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review 2017-08-03 11:34
Zwerge, die Gartenzwerge sammeln
Der Schädelschmied - Jens Lossau,Jens Schumacher

Mit dem Aufkauf des Verlages Egmont LYX durch Bastei Lübbe wurde die Ausrichtung des Verlagsprogramms umgestellt. Der Imprint ist nun auf Romantik spezialisiert. Pff. Dadurch mussten einige Autor_innen und Reihen ein neues Zuhause finden, darunter auch Jens Lossau und Jens Schumacher mit ihrer High Fantasy-Krimi – Reihe „Die Fälle des IAIT“. Glücklicherweise kamen sie bei einem Verlag unter, der meiner Meinung nach hervorragend zu ihnen passt: Feder & Schwert. Ich möchte mich von Herzen bei Feder & Schwert bedanken, dass sie die Weiterführung der Reihe ermöglichen. Es wäre zu schade gewesen, Meister Hippolit und Jorge den Troll niemals wiederzusehen.

 

Nur einmal nach Herzenslust in einem edlen Puff verwöhnt werden, mehr wünscht sich Jorge der Troll nicht. Aber nein, natürlich kommt ihm genau dann, wenn es am schönsten ist, sein Job in die Quere. In Barlyn, einer unterirdischen Minenstadt der Zwerge, wurde der bedeutende Schürfminister Borkudd tot in seinem Büro aufgefunden. Ein einzelner dahingeschiedener Zwerg wäre für das IAIT noch lange kein Grund, ihr wichtigstes Ermittlerduo unter Tage zu schicken, wären die Umstände seines Todes nicht äußerst merkwürdig. Das Büro des Ministers glich einer hermetisch verriegelten Festung. Nichts kam rein, nichts kam raus. Trotzdem befinden sich in Borkudds Schädel mehr als 20 Stahlnägel. Handelt es sich um einen überaus umständlichen Selbstmord? Oder wurde der Zwerg thaumaturgisch abgemurkst? Besteht vielleicht sogar ein Zusammenhang zu den Gerüchten eines furchteinflößenden Monsters, das in den Minen sein Unwesen treiben soll? Die Wahrheit ist tief vergraben, doch wenn jemand sie ausbuddeln kann, dann sind es Meister Hippolit und Jorge der Troll!

 

Zu Beginn meiner Rezension möchte ich mich dieses Mal direkt an meine deutschen Leser_innen wenden: seid ihr empfindlich, was eure Nationalität betrifft? Reagiert ihr pikiert, wenn das deutsche Volk und unsere speziellen Eigenheiten kräftig durch den Kakao gezogen werden? Fühlt ihr euch in eurem Patriotismus leicht beleidigt? Dann muss ich euch an dieser Stelle vehement von „Der Schädelschmied“ abraten. Der dritte Band der „Fälle des IAIT“ ist eine fleischgewordene, wild mutierte Parodie auf Deutschland und die deutsche Mentalität. Die gesamte Stadt Barlyn ist ein erschreckend genaues, wenn auch hemmungslos überspitztes Abbild meines Heimatlandes. Wer hätte gedacht, dass Zwerge und Deutsche so viel gemeinsam haben? Lächerliche Bürokratie, kleinliche Pedanterie, absolute Hingabe dem Beruf gegenüber, tadellose Arbeitsmoral, eine ungesunde Vorliebe für Bier, alberne, traditionelle Kleidung, seltsame Musik und große, sabbernde Hunde. Ich hätte mich kugeln können vor Lachen. Natürlich sind die Parallelen so offensichtlich, dass es geschmacklos ist. Natürlich bewegen sich Jens Lossau und Jens Schumacher weit entfernt von jeglicher politischen Korrektheit. Aber ich fand es großartig. Wo, wenn nicht in der Literatur, dürfen Deutsche ungestraft über ihr Land herziehen, Klischees ausschlachten und einen taktlosen Witz nach dem anderen reißen? Ich nehme dem Autorenduo ihre Selbstironie kein bisschen übel, im Gegenteil, ich feiere sie dafür. Ich meine, die Zwerge in Barlyn sammeln Gartenzwerge. Zwerge, die Gartenzwerge sammeln. Noch einmal langsam und mit Gefühl: Zwerge. Die. Gartenzwerge. Sammeln. Ich habe so gelacht, dass ich fast von der Couch gerutscht wäre. Ich kichere immer noch. Meister Hippolit und Jorge, die vermutlich ohnehin das skurrilste Ermittlerpaar aller Zeiten sind, in diese Stadt zu schicken, war ein Geniestreich. Sie passen dort so wenig hin, dass die Absurditäten vorprogrammiert sind. Es beginnt bereits damit, dass Jorge als Troll für einfach alles viel zu groß ist und mit seinem herrlich ordinären, unzensierten Mundwerk überall aneckt. M.H. hingegen ist bei weitem zu ungeduldig für den bürokratischen Albtraum, der ihnen bevorsteht, außerdem stolpern sie unter Tage auch noch über einen alten Rivalen, der ihn wunderbar zur Weißglut treibt. Die Zwerge dachten sich nämlich „Viel hilft viel“ und forderten nicht nur die Agenten des IAIT an, um den barbarischen Tod des Schürfministers aufzuklären, sondern zusätzlich zwei weitere Parteien. Demzufolge entsteht eine bizarre Wettbewerbssituation zwischen den Ermittlerteams, die ich allerdings, wenn auch unterhaltsam, etwas lästig fand. Es war zwar interessant und aufschlussreich, Details aus Hippolits Vergangenheit vor dem verpatzten Zauber zu erfahren, doch für mich bestand nie ein Zweifel, dass die beiden anderen Teams ihm und Jorge sowieso nicht das Wasser reichen können. Schon gar nicht bei diesem extrem verzwickten Fall, den ich wieder einmal nicht allein lösen konnte, obwohl einige meiner Mutmaßungen die korrekte Richtung einschlugen.

