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text 2018-09-01 22:28
Fantastisches Buch
Das TEL AVIV Reise-Kochbuch by NENI: Isr... Das TEL AVIV Reise-Kochbuch by NENI: Israelische Rezepte von Haya Molcho & ihren Söhnen. Orientalische Küche: Shakshuka, Hummus, Lamm mit Feigen, Kaktusfrucht-Sorbet - Haya Molcho (Autorin);Nuriel Molcho (Fotograf);NENI

Das etwas "andere" Kochbuch - oder auch der etwas "andere" Reiseführer, oder Zwei in einem ;)
Denn Fakt ist, in diesem Buch steckt so viel mehr wie bloß ein paar Rezepte oder wie bloß eine Beschreibung von Land/Stadt und Leute. Eine wundervolle Kombination die Hunger macht, und Lust auf eine Reise.

Die NENI-Rezepte, ergänzt durch Speisen von lokalen Gastronomen, spiegeln den besonderen Geist der vielfältigen Küche Tel Avivs wider.
Die Zutaten der einzelnen Rezepte sind etwas komplizierter - das Beschaffen leider nicht recht schnell erledigt - dafür muss ich leider einen Stern Abzug geben, da dies normal bei Kochbüchern ein äußerst relevantes Kriterium darstellt. Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich, übersichtlich und verständlich gestaltet.

Neben den Rezepten enthält „Tel Aviv“ noch Geschichten über Einheimische, das Lebensgefühl und die Stadt. Die Reiselust und Interesse werden schnell geweckt.

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review 2018-08-31 17:02
Appetitlicher Siedlertreck
The Hunger - Die letzte Reise: Roman - Alma Katsu,Michael Pfingstl

USA. 1846 brechen 90 Menschen auf den Weg nach Kalifornien auf. Es sind Männer, Frauen und Kinder, in einem Siedlertreck, wie er damals üblich war. Diese Reise geht als ‚Donner Party‘ mit all ihrer blutrünstigen Grausamkeit in die Geschichte ein.

Grundlage dieses Romans ist eine wahre Begebenheit. Die sogenannte ‚Donner Party‘, an die man schaurig gebannt denkt. Damals ist ein Treck Siedler in Richtung Kalifornien aufgebrochen. Sie verschätzten sich bezüglich Dauer und Wetter der Reise, und wurden in den Bergen ohne Lebensmittel eingeschneit. Dennoch haben einige Menschen überlebt, weil sie sich angeblich mit Kannibalismus geholfen haben. 

Alma Katsu erinnert an diese Siedler und hat ihnen ihren eigenen Horror-Roman geschenkt. Dabei hat sie die realen Figuren geschickt mit einem fiktiven Hergang versehen, der für mich packend zu lesen war. 

Diese Version der ‚Donner Party‘ wird aus den Perspektiven der Reisenden erzählt. Ich gehe hier auf die wesentlichen Figuren ein:

George Donner ist der Namenspatron der ‚Donner Party‘. Als Leiter der Reise in den Goldenen Westen trägt er die Verantwortung für fast hundert Menschen. Schnell merkt man, dass er dafür wenig geeignet ist. Er weist weder Führungsqualitäten auf, noch hat er einen Plan, wie sie über die Gipfel der bedrohlichen Berge kommen. Dennoch tut er sein Bestes, damit diese Reise gut ausgeht. Ich habe Donner als unbeholfenen, grobschlächtigen Mann wahrgenommen, der sich schon mal selbst im Weg steht, obwohl er nur das Beste will. 

Tamsen Donner ist die Attraktivität in Person, und nicht nur deshalb als Hexe verschrieen. Sie sammelt Kräuter, fertigt Amulette, und hat sich schon manches Mal mit anderen Männern anstatt des ihrigen hingelegt. Tamsen ist eine undurchsichtige Frau, die mir lange Zeit überhaupt nicht sympathisch war. Dennoch war es faszinierend, in ihre Perspektive einzutauchen, weil sie einen wesentlichen Teil der Geschichte enthält.

Edwin Bryant ist Journalist. Es treibt ihn in den Westen, wo er seine ethnologische Wissbegier stillt. Er ist an Sagen und Glauben der Indianer interessiert. Eine spezielle Überlieferung findet er äußerst bedeutungsschwer.
Seine Passagen sind großteils in Briefform festgehalten, was der Erzählung eine mythische Aura verleiht. Man stelle sich vor, wie er im Wald herumirrt, und versucht, am Leben zu bleiben, und dabei Briefe schreibt! 

