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review 2018-09-11 10:45
Das wandelnde Chaos
Bluteid - Vanessa Lamatsch,Kim Harrison

Kim Harrison begann ihre Karriere unter ihrem echten Namen Dawn Cook als High Fantasy – Autorin. Anfang der 2000er wagte sie eine radikale Veränderung und schrieb den ersten Band der „Rachel Morgan“ – Reihe, der von ihrem Verlag Ace abgelehnt wurde. Sie fand zwar einen neuen Verlag, ihre Vertreter_innen wollten jedoch einen Neuanfang – mit einem neuen Namen. Ihre Lektorin wählte das Pseudonym Kim Harrison aus, damit sie im Buchhandel neben Laurell K. Hamilton einsortiert würde. Um die Abgrenzung von Dawn Cook noch deutlicher zu gestalten, empfahl sie ihr sogar, sich eine Perücke zu besorgen. Deshalb wurde Kim Harrison als Rothaarige bekannt, obwohl sie eigentlich blond ist. Mittlerweile kann sie auf die Perücke verzichten. Trotz ihres überwältigenden Erfolgs ist meine Beziehung zu der Reihe etwas schwierig, daher sind seit meinem letzten Ausflug in die Hollows vier Jahre vergangen. „Bluteid“ ist der achte Band und ein gewohnt turbulentes Abenteuer mit der Hexe Rachel Morgan.

 

Mithilfe ihrer Freunde hat Rachel Morgan schon einiges überstanden. Dieses Mal kann sie sich jedoch nicht darauf verlassen, dass ihr Ivy und Jenks den Hintern retten. Der Hexenzirkel für moralische und ethische Standards hat es auf sie abgesehen. Ihre Vorwürfe sind lächerlich. In Wahrheit geht es nicht um Rachels vermeintliche Verbrechen. Der Zirkel hat erfahren, dass sie die Schülerin eines Dämons und zum Teil selbst ein Dämon ist. Sie sehen in ihr eine Bedrohung und planen, sie entweder magisch und körperlich zu kastrieren oder lebenslang in Alcatraz verschwinden zu lassen. Als sie herausfindet, dass sowohl ihr Erzfeind Trent Kalamack als auch ihr Ex-Freund Nick ihre Finger im Spiel haben, beschließt sie, zurückzuschlagen. Sie entwirft einen riskanten Plan, um den Zirkel, Trent und Nick loszuwerden. Dafür muss sie allerdings bei Trent einbrechen – und sich den Erinnerungen an ihre gemeinsame Kindheit stellen…

 

Es fällt mir heutzutage schwer, nachzuvollziehen, was ich jemals in der „Rachel Morgan“ – Reihe und ihrer Protagonistin gesehen habe. In der Rezension zum letzten Band „Blutkind“ schrieb ich, dass ich Rachel aufgrund ihres aufbrausenden Wesens mag. Ich urteilte, dass ihre Neigung, ihr Herz auf der Zunge zu tragen, sie real und echt wirken lässt. Vier Jahre und hunderte Bücher später kann ich dem nicht mehr zustimmen. Es ist wahr, dass Rachel in der Riege der Urban Fantasy – Heldinnen eine Ausnahme ist, weil sie selten alles unter Kontrolle hat und ihr Temperament ihr häufig gewaltige Probleme einbrockt. Ich erkenne an, dass Kim Harrison eine individuelle, einzigartige Heldin konzipierte. Aber ich kann nicht mehr verstehen, wie mir ihr Charakter jemals sympathisch erscheinen konnte. Heute finde ich Rachel unerträglich. Sie ist aggressiv, hysterisch, waghalsig und trifft überstürzte Entscheidungen, die der Lösung ihrer Probleme eher entgegenwirken. Nicht mal in Kleinigkeiten sind wir einer Meinung. Unsere Reibungen sind so gravierend, dass ich den Großteil der Lektüre von „Bluteid“ damit verbrachte, mich über sie zu ärgern und ihr zu widersprechen. Ich hätte in jeder einzelnen Situation des Buches vollkommen anders gehandelt. Ich war schockiert, wie unreif Rachel sich verhält. Im achten Band muss sie sich ihren Erinnerungen an ihre Kindheit stellen, um ihre schwer belastete Beziehung zu Trent Kalamack zu verstehen. Dadurch erhalten Leser_innen das zweifelhafte Privileg, sie als 12-Jährige zu erleben. Ich war wie vom Donner gerührt. Sie hat sich kein bisschen weiterentwickelt! Sie ist noch immer genau wie im Alter von 12 Jahren. Ein Armutszeugnis, meiner Meinung nach. Die Handlung von „Bluteid“ ist allerdings auch nicht dazu geeignet, Rachels positive Eigenschaften zu betonen. Theoretisch hätte die Affäre mit dem Hexenzirkel wunderbar als Bände-übergreifende Handlungslinie dienen können. Stattdessen quetschte Kim Harrison Rachels Konflikt mit ihnen in einen einzigen Band, wodurch ich das Gefühl hatte, inhaltliche Entwicklungen werden durch laute Action ersetzt. „Bluteid“ weist keinerlei Tiefe auf, Szenen sind oberflächlich gehalten, übertriebener Aktionismus verdampft das Potential der Geschichte. Ständig wird gekreischt und geschrien. Kampf folgt auf Kampf, sodass ich glaubte, in einer Wiederholungsschleife gefangen zu sein: der Zirkel greift an, Rachel entkommt. Wieder von vorn. Daneben passiert meiner Meinung nach überhaupt nichts. Harrison versuchte, emotionale Integrität zu erzeugen, indem sie Rachel eine Identitätskrise aufbürdete, die mich nicht mal ansatzweise überzeugte. Es ist zwar verständlich, dass sie ihr dämonisches Erbe überfordert, da sie sich selbst als weiße Hexe definiert, doch ihre Gewissensbisse sind völlig willkürlich. Sie vertritt keine konsequenten Prinzipien und widerspricht sich, wann immer es ihr passt. Sie ist das wandelnde Chaos und egal, wie oft Harrison sie in rührselige Dialoge verwickelt, ich kann für sie einfach keine Zuneigung aufbringen.