 

Ich glaube, bisher ist „Der Schädelschmied“ mein liebster Band aus der Reihe „Die Fälle des IAIT“. Ich fand ihn auf jeden Fall besser als den zweiten Band „Der Orksammler“, weil Lossau und Schumacher dieses Mal wirklich alles aus ihrem höchstamüsanten Setting herausgeholt und sogar einen dezenten Fortsetzungscharakter bewerkstelligt haben. Mittlerweile habe ich mich auch damit abgefunden, dass ich die Beziehung zwischen M.H. und Jorge wohl nie ganz verstehen werde und akzeptiere sie einfach, wie sie ist. Ich bin begeistert von der überspannten Beschreibung des deutschen Volkes seitens des Autorenduos und ihrer schonungslosen, plakativen, schelmischen Zurschaustellung nationaler Klischees. Für einige Leser_innen wäre es vielleicht zu viel der augenzwinkernden Kritik im hanswurstigen Gewand, doch ich bin felsenfest davon überzeugt, in diesem Rahmen ist „zu viel“ gerade gut genug. Wenn ich Meister Hippolit und Jorge besuche, will ich Tränen lachen und flache, kindische Witze genießen. Ich wiederhole es noch einmal, weil es so schön war: Zwerge, die Gartenzwerge sammeln. Gott, darüber werde ich noch jahrelang feiern.

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review 2015-11-22 23:56
Eine humorvolle Tragikomödie mit einem sympathischen Griesgram
Ein Mann namens Ove (Hörbestseller) - Fredrik Backman,Stefanie Werner,Heikko Deutschmann

Jeder kennt wohl das Klischee vom verbitterten Rentner, der den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als am Fenster zu hängen und seine Nachbarn zu beobachten, Falschparker aufzuschreiben und jeden noch so kleinen Regelverstoß der Mitmenschen beim Ordnungsamt oder der Polizei anzuzeigen – und genau solch ein personifiziertes Klischee ist der 59-jährige Ove, Vorzeige-Spießer und Hauptfigur in Fredrik Backmans internationalem Bestsellerroman „Ein Mann namens Ove“. Der unfreiwillige Frührentner bringt dabei alle Voraussetzungen mit, um es sich nicht nur mit seinem Umfeld zu verscherzen, sondern auch bei der Leserschaft kräftig anzuecken: Jeden Morgen macht Ove einen Kontrollgang durchs Haus und durch die Siedlung und hält alles fest, was ihn nicht in den Kram passt und gegen irgendwelche Vorschriften verstößt – sei es der Nachbar, der sein Fahrrad falsch im Keller abgestellt hat, der Autofahrer, der zu schnell durch seine Straße fährt oder die nervige Tussi, die ihren Hund ständig auf den Bürgersteig pinkeln lässt und damit die Pflastersteine verätzt. Ove scheint so sehr in seinem Spießertum aufzugehen, dass es fast ein wenig überraschend kommt, dass der grantige alte Mann seinem Leben ein Ende setzen will, doch nach dem Tod seiner Frau kann ihn offenbar nicht einmal mehr das Anschwärzen seiner Mitmenschen im Leben halten.

