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review 2017-06-08 09:49
Wie ein Teeniefilm
The Duff (Designated Ugly Fat Friend) - Kody Keplinger

Im Mai 2017 erhielt ich über die Motto-Challenge eine Leseaufgabe, die für mich eine echte Herausforderung darstellte: ich sollte Liebesgeschichten lesen. Da ich Chic-Lit nicht mag, war ich erst mal ratlos. Enthielt mein Bücherregal überhaupt Bücher, die ich mir anrechnen durfte? Eine Recherche ergab, dass die Auswahl unerwartet groß ist, zumindest, wenn wir Liebesgeschichten nicht mit Liebesromanen gleichsetzen. „The DUFF“ von Kody Keplinger lag ziemlich genau ein Jahr auf meinem SuB. Die Challenge hat unter anderem den SuB-Abbau zum Ziel, also entschied ich, dass dieser Young Adult – Roman ein guter Einstieg in das neue Monatsmotto wäre.

 

DUFF. Designated Ugly Fat Friend. Diese unverschämte Beleidigung ließ Bianca Piper durchdrehen. Ihr war bewusst, dass sie ihren besten Freundinnen bezüglich ihres Aussehens nicht das Wasser reichen kann. Es war in Ordnung für sie, die Clevere zu sein, die gute Noten bekommt und auf ein unerschöpfliches Repertoire sarkastischer Bemerkungen zurückgreifen kann. Doch dass ausgerechnet Wesley Rush, der notorische Weiberheld der Schule, behauptete, sie sei in ihrer Clique das Mädchen, das die anderen besser aussehen lasse, weil sie selbst als dickes, hässliches Entlein durchginge, schlug dem Fass den Boden aus. Ihre Synapsen hatten einen Kurzschluss. Sie muss vorübergehend unzurechnungsfähig gewesen sein, denn sonst hätte sie sich niemals auf diese seltsame „Feindschaft mit Zusatzleistungen“ mit Wesley eingelassen. Nun ist es zu spät für Vernunft. Plötzlich sind Gefühle im Spiel, die weder Bianca noch Wesley erwarteten. Kann aus tiefer Abneigung tatsächlich Liebe werden?

 

Überraschung, Überraschung – ich bin zu alt für dieses Buch. „The DUFF“ ist das literarische Äquivalent eines Teeniefilms aus den 90er oder 2000er Jahren. Als dieses Genre populär war, liebte ich diese Filme. Irgendwann ebbte der Hype um cineastische Teenager-Romanzen ab und ich wuchs aus den stereotypen Geschichten heraus. „The DUFF“ katapultierte mich in die Welt des High-School-Lebens amerikanischer Jugendlicher zurück, in diesen verbissenen Krieg um Popularität. Ein Krieg, den Bianca Piper bewusst zu boykottieren glaubte, bis ihr Wesley Rush mit der Sensibilität einer Müllpresse vor Augen führt, dass sie sich dem Kampf um Anerkennung gar nicht entziehen kann. „DUFF“ ist eine außerordentlich widerwärtige Beleidigung, weil sie meiner Meinung nach eine Menge Wahrheit enthält. Junge Frauen vergleichen sich bewiesenermaßen mehr als alle anderen Bevölkerungsgruppen. Während der Teenagerzeit ist der gesellschaftliche Druck, wie alle anderen auszusehen und ein willkürlich formuliertes Ideal zu erfüllen, besonders groß. Mädels, ihr wisst, wovon ich spreche – ihr habt es selbst erlebt. Die Unsicherheit, die Selbstzweifel, die Fragen, warum die Oberweite nicht größer, die Hüften nicht schmaler und die Oberschenkel nicht straffer sein können. Die Angst, ungenügend zu sein, während man nervös auf die Freundinnen schielt, ist ein stetiger Begleiter. Bianca jedoch wähnte sich erhaben. Sie glaubte, über dem Konkurrenzgerangel junger Mädchen zu stehen. Sie hielt sich für klüger, weniger naiv. Erst Wesleys Beleidigung zeigt ihr, dass sie genauso oberflächlich und von der Meinung anderer beeinflussbar ist, wie die Mädchen, die sie bisher immer belächelte. Ich hatte Schwierigkeiten mit Bianca, weil ich sie arrogant und heuchlerisch fand. Sie ist unheimlich stolz darauf, intelligent genug zu sein, um sich mit einer ständigen Aura aus Sarkasmus und Zynismus umgeben zu können, aber ich empfand sie die meiste Zeit als verletzend und anstrengend. Es dauert ewig, bis sie begreift, dass sie keineswegs besser ist als ihre Mitschüler_innen und ihre spätere Einsicht, dass sich jeder junge Mensch mit einem Label identifiziert, erschien mir nicht so weltbewegend, dass es das Warten wert gewesen wäre. Für mich entwickelt sich „The DUFF“ zu langsam, weil die Geschichte äußerst vorhersehbar ist. Ich war ungeduldig und wollte Bianca schütteln, damit sie endlich die Augen öffnet und erkennt, was für mich vollkommen offensichtlich war – einschließlich ihrer Gefühle für Wesley. Ihre Beziehung erfüllt zahllose Klischees, es gefiel mir allerdings, dass Kody Keplinger an ihrem Beispiel einen ehrlichen Blick auf das Liebes- und Sexualleben von Teenagern wirft. Sie idealisiert und beschönigt nichts. Die Zeiten, in denen Jugendliche von Bienchen und Blümchen keinen blassen Schimmer hatten, sind lange vorbei. Jugendliche haben Sex und verhalten sich dabei nicht immer verantwortungsbewusst. Das ist Fakt, es gibt keinen Grund, diesen zu vertuschen. Ich bin froh, dass Keplinger die Realität darstellt, statt überholte Euphemismen.

