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review 2016-09-16 10:11
Johannes Cabal: Nekromant, Geisterbeschwörer, Detektiv
Totenbeschwörer (Johannes Cabal #2) - Jonathan L. Howard,Jean-Paul Ziller

Die „Johannes Cabal“ – Reihe begann ich 2013. Obwohl ich den Auftakt „Seelenfänger“ mochte und bereits zwei Folgebände besaß, hielt ich mich mit dem Weiterlesen zurück, weil ich warten wollte, bis sie weiter fortgeschritten ist. Der vierte Band erschien 2014 in Englisch, also wollte ich ausharren, bis dieser übersetzt wäre. Ich wartete und wartete. Im Juli 2016 war meine Geduld am Ende. Ich fragte die Twitter-Community um Rat, ob eine Übersetzung nach zwei Jahren noch wahrscheinlich sei. Meine liebe Blogger-Kollegin Elizzy wandte sich für mich an den Autor Jonathan L. Howard, der dann auch prompt antwortete, dass er leider keinen deutschen Vertrag über den vierten und fünften Band habe. Unerhört. Er riet mir, Mundpropaganda für die Reihe zu betreiben, denn stiegen die Verkaufszahlen, würde Goldmann seinen Vertrag eventuell ausweiten. Deal. Einen Monat später nahm ich mir den zweiten Band „Totenbeschwörer“ vor und erfülle nun hiermit meinen Part, euch von dem Buch zu erzählen.

 

Nekromanten haben es schwer. Von der Welt gehasst und verfolgt, kann ein Nekromant nicht einmal ohne Komplikationen ein Buch ausleihen. Gut, Johannes Cabal wollte das Buch nachts ausleihen, als die Bibliothek verlassen war. Er hatte auch nicht vor, es jemals zurückzugeben oder Ausleihgebühren zu zahlen. Aber das ist noch lange kein Grund, ihn ins Gefängnis zu werfen und zu exekutieren, oder? Während Cabal in seiner Todeszelle über diese Ungerechtigkeit nachgrübelt, erhält er überraschenden Besuch. Ein hoher Staatsmann verspricht, ihn zu begnadigen, wäre er bereit, seine Fähigkeiten einzusetzen, um den unerwartet und gänzlich unpassend verstorbenen Kaiser des Reiches vorübergehend wiederzubeleben. Cabal erkennt die Gunst der Stunde und lässt sich auf die Vereinbarung ein. Doch damit fangen seine Probleme erst an…

 

