ferne. Ständig wird darauf angespielt, dass man jeden Augenblick vom Himmel fallen könnte.

Aber wie immer geht es doch irgendwie weiter. Und es kommt wie es kommen muss. Es gibt ein weiteres Angebot: „Ungeheurer Reichtum, sagen Sie?“ Und während ich mir noch denke: Ach, Frey… tapp doch nicht zweimal in dieselbe Falle, weiss ich schon, dass er es tun wird. Und er reißt seine Crew wieder mit in ein Abenteuer, aus dem sie sich kaum mehr mit heiler Haut retten können. Wieder mischt er ganz oben bei den schweren Jungs mit. Ehre, Mut, Heldentum… all das ist er nicht! Und seine Leute schon gar nicht. Sie sind alles abgehalfterte Wracks menschlicher Existenzen - jeder mit seinem eigenen Dämonen, seinen Geheimnissen und Problemen. Aber zusammen funktionieren sie kurioserweise. 
 „Blut und Staub, Frey!
Nimm dich zusammen!
Du bist doch angeblich ein Mann!“

Es geht um eine Kugel die nun mehrmals den Besitzer wechselt und die angeblich zum ‚Tod Tausender‘ führen wird. Und da Frey nicht ganz unbeteiligt daran ist, dass dieses Werkzeug der wilden Horden der gefrässigen Manen aus dem ‚fliegenden Gewölk‘ nun in den falschen Händen ist, nimmt er sich vor, das zu korrigieren. Da kommen ihm aber so allerhand Leute in die Quere. Nicht zuletzt die alten Widersacher der ‚Erwecker‘ und ihrer ‚Inquisitoren‘ die nicht sprichwörtlich an den Nerven zupfen. Es geht über Kleinstganoven in Rakelöchern zu 'Flüstermittlern' die Informationen verkaufen. Man schmiedet brüchige Allianzen mit Feinden und mit Feinden die man für Feinde hält. Schließlich fällt die Crew auseinander.

Jawohl die so sorgsam aufgebauten Vertrauensverhältnisse platzen eines nach dem anderen. Frey ist Kapitän mit dramatischer Vorgeschichte und riesigem Ego, der ständig den Weg des größten Übels zu nehmen versucht. Von Jez enttäuscht und betrogen; Pinn macht sich aus dem Staub ohne Vorwarnung um die Hochzeit seiner Angebeteten mit einem Anderen zu verhindern und Harkins verliert sich im Kleinkrieg mit dem Kater, der den letzten Rest Stolz aus ihm fetzt. Und dann kündigt Crake auch noch an, die Gruppe zu verlassen um sich zurückzuziehen und seinen eigenen Forschungen nachzugehen. Und doch kann Frey nicht aufhören auf sein zweifelhaftes Glück zu setzen. Was soll denn von ihm zurückbleiben? Er wünscht sich aus seiner Midlife Crisis heraus, er will etwas tun, dass den Leuten noch ein paar Jahre in den Köpfen bleibt. Er möchte eine Geschichte werden und zwar nicht weil er Waisenhäuser um ihre Spendenkasse erleichtert.
In einem fulminanten Finale, wie schon in Teil 1 kommt es zu haarsträubenden Flugmanövern und ich hab mehr als einmal aufgelacht und mitfiebernd gejauchzt.
 
Fazit:

Für das Bild wie Frey mit Halstuch über Mund und Nase sein extraordinäres Entermesser schwingt, ein großes Danke. Ich kann nachvollziehen, weshalb Frauen sich von seiner Gestalt angezogen fühlen. Er vermittelt hervorragend den schneidigen etwas verruchten Piratentypen. Und hey, immerhin kann er sich seine Schnürsenkel selber binden!
Kapitel 18 hat den Vogel abgeschossen - oder vielmehr Harkins. Aus der Sicht des Katers zu schreiben war nicht nur amüsant sondern ein echter Volltreffer in Sachen: Hier hat jedes Crewmitglied sein eigenes Stück.
 
Ich habe gelernt, dass der Unterschied zwischen einem Helden und einem Feigling einzig und allein in der Beherrschung der Grundrechenarten besteht und ich kaufe es Wooding ab, dass er wenn er von den Abenteuer der 'Ketty Jay' erzählt, haargenau weiß wie das Schiff aussieht. Er liebt seine Charaktere und das Schiff. Leider vergisst er bei all seiner Zuwendung für die einzelnen Leute einfach Details die mir diese Vorstellung zugänglich machen. Hinzu kommt, dass ich immernoch nicht weiß was nun die 'Asryx' sind - dafür aber woher die 'Manen' stammen und was die ‚Erwecker‘ verheimlichen - die nun doch hoffentlich dem Untergang geweiht sind! Aber all diese Lösungen finde ich leider sehr einfach gestrickt. Hier hätte ich mir noch mehr zum staunen verleitende Ansätze gewünscht. Und einen Mini-Abzug für den blöden deutschen Titel. 
 
Sehr wohltuend wirkt es sich aber aus, dass noch keine Tändeleien innerhalb der Crew aufgetaucht sind. Bisher haben sich alle einfach nur kameradschaftlich lieb. Und auch die wohl einzige Frau der ganzen Welt, der Frey jemals Metall an den Finger gesteckt hat, reizt meine Geduld bis an die Grenzen aus. Und das finde ich super! Weder sie noch er brechen zusammen und landen in der Koje. Es ist realistisch, weil ich es mir für die Beiden wünsche, aber ich bin viel glücklicher damit, dass sie mit dieser leisen kleinen Hoffnung wieder auseinander gehen.
Jede Wette im dritten Teil, der hoffentlich übersetzt wird bald, gibt es wieder ein verlockendes Angebot. Und Frey wird wieder alles setzen und alles geben. Seine Crew ist zusammengerechnet ein hervorragender Protagonist. „Er wünschte nur, es ginge auch ohne das Gezänk und Gemecker.“ (S.161)


Ein: ‚Ich geh spielen‘ Urteil: Rake, Guckedigu, Zischbumm und mit Bess Ball spielen (nicht unbedingt in der Reihenfolge).
Source: lesekatzen.blogspot.de/2015/03/rezension-schwarze-jagd-chris-wooding.html
More posts
Your Dashboard view:
Need help?