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review 2017-07-06 11:46
Herz und Köpfchen
Scardust - Suzanne van Rooyen

Ich habe wenig Erfahrung mit LSBTTIQ-Literatur. Um die Gay Romance habe ich bisher einen großen Bogen gemacht, weil ich – wie ihr mittlerweile wissen dürftet – kein Fan von Liebesgeschichten bin. Ich weiß, dass sich dieses spezielle Genre eines stetigen wachsenden Publikums erfreut, mir war allerdings nicht klar, dass die Kategorisierung als Gay Romance nicht zwangsläufig bedeutet, dass das entsprechende Buch als klassischer Liebesroman betitelt werden kann. Jede Genre-Kombination ist erlaubt. Ich bin daher sehr froh, dass mir Suzanne van Rooyens Science-Fiction-Roman „Scardust“ bei Netgalley begegnete und mir die Augen öffnete.

 

Raleigh Williams will die Erde verlassen. Was hält ihn schon in Dead Rock, Texas? Eine traumatische Vergangenheit voller schlechter Erinnerungen? Nein, Raleigh ist entschlossen, Teil der Marskolonie zu werden, koste es, was es wolle. Als eines Nachts jedoch ein Meteor in der texanischen Wüste einschlägt, werden all seine Pläne auf den Kopf gestellt. Im Krater findet er einen mit Narben übersäten, unverschämt gutaussehenden Mann ohne Gedächtnis, der weder weiß, wer er ist, noch wie er den Einschlag überleben konnte oder wieso er überhaupt als Meteor auf die Erde stürzte. Genau genommen ist nicht mal sicher, ob der Fremde ein Mensch ist. Der einzige Anhaltspunkt sind die Erinnerungsfetzen, die die beiden austauschen, wann immer sie sich berühren. Raleigh erklärt sich bereit, Meteor-Mann zu helfen. Eine folgenschwere Entscheidung, denn schon bald sind ihnen krude Regierungsbeamte auf den Fersen. Auf ihrer Flucht erforschen sie gemeinsam die Erinnerungen des jeweils anderen und kommen sich dabei beständig näher. Doch je mehr Antworten sie erhalten, desto unklarer wird das Gesamtbild, bis die Grenzen von Realität und Einbildung verschwimmen.

 

Ich fand „Scardust“ toll. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass das Buch nicht perfekt ist und einige verbesserungswürdige Aspekte enthält, wie zum Beispiel die Objektifizierung der Hauptfiguren durch die zwanghafte Darstellung ihrer körperlichen Attraktivität oder der beschämende Umgang mit dem Thema Prostitution, aber die Lektüre bereitete mir so viel Freude, dass ich darüber hinwegsehen wollte und konnte. Vielleicht sollten mir diese Stolpersteine mehr ausmachen, doch ich hatte einfach Spaß beim Lesen. Dieses Gefühl überstrahlt jegliche Kritik, die die kleine nörgelnde Stimme in meinem Kopf geltend machen möchte. Meiner Meinung nach überzeugt dieser SciFi-Roman vor allem durch die Protagonisten, die in abwechselnder Ich-Perspektive nicht nur äußerst glaubwürdig und realistisch ausgearbeitet, sondern auch schlicht und ergreifend unheimlich sympathisch sind. Raleigh ist ein traumatisierter junger Mann, der aus einer zerrütteten Familie stammt und bisher nicht viel Glück hatte. Seine sexuelle Orientierung brandmarkte ihn stets als „anders“, was in einem kleinen texanischen Kaff natürlich schwierig ist. In seiner Vergangenheit liegt so manches dunkles Geheimnis, das ihn bis heute verfolgt. Suzanne van Rooyen integrierte Raleighs Trauma hervorragend in ihre Geschichte, ohne seine Persönlichkeit schwach wirken zu lassen. Ich fand es vollkommen verständlich, dass er seinem seelischen Ballast zu entkommen versucht und dafür den radikalsten Weg wählt, der ihm einfällt: ein Leben auf dem Mars. Als ihm der Meteor-Mann begegnet, den er kurzerhand Crow tauft, geraten diese Pläne allerdings heftig ins Stolpern. Sein Entschluss, Crow zu helfen, bringt ihn und alle, die ihm nahestehen, in Gefahr. Plötzlich wird er gejagt und bedroht, ohne zu wissen, wieso. Den Mann ohne Gedächtnis umgibt ein haarsträubendes Rätsel, das ich überaus spannend fand. Ich begriff nicht, was mit Crow nicht stimmt und wollte unbedingt herausfinden, was die scheinbar nicht-menschlichen, etwas übertrieben heftigen Symptome, die er durchleidet, zu bedeuten haben. Crow ist ein extrem unterstützender, toleranter Charakter, der Raleigh trotz seiner fragwürdigen Vergangenheit nimmt, wie er ist, ohne ihn zu verurteilen, da er durch ihre geteilten Erinnerungen buchstäblich in seiner Haut steckte. Die sich rasch entwickelnden Gefühle zwischen den beiden erschienen mir daher durchaus nachvollziehbar. Sie verbindet eine sehr intime Beziehung, die sich mit jeder Berührung weiter intensiviert. Ist es da verwunderlich, dass sie sich schnell ineinander verlieben? Sie lernen sich auf einer Ebene kennen, für die andere Menschen Jahre brauchen. Es gibt zwischen ihnen keine Lügen, Schmeicheleien oder Geheimnisse, nur reine, echte Nähe, die sogar Raleighs sorgsam errichteten emotionalen Schutzwall durchbricht, weil Crow ihm all das bietet, wonach er sich insgeheim sehnt. Ich fand ihre Beziehung entzückend und bangte der niederschmetternden Auflösung, wer Crow ist, entgegen. Diese Wendung der Geschichte kann ich nur als abgefahren bezeichnen. Meine Kinnlade rauschte zu Boden. Ich sehe zwar ein paar kleinere Probleme hinsichtlich der Plausibilität dieses Erklärungsansatzes, kann aber nicht leugnen, dass mich dessen Originalität beeindruckte. Ich war wie vom Donner gerührt und hätte niemals erwartet, dass Suzanne van Rooyen mit dermaßen futuristischen Ideen aufwartet.