Ich verstehe, warum die Verkaufszahlen der „Johannes Cabal“ – Reihe nicht ausreichten, um einen weiterführenden Vertrag zwischen Goldmann und Jonathan L. Howard zu rechtfertigen. Die Bücher um den zwielichtigen Geisterbeschwörer Cabal sind sehr speziell. Sie liegen weit abseits vom Mainstream und werden daher wohl niemals die weltweiten Bestsellerlisten stürmen. Sie verkörpern eine besondere Art von Humor und folgen einem Erzählstil, der ein wenig nostalgisch an den Film Noir der 1940er und 1950er erinnert. Jonathan L. Howard schreibt nüchtern und altmodisch, er lässt die Skurrilität seiner Geschichten für sich sprechen, statt atemlos dem nächsten Actionkick nachzujagen. Das bedeutet nicht, dass seine Bücher nicht spannend wären, doch das Erzähltempo ist wesentlich gemäßigter, als man es heutzutage aus der modernen Literatur gewohnt ist. In „Totenbeschwörer“ treten diese Eigenheiten meiner Meinung nach noch deutlicher zu Tage als in „Seelenfänger“, weil es sich bei diesem zweiten Band um einen Kriminalroman in der Tradition von Agatha Christies „Miss Marple“ handelt. Mich überraschte diese Herangehensweise, da ich mir den Protagonisten Johannes Cabal vor der Lektüre niemals als Detektiv hätte vorstellen können. Natürlich ist er hinsichtlich seiner Fähigkeiten geradezu prädestiniert für diese Rolle, denn er liebt es, seinen analytischen Verstand für die Lösung kniffeliger Rätsel einzusetzen, aber ich hätte nicht erwartet, dass ihn die Aufklärung eines Kriminalfalls interessiert. Dass er in die Ermittlung involviert wird, ist ein gewaltiger Zufall – dass er sich dieser annimmt, ist seinem Ehrgeiz sowie seiner Eitelkeit zuzuschreiben. Ich bezweifle, dass ich der verwinkelten Logik des Falls allein auf die Schliche gekommen wäre, obwohl die Auswahl der Verdächtigen eingeschränkt ist, was wiederum daran liegt, dass das Setting räumlich eng begrenzt ist. Der Großteil der Handlung spielt in einem Luftschiff; denkt ihr nun an das Bild eines Zeppelins, liegt ihr allerdings daneben. Die „Prinzessin Hortense“ gleicht eher einem fliegenden Flugzeugträger, was ich dank erstaunlich detaillierter Illustrationen behaupten kann. Die Funktionsweise des Prachtstücks erschloss sich mir nicht völlig, die libellenähnlichen Entomopter verstand ich besser, doch ich wusste die leichte Steampunk-Atmosphäre, die Howard durch ihren Einsatz beschwört, sehr zu schätzen. Dieses Flair passt einfach zu Cabal, dem charmanten Schurken, pardon, Nekromanten. Es ist schwer zu sagen, was genau Cabal charmant erscheinen lässt, denn sympathisch ist er nicht. Er ist Egoist und Misanthrop, andere Menschen sind ihm bestenfalls lästig. Er neigt zu drastischen, endgültigen Entscheidungen und behandelt Gewalt als ein selbstverständliches, notwendiges Mittel zum Zweck. Trotz dessen beobachte ich ihn unheimlich gern. Gerade aufgrund seiner verkümmerten sozialen Kompetenzen bereiten mir seine Interaktionen mit dem Rest der Menschheit einen Heidenspaß, weil dadurch der unnachahmliche, trockene, makabre Witz entsteht, der Howard und Cabal so eigen ist.

 

„Totenbeschwörer“ ist ein Krimi, der von allem etwas hat. Er ist ein bisschen Steampunk, ein bisschen Urban Fantasy und ein bisschen politischer Thriller. Jonathan L. Howard jongliert diese wilde Mischung spielend und lässt seinen Protagonisten Johannes Cabal durch diverse Reifen springen, ohne ihm jemals die Würde zu rauben. Cabal bleibt Cabal und bestreitet die Herausforderungen des Autors authentisch auf seine eigene skurrile, grenzwertige Art und Weise. Ich mag Howards speziellen Schreibstil, obwohl er hin und wieder umständlich ist und ich liebe die Courage, mit der er dem Mainstream trotzt. Der zweite Band der „Johannes Cabal“ – Reihe ist, wie bereits der Vorgänger, altmodische Literatur und genau aus diesem Grund herrlich erfrischend. Ich hätte nicht gezögert, dieses Buch mit vier Sternen zu belohnen, wäre es für meinen Geschmack nicht etwas arg krimilastig. Ich mag nun mal keine Krimis – nicht einmal Johannes Cabal, der vermutlich faszinierendste Geisterbeschwörer der Welt, vermag das zu ändern.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/09/16/jonathan-l-howard-totenbeschwoerer
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review 2016-01-29 10:31
Düstere Southern Gothic
Beautiful Darkness - Margaret Stohl,Kami Garcia

Wusstet ihr, dass weder Kami Garcia noch Margaret Stohl aus den Südstaaten der USA stammen? Garcia wurde in Washington, D.C. geboren und lebt heute in Los Angeles, Stohl in Pasadena, Kalifornien. Mich hat das sehr überrascht, denn angesichts ihrer überzeugenden Darstellung der Südstaaten-Kleinstadt Gatlin in den „Caster Chronicles“ hätte ich erwartet, dass zumindest eine der beiden im Süden aufgewachsen ist. Vielleicht ist es aber gerade diese Distanz, die es ihnen erlaubte, Gatlin mit einem Augenzwinkern zu charakterisieren.