 

Harte Schale, weicher Kern

 

Man sollte meinen, dass ein solche Griesgram wie Ove nicht gerade dafür prädestiniert wäre, viele Leserherzen für sich zu gewinnen, doch als Leser hat man gegenüber Oves Umfeld einen ganz entscheidenden Vorteil: man wird nie selbst zur Zielscheibe von Oves penetranten Belehrungen und miesepetrigen Anfeindungen, sondern kann sich entspannt zurücklehnen und sich köstlich darüber amüsieren, wie der Frührentner beim iPad-Kauf einen Verkäufer in den Wahnsinn treibt, mit seiner Streitsucht die Mordlust der oben erwähnten Hundebesitzerin weckt oder den bemitleidenswerten Mann seiner neuen Nachbarn – von Ove „liebevoll“ nur „der Idiot“ genannt – bei jeder Gelegenheit vorführt. Trotzdem schafft es Fredrik Backman, dass man seinen Protagonisten nicht als verbittertes Ekelpaket wahrnimmt, sondern als lediglich prinzipientreuen und sehr moralischen Mann, dessen vermeintliche Garstigkeit zu großen Teilen auf ein sehr bewegtes Leben mit wenigen Höhepunkten, aber vielen Enttäuschungen zurückgeht. Einige dieser Erlebnisse schildert Backman in kurzen Rückblicken in Oves Vergangenheit, die eben nicht nur eine Erklärung für sein Verhalten liefern, sondern ihn einem auch als Menschen näher bringen und man merkt recht früh, dass Ove nicht bösartig, sondern einfach nur ein Vertreter der Kategorie „Harte Schale, weicher Kern“ ist.

 

Eine amüsante und warmherzige Tragikomödie mit einem sympathischem Griesgram

 

Trotz des mürrischen Hauptdarstellers und der vermeintlich tragischen Geschichte um einen einsamen Mann, der sich das Leben nehmen möchte, ist „Ein Mann namens Ove“ somit insgesamt eine überwiegend sehr amüsante Angelegenheit, bei welcher der Autor eine gute Mischung aus Heiterkeit und Tragik findet. Hier darf ohne schlechtes Gewissen darüber gelacht werden, wenn ein Mann am Bahnsteig plötzlich ohnmächtig auf die Gleise kippt und Ove dadurch den eigenen Selbstmordversuch vermiest, auch wenn die hier vorkommende Häufung solcher Ereignisse natürlich schon recht realitätsfern ist. Zudem ist die Geschichte über weite Strecken ein wenig vorhersehbar, was Backman aber mit einem sehr gelungenen und durchaus doch noch überraschenden Ende zum Teil wieder wettmacht. Mein größter Kritikpunkt an dem Roman ist vielmehr der, dass Ove für sein tatsächliches Alter einfach zu alt dargestellt wird, da dieser oft eher wie ein verbitterter alter Mann in den Siebzigern wirkt – dabei ist er tatsächlich gerade mal 59. Dazu passt auch ein wenig die Vorstellung von Hörbuchsprecher Heikko Deutschmann, der mit seiner knurrigen Lesung zwar einerseits sehr gut zum Protagonisten passt, aber ebenfalls rund 10 Jahre zu jung klingt. Doch auch mit diesen kleinen Unstimmigkeiten ist „Ein Mann namens Ove“ insgesamt ein tolles (Hör-)Buch mit einer amüsanten, zugleich aber auch bewegenden Geschichte und einer Hauptfigur, die sich trotz aller Macken und rauen Sprüche in die Herzen der Leser und Hörer spießern dürfte. Im nächsten Jahr kommt übrigens sogar eine Verfilmung des Romans mit Wallander-Darsteller Ralf Låssgard in der Hauptrolle in die Kinos.