Charles Stanton steht am Rand des Trecks und übernimmt schon einmal die Führung, wenn die Situation danach drängt. Geplagt von seiner Vergangenheit, sieht er die Gegenwart als Buße für frühere Vergehen an. Für mich hatte er etwas von einem Clint-Eastwood-Typ. Er ist der Lonely-Rider der Runde, mysteriös, charmant und vernunftbegabt.

Handlungstragende Charaktere sind meinem Empfinden nach Charles Stanton und Tamsen Donner, denen viel Raum in der Geschichte zugestanden wird. Speziell Stantons Part hat mich richtig gepackt. Wahrscheinlich, weil er ganz dem Bild des einsamen Cowboys entspricht.

Alle Figuren haben eines gemeinsam: Sie werden von ihrer Vergangenheit gequält. Manche wollen sie auf dem Weg nach Kalifornien abschütteln, andere sehen in der beschwerlichen Reise eine Art Buße dafür. Dabei sind sämtliche Charaktere grauschattiert, sie wirken real, und Alma Katsu hat ihnen deutlich Leben eingehaucht. 

Die Atmosphäre der Reise hat mich vom ersten Moment an für sich eingenommen. Dieses Treck-Gebaren, wie sich die Menschen mühsam in den Goldenen Westen quälen. Sie schwitzen in der Hitze, starren vor Dreck, hungern still vor sich hin, und gehen den täglichen Arbeiten nach. Bisher habe ich nie von so einer Siedler-Reise gelesen, und allein diese Beschreibungen fand ich sehr mitreißend.

Die Horror-Elemente sind beunruhigend und einigermaßen glaubwürdig - so weit es einen Horror-Roman betrifft. Abgesehen davon hätte der Roman ohne sie vielleicht besser funktioniert. Die Situation an sich - ausgelaugt, ohne Lebensmittel, eingeschneit am Pass auf sich allein gestellt - ist schon dramatisch genug. Meiner Meinung nach hätte es künstliches Grauen nicht gebraucht. Obwohl es der eintönigen Reise Thrill-Momente gibt.

„The Hunger. Die letzte Reise“ ist für mich ein faszinierendes Buch, das den Staub der Prärie ins Wohnzimmer weht und die Kälte der Berge einfängt. Es bringt den Weg der Siedler in Richtung Westen näher, veranschaulicht das Leben im Treck und schildert die Existenzen dieser mutigen Menschen. 

Letztendlich ist es trotz ruhiger Handlung, dafür dank blutrünstiger Elemente und realem Hintergrund, schaurig-spannend zu lesen, und für Interessierte bestimmt empfehlenswert.

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2017-12-11 16:39
Verwunschene Orte
Atlas der unheimlichen Orte: Eine düstere Reise um die Welt - Olivier Le Carrer,Regine Schmidt,Sabine Grebing,Ursel Schäfer

Dieser Atlas geht auf die Geografie des Grauens ein. Er entführt an mysteriöse Orte, auf unheimliche Plätze sowie unwirtliche Inseln und hat dabei immer den Schrecken für den Leser im Blick.
Ich habe mir diesen Atlas gekauft, weil mich düstere Orte schon immer fasziniert haben. Der Titel lädt auf diese grauenvolle Reise ein und ich habe mich entspannt zurück gelehnt.

Der Atlas ist in mehrere Abschnitte gegliedert, wobei sich jeder auf eine bestimmte Region bezieht. Dabei werden die Orte in das alte Europa, zwischen Mittelmeer und südlichen Afrika, von einer Seite des indischen Ozeans zur anderen, rund um den Golf von Bengalen, zwischen Ostindien und Ozeanien, Amerika, auf den Inseln der neuen Welt und den Atlantik unterteilt. 

Insgesamt werden 40 schaurige Orte und Schauplätze beschrieben, deren Grauen recht unterschiedlich ist. Manche handeln von alten Sagen und Legenden, andere sind Ort eines furchterregenden Naturschauspiels oder werden in Zukunft Ausgangspunkt einer Katastrophe sein. 

Die Orte selbst sind mir zu ungenau beschrieben und ich hätte mich über Bilder der Gegenden gefreut. Zwar darf man nicht vergessen, dass es kein übliches Sachbuch sondern ein Atlas ist, trotzdem hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht.

Olivier Le Carrer erzählt meist auf einer Seite von der schaurigen Essenz der Schauplätze, geht mit Augenzwinkern auf historische Fehleinschätzungen ein oder spitzt manche Legende lächerlich zu, was doch einen sehr subjektiven Anstrich hat. Er schreibt eher wie in einem Essay als in objektiver Perspektive und veranschaulicht, worin der Schrecken dieser Orte liegt.