 

Lenas 16. Geburtstag hinterließ tiefe Wunden. Zwar konnte sie ihre Berufung verhindern und ihrer dunklen Mutter Sarafine die Stirn bieten, doch der Preis für ihren Widerstand war entsetzlich. Zerfressen von Kummer und Schuld zieht sich Lena immer weiter zurück. Sie erträgt es nicht, Ethan anzusehen. Ethan hingegen versucht, ihr so viel Zeit und Raum zu geben, wie sie braucht, spürt allerdings, dass ihm die Liebe seines Lebens zu entgleiten droht. Als er abermals von mysteriösen Visionen heimgesucht wird und ein neuer Song das Unheil des Siebzehnten Mondes voraussagt, kann er nicht länger zusehen, wie Lena sich selbst zerstört. Unterstützt von seinen Freunden wagt sich Ethan in das Labyrinth der Caster-Tunnel, um sie vor sich selbst zu retten. Doch der Feind schläft nicht und verfolgt weiterhin furchterregende Pläne. Wird Ethan Lena aus ihrem Strudel des Schmerzes und der Gefahr befreien können?

 

„Beautiful Darkness“ ist sehr viel düsterer als „Beautiful Creatures“ und verdient sich meiner Meinung nach erst recht einen Platz im Genre der Southern Gothic. Die Ereignisse des ersten Bandes werfen ihren schwermütigen Schatten auf Ethan und Lena und stellen sie vor neue Herausforderungen. Ihre Beziehung steht auf dem Prüfstand; sie müssen einander beweisen, dass sie gemeinsam nicht nur mit äußeren Faktoren zurechtkommen, sondern auch mit den Problemen, die sie selbst verursachen. Mir gefiel es außerordentlich gut, dass Garcia und Stohl die Handlung aus „Beautiful Creatures“ konsequent weiterführen und keine heile Welt präsentieren. Sie wagen es, ihr ProtagonistInnen-Pärchen von einer neuen Seite zu zeigen, wodurch die Geschichte einen realistischen Weg einschlägt. Friede, Freude, Eierkuchen hätte ich ihnen nicht abgekauft. Den Handlungsverlauf von „Beautiful Darkness“ empfand ich weniger gradlinig, denn unsere beiden Hauptcharaktere arbeiten nicht auf ein klar definiertes Ziel hin. Stattdessen vermittelt Ethan als Ich-Erzähler ein Maß an Verzweiflung, Verwirrung und Hilflosigkeit, das mir wirklich zu Herzen ging. Er weiß nicht, wie er Lena in ihrer selbst errichteten Festung des Kummers erreichen soll. Das Mädchen, das er liebt, distanziert sich mehr und mehr von ihm und er hat lange Zeit das Gefühl, nichts dagegen unternehmen zu können. Ich hätte gern eingegriffen, Lena geschüttelt oder ihr eine saftige Ohrfeige verpasst, damit sie wieder zur Besinnung kommt. Ich wollte Ethan beschützen, denn obwohl ich Lenas Schmerz durchaus verstehen konnte, fand ich, dass sie sich extrem verhält. Sie merkt nicht, dass sie in dem Bestreben, sich selbst zu bestrafen, auch andere bestraft und wegstößt, allen voran natürlich Ethan. Ich war froh, dass Ethan nicht nur seine Familie an seiner Seite hat, sondern auch einen großartigen besten Freund: Link. Link ist für ihn da, während Lena es nicht ist. Ethan kann sich zu 100% auf ihn verlassen, ganz gleich wie haarsträubend und gefährlich die Situation zu werden droht. Trotzdem hinterlässt Lenas Rückzug selbstverständlich eine physische und emotionale Lücke, in die Garcia und Stohl eine neue Figur treten lassen. Liv ist Britin, Marians studentische Hilfskraft und ein totaler Nerd. Ich mochte sie von der ersten Sekunde an. Ethan ist mit ihrem Auftauchen überfordert, weil zwischen den beiden eine unleugbare Anziehungskraft wirkt. Liv verkörpert all das, was Ethan haben könnte, wenn er nicht hoffnungslos in ein Caster-Mädchen verliebt wäre: ein normales, einfaches Leben voller Glück und Lachen, ohne magische Verwicklungen. Kein Wunder, dass ihn ihre Anwesenheit durcheinanderbringt. Vielleicht ist sie einer der Gründe dafür, dass Ethan sehr lange wartet, bis er einschreitet, um Lena vor sich selbst zu retten. Meiner Meinung nach ergreift er zu spät die Initiative. Lenas Trauerprozess in allen Ehren, aber er hätte ihren Eskapaden viel früher ein Ende setzen müssen, denn sie entwickelt sich zu einer ernsthaften Gefahr für die Menschen, die ihm etwas bedeuten. Er ist zu nachsichtig mit ihr. Schließlich interveniert er aber doch und folgt Lena in die Caster-Tunnel, die sich durch den ganzen Süden der USA (und vermutlich weit darüber hinaus) ziehen. Als Setting gefielen mir die Tunnel gut, da sie rätselhaft und ein bisschen unheimlich sind, allerdings bringen sie auch Unruhe in die Geschichte. Sie sind schwer fassbar und verändern sich ständig. Ich hatte hin und wieder Probleme, sie mir vorzustellen. Das Gleiche gilt für den finalen Kampf gegen Ende des Buches, der zwar spannend, meinem Empfinden nach jedoch nicht plastisch genug beschrieben ist.