 

„The DUFF“ ist wieder einmal eine nette Lektüre für Zwischendurch, die mir wohl weit mehr gebracht hätte, hätte ich sie als Teenager gelesen. Ich bin nun mal keine 17 mehr und habe meine jugendlichen Selbstzweifel Großteils überwunden. Mit 27 muss mir niemand mehr vorbeten, dass jeder Mensch hin und wieder mit dem eigenen Aussehen hadert. Ich weiß, dass Schubladendenken niemandem gerecht wird und sich eine Persönlichkeit nicht durch ein Label wie DUFF erfassen lässt. Daher ist dieser Roman für mich mittlerweile zu offensichtlich; er enthält Wahrheiten, die ich mir bereits selbst erarbeitete. Nichtsdestotrotz ist das Buch nicht schlecht und ich finde es beeindruckend, dass Kody Keplinger es schrieb, als sie selbst erst 17 Jahre alt war. Ich bereue die Lektüre nicht und war dankbar, dass ich währenddessen kaum nachdenken musste.
Meiner Meinung nach ist „The DUFF“ ein klassischer Fall von „Kann man, muss man aber nicht“, wenn man die wilden Teenagerjahre bereits hinter sich hat. Habt ihr jüngere Geschwister im richtigen Alter? Cousinen oder Cousins? Dann solltet ihr vielleicht in Betracht ziehen, ihnen eine Ausgabe des Buches zu schenken, statt es selbst zu lesen. Sie haben vermutlich mehr davon.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/06/08/kody-keplinger-the-duff
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review 2016-11-05 11:58
Über sein Leben nach denken...
LiebesLeben - Helmut Treubel

Klappentext:
„Dann holte ich aus mir, was da so herumlag und aus mir treten wollte, darauf wartete, erweckt zu werden.“

In diesem bewegenden Buch über die Sehnsucht nach dem Ich und einem Leben, das sich seinen Weg aus dem Inneren an die Oberfläche bahnte, schreibt der Autor fern jeglicher hochtrabender Philosophie über Liebe und Leben, Hass und Verzeihen, Sein und Werden und allem, was in ihm ist und was nicht in ihm ist. Können wir mehr sein als der, von dem wir dachten, dass wir das sind? Der Autor stellt sich Fragen, die sich alle Menschen einmal stellen: „Kann ich lieben“? „Bin ich liebenswert“? Und wie gehen wir mit dem Wunsch, geliebt zu werden, um? In seinem Buch ist er dabei so schonungslos ehrlich zu sich selbst und dem Leser, bewegend wie ergreifend kommt er zart daher und vermag doch das wahre Sein des Lesers, das, was er nur erahnt, das in ihm steckt, von innen nach außen zu kehren. „LiebesLeben“ - eine Ode an das Leben und an sich selbst.

"Alles Sein erfordert Werden. Alles Werden ist ein Weg."