Natürlich wird jeder Schauplatz mit einer Landkarte ansprechend illustriert, die jedoch von Ort zu Ort im Maßstab unterschiedlich ist.

Ich gebe zu, dass ich mir von diesem „Atlas der unheimlichen Orte“ mehr erwartet hatte. Es ist dennoch eine interessante Lektüre für zwischendurch, die unheilvollen Gegenden werden mir jedoch zu rasch abgehakt und nur oberflächlich behandelt.

Meiner Meinung nach bietet der „Atlas der unheimlichen Orte“ trotz meiner Kritik eine gute Übersicht über mysteriöse Gegenden auf unserem Planeten und wird bestimmt andere Leser faszinieren - wenn auch nicht allzu genau informieren - können.

Source: zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at
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review 2017-11-08 18:03
Comeback mit Backpack | Gitti Müller
171107 Backpack1
Autorin: Gitti MüllerTitel: Comeback mit BackpackGenre: Reisebeschreibung, AbenteuerVerlag: Piper ebooks, [02.05.2017]Kindle-Edition: 272 Seiten, ASIN: B072NY9FFLauch broschiert verfügbarVielen Dank an den Verlag und NetGalley.de gelesen auf dem Kindle Paperwhite und über die Kindle-Appklick zu Amazon.de

Inhaltsangabe (Amazon):

1980 zog Gitti Müller als Backpackerin in die Welt. Mit einem One-Way-Ticket gelangte sie an den Amazonas, erkundete die Anden und lauschte den Wellen am Pazifikstrand. Fünfunddreißig Jahre später schultert sie erneut den Rucksack in Richtung Südamerika … Familie und Freunde halten die Idee für verrückt, doch unbeirrt macht sie sich auf, ihren Traum ein zweites Mal zu verwirklichen. Mitreißend und offenherzig schildert sie, wie sie als 24-Jährige ohne Google Maps und Smartphone ahnungslos in Militärdiktaturen stolperte, sich im Urwald verlief oder Travellerschecks unter die Kleidung klebte, und spiegelt daran augenzwinkernd ihre Erfahrungen von heute. Berichtet von generationsübergreifenden Begegnungen in Hostels und verrät, wie faszinierend das Alleinreisen als Frau immer noch sein kann. Ein leidenschaftlicher Beweis, dass die große Freiheit kein Verfallsdatum kennt.

Meine Meinung:

 

interessant, inspirierend, abenteuerlich

 

Dieses Mal hat mich tatsächlich das Cover derart angesprochen, um mir die Inhaltsangabe durchzulesen und NetGalley um ein Leseexemplar zu bitten, denn ich selbst wandere unheimlich gern und war im letzten Juni in Schottland auf dem WHW unterwegs – mit 10kg-Rucksack auf dem Rücken. In gewisser Weise fühlte ich mich also persönlich angesprochen, denn auch ich habe meinen 50. Geburtstag schon hinter mir.

 

Gitti Müller selbst strahlt uns vom Cover entgegen, ihr Glück direkt zeigend, mit dem Rucksack auf dem Rücken, und eben keine 24 mehr. Seit sie in eben diesem Alter zum ersten Mal mit Rucksack und kleinem Budget nach Südamerika aufbrach, ist sie mehrmals wieder dort gewesen. Dieses Areal scheint sie genauso anzuziehen wie mich die Highlands. Jeder hat eben so seine Lieblingsgefilde, in denen er sich sofort zuhause fühlt und sogar so etwas wie “Heimweh” verspüren kann, wenn man nicht dort ist.

 

Mehrere Parallelen habe ich beim Lesen bei uns beiden entdeckt. Yoga scheint der absolut richtige Sport für Frauen in unserem Alter zu sein, und um sich wohl zu fühlen, braucht es kaum Komfort, es braucht die richtige Gesellschaft und einfach “Gegend”. Wer weiß nicht, wie man sich fühlt, wenn man nach einer größeren Tour auf einem Gipfel angekommen ist und ins Tal, in die Umgebung schaut und vor Staunen und Glück nicht weiß, was man zuerst fotografieren soll?

 

Man steigt in günstigen Hostels und ähnlichem ab und kommt während des Wanderns und dort mit vielen Menschen unterschiedlichsten Alters in Berührung und tauscht sich mit einer Selbstverständlichkeit aus, die beispiellos ist.