 

Insgesamt fand ich „Beautiful Darkness“ anders als „Beautiful Creatures“. Nicht besser oder schlechter, sondern eben einfach anders. Genau das gefiel mir. Kami Garcia und Margaret Stohl rollen die Geschichte des ersten Bandes nicht noch einmal auf, sondern führen sie logisch weiter. Sie gestehen ihren Charakteren Entwicklung zu und trauen sich, die psychologischen Konsequenzen des Vorgängers zu verdeutlichen. Die liebevoll gezeichneten Charaktere fesselten mich an die Handlung; besonders Ethan habe ich wirklich ins Herz geschlossen, aber auch Link, Liv und Ethans gesamte Familie. Meine heiß entflammte Liebe zu den „Caster Chronicles“ ist ungebrochen. Diese Reihe ist wirklich magisch und ich freue mich darauf, zu erfahren, wie es in Gatlin weitergeht!

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2016/01/29/kami-garcia-margaret-stohl-beautiful-darkness
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review 2013-06-27 19:04
Über ein Mädchen
Über ein Mädchen - Joanne Horniman,Brigitte Jakobeit

Über ein Mädchen

 

Joanne Horniman

 

Verlag: Carlsen

gebunden

Preis: 15.90 Euro

 

Seiten: 222

ISBN: 978-3-551-58271-3

 

*kaufen?*

 

Klappentext:

Anna ist schüchtern und einsam- bis sie Flynn trifft, zuerst mit Gitarre auf der Bühne, dann im Cafe, dann mit vollen Einkaufstaschen auf der Straße- Beide fühlen sich unwiderstehlich zueinander hingezogen. Zusammen zeichnen sie, essen Bananenkuchen, träumen, baden, lachen- und lieben sich. Doch auch zwischen Liebenden gibt es Geheimnisse.

 

Eine unsterbliche, romantische Liebesgeschichte über zwei junge Menschen, die noch ihren Platz in der Welt suchen- schön wie ein Gemälde.