Über den Autorin:
(Amazon)
Helmut Treubel wurde 1955 geboren und schreibt seit seinem 19. Lebensjahr. Schreiben, um Antworten auf seine Fragen zu finden, die ihn schon früh umtreiben. Eine Möglichkeit, das Leben zu erfassen, zu verstehen und sich ihm hinzugeben. Entstanden sind zauberhafte Texte, die zusammen das Gemälde seines Lebens zeichnen. Neben seiner Arbeit als Autor ist der Unternehmer am Liebsten in der Natur. Vielleicht, weil die Natur ihm nochmal andere Antworten gibt. Der Autor lebt mit seiner Familie in Mittelfranken, Bayern.

Erster Satz:
Leider konnte ich all jene Gespräche nicht mit dir führen.

Gestaltung:
Die Gestaltung finde ich ganz gut. Sie ist erfrischend und meiner Meinung nach sehr Aussagekräftig :)
Mir gefällt vor allem die Atmosphäre sie ist etwas kühl, aber auch warm also genau dazwischen.


Inhalt:
Der Autor schreibt seine eignende Gedanken auf und schreibt somit ein sehr verzwicktes Buch über sein Leben und wie er zu dem Menschen geworden ist der er heut ist.


Meine Meinung:
Grundsächlich hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen, jedoch ist es in dem Buch auch extremst schwer dem Autoren zu folgen.
Das Buch startet sehr solide hat, aber gleich am Anfang merkt man das dieses Buch keine leichte Lektüre ist.
Der Autor benutzt viel zu lange Sätze, denen man nur noch wiederholte male lesen verstehen kann und so entsteht das man für das Buch deutlich länger braucht.
Zwar kann ich diese Art des Schreibens verstehen, weil man so das Gefühl bekommt das dies das genaue Gedankenspiel des Autors ist, aber für den Leser selber ist es wirklich sehr anstrengend.
Die Idee und die anschließende Umsetzung (hier jetzt die Schreibstil ausgeschlossen) finde ich sehr gut gemacht. Es regt einen an mehr über sein leben nachzudenken und Sachen zu hinterfragen. Ein gutes Buch das mit kürzen Sätzen spitze hätte werden können…

Bewertung:
∞∞∞

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review 2015-11-11 16:34
Mehr Mut, mehr Selbstvertrauen, mehr Risiko
Time's Edge (The Chronos Files Book 2) - Rysa Walker

Ich hätte die Möglichkeit gehabt, den zweiten Band der Trilogie „The CHRONOS Files“, „Time’s Edge“, wie bereits den Vorgänger „Timebound“ bei Netgalley anzufragen. Ich habe mich dagegen entschieden. Ich finde es nicht richtig, für eine Geschichte nicht zu zahlen, wenn ich schon weiß, dass sie mir gefällt. Mal davon abgesehen, dass die Bände der Trilogie als Kindle-Edition wirklich nicht teuer sind, kann ich der Autorin so meine Wertschätzung ihrer Arbeit ausdrücken und sie unterstützen. Ich denke, dass gerade eine junge Schriftstellerin wie Rysa Walker diese Unterstützung braucht, daher macht es mir nichts aus, Geld für ihre Bücher auszugeben, um sie anschließend zu rezensieren. „Time’s Edge“ habe ich mir direkt nach der Lektüre des ersten Bandes besorgt, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

 

Die 1893er Weltausstellung in Chicago war nur der Anfang. Die Gegenwart schwebt noch immer in Gefahr. Saul plant, die Geschichte zu verändern und nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Unzählige Leben könnten ausgelöscht werden. Kate muss die verbliebenen CHRONOS-Schlüssel in der Vergangenheit ausfindig machen, bevor Saul sie für seine Zwecke einsetzen kann. Als wäre ihre Mission nicht bereits aufreibend genug, ist auch Kates Liebesleben ein einziges Chaos. Während sie auf der einen Seite versucht, ihre Beziehung mit Trey zu retten, muss sie auf der anderen Seite mit Kiernan zusammenarbeiten, der ihre Gefühle heftig durcheinanderbringt. Doch kann sie Kiernan überhaupt vertrauen?
Hin und her gerissen zwischen den Zeiten hat Kate nur einen einzigen Versuch, die Welt und ihr eigenes Leben zu retten.