 

„Scardust“ ist ein Science-Fiction-Roman aus der Gay Romance voller Action und glaubhaften Emotionen. Suzanne van Rooyen bietet einige interessante Denkanstöße bezüglich der Zukunft und spricht erstaunlich viele Tabuthemen an, ohne jemals die Handlung ihrer Geschichte aus den Augen zu verlieren. Das Buch enthält zwar den einen oder anderen Mangel, doch unterm Strich war die Lektüre unterhaltsam und mitreißend, was meines Erachtens nach stets schwerer wiegt als jeder Kritikpunkt. Es wundert mich nicht, dass „Scardust“ im Rahmen der Rainbow Awards 2016 ausgezeichnet wurde. Raleighs und Crows Geschichte ist eine bezaubernde Mischung aus Herz und Köpfchen, die ich euch guten Gewissens weiterempfehlen kann.

 

Vielen Dank an den Verlag Entangled Embrace für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars via Netgalley im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/07/06/suzanne-van-rooyen-scardust
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review 2017-06-09 10:05
Eine Hommage an alles Zauberhafte, Unerklärliche und Wundersame
Der Nachtzirkus - Erin Morgenstern

Erin Morgenstern, die Autorin des Erfolgsromans „Der Nachtzirkus“, ist mir unheimlich sympathisch. Nicht, weil ihr Buch zauberhaft ist (obwohl es das ist), sondern weil sie ehrlich ist. Seit 2011 hat Morgenstern nichts mehr veröffentlicht. Sie arbeitet an einem neuen Projekt, ohne dass ein Ende absehbar wäre. Warum wird die gute Frau nicht fertig, fragt ihr euch? Weil ihr das Schreiben unfassbar schwerfällt, was sie auf ihrem Blog offen bekennt. Genau das ist der Grund, weshalb ihr spontan mein Herz zufliegt. Sie ist kein Naturtalent. Sie muss hart für jedes Wort kämpfen und jeden Satz mühsam erarbeiten. Ich verstehe, dass sie der Schreibprozess folglich häufig frustriert und das letzte, was sie hören oder lesen möchte, Fragen danach sind, wann endlich ihr neues Buch rauskommt. Also, lassen wir Erin Morgenstern doch einfach in Ruhe und erfreuen uns an dem, was wir haben: „Der Nachtzirkus“.