Source: buecher-monster.de/2015/11/16/gehoert-ein-mann-namens-ove-fredrik-backman
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review 2015-09-05 15:50
5 Tage die uns bleiben 2 Familien, 2 Schicksale
Fünf Tage, die uns bleiben: Roman - Jennifer Merling,Julie Lawson Timmer
Hallo ich bin Mara, bin glücklich verheiratet und Mein Mann und ich haben zusammen ein wundervolle 5 jährige Tochter. Uns geht es gut, ich bin als Anwältin in einer Kanzlei tätig und mein Mann ist Hautarzt. Wir leben in einem wunderschönen Haus und es könnte uns nicht besser gehen. Bis zu dem Zeitpunkt als mir vor 4 Jahren ein Arzt sagte das ich an der unheilbaren Huntington-Krankheit leide. 
 
Wie lange also habe ich noch, bis ich nur noch ein Schatten meiner Selbst bin? 
 
 
Hallo ich bin Scott, ich lebe mit meiner wunderbaren Frau in einen Häuschen und wir erwarten garde ein Baby. Eigentlich sollte ich doch glücklich sein oder? Doch das Jahr mit meinem Grossen, er ist für ein Jahr unser Pflegekind, ist vorbei und ich weiss das ich ihn nur noch ganz kurz bei uns haben werde und ich weiss nicht was ich dann machen soll. Curtis ist mir dermassen ans Herzgewachsen das ich mich nicht mal mehr richtig auf das eigene Baby freuen kann. 
 
Ich weiss, ich bin schuld das es grade mega kriselt. Doch ich kann einfach nicht so tun als würde mir der Abschied nichts ausmachen. 
 

Erster Satz: 

Mara hatte sich schon vor langer Zeit für eine Methode entschieden: Wodka, Tabletten und Kohlenmonoxid.
 

 

Meine Meinung

 
 
 
Das Buch hab ich beim stöbern entdeckt. Ich hab ja einen 50 Fr. Gutschein gewonnen im Sommer und den hab ich ja Anfang Juli eingelöst und eins dieser Bücher war dieses. Und ich bin wirklich nicht enttäuscht worden. 
 
Das Cover ist mir als erstes aufgefallen, zwischen all den bunten Buchdeckeln ist dieses nahezu neutral. Das hat mir wirklich gut gefallen. Auch der Titel lässt schon etwas vermuten, das eben die Geschichte nicht grade eine ist, die auf ein Happyend zu geht. Doch der Titel ist ein bisschen irreführend, denn in dem Buch geht es um 2 Personen und deren Familie, sie sind zwar durch etwas ganz kleines verbunden aber an sich für sich unabhängig. 
 
Der Schreibstiel von Julie Lawson Timmer ist angenehm und einfach zu lesen. Man kommt schnell in die Geschichte und weiss immer gelich mit welcher Person und bei welcher Geschichte man ist, den die Kapitel werden immer mit dem Namen des jeweiligen Protagonisten angeführt. 
 
5 Tage die uns bleiben ist das Debüt der Autorin und ich kann euch sagen, es hat mich wirklich positiv überrascht. Meist sind die ersten Büchern nicht um bedingt schlecht aber man merkt es ihnen dennoch manchmal an, was man bei dem Buch überhaupt nicht sagen kann. Auch hat Julie Lawson Timmer ein nicht grade einfaches Thema für ihren ersten Roman gewählt. 
 
Da wär Mara, eine junge Mutter, die glücklicher nicht sein könnte. Der Familie fehlt es an nichts. Doch eines Tages bekommt sie ein schreckliche Diagnose gestellt: Huntington-Krankheit. Nach dem ersten Schock wollen sie und ihr Mann so gut es geht weiter zu machen. Doch was niemand weiss, Mara hat sich vorgenommen ihrem Leben ein Ende zu setzen wenn das Leben mit der Krankheit nur noch aus Demütigungen besteht. Und der Tag kommt schneller als ihr Lieb ist. 5 Tage hat sie noch Zeit alles zu regeln, sich zu verabschieden und den letzten Schritt zum selbstbestimmten sterben zu machen. 
 