 

Und auch, was das Smartphone angeht, sind wir einer Meinung. Keine Erfindung der Neuzeit ist dermaßen universell und inzwischen kaum noch aus dem Alltag wegzudenken, wie das Smartphone. In Sekundenschnelle kann man nicht nur seine Lieben daheim kontaktieren, man kann auch eben mal nachschlagen, was einem unterwegs interessant vorkommt, rasch noch eine Unterkunft buchen und ähnliches.

 

In den 80ern war ich nicht unterwegs, ich habe eine Familie gegründet, und kann deshalb auch nur vermuten, wie schrecklich es gewesen sein muss, sich nur über die geschriebene Post mitteilen zu können, die oft wochenlang unterwegs war oder sogar verloren gegangen ist. Gerade als Mutter weiß man, was es heißt, sein Kind ziehen zu lassen. Und wenn man dann über viele Wochen nicht weiß, wie es ihm geht, ob alles in Ordnung ist oder Gefahr besteht… grauenvoll!

 

Mir hat diese Reisebeschreibung gut gefallen. Als Journalistin weiß Gitti natürlich, wie man formuliert und wann es geraten ist, einen Szenewechsel einzubauen. Dennoch empfand ich ihre Beschreibung stellenweise als etwas langweilig. Vielleicht, weil viel politischer Hintergrund aus den 80ern mitgeteilt wird und es sich um eine Gegend handelt, die mich nicht so interessiert. Wie auch immer – es lohnt sich, dieses Buch zu lesen.

 

Ich gebe 07/10 Punkte.

 

Zitat:

Eines Morgens ist die Idee plötzlich da. Ich liege noch im Bett, gerade aufgewacht, die Haare wirr, die Lider schwer, und denke: Montevideo.
Erste Sätze, 1. Seite

171107 Backpack2

Comeback mit Backpack: Eine Zeitreise durch Südamerika - Gitti Müller 

Source: sunsys-blog.blogspot.de/2017/11/gelesen-comeback-mit-backpack-gitti.html
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review 2017-09-13 11:21
Ein Fangirl ward geboren
City of Miracles (The Divine Cities) - Robert Jackson Bennett

Worum geht es in der Trilogie „The Divine Cities“? Laut Autor Robert Jackson Bennett geht es um Veränderung. Schmerzhafte, quälende Veränderungen. In einem kurzen Essay über das Finale „City of Miracles“ schreibt er, der Kern seiner Geschichte sei der Versuch seiner Figuren, ihre traumatischen Erfahrungen zu überleben und zu überwinden. Ich stimme Bennett daher zu, dass es mehr als passend ist, den letzten Band aus Sigruds Perspektive zu bestreiten, da dieser unter zahllosen unaufgearbeiteten Traumata leidet. Ich wusste allerdings auch, dass Sigrud zu folgen bedeutet, einen blutigen Pfad einzuschlagen.

 

Eine Explosion zerreißt den regnerischen Tag in Ahanashtan. In der Detonation, die ein halbes Stockwerk des noblen Golden Hotels zerstört, kommt die ehemalige saypurische Premierministerin Shara Komayd ums Leben. Sechs Tage später erreicht die Nachricht ihrer Ermordung ein Holzfällerlager nahe Bulikov. 13 lange Jahre versteckte sich Sigrud je Harkvaldsson in der Anonymität wechselnder Gelegenheitsjobs. Damit ist jetzt Schluss. Sein Herz schlägt im Takt eines einzigen Wortes: Rache. Ohne zu zögern nutzt er die tödliche Effizienz seiner außergewöhnlichen Talente, um die Mörder seiner Freundin ausfindig zu machen. Leichen pflastern seinen Weg. Je tiefer Sigrud gräbt, desto klarer wird, dass der Anschlag Teil eines größeren Schemas war. Shara war in schockierend schmutzige Geheimnisse verstrickt, verschleiert hinter der wohltätigen Fassade eines Programms für kontinentale Waisenkinder, die systematisch zu verschwinden scheinen. Was ist dran an den Gerüchten einer neuen Gottheit, die aus den Schatten heraus agiert? Welche Rolle spielt Sharas Adoptivtochter Tatyana? Rache ist Sigruds Spezialität. Doch dieser Kampf könnte selbst den hartgesottenen Dreyling an seine Grenzen bringen. Ihn – und die gesamte Welt.