 

Er kündigt sich nicht an. Er kommt auf leisen Sohlen, im Schutz der Nacht. Eines Morgens stehen seine Zelte plötzlich auf einem Feld oder einem freien Platz in deiner Stadt, wie von Geisterhand. Er öffnet erst nach Einbruch der Dunkelheit. Einen Besuch wirst du nie mehr vergessen. Er lehrt dich das Staunen, verzaubert dich mit unbeschreiblichen Wundern: der Cirque des Rêves.
Niemand ahnt, dass der gefeierte Zirkus der Träume hinter den Kulissen der Austragungsort eines magischen Wettstreits ist. Zwischen den fantastischen Zelten einzigartiger Attraktionen tobt der Kampf zweier konkurrierender Zauberer, ein Kampf auf Leben und Tod. Jahrelang bereiteten sie ihre Schützlinge akribisch auf die Anforderungen des Wettbewerbs vor, schulten und testeten sie unabhängig voneinander. Marco und Celia wurde das Geschenk der Magie zuteil. Doch dieses Geschenk fordert einen entsetzlich hohen Preis. Wie hoch dieser Preis tatsächlich ist, erfahren sie erst, als sie sich begegnen und sich unsterblich ineinander verlieben…

 

Ich will mir ein Beispiel an Erin Morgensterns Ehrlichkeit nehmen: die Rezension zu „Der Nachtzirkus“ fällt mir schwer. Ich weiß nicht so richtig, was ich schreiben soll. Diesem Buch ist nichts hinzuzufügen, es gibt meiner Meinung nach keine Rätsel, die analysiert oder entschlüsselt werden müssten. Es steht für sich selbst. Die Geschichte lebt durch sich selbst, nach versteckten Bedeutungen fahndete ich vergeblich. Ich habe das Gefühl, dass Erin Morgenstern nicht versuchte, eine Botschaft zu vermitteln, sondern einfach einen Roman schrieb, der eine wundervolle Hommage an die Fantasie und die Liebe, an alles Zauberhafte, Unerklärliche und Wundersame ist. Sie schrieb ein Buch zum Genießen, ein Buch zum Träumen. Ich denke nicht, dass sie möchte, dass sich ihre Leser_innen den Kopf über Dinge zerbrechen, die gar nicht da sind, auf Teufel komm raus jedes Wort interpretieren und jeden Satz zerpflücken. Ich glaube, dieses Buch muss man einfach so nehmen, wie es ist: märchenhaft und träumerisch. Dieser Intuition folgte ich während der Lektüre und gab mir große Mühe, den Cirque des Rêves wahrhaft zu erleben, mich der geheimnisvollen, mystischen Atmosphäre hinzugeben und jeden Augenblick auszukosten. Der Zirkus ist eine sagenhafte Kulisse und ein unverzichtbarer Baustein im Geflecht der Geschichte. Fast wirkte er auf mich wie ein lebendiges Wesen, mit einer individuellen Persönlichkeit und einem eigenen Charakter. Er verbindet die vielen verschiedenen, liebenswert skurrilen Akteure des Romans, die in ihm alle etwas anderes, aber genau das finden, was sie suchen und brauchen. Er erfüllt die Menschen, Besucher_innen wie Betreiber_innen gleichermaßen. Er inspiriert Liebe und die Bereitschaft, an Wunder zu glauben. Magie schimmert zwischen und in den Zelten, in jeder Ecke und jedem Winkel, da Marco und Celia ihm während ihres unfreiwilligen Wettstreits unbeabsichtigt Leben einhauchen. Ihre Liebesgeschichte ist eine bezaubernde Variation des „Romeo und Julia“ – Motivs, die sich unaufdringlich einschleicht. Obwohl ihre Situation durchaus dramatisch und tragisch ist, verzichtete Erin Morgenstern auf billige, plakative Dramatik und schildert ihren verzweifelten Kampf gegen die Beschränkungen und Regeln des Wettbewerbs, für eine gemeinsame Zukunft, ernsthaft und glaubwürdig. Effekthascherei und Kitsch scheinen ihr völlig fremd zu sein, sodass ich mich von der emotionalen Ebene in „Der Nachtzirkus“ nicht abgestoßen, sondern berührt fühlte. Ich wünschte Marco und Celia, dass sie eine Möglichkeit finden, zusammen zu sein. Trotz dessen muss ich gestehen, dass mir das Buch beinahe zu leise, zu sanft und zart erschien. Es ist so filigran und subtil, dass mir ein wenig der Wow-Moment fehlte. Beim Lesen empfand ich keine Spannung, sondern Faszination. Es reißt nicht mit, es nimmt die Leser_innen behutsam an die Hand. Nun ist das natürlich reine Geschmackssache, doch ich mag es einfach etwas zupackender.