 

Es gibt für die „Rachel Morgan“-Reihe und mich keine Zukunft. Schon nach dem letzten Band kritisierte ich, dass Kim Harrisons schriftstellerische Begabung nicht ausreicht, um ihre Ideen effektiv umzusetzen. Mit „Bluteid“ bestätigt sich dieser Eindruck. Sie hat die Grenze ihres Könnens erreicht. Sie ist nicht fähig, Action als Mittel zum Zweck einzusetzen. Stattdessen ist der achte Band ein einziger repetitiver Schlagabtausch ohne inhaltliche Tiefe und nur darauf ausgelegt, Leser_innen atemlos von einer Situation in die nächste zu jagen. Das Buch besteht ausschließlich aus Action. Mir ist das zu wenig und ich glaube nicht, dass ich in den Folgebänden eine Besserung erwarten kann. Besäße ich nicht bereits zwei weitere Bände, würde ich die Reihe an dieser Stelle abbrechen. Es ist ärgerlich, dass ich so viel Vertrauen in Kim Harrison und „Rachel Morgan“ hatte, aber um die Bände ungelesen wegzugeben, ist es mir um mein investiertes Geld zu schade. Fazit: zwei Bände noch und Tschüss.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2018/09/11/kim-harrison-bluteid
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review 2016-10-25 10:00
Fressen oder gefressen werden
Red Moon - Benjamin Percy

„Red Moon“ von Benjamin Percy wurde mir im Oktober 2014 von Klingenfänger empfohlen, nachdem ich in einer Rezension den Gedanken äußerte, dass ich gern eine Werwolf-Vampir-Dystopie lesen würde. Ich wollte eine Geschichte erleben, die Vampirismus und/oder Lykanthropie aus der Fantasy-Ecke heraushebt und sie in den Kontext der Science-Fiction setzt. Wissenschaftliche Ansätze statt Magie. Percy ist ein vielfältiger Autor, der nicht nur Romane und Kurzgeschichten verfasst, sondern auch für DC Comics arbeitet und sich zusätzlich als Drehbuchautor verdingt. Ein richtiger Allrounder. Ich war gespannt, welche wissenschaftliche Erklärung er mir für die Existenz von Werwölfen anbieten würde.