 

Cover:

Der Schutzumschlag besteht aus einem rauen, hübsch geblümten Papier und zeigt eine weiße Teekanne von oben. Die Farben sind sehr blass und unscheinbar und das ganze Cover wirkt sehr zart und mädchenhaft. Ich finde es wirklich sehr passend. Es passt zur Geschichte und transportiert die selbe Atmosphäre wie das Buch selbst auch. Als ich den Schutzumschlag entfernt hatte, habe ich erst einmal einen kleinen Mini- Herzinfarkt bekommen. Auf dem Buchdeckel befinden sich zwei Teetassenabdrücke, die wirklich unfassbar echt aussehen, außerdem ein Teefleck auf der anderen Seite. Hätte ich das Buch gebraucht gekauft, dann hätte ich es empört zurück geschickt. Ich finde diese keine Eigenheit wirklich witzig. Das ist mal etwas ganz anderes. Das englische Cover ist übrigens überhaupt nicht mein Fall. Das sieht aus wie ein Kinderbuch.

 

Geschichte:

Anna lebt das erste mal in einer eigenen Wohnung und arbeitet in einer kleinen Buchhandlung. Sie ist von von Zuhause weggezogen, weil sie Abstand zu allem brauchte, aber die eigene Stadt zu verlassen heißt auch, ganz alleine in einer anderen zu sein. Deshalb ist sie oft einsam, aber das ändert sich in dem Moment in dem sie Flynn trifft. Flynn ist Musikerin und arbeitet in einem kleinen Cafe, in dem Anna manchmal isst. Sie ist wunderschön, unberechenbar und so faszinierend, dass Anna an nichts anderes mehr denken kann. Beide fühlen sich zu einander hingezogen, verbringen Stunden damit zu reden oder einfach nur zusammen zu zeichnen. Die beiden werden ein Paar und für einen kurzen Moment scheint alles perfekt zu sein. Aber Anna ist noch nicht bereit mit Flynn über ihre Vergangenheit zu reden und auch Flynn scheint Geheimnisse vor ihr zu haben. Die noch junge Beziehung bekommt schnell Risse und plötzlich ist doch nicht mehr alles so rosig...

 

Die Autorin:

Joanne Horniman ist eine australische Autorin und hat schon mehrere Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. In Australien ist sie recht begannt. Sie wurde bereits mit einigen Literaturpreisen ausgezeichnet und wurde quasi als Autorin geboren. Ihre ersten Geschichten schrieb sie im alter von 6 Jahren und hörte nie wieder damit auf. Sie studierte an der Universität in Sydney und arbeitete dann als Künstlerin, Lektorin und High School Lehrerin. Jetzt lebt sie in Lismore, der selben Stadt in der „über ein Mädchen“ spielt.

 

Meine Meinung:

Ich würde dieses Buch ein „Überraschungsbuch“ nennen. Nicht weil ich so positiv oder negativ überrascht worden bin, oder weil es einfach „mehr“ war als ich erwartet hatte, sondern weil einen das Buch ganz einfach durchgehend überraschen will (und es auch schafft!). Nachdem ich den ersten Schock wegen des Teeflecks überwunden hatte, warf das Buch nämlich schon nach den ersten Seiten all meine Erwartungen über den Haufen. Erwartet hatte ich eine Liebesgeschichte zwischen einem Mädchen und deren Freund Flynn. Eine Liebesgeschichte ist das hier ganz sicher, aber eine der ganz anderen Sorte. Flynn ist der Spitzname von Rose, ebenfalls ein Mädchen. Ich musste die ersten Seiten zweimal lesen, bevor ich es begriff. Von außen sieht man das dem Buch nicht an, was ich irgendwie schade finde. Ich schätze der Verlag wollte sich bedeckt halten, aus Angst mögliche Leser zu verlieren. Das finde ich einerseits echt schade, denn es zeigt wie wenig akzeptiert Homosexualität immer noch ist, andererseits ist es aber vielleicht auch die einzige Möglichkeit Leuten das Thema näher zu bringen. Man überrascht sie ganz einfach damit. Hat man das Buch erst einmal gekauft, liest man es ja in den meisten Fällen auch bis zum Ende.