Die Autorin hat wirklich sehr gut recherchiert. Sie hat mit Mara eine wirklich tapfere und starke Frau entstehen lassen die versucht so lange aus dem schlimmsten das beste zu machen. Sie zeigt auf was es bedeutet an dieser genetischen, degenerativen neurologischen Erkrankung zu leiden und es geht einem ans Herz. Man kann sich wirklich in jede Person hineinfühlen. In Mara, in ihren Mann und auch in die der Tochter. 
 
Dann wäre da noch die Geschichte um Scott. Er uns seine Frau haben beschlossen einen jungen als Pflegekind für ein Jahr auf zu nehmen. Doch er lässt sich viel zu sehr auf den Jungen ein, so das es für ihn zum Alptraum wird als er nur noch 5 Tage zeit hat, bis er ihn wieder zu seiner Mutter entlassen muss. Das ganze Jahr war auch für die Ehe kein Zuckerschlecken, und als dann noch was total unvorhersehbares passiert scheint die Ehe schon zum scheitern verurteilt. 
 
Auch hier bin ich wirklich überrascht wie sehr sich die Autorin in die Personen hineinfühlen konnte und diese Konflikte und Gefühle wiederum an uns weiter geben konnte. 
 
Ich kann  das Buch wirklich jedem ans Herz legen. Taschentücher sollten allerdings bereit liegen. Ein Buch welches zum nachdenken anregt und ich hoffe auch für mehr Verständnis sorgt für betroffene. 


 
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review 2015-07-28 11:52
Unheimlich fesselnd - das perfekte Finale!
Herz zu Asche - Kathrin Lange
 
 
 
 
 
Eeendlich ist der dritte Teil dieser genialen Trilogie da! Obwohl es mich auch traurig macht, Juli und David zu verlassen... Glücklicherweise kommt ja noch die Blogtour ;) In diesem Sinne, herzlichen Dank an den Arena Verlag  für das Rezensionsexemplar ❤
 
 
 
 
 
 
 
 

Titel: Herz zu Asche
Autor: Kathrin Lange
Verlag: Arena
Genre: (Jugend)Thriller
Format: Hardcover
Seitenzahl: 416
Reihe: 1/3

 

  





Juli kann es kaum fassen: Charlie ist am Leben! Endlich braucht David sich nicht länger zu quälen. Endlich kann Juli mit ihm glücklich werden. Doch Charlie setzt alles daran, David zurückzuerobern. Und auch der Geist von Madeleine Bower treibt Juli mehr und mehr in die Verzweiflung. David sieht nur eine Möglichkeit, seine Freundin zu schützen: Er muss sie verlassen. Aber Julis Visionen werden immer düsterer und so beschließt sie, dem Fluch für immer ein Ende zu setzen - auch wenn sie dafür opfern muss, was sie am meisten liebt…
 
 
Waaaah, wo fange ich bloß an? Nach diesem mega fiesen Cliffhanger im letzten Band war ich natürlich extrem gespannt, wie es weitergehen soll, jetzt wo Charlie wieder aufgetaucht ist. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht!
 
Von Anfang an ist da diese düstere, unheimliche und etwas melancholische Stimmung, die einen fesselt, da es immer unwahrscheinlicher scheint, dass Madeleine ihre Finger nicht im Spiel hat. Doch man wird immer wieder überrascht, weiß bis zum Schluss nicht, was Wahrheit und was Halluzination ist… und ob es eine Zukunft für David und Juli geben kann, solange sie die Vergangenheit nicht kennen.
 
Ich bin ja eigentlich kein Fan melodramatischer Herzschmerzgeschichten, aber zu diesem Buch gehörte und passte sie perfekt und ich habe sowohl mit Juli, als auch David fühlen können.
Als ausgemachter Fantasyfan hätte ich mich auch auf eine paranormale Erklärung einlassen können, aber es war umso genialer, mal eine etwas andere, wissenschaftliche Erklärung zu bekommen!
 