 

Lykaner sind ein Teil der Gesellschaft. Sie sind integriert. Sie leben unauffällig und angepasst. Sie beugen sich den Gesetzen, die die USA erließen, um nicht-infizierte Menschen zu schützen. Sie sind Taxifahrer_innen, Lehrer_innen, Handwerker_innen. Sie sind deine Nachbarn. Sie sind die schlafende Bedrohung in unserer Mitte. Die Regierung beteuert, die Situation unter Kontrolle zu haben. Eine verhängnisvolle Lüge. Im Untergrund regt sich der Widerstand: Lykaner, die nicht davor zurückschrecken, Menschenleben zu opfern, um ihre Forderungen durchzusetzen. Radikale Anschläge verbreiten Angst und Terror. Schon bald werden die Grenzen der Menschlichkeit auf die Probe gestellt. Graut der Morgen nach der Nacht des roten Mondes, wird eine neue Welt geboren, in der Menschen nicht länger die Spitze der Nahrungskette sind.

 

Benjamin Percy hat meinen Wunsch nach einem wissenschaftlichen Werwolf-Szenario voll und ganz erfüllt. „Red Moon“ ist ein spannender Mix aus Werwolf-Roman und politischem Thriller, eine faszinierende Analogie zu unserer Realität. Es weist sowohl Merkmale der Urban Fantasy als auch der Science-Fiction auf, ist aber doch ganz anders. Individuell. Überraschend. Anfangs wollte ich das Buch als Dystopie einordnen, musste allerdings einsehen, dass diese Klassifizierung unzutreffend ist, weil „Red Moon“ nicht der Duden-Definition einer „fiktionale[n], in der Zukunft spielende[n] Erzählung mit negativem Ausgang“ entspricht. „Red Moon“ spielt nicht in der Zukunft. Es spielt im Hier und Jetzt, in einer alternativen Gegenwart, in der Werwölfe ein fester Bestandteil der Weltgeschichte sind. Percy schildert nicht den Ausbruch der Lykanthropie, er beleuchtet deren Folgen anhand der Schicksale dreier Hauptcharaktere. In der Rolle des Chronisten malt er nüchtern das Bild einer Gesellschaft, die Angst vor sich selbst hat. Ich bewundere ihn für seine scharfsichtige Analyse, für die realistische Antwort auf die Frage, wie unsere Welt aussähe, gäbe es ein Virus, das Menschen in Lykaner verwandelt. Wer glaubte, Menschen und Werwölfe könnten friedlich koexistieren, hat das Wesen der Menschheit nicht begriffen. Wir sind eine aggressive Spezies, die alles zerstört, was als Bedrohung erscheint. Angriff ist die beste Verteidigung. Fressen oder gefressen werden. Ironischerweise eskalieren die Ereignisse in „Red Moon“ aufgrund dieser Einstellung, nicht aufgrund des Bedrohungspotentials der Lykaner. Die Versuche der Regierung, Kontrolle auszuüben, bringen die Lykaner in eine unmögliche, inakzeptable Lage. Im Verlauf der Handlung werden alle Lykaner unter Generalverdacht gestellt, ihre Bürgerrechte, auf die die USA so viel Wert legen, werden mit Füßen getreten. Ein Schelm, wer da Parallelen zum reellen Kampf gegen den islamistischen Terror sieht. Sie werden für ein genetisches Merkmal diskriminiert. Sie müssen sich als Lykaner markieren lassen, müssen eine Droge ein Medikament einnehmen, das sie daran hindert, sich zu verwandeln und ihren Verstand in ein Gefängnis sperrt. Wer Volpexx nicht schluckt, bricht das Gesetz – Lykaner haben nur die Wahl, hirntot oder kriminell zu sein. Erst die unwürdigen Regulierungen zwingen viele Werwölfe zu handeln, nachdem sie Großteils jahrzehntelang friedlich und angepasst lebten. Die meisten Lykaner empfinden sich als Menschen, obwohl sie theoretisch eine überlegene, weiterentwickelte Mutation sind. Sie haben kein Interesse daran, ihre Position als Spitzenprädatoren auszuleben und wollen nur in Ruhe gelassen werden. Der radikale Widerstand ist eine Minderheit innerhalb der Werwolf-Population, wird jedoch von Medien und Regierung größer gemacht, als er tatsächlich ist und provoziert auf diese Weise übertriebene, kopflose, unlogische Angstreaktionen. Die Situation putscht sich hoch bis zum Bürgerkrieg – hat da jemand „Happy End“ gesagt? Am Ende eines realistischen Szenarios wie „Red Moon“ kann es keinen Ritt in den Sonnenuntergang geben und ich bin froh, dass Benjamin Percy es gar nicht erst versuchte. Stattdessen endet das Buch so, wie es enden musste: offen, voller ungeklärter Fragen und viel Raum für Zukunftsspekulationen.