 

Eigentlich ist der Titel ziemlich perfekt gewählt. „Über ein Mädchen“ ist ein Buch über ein Mädchen. Wenn man es genau nimmt sogar über zwei. Wirklich wichtig sind dabei ganz allein Anna und Flynn.

 

Anna ist ein schwieriger Charakter. Nach der Scheidung ihrer Eltern ging es ihr sehr schlecht und sie hatte Probleme damit wirklich glücklich zu sein. Das sie Mädchen mag war ihr schon als kleines Kind klar und sie ist quasi mit dem Gefühl aufgewachsen nirgends dazu zu gehören. Sie lebt in einer karg eingerichteten Wohnung und liest gerne düstere und traurige Bücher. Sie ist sehr schlau, hat ihr Studium aber abgebrochen, weil sie der Meinung war keine guten Noten zu verdienen. Sie ist einfach sehr unglücklich. Ich mochte sie und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Sie kämpft eigentlich mit typischen Problemen, die jeder andere Teenager auch kennt. Sie sucht nach einem Ort an den sie wirklich gehört, nach Anerkennung und dem Gefühl geliebt zu werden. Sie muss hilflos dabei zusehen wie ihre Familie zerbricht und es fällt ihr nur sehr viel schwerer damit um zugehen.

 

Flynn, oder Rose, war eigentlich noch nie in ein Mädchen verliebt und braucht am Anfang viel Zeit um sich damit zurecht zu finden. Sie ist sehr kreativ und musikalisch, spielt am liebsten auf Louise, so hat sie ihre Gitarre genannt, oder trinkt Tee aus der Teekanne Lavinia. Sie zeichnet, schreibt ständig eigene Songs und singt sie dann selbst. Man merkt aber, dass Flynn nicht ganz genau weiß was sie will. Sie fühlt sich furchtbar zu Anna hingezogen, weiß aber nicht wie sie damit umgehen soll. Es gibt viel das sie Anna nicht erzählen will, was für die Beziehung der beiden nicht so gut ist.

 

Das ganze Buch ist in drei Teile geteilt. Der erste Teil handelt vor allem vom Beginn der Beziehung und allen positiven Seiten. Der zweite Teil ist dann ein Zeitsprung und man erfährt viel über Annas Vergangenheit und darüber, warum sie heute so ist wie sie ist. Im letzten Teil geht es wieder um die Gegenwart. Dieses mal steht vor allem Flynns Vergangenheit im Mittelpunkt.

 

Ich finde das Buch eigentlich sehr gut. Homosexualität ist ein sehr wichtiges Thema, aber leider auch eins über das ich noch nie zuvor gelesen hatte. Es gibt einfach nicht so viele Bücher der Art. Was mir beim Lesen am meisten aufgefallen ist, ist einfach wie normal die Beziehung der beiden doch war. Annas Verliebtheit war so natürlich beschrieben, dass ich mir nur dachte: „Ist doch egal, dass Flynn kein Junge ist. Die beiden sind süß zusammen und fertig!“ und ich glaube, genau das will das Buch auch vermitteln. Trotzdem steht das Thema nicht im Mittelpunkt. Es ist in diesem Buch eigentlich nicht wirklich wichtig, dass die beiden lesbisch sind. Beide haben Probleme wie alle anderen auch, leben wie alle anderen auch und lieben sich wie alle anderen auch. Das Ende war eine weitere Überraschung und wurde definitiv anders gelöst, als viele Autoren es gemacht hätten. Ich empfand es als ernüchternd.

 

Der Schreibstil ist sehr blumig und ausgeschmückt. Alles wirkt einfach sehr mädchenhaft und romantisch und ich empfand das Lesen als sehr angenehm. Ein bisschen kritisieren muss ich jetzt leider doch noch, denn teilweise wurde dieses (zugegeben dünne) Büchlein doch sehr langwierig und ereignislos. An manchen Stellen konnte es mich nicht ganz fesseln.