Die Endauflösung hat mich geschockt und dennoch sehr zufriedengestellt, da sie dem Leser Platz für Fantasie lässt und auch Raum schafft für Spekulationen, ob der Fluch nicht vielleicht doch existiert.
 
 
Ein mehr als gelungenes Finale der Trilogie, das unheimlich fesselnd, schrecklich berührend und unglaublich überraschend ist!
 
Das Cover gefällt mir ehrlich gesagt nicht so gut, da es so kitschig ist und so gar nicht zur düsteren Atmosphäre passt. Gerade das zerberstende Herz missfällt mir, da es nicht wie die vorherigen aus Glas zu sein scheint, sondern flach und weich wirkt :/
 

Inhalt: 

Cover: 

 
 

Die Auswahl habe ich dieses Mal basierend auf dem Genre getroffen - so ist die Labyrinth- Trilogie zwar vom Inhalt sehr verschieden zu diesem Buch, aber vom Genre und dem Spannungsbogen ähnlich ;) Und hier noch der Link zur Website von Kathrin Lange :D


 
   
^^ mit einem Klick auf die Cover gelangt ihr zu den zugehörigen Rezensionen
 
 
Flüche, Geister, Visionen… glaubt ihr daran, oder alles wissenschaftlich erklärbar?
 
Ich behelfe mich mal eines Zitates von Anie Besant: Etwas erst zu glauben, wenn der Beweis erbracht ist, ist vernünftig; alles abzulehnen, was außerhalb unserer beschränkten Erfahrung liegt, ist unsinnig.
 
 
 
Source: marys-buecherwelten.blogspot.de/2015/07/herz-zu-asche.html
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review 2015-06-03 09:12
Besonders und berührend
The Perks of Being a Wallflower by Stephen Chbosky (2009) Paperback - Stephen Chbosky

„The Perks of Being a Wallflower” von Stephen Chbosky streifte lange Zeit immer wieder meine Aufmerksamkeit, bevor ich endlich entschied, es zu lesen. Ähnlich wie der Protagonist Charlie flog es sozusagen unter meinem Radar. Der endgültige Impuls, dieses Buch meiner Bibliothek hinzuzufügen, habe ich tatsächlich der Verfilmung „Vielleicht lieber morgen“ zu verdanken, denn ich wollte den Film nicht sehen, bevor ich das Buch kannte. Interessanterweise war Stephen Chbosky maßgeblich an der Produktion des Films beteiligt; er schrieb das Drehbuch und führte Regie. Bis heute ist „The Perks of Being a Wallflower” Chboskys einziger Roman. Er arbeitet in der Filmbranche als Drehbuchautor und Regisseur, hat aber meines Wissens nach nie wieder ein Buch geschrieben, was mich ein wenig wundert. Schließlich schaffte es „The Perks of Being a Wallflower” 1999 sogar auf die New York Times Bestsellerliste.

 

Charlie ist nicht populär. Er ist nicht beliebt. Er ist ein Mauerblümchen, jemand, der nur zusieht, während andere ihr Leben leben und genießen. Das war schon so, bevor sein bester Freund Michael Selbstmord beging. Jetzt, ohne Michael, ist Charlie ganz allein. Doch man sagt nicht umsonst, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Denn während er noch mit seinem Verlust kämpft, begegnet Charlie Sam und Patrick. Die Geschwister öffnen ihm ihre Herzen und fangen ihn auf, ziehen ihn weg von der Seitenlinie seiner Existenz und zeigen ihm, was es wirklich bedeutet, zu leben. Charlie betritt die unbekannte Welt der Dates, Partys und Familiendramen und merkt gar nicht, dass er auf dem besten Weg ist, erwachsen zu werden.