 

„Red Moon“ ist mit dem gemeinen Werwolf-Roman nicht zu vergleichen. Es ist kompromissloser. Origineller. Intelligenter. Es ist die Chronik einer gespaltenen Gesellschaft, ein Spiegelbild der unseren, in der die Lykaner symbolisch für all die Gruppen stehen, die in der Realität ausgegrenzt und diskriminiert werden. Hass erzeugt Hass. Gewalt erzeugt Gewalt. Benjamin Percy bietet keine Lösung für soziale Konflikte an, sein Buch vermittelt keine Moral. Er bildet lediglich ab und überspitzt die Situation, indem er nicht Menschen gegen Menschen, sondern Spezies gegen Spezies kämpfen lässt. Ich kann darüber hinwegsehen, dass sich sein Schreibstil etwas schwerfällig liest und ich mich während der Lektüre antreiben musste, um vorwärts zu kommen, denn der Aufwand hat sich gelohnt. „Red Moon“ faszinierte mich, in all seiner brutalen Scharfsinnigkeit. Meiner Ansicht nach ist es äußerst lesenswert. Sollte euch allerdings an einem romantisierten, idealisierten Bild von Werwölfen gelegen sein, solltet ihr einen Bogen darum machen. Kuschlig und schmusig? Nein. Bestialisch.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/10/25/benjamin-percy-red-moon
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review 2016-09-11 09:47
Der Ruf der Nacht - Eine nette Geschichte für zwischendurch
Der Ruf Der Nacht - Susanna Kearsley
Ich bin Lyn, bin Literaturagentin und habe eine Kinderbuchautorin, Bridget, unter Vertrag. Inzwischen ist sie zu meiner besten Freundin geworden, auch wenn sie ziemlich anstrengend ist. Eigentlich wollte ich über Weihnachten zu meiner Familie gehen, doch Bridget will unbedingt das ich sie in ein kleines Kaff zu ihrem "Freund" begleite. Und wie immer lass ich mich breitschlagen. Anscheinend hab ich eine masochistische Ader denn ruhig und besinnlich kann das ganze nicht werden, denn meine Beste hat schon Pläne. Nicht nur für sie...

Doch irgendwie stimmt etwas nicht, kaum sind wir angekommen plagen mich Alpträume, Träume von einer Frau in einem altertümlichen blauen Kleid die mich bittet ihr Kind zu beschützen. Nicht nur das ist komisch, ich lerne da auch Elen kennen, eine junge Mutter, die genau auf mich gewartet hat, denn angeblich hat die Frau im blauen Kleid ihr gesagt das ich komme um ihr Sohn zu beschützen...

Am Anfang...

Der Traum kam wie immer kurz vor Tagesanbruch.
  Ich stand allein am Ufer eines Flusses, der sich durch ein liebliches, üppiges grünes Tal wand, in dem selbst die Luft lebendig zu sein schien. Vogelgezwitscher erklang aus Bäumen, deren Ästen sich unter dem Gewicht reifer Früchte bogen, und überall blühten Blumen, bunter und wohlriechender als alle Blumen, die ich je gesehen hatte, Ihr Duft machte mich durstig, so das ich niederkniete und mit den Händen von dem kühlen Wasser schöpfte, um zu trinken.

Meine Gedanken zum Buch

Das Cover dieses Ausgabe hab ich nirgends mehr gesehen, auch unter der selben ISBN Nummer wird ein völlig anderes gezeigt, eins das mir weite besser gefällt als dieses, das einen Ausschnitt eines Gemälde von John Harris zeigt. Es ist so düster, find ich, passt aber sicher zur Atmosphäre im Buch, auch wenn ich sie nicht ganz so drücken empfand. Was den Titel betrifft... gefällt mir das Original, "Named of the Dragon", besser. 
 
Der Schreibstil von Susanne Kearsley ist gewohnt flüssig zu lesen. Sie schafft es die Atmosphäre gut zu beschreiben. Die Landschaft sieht man förmlich vor dem geistigen Auge auftauchen ohne das sie sich in Details vergeht. Ich mag ihn wirklich, man kommt schnell in die Geschichte rein und kann sich auch gut mit den Personen identifizieren.

Leider aber hab ich mir von der Geschichte mehr erhofft. Nicht nur weil ich mich auf den Klappentext verlassen habe sondern auch von den anderen Geschichten von ihr. Die haben mir nämlich weit besser gefallen als diese. Denn deswegen hab ich einiges mehr an Mythen und Sagen erwartet, mehr mysteriöses. Aber es sind nur immer sehr kurze Passagen. Das meiste steht am Kapitel-Anfang, denn da werden Stellen aus verschiedenen Büchern zitiert, über Merlin, Arthur und so weiter. Aber am Schluss erkennt man, das es eben diese Zitate, das einzige mythische am Buch ist.