 

Oh. Mein. Gott. „City of Miracles“ ist GROSSARTIG. Es ist eines dieser Bücher, für die bisher keine adäquaten Superlative erfunden wurden, um es zu beschreiben. Es landet ohne Umwege in meiner persönlichen Top 5 der besten Trilogieabschlüsse aller Zeiten. Für diesen Roman verdient Robert Jackson Bennett so viel mehr als fünf Sterne; er verdient das ganze verdammte Firmament. Mich durchläuft jetzt noch ein Schauer, denke ich an die Lektüre zurück. Seit dem Auslesen habe ich sogar eine Illustration von Sigrud der Künstlerin Chanh Quach als Hintergrund auf meinem Smartphone, so begeistert bin ich von „City of Miracles“ und so schwer fällt mir das Abschiednehmen.
Warum ist dieses Finale dermaßen atemberaubend? Es war eine Herausforderung, herauszufinden, welche Elemente „City of Miracles“ aus der Masse herausheben und ich bin nicht sicher, ob ich die Antwort gefunden habe, weil eben schlicht alles fantastisch ist. Natürlich weist es die gleiche inhaltliche, logische Konsistenz auf, die ich bereits aus den Vorgängern kenne – es baut direkt und konsequent auf den vergangenen Ereignissen auf. Selbstverständlich sind die Figuren hyperlebendig und einnehmend, obwohl ich ein winziges Bisschen enttäuscht war, dass Mulagheshs Rolle gering ausfällt. Zweifellos ist das Worldbuilding detailreich und überzeugend, da sich Bennetts Universums stets im Wandel befindet und ich angesichts des technischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fortschritts in Saypur und auf dem Kontinent aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Doch muss ich den Finger darauflegen, was es ist, das „City of Miracles“ vom durchschnittlichen High Fantasy – Roman unterscheidet, entscheide ich mich für die transformative Reise, die Sigrud erlebt. Robert Jackson Bennett liebt seinen furchteinflößenden, traumatisierten Protagonisten genug, um ihm Möglichkeiten zu schenken, sich selbst aus dem Teufelskreis seiner Seelenqual zu befreien. Er macht es ihm nicht leicht, oh nein. Sigrud leidet, er geht im Namen der Erkenntnis durchs Feuer. Aber Sigrud hätte einen einfachen Ausweg keinesfalls akzeptiert. Er hätte einer Lösung auf dem Silbertablett misstraut. Er musste hart aufschlagen, um sich endlich zu ändern. Es zeugt von ausnehmendem schriftstellerischen Geschick, dass Bennett in der Lage war, mir dieses spezielle Verhältnis zu vermitteln. Ich wusste genau, was er Sigrud anbietet: blutige, schmerzhafte Erlösung. Er offeriert ihm eine Rettung, die dieser auch annehmen kann, weil sie seiner Persönlichkeit entspricht. Er prüft ihn, schickt ihn in rasante Actionszenen, während derer ich vor lauter Nervenkitzel buchstäblich die Luft anhielt. Er konfrontiert ihn in stillen, leisen Momenten mit Verlust, Trauer und Schuld. Diese scheinbare Gegensätzlichkeit macht Sigrud aus und sie charakterisiert ebenfalls Saypur und den Kontinent, weshalb er meiner Meinung nach exakt der ambivalente Held ist, den dieses Universum braucht. Sigruds Reise zur Katharsis wühlte mich sehr auf. Ich konnte und wollte mich seiner inneren Zerrissenheit zwischen grimmiger Fatalität und zerbrechlicher Hoffnung nicht verschließen. Als der Showdown nahte, war ich daher emotional bereits völlig wund. Die letzten 20 Seiten waren für mich verheerend. Umwerfend. Ich habe Rotz und Wasser geheult. Es war… perfekt. Robert Jackson Bennett ist ein Poet. Ich wünschte, jedes Ende könnte so sein.

 

Denkt an irgendein positives Attribut, das ein Buch besitzen kann. Irgendeins. Ich versichere euch, in der Trilogie „The Divine Cities“ findet ihr es. Diese Geschichte hat sich nicht nur in mein Herz geschlichen, sie hat sich einen Platz in meinen All-Time-Favorites erkämpft. „City of Stairs“, „City of Blades“ und „City of Miracles“ sind brillant und ehrfurchtgebietend originell. Es gibt viele Fantasy-Autor_innen, die krampfhaft versuchen, anders zu schreiben, anders zu sein. Robert Jackson Bennett gelingt dieses Kunststück mühelos. Herzlichen Glückwunsch, Mr. Bennett. Sie haben sich selbst ein Fangirl erschaffen. Und glauben Sie bloß nicht, Sie würden mich so schnell wieder los.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/09/13/robert-jackson-bennett-city-of-miracles
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