 

„Der Nachtzirkus“ ist fantasievoll und charmant. Der Reiz der Geschichte bündelt sich in dem atemberaubenden Setting, denn der Cirque des Rêves ist Dreh- und Angelpunkt aller inhaltlichen Entwicklungen. Er ist Ursache und Wirkung, Alpha und Omega, Anfang und Ende. Jede Seite des Buches ist von seiner besonderen Magie gezeichnet, weshalb die Lektüre für mich eine einzigartige Erfahrung war, die ich von Herzen weiterempfehlen kann. Obwohl ich normalerweise keine große Vorliebe für Liebesgeschichten habe, ging die anmutige Romantik von Marcos und Celias Beziehung zueinander und ihrer Beziehung zum Zirkus nicht an mir verloren. Ich war verzaubert. Ich wünschte, ich könnte nur eine Nacht lang durch die Gänge und Zelte schlendern, den Alltag vergessen und selbst all die Wunder erleben, die hinter den schwarz-weiß gestreiften Planen darauf warten, entdeckt zu werden. Es ist wahr: einen Besuch im Cirque des Rêves vergisst man nie mehr. Selbst, wenn man ihn nur mental mit Erin Morgensterns Hilfe in „Der Nachtzirkus“ betreten konnte.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2017/06/09/erin-morgenstern-der-nachtzirkus
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review 2015-09-25 09:16
Mik & Zuzanas bezauberndes, magisches erstes Date
Night of Cake & Puppets - Laini Taylor

Nachdem ich den letzten Band der Daughter of Smoke & Bone – Trilogie „Dreams of Gods & Monsters“ ausgelesen hatte, war ich emotional nicht in der Lage, Laini Taylors wundervolle Geschichte bereits zu verlassen. Die Tränen auf meinen Wangen waren daher noch nicht einmal trocken, als ich ihre Kurzgeschichte „Night of Cake & Puppets“ auf meinen Kindle lud. Chronologisch ist „Night of Cake & Puppets“ zwischen dem zweiten Band „Days of Blood & Starlight“ und dem Finale der Trilogie einzuordnen, da es sich dabei aber eher um einen Zusatz handelt, wollte ich die Kurzgeschichte nicht dazwischen schieben.

 

Normalerweise ist Zuzana alles andere als schüchtern. Das kann sie sich mit ihrem elfenhaften Äußeren auch nicht erlauben, wenn sie ernst genommen werden möchte. Doch sobald es um Mik geht, den Violinisten des Prager Marionettentheaters in dem Zuzana arbeitet, ist sie einfach nicht sie selbst. Dieser Junge, der beim Violinspiel errötet, geht ihr unter die Haut. Trotzdem ist sie das Warten leid. Es wird Zeit, dass Mik sie bemerkt und endlich ihrem ganz speziellen Charme erliegt. Also plant Zuzana eine Nacht, die er nie mehr vergessen wird, eine Nacht der Marionetten und der Magie. Auf einer erfindungsreichen Schnitzeljagd führt sie Mik durch ganz Prag; in der Hoffnung, dass er den Schatz am Ende der Suche zu schätzen weiß: Zuzana selbst.