Die Geschichte an sich ist ganz nett und kurz zusammengefasst... Eine Frau wird von "prophetischen Träumen* heimgesucht die ihr sagen das sie auf ein Kind aufpassen muss. Auch im im realen Leben existiert ein Kind welches Schutz benötigt, denn es wird wirklich bedroht, doch {ACHTUNG SPOILER!!} nicht von Drachen der mythischen Art sondern in Form einer Frau die meint alles besser zu wissen. Also ist die Geschichte alles anders als mystisch. {SPOILER ENDE!!}

Natürlich muss Lyn nicht nur diese Aufgabe bewältigen, denn ihre Agentur erwartet das sie 2 neue Autoren unter Vertrag nimmt, den einen sollte sie leicht kriegen doch Gareth, da würde sie sich wohl die Zähne ausbeissen. Aber genau dieser müsste es sein um einen Posten in der Direktion zu bekommen. Wie soll sie das nur anstellen? Sie mag den Typen nämlich nicht einmal! Zudem spannt sie ihre Freundin ein um ihre eigenen Pläne zu verwirklichen, was so viel bedeutet wie, feierten was das Zeug hält und den ein oder anderen Mann rum zu kriegen.

Ich muss zugeben, die Charaktere sind gut gezeichnet, vor allem Gareth hat Susanne Kearsley gut hinbekommen, ich mochte ihn sofort auch wenn er total abweisend und manchmal gar arrogant erscheint. Lyn, die Protagonistin, kommt mir etwas, wie soll ich sagen, zu weich? Als Literaturagentin müsste sie, nach meinem Empfinden mehr biss haben. Den hatte sie definitiv nicht. Und Bridget ging mir echt zeitweise auf die Nerven, sie ist so was von egoistisch. Und auch hier hab ich mehr erwartet.

Mein Schlussfazit

Eine nette Geschichte für zwischendurch, aber auch nicht mehr. Wer eine wirklich mystische Geschichte lesen möchte die viel Elemente von Sagen und Legenden aufweist, sollte dann aber nicht auf dieses Buch zurück greifen, denn er würde wohl wie ich, nur enttäuscht sein.
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review 2016-07-17 10:14
Die Spielarten der Evolution
Die Abschaffung der Arten - Dietmar Dath

Nach der Lektüre der Trilogie „Die Seiten der Welt“ von Kai Meyer hatte ich das Gefühl, unbedingt ein Buch für Erwachsene lesen zu müssen. Ich wollte ein Leseerlebnis, das mich fordert. Die Wahl, die mein Bauch für uns traf, überraschte mich allerdings: „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath. Ich zögerte. Ich wusste, dass dieses Werk eines der anspruchsvollsten ist, die mein Regal zu bieten hat, auch, weil ich irrtümlich annahm, es handele sich dabei um ein Sachbuch. Als ich es in der Hand hielt, klärte sich diese Fehleinschätzung natürlich auf, doch meine Skrupel blieben. Ich stritt mit mir selbst, entschied dann aber, mich darauf einzulassen. Normalerweise weiß mein Bauch sehr genau, wann ich für eine bestimmte Lektüre bereit bin – ich vertraute ihm und stürzte mich in „Die Abschaffung der Arten“.

 

Die Zeit der Menschen auf Erden ist abgelaufen. Nun regieren Tiere eine Welt, die nur noch bedingt an die Errungenschaften der Menschheit erinnert. Unter der Führung des Löwen Cyrus Golden erreichte die Gesellschaft der Gente Frieden, Wohlstand und Intellektualität. Die Evolution auf dem Zenit ihrer Macht. Doch die Evolution ist eine wankelmütige Göttin ohne Gewissen. In den Wäldern Südamerikas entsteht eine neue Lebensform, die alles bedroht, was der Löwe einst als wahrgewordene Utopie erschuf. Der Gefahr ins Auge blickend entsendet er den Wolf und Diplomaten Dmitri, um einen alten Verbündeten aufzusuchen. Auf seiner Reise sammelt Dmitri Eindrücke und Erkenntnisse und beginnt zu verstehen, warum den Menschen die Ewigkeit verwehrt wurde. Die neuen Besitzer der Erde müssen wählen: haben sie wahrhaft aus den Fehlern ihrer Vorgänger gelernt und sind bereit, sich der Evolution demütig zu beugen oder wird ihnen Hybris zum Verhängnis?