 

Trotz allem halte ich 4 von 5 Punkte für angebracht. „Über ein Mädchen“ ist ein gutes Buch, ich würde sogar sagen: „ein wichtiges Buch“.

Source: mywrittenheartbeat.blogspot.de/2013/06/uber-ein-madchen.html
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review 2013-06-25 08:47
Auf der Bühne ist Herr Schmitz besser ...
Schmitz' Mama - Ralf Schmitz

Inhalt: Ralf Schmitz' neues Buch ist wieder pickepackevoll mit irren und unglaublich lustigen Geschichten, vielen Tipps und zahlreichen Fotos. Dieses Mal hat sich der Comedian den bunten Alltag mit seiner Mama und dem Rest der Schmitzschen Familie vorgenommen: Mit Antworten auf Fragen wie "Warum sagt Mama 'Dingens'?" oder "Wie beendet man ein Telefonat mit Mama?" und einem aberwitzigen Sohn/Tochter-Typtest verspricht auch Ralf Schmitz' zweites Buch wieder kein Auge trocken zu lassen. (Quelle: Amazon.de)

 

Meinung: Wie es dir Überschrift schon sagt, finde ich, dass Herr Schmitz auf der Bühne -  Nein, ich habe ihn noch nicht Live gesehen - besser ist. In dem Buch fehlte mir seine Mimik und Gestik, obwohl man es sich gut vorstellen konnte bei seinem Schreibstil. 

 

Das Buch überzeugt mit viel Witz und Sarkasmus. Aber auch mit dem Wahrheitsgehalt - okay, ich weiß nicht, wie seine Mutter ist, aber ich erkannte oft meine Mutter bzw. meine Familie ab und zu darin wieder. Denn wer kennt nicht diese Fragen seiner Mutter "Ist was? - Bist du dir sicher, dass nichts ist?" und spürt dabei langsam die Furcht des schlechten Gewissens im Nacken. Oder auch den süßen Satz: "Ich mach das Internet jetzt aus!", obwohl das Familienmitglied nur den Webbrowser schließt ;) 


Feuchte Tränen hatte ich beim Lesen nicht, aber hier und da konnte ich mir ein Auflachen oder ein Grinsen nicht verkneifen. Es ist auf alle Fälle eine nette Lektüre für zwischendurch, aber kein Welt-Bestseller ;)

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review 2011-11-23 00:00
Schmitz' Mama - Ralf Schmitz Schmitz' Katze habe ich auch gelesen und war begeistert, da ich Katzen sehr gerne mag und selber mit den Katzen, die ich bisher hatte (alles Zulaufkatzen; ja es stimmt, Katzen suchen sich ihre Dosenöffner selber aus, nicht anders herum ;-)) ähnliches erleben durfte.
Bei Schmitz' Mama sieht das schon anders aus. Zwar finde ich auch hier mal eine Übereinstimmung mit der eigenen Familie, aber insgesamt erscheint mir das Buch zu konstruiert und übertrieben. Zudem ist das Verhalten von Katzen wesentlich einheitlicher als das Verhalten von Müttern, auch wenn jede Katze durchaus einen eigenen Charakter hat, aber das sorgt einfach für viele Stellen im Buch, die eben nicht auf die eigene Familie auch nur im Entferntesten zutreffen und dann schlicht langweilig sind. Ich glaube, dass diese Art von Humor wesentlich besser auf Katzen angewendet werden kann, da man ja gerade nicht weiss, was in einer Katze vorgeht und daher der Anthropomorphismus einen Großteil des Reizes von Schmitz' Katze ausmacht.
Von der Schreibweise/Ausdrucksweise her ist der Urheber gut zu erkennen (da fehlt mir jetzt der Vergleich, da Schmitz' Katze zu lange her ist), also Schmitz-Fans kommen wohl auf ihre Kosten.
Ich denke aber, man verpasst nichts, wenn man es nicht liest. Zumindest würde ich empfehlen, es mal in der Buchhandlung an mehreren Stellen anzulesen.
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