 

Awww, was für ein zauberhaftes erstes Date. Besser geht es nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass überhaupt irgendjemand nach dieser Schnitzeljagd in der Lage gewesen wäre, zu Zuzana „Nein“ zu sagen. Diese kleine Geschichte ist einfach wundervoll und ich bin extrem dankbar, dass Laini Taylor mich an dem Beginn einer außergewöhnlichen Beziehung teilhaben ließ. Wisst ihr, mir war schon während der Daughter of Smoke & Bone – Trilogie klar, dass Zuzana und Mik etwas ganz Besonderes verbindet, aber da ich während ihrer Kennenlernphase nicht dabei sein konnte, fiel es mir doch etwas schwer, nachzuvollziehen, wie sich diese Verbindung entwickelt hat. Jetzt verstehe ich es. Zuzana und Miks Liebe mag nicht Zeiten und Welten überwinden, deswegen ist sie jedoch nicht weniger magisch. Ich bewundere Zuzana dafür, dass sie den Mut aufbrachte, diese perfekte Nacht für Mik zu planen, weil sie daran glaubte, dass er es Wert ist. Auf einer unterbewussten Ebene wusste sie, dass er der Richtige für sie ist. Die Liebe ihres Lebens. Das berührt sogar mein sonst eher unromantisches Herz, vermutlich auch deshalb, weil die Schnitzeljagd bezaubernd, aber nicht kitschig ist. Sie entspricht Zuzanas Wesen – dass sich Mik darauf einließ, beweist meines Erachtens, dass sie für einander geschaffen sind.
Die Atmosphäre in „Night of Cake & Puppets“ erinnerte mich sehr an den ersten Band „Daughter of Smoke & Bone“. Es ist diese spezielle verträumte Magie, für die ich Laini Taylor unheimlich schätze. Außerdem gefiel es mir sehr gut, dass sie die Erzählperspektive änderte und die Kurzgeschichte abwechselnd aus Zuzanas und Miks Ich-Perspektive schildert. Ich mochte sie ja beide vorher schon äußerst gern, aber jetzt haben sie sich wirklich einen Platz in meinem Herzen verdient. Zuzanas Gedanken hautnah zu erleben, war noch einmal eine ganz besondere Erfahrung, gerade auch hinsichtlich ihrer Gefühle für ihre beste Freundin Karou. Es macht sie traurig, dass sie Karou nicht in dem Maße unterstützen kann, wie sie gern würde, weil sie eben „nur“ ein Mensch ist. Der Wunsch, ihr zu helfen, ist so intensiv, dass sie darüber sogar am Abend ihres großen Dates nachdenkt. Diese Loyalität empfand ich nicht nur als überaus liebenswürdig, sie verleiht der Geschichte auch eine überraschende Tiefe. Sonst habe ich bei Kurzgeschichten oft das Gefühl, dass nicht alles gesagt wird, was es zu sagen gibt (wie zum Beispiel bei „Edward“ von Stephenie Meyer), doch bei „Night of Cake & Puppets“ war das überhaupt nicht der Fall. Sie ist die perfekte Ergänzung einer runden Geschichte, ein absoluter Leckerbissen.

 

Ich bereue nicht, mir „Night of Cake & Puppets“ bis zum Schluss aufgehoben zu haben. Das Ende von „Dreams of Gods & Monsters“ war unheimlich emotional, ich habe mich wirklich überwältigt gefühlt. Die Kurzgeschichte hat mir geholfen, mich wieder zu beruhigen und Laini Taylors wundervolles Universum mit einem guten Gefühl verlassen zu können.
Wenn ihr von der Daughter of Smoke & Bone – Trilogie ebenso begeistert seid wie ich, liegt ihr mit „Night of Cake & Puppets“ keinesfalls daneben. Fans von Zuzana und Mik wird dieser kleine Ausflug an den Anfang ihrer Beziehung natürlich besonders gut gefallen, aber ich denke, auch denjenigen, die bisher keine solide Verbindung zu den beiden aufbauen konnten, wird die Geschichte Spaß bereiten, weil sie eben hilft, beide Figuren besser kennenzulernen.
Ob ihr „Night of Cake & Puppets“ zwischen Band zwei und drei lest oder damit bis nach dem Ende der Trilogie wartet wie ich es getan habe, müsst ihr selbst entscheiden. Für mich war es richtig, die Kurzgeschichte ganz zum Schluss zu lesen, da ich bezweifle, dass ich den Abschied sonst gepackt hätte. Nun ist meine letzte Erinnerung an die Daughter of Smoke & Bone – Trilogie ein bezauberndes, magisches erstes Date, der Anfang einer wundervollen Liebesgeschichte. Dafür bin ich dankbar.

Source: wortmagieblog.wordpress.com/2015/09/25/laini-taylor-night-of-cake-puppets
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