 

Ich denke nicht, dass ich „Die Abschaffung der Arten“ vollständig verstanden habe, das möchte ich von vorneherein klarstellen. Ich schäme mich nicht, das zuzugeben, denn ich glaube, es gibt wenige Menschen auf der Welt, die dieses Buch voll und ganz zu deuten verstehen. Die Lektüre ist ein Kampf mit den Grenzen der menschlichen Intellektualität und überstieg definitiv hin und wieder meinen Horizont. Dietmar Dath stellt hochabstrakte Spekulationen auf wissenschaftlicher Ebene an. Philosophie, Biologie, Genetik, Physik, Chemie – man müsste schon in all diesen Gebieten gleichermaßen bewandert sein, um das volle Gewicht von „Die Abschaffung der Arten“ wertschätzen zu können. Es wäre gelogen, würde ich das von mir behaupten und doch empfinde ich dieses Buch als Bereicherung, weil die Botschaft unverkennbar ist. Ob Mensch, ob Tier, wir alle sind Sklaven der Evolution. Sie ist die eine Konstante, der wir uns nicht widersetzen können, unabhängig davon, wie nachdrücklich wir es versuchen. Der Löwe wollte der Welt eine neue Geschichte nach seinem idealistischen Design geben. Er erschuf technisch weiterentwickelte, biologische Hybride, die jede Artenzuordnung ad absurdum führen. Er wollte der Evolution durch die uneingeschränkte Förderung von Individualität ein Schnippchen schlagen und ihr gleichkommen. Es sollte so viele Arten wie Einzelwesen geben. Darauf spielt der Titel an. Ein Wolf mit Bocksbeinen, eine grüne Dachsin, eine Schwarmintelligenz mit der Fähigkeit der Autotomie – jeder Wunsch kann erfüllt werden. Mich erinnerte der Löwe an den Zauberer von Oz. Er tritt als omnipotenter Herrscher auf, ein wohlwollender Magier, der milde Gaben verteilt und sein Volk mit Tricks regiert und manipuliert. In diesem Bild ist die neue Lebensform im südamerikanischen Dschungel die böse Hexe des Westens, eine Bedrohung, die sich völlig seiner Kontrolle entzieht. Die unbestrittene Fortschrittlichkeit der Gesellschaft, ihre Verehrung der Evolution, schützt sie nicht vor den unberechenbaren Spielarten selbiger. Vielleicht ist es Karma, vielleicht einfach der Lauf der Welt. Vielleicht steht jeder Zivilisation nur eine vergleichsweise kurze Zeit auf Erden zu, bevor sie der Erneuerung weichen muss. Der Vorteil der Gente gegenüber der Evolution besteht in ihrer Unabhängigkeit von sterblichen Hüllen. Die gesamte Gesellschaft gründet sich auf einem ungemein weitgefassten Verständnis von Körperlichkeit. Individualität ist eine Eigenschaft des Geistes, nicht des Körpers. Somit ist es der Geist, nicht der Körper, der bewahrt werden muss, um wahre Unsterblichkeit zu erreichen. Die Gente haben Möglichkeiten gefunden, Erinnerungen, ja ganze Persönlichkeiten zu speichern und zu transferieren. Die Tragweite dieser Erkenntnis und des daraus resultierenden Handlungsstrangs wurde mir erst in der zweiten Hälfte des Buches bewusst. Dietmar Dath arbeitete mit einem äußerst heftigen inhaltlichen Bruch, führt seine Leser_innen in der zweiten Hälfte von „Die Abschaffung der Arten“ ohne Vorwarnung in ein völlig neues Setting weit in der Zukunft und stellt (scheinbar) völlig neue Figuren vor. Obwohl ich von diesem Sprung anfangs extrem irritiert war, erkenne ich nun die Notwendigkeit. Ohne ihn wären die Konsequenzen der Entwicklungen der ersten Hälfte nicht sichtbar gewesen. Die Pläne, die von den Gente zu Zeiten des Löwen vorbereitet wurden, waren auf Jahrhunderte ausgelegt. Dath brauchte die zeitliche sowie räumliche Trennung, um deutlich zu machen, worauf er hinauswollte: das Bewahren von Individualität ist der einzige Weg, die Evolution zu umgehen.