 

Ich fand „Time’s Edge“ mitreißender und intimer als den Vorgänger „Timebound“ . Ich war emotional tiefer in der Geschichte und näher an den Figuren, weil Rysa Walker noch mehr Herzblut in diesen zweiten Band steckte. Es wirkte, als fühlte sie sich sicherer und selbstbewusster beim Schreiben, besonders in Bezug auf das Zeitreise-Thema. Statt sich wie in „Timebound“ auf ein einziges Ziel in der Vergangenheit zu konzentrieren, bietet sie dieses Mal verschiedene Orte zu verschiedenen Zeiten an und erarbeitet dadurch ein komplexeres Geflecht von Zeitlinien, die sich teilweise überschneiden. Es gefiel mir sehr gut, dass sie sich erfolgreich um mehr Atmosphäre bemühte und die unterschiedlichen Schauplätze wesentlich greifbarer beschrieb. Zusätzlich integrierte sie genau das, was mir nachträglich gesehen im ersten Band fehlte: ein Stück persönliche Geschichte. Bisher gestattete Walker Kate und ihrer Großmutter Katherine nur wenig Interaktion mit den Menschen der Zeiten, die sie besuchten und erklärte diese Zurückhaltung mit den Vorschriften von CHRONOS. Auf sich selbst gestellt bewegt sich Kate nun freier. Eine Wendung der Handlung erlaubt ihr den direkten Kontakt mit echten, persönlichen Schicksalen, der nicht nur für sie sehr berührend ist, sondern es auch für mich war. Ich konnte völlig nachvollziehen, wie schwer es ihr in dieser Situation fiel, sich nicht einzumischen und die Ereignisse nicht zu verändern, obwohl sie ihr so nahegingen. Dieser Moment der Identifikation machte sie für mich zu einer besonderen Protagonistin, was ich von Rysa Walker allerdings auch erwartet hatte. Darüber hinaus gebe ich zu, dass mich Kates persönliches Liebesdreieck für sich eingenommen hat. Ja, ich weiß, normalerweise nerven diese Dreiecksgeschichten, aber ich versichere euch, dieses ist wirklich originell, interessant und pikant. Beide Beziehungen sind schwierig und kompliziert – nicht nur, weil sie de facto in unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Meiner Ansicht nach ist es für Kate schier unmöglich, sich zu entscheiden und das, obwohl ich eigentlich von Anfang an ein Fan von Trey war. Kiernan ist einfach so höllisch charmant (und gutaussehend *hüstel*), dass meine Überzeugung im Verlauf von „Time’s Edge“ ins Wanken geriet. Letztendlich bleibe ich aber doch im Team Trey, denn es geht mir nicht anders als Kate selbst: ich misstraue Kiernan. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er etwas Entscheidendes verheimlicht. Möglicherweise sogar aus purem Egoismus, weil er sich ein Leben mit Kate wünscht. Ich kann noch gar nicht absehen, welche Entwicklung Rysa Walker für ihn anstrebt.
Die Handlung an sich ist in ihrem groben Rahmen natürlich ein wenig vorhersehbar; ich gehe davon aus, dass Kate im Finale über Saul triumphiert. Ich hatte nicht den Eindruck, dass der zweite Band den übergeordneten Plot wirklich weit nach vorn trieb, doch er gestaltete ihn definitiv verschachtelter und dichter. Diese Details sind es, die mich davon überzeugen, das Finale „Time’s Divide“ zu lesen. Ich weiß, dass Kate letztendlich siegen wird – aber ich habe keine Vorstellung davon, wie. Ich glaube, dass Rysa Walker noch die eine oder andere Überraschung aus dem Ärmel schütteln wird und freue mich darauf, herauszufinden, welche das sind.

 

Ich beglückwünsche mich selbst dazu, „The CHRONOS Files“ via Netgalley entdeckt zu haben. Ich sagte es bereits und ich muss es noch einmal betonen: Rysa Walker ist eine talentierte Autorin mit unheimlich viel Potential. Einen Teil davon hat sie in „Time’s Edge“ gezeigt. Ich hatte den Eindruck, dass Walker Mut und Selbstvertrauen aus dem Erfolg ihres ersten Bandes schöpfte, mehr Risiken einging und sich an ein kompliziertes Netz verschiedener Zeitstränge wagte. Diese spezielle Komplexität zeichnet die Trilogie allerdings als Lektüre aus, die meiner Meinung nach ausschließlich für Zeitreise-Fans geeignet ist. Die Zeitlinien und ihre Verbindungen intellektuell und logisch auseinander zu halten, ist sowohl für die Figuren als auch für die Leser_innen eine Herausforderung, an der man prinzipiell Spaß haben muss. Ich würde davon abraten, mit „The CHRONOS Files“ in die Thematik einzusteigen, doch wenn ihr bereits wisst, dass euch Sprünge durch die Geschichte begeistern, könnt ihr Kate ohne Weiteres auf ihren Reisen begleiten.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2015/11/11/rysa-walker-times-edge
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review 2014-04-28 20:53
Ein unterhaltsamer Roman abseits der üblichen Themen
Das Liebesleben der Suppenschildkröte - Theresia Graw

Endlich schaffe ich es wieder, für ein paar Minuten in Ruhe an meinem Laptop zu sitzen und obendrein habe ich gerade auch die Lust, etwas zu schreiben! Das nutze ich natürlich für euch aus und schreibe nicht nur die Rezension, sondern noch einen Überraschungspost für Mittwoch. Wobei ihr euch eventuell schon denken könntet, was kommt, wenn ihr andere Bücherblogs verfolgt.