 

„The Perks of Being a Wallflower” ist ein wundervolles, berührendes Buch. Für mich kam es nur leider etwa 10 Jahre zu spät. Damit meine ich nicht, dass ich mit der Thematik des Erwachsenwerdens nichts mehr anfangen kann. Ich weiß diesen Briefroman auch heute noch durchaus zu schätzen. Aber ich bin überzeugt, das Buch hätte mir weit mehr geben können, hätte ich es mit 15, 16 Jahren gelesen. Es hätte meinen eigenen Selbstfindungsprozess unterstützt. Es hätte mir das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Ich bedauere dieses Versäumnis sehr, denn auch für mich war die Teenagerzeit nicht einfach. Ich wünschte, Charlie und ich hätten uns schon viel früher kennengelernt und wären gemeinsam erwachsen geworden. Von ihm hätte ich mich verstanden gefühlt, weil er ein so süßer, intelligenter und sensibler Junge ist. Vielleicht hätte ich mich sogar ein bisschen in ihn verknallt. Durch die Jahre und die Lebenserfahrung, die ich Charlie heute voraushabe, fiel es mir schwer, nicht ständig über seine psychische Verfassung nachzudenken. Diese spielt natürlich eine Rolle und ist einer der Gründe für sein Außenseiterdasein, aber es ist nicht fair, ihn darauf zu reduzieren. Ich musste mich anstrengen, ihn so zu nehmen, wie er eben ist und ihn nicht permanent zu analysieren. Trotzdem konnte ich es nicht völlig vermeiden, weil er, ungeachtet seiner positiven Eigenschaften, kein Charakter ist, in den ich mich mir nichts, dir nichts hineinversetzen konnte. Das lag daran, dass Charlie unglaublich distanziert ist. Gegenüber der Realität, anderen Menschen und sogar sich selbst. Er steht immer irgendwie außerhalb, schwebt über allem und wirkte auf mich häufig verträumt und nicht richtig präsent. Daraus resultierend ist er jedoch ein sehr aufmerksamer Beobachter. Er nimmt selbst nicht (immer) teil, aber er sieht Dinge. Er nimmt die Menschen um sich herum genau so wahr, wie sie wirklich sind. Das ist eine kostbare und beeindruckende Fähigkeit. So wenig er in Kontakt mit seinen eigenen Gefühlen steht, umso talentierter ist er darin, die Gefühle anderer zu lesen und zu deuten. Für Charlie existieren die Masken, die Menschen Tag für Tag aufsetzen, um den Schein zu wahren, nicht. Es ist nahezu paradox, wie empathisch er ist, angesichts dessen, dass er sich selbst meist nicht versteht. Ich habe mir sehr oft für ihn gewünscht, dass er nur einmal richtig in sich geht und seine Emotionen erkundet. Dass er herausfindet, wieso er tief in seinem Inneren so traurig und das Bedürfnis, mit jemandem zu reden, der ihn versteht, so stark ist, dass er Briefe an einen Fremden schreibt. Obwohl er neue Freunde findet, die er fast schon vergöttert, vertraut er niemandem von ihnen genug, um sein Herz auszuschütten. Auch mit seinen Eltern und seinen beiden älteren Geschwistern kann er nicht reden, denn für sie spielt er nur eine untergeordnete Rolle. Charlie schreibt es nicht nieder, aber ich denke, er fühlt sich oft überflüssig und manchmal sogar unerwünscht.
All seiner sozialen Tollpatschigkeit zum Trotz erlebt Charlie eine wahrhafte Entwicklung, die so sanft und allmählich passiert, dass er sie selbst wohl kaum bemerkt. Es spricht stark für Stephen Chboskys schriftstellerisches Talent, dass sich diese Entwicklung auch auf mich übertrug. Mein Gefühl für Charlie veränderte sich. Den Großteil des Buches über empfand ich eine diffuse, beklemmende Traurigkeit; ich hatte das Gefühl, Charlie beschützen und an die Hand nehmen zu müssen. Am Ende des Romans hingegen hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, ihn gehen zu lassen, weil ich davon überzeugt war, dass er sein Leben meistern wird.

 

„The Perks of Being a Wallflower” macht seiner Kategorisierung als Young Adult – Roman alle Ehre. Selten habe ich einen Vertreter der Initiationsliteratur gelesen, der so perfekt auf Jugendliche und ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Natürlich kann man dieses Buch auch als erwachsener Mensch lesen; seine besondere Wirkung erzielt es meiner Meinung nach aber tatsächlich nur bei der Zielgruppe. Denn sich an seine Teenagerzeit zu erinnern ist etwas völlig anderes, als wie Charlie mittendrin zu stecken.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2015/06/03/stephen-chbosky-the-perks-of-being-a-wallflower
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