 

Vielleicht begreife ich erst in vielen Jahren, was mir die Lektüre von „Die Abschaffung der Arten“ auf lange Sicht gebracht hat. Das Lesen war anstrengend und anspruchsvoll; ich bewundere Dietmar Dath für seinen Mut, erfolgreich ein Buch in diesem Schreibstil zu veröffentlichen. Trotzdem fühlte sich die Lektüre nicht nach durchquälen an. Es war ein Kampf, ja, aber keine Qual, weil die Geschichte in all ihrer Abstraktheit eben auch fesselnd ist. Fraglos ist die Tatsache, dass es mich intensiv zum Nachdenken angeregt hat, vielleicht so sehr wie noch kein Buch zuvor. Das Leben findet immer einen Weg und dieses Leben ist in seiner Essenz immer von den gleichen Themen bestimmt, unabhängig davon, wie fortschrittlich eine Lebensform ist. Gefühle sind eine Ebene, die die Evolution nicht erreicht.
Ich werde euch „Die Abschaffung der Arten“ nicht empfehlen. Es fiel mir bereits schwer, das Buch mit einer konkreten Anzahl von Sternen zu bewerten, weil es selbst völlig wertungsfrei ist. Es ist eine objektive Schilderung einer möglichen Zukunft, nicht mehr und nicht weniger. Meiner Ansicht nach muss man eine bewusste Entscheidung treffen, wenn man mit dem Gedanken spielt, dieses Werk zu lesen. Halbherzigkeit ist absolut fehl am Platz. Entweder man hat den Willen, sich mit diesem Buch auseinander zu setzen, komme was da wolle, oder man hat ihn nicht.

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review 2016-06-09 09:04
Ein zukünftiger Klassiker
A Clash of Kings - George R.R. Martin

Westeros erbebt unter Kämpfen um den Eisernen Thron. Der Anspruch des Kindskönig Joffrey wird von seinen Onkeln Stannis und Renly Baratheon angefochten, da er angeblich nicht der rechtmäßige Erbe des verstorbenen König Robert Baratheon ist. Die Baratheon-Brüder kämpfen allerdings auch gegeneinander, weshalb Joffreys Berater die größte Bedrohung in Robb Stark sehen, der sich zum König des Nordens ausrufen ließ und den Truppen der Lannisters herbe Verluste zufügt. Unterstützt wird er von seiner Mutter Lady Catelyn, die sich im Stillen um Robbs Geschwister sorgt, die seit der Hinrichtung ihres Ehemannes über ganz Westeros versprengt sind. Arya konnte aus King’s Landing fliehen und reist nun unerkannt Richtung Norden. Sie hofft, sich nach Winterfell durchschlagen zu können. Dort herrscht derzeit ihr 8-jähriger Bruder Bran, der sein Bestes gibt, um der Verantwortung gerecht zu werden und sich um ihren jüngsten Bruder Rickon zu kümmern. Einzig Sansa befindet sich noch in King’s Landing, als Geisel von König Joffrey und seiner Mutter Königin Cersei Lannister.
Der Krieg der Häuser fordert die Aufmerksamkeit aller Beteiligten und Unbeteiligten. Niemand rechnet damit, dass die größte Gefahr für Westeros nicht vom Kampf um den Thron ausgeht, sondern außerhalb der Grenzen lauert…

 