 

 

Allgemeines

 
Titel: Das Liebesleben der Suppenschildkröte
Autorin: Theresia Graw
Verlag: blanvalet Verlag
Reihe: nein
Seitenzahl: 316
Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 978-3-442-38201-9
Preis: 9,99€ | 8,99€
Kaufmöglichkeiten: Buch | eBook
 

 

Inhalt

 

In Theresia Graws Roman “Das Liebesleben der Suppenschildkröte” geht es um Sophie, eine alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern mit Teilzeitjob als Redakteurin einer Münchner Zeitung. Sophie ist Single, hat aber erst einmal die Schnauze voll von den Männern, da diese sie nur noch als Mutti sehen. Doch dann trifft sie mitten in ihrem chaotischen Alltag auf Roland, seines Zeichens Anwalt und ebenfalls Single. Als die beiden sich näher kennen lernen, trifft Sophie eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen.

 

Meinung

 

Die Autorin hat mich direkt auf den ersten Seiten mit ihrem Schreibstil gefesselt und gut unterhalten. Ihr Buch sprüht vor Charme und Wortwitz, dass es eine Freude ist, das Buch zu lesen. Frau Graw stellt natürlich einiges überspitzt dar, aber das passt zu dem Inhalt des Buches.

“Aber ich will mich nicht beklagen: Jahrelang habe ich mich als Vollblutmutti ausschließlich im Spannungsfeld von Spielplatz, Sparmarkt und Spülmaschine bewegt. Jetzt unterhalte ich mich tagsüber auch gelegentlich mit Schlagersängerinnen aus Osterholz-Scharmbeck, mit einer Alphornbläsertruppe aus der Südsteiermark, mit einem Kabarettisten-Duo aus Neustrelitz oder wer es sonst gerade auf eine bescheidene Münchner Bühne geschafft hat. Ich finde, das ist ein deutlicher Fortschritt.” – Seite 19f

Ihre Protagonistin Sophie ist eine liebevolle Mutter mit Hang zum Chaos, und genau das macht sie so sympathisch. Obwohl ich keine zwei kleine Kinder habe, konnte ich mich immer wieder in Sophies Lage hinein versetzen und genau das macht für mich ein gutes Buch aus.

“Was soll ich sagen: Mein Leben pendelt zwischen Drama und Katastrophe. Und manchmal kommt auch noch Pech dazu.” – Seite 30

Da Sophie mit zwei Kindergartenkindern und einem Job als Lokalreporterin alle Hände voll zu tun hat, kommt die Liebe so manches mal zu kurz. Egal, wie verzweifelt sie versucht, eine Beziehung aufzubauen, irgendetwas kommt ihr immer dazwischen. Als sie dann dem neuen Mann in ihrem Leben erst einmal nichts von ihren Kindern erzählt, wusste ich als Leserin schon direkt: na, das kann ja heiter werden! Sophie schliddert von einer Katastrophe in die andere, doch dennoch ist alles noch authentisch und nicht zu übertrieben. Besonders gut gefallen hat mir auch ihre beste Freundin Miriam, die immer eine passende Bemerkung parat hatte.

“’Na ja, eine Suppenschildkröte kriecht einmal im Jahr aus dem Wasser und verbuddelt ihre Eier im Sand. Dann überlässt sie die Brut ihrem Schicksal, verschwindet wieder im Meer und gibt sich ungestört dem Liebesleben mit dem nächsten Schildkröterich hin.’” – Seite 112

Fazit: “Das Liebesleben der Suppenschildkröte” ist ein zauberhaft geschriebener Roman für Frauen, der aus der Masse an 0815-ChickLit-Romanen hervorsticht. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne auf einem guten Niveau unterhalten werden möchte, ohne die Geschichte schon vorher tausend Mal gelesen zu haben.

 

{ 5/5 Punkte }

 

Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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