Es ist eine undankbare Aufgabe, eine Rezension zu einem der Bände der Reihe „A Song of Ice and Fire“ von George R.R. Martin zu schreiben. Es ist einfach unmöglich, alle Handlungslinien und Charaktere in „A Clash of Kings“ zu besprechen. Diese enorme inhaltliche Komplexität kündigte sich bereits im ersten Band an und setzte sich nun fort. Es gibt Autor_innen, die es kaum schaffen, 300 Seiten zu füllen, ohne sich zu wiederholen oder die Ereignisse künstlich zu strecken, doch George R.R. Martin nutzt die knapp 1000 Seiten der Fortsetzung effektiv aus und verleiht seiner Handlung geballte inhaltliche Substanz. Kein Satz, keine Zeile, keine Szene ist überflüssig. Alles fügt sich nahtlos zusammen, ohne jemals ungelenk oder uninspiriert zu wirken. Ich liebe seinen Schreibstil und sein Worldbuilding, was mich jedoch am meisten begeistert, sind seine realistischen, lebendigen Figuren, die trotz der hohen Anzahl niemals austauschbar wirken. Martins Charakterisierungen gehen weit über eine Unterteilung in Gut und Böse hinaus. Er nötigte mir selbst für Figuren, die ich nicht mag, Respekt und Verständnis ab, allen voran für Königin Cersei Lannister, über die ich intensiv nachgedacht habe. Im ersten Band „A Game of Thrones“ wirkte Cersei wie eine egoistische, skrupellose Schlange, die Westeros als Schauplatz ihrer Machtspielchen missbraucht. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass Cersei primär ein Produkt der gesellschaftlichen Umstände ist. Sie ist wütend, weil sie niemals die gleichen Möglichkeiten wie ein Mann haben wird. Es wurmt sie, dass sie als Frau stets auf einen Mann an ihrer Seite angewiesen ist, und sei es nur, um den Schein zu wahren. Ich denke, sie neidet es ihren Brüdern, ihrem Vater und auch ihrem Sohn, dass sie eine Macht in sich vereinen können, die sie niemals erreichen wird. Sie hasst es, indirekt vorgehen zu müssen, zu manipulieren, zu verführen und dabei selbst nichts anzubieten zu haben außer ihrem Einfluss auf den König. Ich kann ihre Frustration absolut nachvollziehen. Es wundert mich nicht, dass sie ihre Wut an Sansa Stark auslässt, die Cersei in ihrer Naivität an das Frauenbild erinnert, das Cersei verabscheut. Sansa selbst ist ein schwaches, bemitleidenswertes Ding. Sie ist nicht stark genug, um sich selbst zu retten. Ihr fehlt der Schneid, für sich selbst einzustehen. Wäre sie nicht so bedauernswert, würde sie mich wahrscheinlich schrecklich langweilen. Ich wünschte, sie würde sich ein wenig mehr auf den Hund einlassen, denn zwischen den beiden herrscht eine spannungsgeladene, knisternde Beziehung, die ich wahnsinnig aufregend finde. Ich bin gespannt, was Martin mit den beiden vorhat.
Gespannt bin ich auch bezüglich der Einführung einer neuen, monotheistischen Religion, die erstmals durch Stannis Baratheon in Erscheinung tritt. Er stützt sich auf die Hilfe der roten Priesterin des Gottes R’hllor, eine gefährliche Frau, die mit Kräften arbeitet, über die Martin bisher nur wenig verrät. Nachdem es in Westeros seit langer Zeit keine Magie mehr gibt, könnte ich mir vorstellen, dass sie diejenige ist, die sie wiederaufleben lässt. Außerdem wittere ich einen gewaltigen, hässlichen religiösen Konflikt. Stannis ist ein harter, unnachgiebiger Mann – wer wäre besser zum religiösen Fanatiker geeignet? Umso mehr hoffe ich, dass er den Eisernen Thron niemals besteigt, obwohl ich ihn für den rechtmäßigen König halte. Ehrlich gesagt sehe ich aber in keinem der Anwärter einen passablen Regenten. Renly ist ein Schnösel, Robb fast noch ein Kind und Joffrey wäre zu Zeiten der französischen Revolution geköpft worden. Ich wünsche mir Tyrion Lannister auf den Thron. Er gehört eindeutig zu meinen Lieblingscharakteren, ist meiner Ansicht nach der gefährlichste Mann in Westeros und scheint einer der wenigen zu sein, denen das Wohl des Landes wirklich am Herzen liegt, was angesichts drohender Gefahren aus Norden und Osten Gold wert sein könnte.

 

Ich könnte noch seitenweise über meine Gedanken zu „A Clash of Kings“ schwadronieren, muss mich an dieser Stelle allerdings zügeln, weil andernfalls vermutlich niemand mehr bereit ist, meine Ergüsse zu lesen. Letztendlich sollte euch die Fülle meiner Gedanken alles über das Buch verraten, was ihr wissen müsst. Es ist fabelhaft. Die Atmosphäre ist dicht und greifbar, der Schreibstil eingängig, die Handlung hält unzählige kleinere und größere Überraschungen bereit und die Figuren sind so wundervoll tief ausgearbeitet, dass es mir schwerfällt, sie als fiktiv anzusehen. Die Reihe ist ein Muss für High Fantasy – Fans und alle, die es werden wollen. Eines Tages wird darüber als Klassiker und in einem Atemzug mit Tolkiens „Der Herr der Ringe“ gesprochen werden.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/06/09/george-r-r-martin-a-clash-of-kings
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